Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 408 (11.12.1934)
- Date
- 1934-12-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Srite 4 OIE STIMME Nr. -fOS 11. Dezember 1!7 PALÄSTINA.MELDET: Eo itneYiuerb und Baumpflanzun gen des jüdischen Natlonalionds Wie da> Hauptbüro dos Jüdischen NationulfumL luitteilt. hat der Ponds in Jen Ja.hr> \ 5t:P3 und 4 hbütj Dunam ■jt’jiH si'uvu Bodenbr-itz um landwirtschaftlichen Moden v e r m e h r t. In demselben Zeitraum wurden von privater jüdischer .Seite 12.000 T Van am .ras arabischem Besitz erworben. 02 Kleinindustrielle haben insgesamt 200 Dunam Xntionalfondshodcn ini Emek Sohn lmi hei Haifa zur Errichtung von Betrieben in Pacht genommen und die erforderlichen Kontrakte u n t e r z e ,i e h n c t. Tn dmi bei len letzten Jahren hat dm* Nutionnifonds 239.000 Bäume gepflanzt. lusge-a.mt wurden durch den Fonds 1.500.000 Bäume auf einem Gebiet von 0913 Dunam gepflanzt: außerdem verwaltet er 10.000 Dunatn ältere Wnldanlagen. Jubiläen jüdischer Palästina-Siedlungen Anläßlich des fünfzigjährigen Bestehens der Kolonie G e d e r a in der Ebene. Schefela wurden J u b i 1 ä u m s f e i e r 1 i c hk e i t e n abgehalten, die mehrere Tage dauerten. Den noch lebenden Mitgliedern der ..Bilu", die diese Siedlung gegründet haben, wurde eine besondere Ehrung bereitet. Die an der Küste nördlich von Tcl-Aviv liegende Kolonie Hcrzlia feiert während der Chanukkah-Feiertage ihr z e h u j ä h r ig e e Bestehen. Die aus diesem Anlaß veranstalteten Festlichkeiten haben eine sehr große Zahl jüdischer Kolonisten und Arbeiter aus den «uts Tel-Aviv umliegenden augezogen. Siedlungen und Die Jüdische Kolonlstenorsanisatiosi Die Haltung der jüdischen Kolonisten- Zionisten viel Ungemach auf sich genom- £}\e Ehrung Edmond de Rothschilds Der Vertreter des New Yorker ..Morning Journal” telegraphiert seinem Blatte, daß die Palästina-Regierung der Jewish Agency ein großes Boden-;i. i s a 1 zur Verfügung stellen will, welches die Grundlage für das clean Andenken an Baron Edmond de Rothschild gewidmete Kolonlsationswerk bilden **>11. Eine offizielle Bestätigung dieser Meldung liegt nicht vor. Ein Rothschild-Museum in Ri schon Le’zion Die Kolonisten von Risch on le Zion haben die Errichtung eines R o t h s c h i 1 d - M useiim s zur Erinnerung an die Leistungen des verstorbenen Barons Edmond de Rothschild für die Palästina-Kolonisation beschlossen. Für den Anfang steilen sie zur Verwirklichung dieses Planes einen Betrug von 1000 Pfund zur Verfügung. In dem Museum sollen alle stände au>~gestellt lästina-Arbeit des Kolonmrat richtet der den Appel!, - beteiligen. Dokumente lind Gegenwerden, die auf die Paßarons Bezug haben. Der an die Juden aller Länich au dieser Aktion zu Organisation in Palästina erregt oft den Widerspruch des Jischuw. In der allgemcinzioni.-tischen Zeitung ..II a z i o n i II a k 1 a 1 i” beschäftigt sich nun Doktor Mossinson mit der Haltung der jüdischen Kolonisten und vertritt don Standpunkt. daß hei der allgemeinen Tendenz, den Frieden im Jischuw herbeizuführen, an die Kotonisleuorganüsation nicht vergessen werden darf. Dies um :-o mehr, als diese Organisation in manchen Angelegenheiten einen bedeutsamen und entscheidenden Faktor da ns teilt. Mossin^on führt aus, daß derzeit die Farmer keine Bindungen gegenüber den nationalen Institutionen haben, obwohl sieh einzelne Kolonisten bei den Koiigreßwahlen persönlich beteiligen. Die Kalonkstenorganisation ignoriert aber die A s s e f a t H a n i v c h a r i m (Jüdische Nationalversammlung) und anerkennt auch nicht die Autorität des W a a d L e u m i (Exekutive des Nationalrates). Sie bezeichnet sieh einerseits offiziell als eine reine B erufsorganisation; anderseits nimmt sie faktisch in politischen D i ne n Steilung und gäbt auch ihren Mitgliedern Anweisungen, wie sie sich in politischen Dingen zu verhalten haben. Das ist ein Zustand, der nicht aufrecht erhalten werden kann und geändert werden muß. Es ist notwendig, daß die jüdische Kolonisten ein Teil der organisierten Nation wird. Man darf nicht vergessen, daß die Majorität der Kolonisten nicht aus Privatinteresse, sondern im Interesse des Zionismus ins Land gekommen sind. Die Kolonisten haben öfter Anlaß genommen, über ihre Beihandlung durch die Arbeiterschaft und durch manche Zionisten außerhalb des Landes Klage zu führen. Sie fühlen sich über diese Behandlung beleidigt, um so mehr, als sie in der Vergangenheit als men haben. Mosfdnson meint, daß das richtig sein kann, daß aber die Kolonisten daran vergessen sollten und daß sie ihre Situation nicht vom Standpunkt ihrer persönlichen Interessen hetraehton und ein Teil des organisierten Jischuw und der orgauisierlen zionistischen Bewegung werden sollten. Sie sollten ihre Arbeit von einem allgemein jüdischen Standpunkt, aus betrachten und es sei klar, daß es nicht möglich sei, eine j Ud i s e h e L a n d w i r t s e h a f t, m i l n i c h t j ii d i ,s e li e r Arbeit zu einem nationalen Faktor zu machen. Mossiuson fährt fort, es sei einleuchtend, daß die nationalen Institutionen in der Frage des Prinzips der j ii d i s c li e n A r b e i t unter keinen Bedingungen Kompromisse schließen können. Es gebe aber eine Reihe damit, zusammenhängender Fragen, die inan im Wege der Diskussion und der »schiedsrichterlichen Tätigkeit ordnen könne. Es sei daher schade, daß die Kolonisten in den nationalen Körperschaften nicht vertreten sind. Wären sie dort vertreten, dann wäre es möglich, gewisse Angelegenheiten zu bereinigen und unnütze Konflikte könnten so vermieden werden. Mos»si.nson fordert daher die Kolonisten auf, in den Waa.;l Leumi cinzutreten. Es sei unrichtig, das Argument vorzubringen, daß der Eintritt der Kolonisten in den Waad Leumi nutzlos sei, weil die Arbeiterschaft dort eine überwiegende Majorität habe und daß deswegen die Kolonisten nicht in der Lage sein würden, dort irgendeinen Einfluß aueziuihen. Es sei der Felder der Kolonisten und auch anderer Gruppen im Jischuw, daß sie durch die Tatsache, daß sie sich vom Waad Leumi ferahalten, ihre eigene Ein flußlosigkeit herbeigeführfe zu haben. Jetzt, wo man überall über Frieden spreche, sei cs notwendig, daß die Kolonisten Vereinigung ihren Standpunkt ändere und dem Waacl Leumi beitrete. Aus der jüdischen Beginn der Exportsmson für die Palästina-Orangen Die diesjährige Orangen-Exportsaison hat bereits vor einigen Tagen begonnen. Die ernten Transporte palästinensischer Grapefruit -iud bereits auf den englischen Markt gelaugt und zu guten Proben, zu 10 bis 20 Schilling pro Kiste, verkauft worden. Die palästinensische Regierung schenkt der Kontrolle d'-r Qualität der ins Ausland exportierten Orangen besondere Aufmerksamkeit. Diese Kontrolle seitens der Regierung wird verständlich, wenn man in Betracht zieht, daß der Wert des palästinensischen OjangenexpoitiS in der vorigen Saison 2.033.000 Pfund betragen hat. Die diesjährige Orangencrnte Palästinas wird auf 0H 'Millionen Kisten geschätzt, das heißt K Millionen höher als im Vorjahre. Die Lago auf den ausländischen Märkten wird im Hinblick auf die vorauftgosehene Erhöhung des Exports günstig beurteilt. England und die Orientfrage Die „Jüdische Rundschau“ schreibt: „Viele zionistische Kongreßbesucher werden sich der Reden Br. Weizmanns auf den ersten Nachkriegskongressen erinnern, als eine ungestüme zionistische Opposition im Namen des englischen Imperialismus eine Niederwerfung des arabischen Widerstandes in Palästina forderte, und der zionistische Führer, der keineswegs Kommandogewalt über englische Armeen hatte, die undankbare Aufgabe auf sich nahm, seinen Hörer klar zu machen, daß nicht die mindeste Chance dafür besteht, England für eine solche Politik zu gewinnen — ganz abgesehen von der von vielen damals angezweifeiten Frage, ob eine solche Politik auf lange Sicht im jüdischen Interesse gelegen hätte. Es war jene Zeit, als eine mächtige demagogische Gruppe in England die Räumung Palästinas und Mesopotamiens propagierte, um zu verhüten, daß England in irgend welche Verwicklungen hineingezogen wird. Biesen Einflüssen gegenüber konnte, so wußte Dr. Wetzmann, die zionistische Position nur behauptet werden, wenn man der englischen Öffentlichkeit allmählich klarmachte, daß der Zionismus keine derartige 'Belastung der englischen Außenpolitik bedeute ... Neben dieser Kriegsmüdigkeit Englands war der zweite entscheidende Faktor in der Orientpolitik der Nachkriegszeit die Entstehung eines modernen Nationalismus im Orient nach dem Vorbild der europäischen Nationalbewegung.. . Ein dritter Faktor, der die politische Lage im Orient zu einer völlig chaotischen machte, war die Entzweiung zwischen England und Frankreich, die zeitweise die Form eines direkten erbitterten G egen e in a nd e rar bei t en s annahm ... Im Zusammenhang mit unserer Betrachtung verdient die ägyptische Frage ebenso wie die türkische zur Illustration einer Gesamthaltung, die die englische Politik jener Jahre charakterisiert. Auch für Palästina ist damals die politische Form entstanden, die in ihren Auswirkungen maßgebend geblieben ist..." Bie in D a m a s k u s erscheinende arabisch-islamische Zeitung „L i s s a n a l - C h a r a d:‘ veröffentlicht einen interessanten Artikel unter dem Titel „D e r Zi on i s m u s i s t, n i c hts G e f ähr l i c h e s". ln dem Artikel heißt es: „Selbst diejenigen, die die zionistische Bewegung bekämpfen, müssen zugeben, daß der Zionismus Palästina nur Gutes gebracht, neues Leben mit sich gebracht hat, das Palästina in ein z i v i l i s i e r t e s e u r opä i s c h e s Land verwandelt. Sein gewaltiges Kapital hat die Industrie und die Landwirtschaft entwickelt. Dank dem Zionismus gibt es heule ln Palästina keinen armen Manu. An Stelle der Trümmerhaufen sind Riesengebäude entstanden, verlassene Straßen sind gepflastert, moderne Chausseen bedecken das Land.. Dies alles hat der Zionismus f ür die nichtjüdische Be v ö lk e r u n g Palas ti n a s geschaffen. War um sollen wir uns der jüdischen Einwanderung nach Syrien widersetzen? Warum sollen wir gegen das jüdische Kapital und die jüdische Initiative sein, die unseren Reichtum entwickeln, unsere Märkte bereichern und unsere gesunkene Situation erhöhen können? Der Zionismus ist nicht gefährlich und ist kein Verbrechen, wie ihn manche ihrer e i g e n e n p r i v a t c n l n teres s en w e g e n darstellen. Ein schweres Verbrechen aber wäre die Gegnerschaft unsererseits gegen die zionistische Einwanderung, Wir müssen die zionistische Einwanderung fordern, weil von ihr unsere Rettung kommen wird.“ (Palcor.) Ein Paläsifraa-Falig’jplasi Im Verlag von Zwi Friedländler in Kiryal Hahn bei Haifa ist ein gefällig aus gestaltet er Fahrplan erschienen. Er enthält die Aitlobus-übcrlandlinUm und die Eisenbahnen mit einer Cbersichtskarte und Ortsverzeichnis. ln den Städten erfolgte jeweils die Angabe der genauen Abfahrt-steilen. Die. Nummernangabe stimmt mit den an den Autobussen befindlichen amtlichen Nummern überein. Palästina ist ein modernes Land. Es hat bekanntlich nur wenige Eisenbahnlinien, und. zwar: Haifa—Lyddu—Kanfara East—(Ägypten). Jaffa --Tel-Aviv—Lydda—Jerusalem, Haifa—Afulch — Samak — (Bema — Damaskus) und Verbindungslinien Jaffa—Tel-Aviv —Ras et, Ein und Lydda June Hon—Jerusalem. Dafür aber verzeichnet der Fahrplan nicht weniger als 70 Aulobuslinien. Bei 40 Urnen, ist verzeichnet, daß sie an Samstagen und jüdischen Feiertagen nicht verkehren. Das sind offenbar Linien in jüdischem Besitz, ln Tcl-Aviv haben 22 Linien die Kopfisation, in Haifa 21, in Jerusalem 12, die restlichen Linien verteilen sich auf andere Orte. Man bekommt also eine Ahnung von der Lebhaftigkeit des starken Verlcehrs in Erez Israel. Der Fahrplan, der sehr übersichtlich ist und auch ein Ortsregister enthält, kann. Palästina-Touristen aufs beste empfohlen werden. REUZ-KINO Prolongiert Z I., Wollzeiblf> Tel. R Beginn: 4, 8/»6, ‘/,8. f/410 Uhr leopoWstüfiter 1/olKskino TelenhotJSRr49^-23 Vom 11. bis 14. Dezember PROüüANM Wochentags */,6, V<8, 7.10 Uhr, Sonn- und feiertags ‘A4 Ubr IO., Landstr. Hauptatr. 25/27 Telephon B 53-0-92 Vom 11. bis 14. Dezember Freitag abends Wochenlags: 7,0. 7, 0 Uhr; Sonntags: 7,4, 7,0, 7,8, 0 Uhr VI., MaBahilierslraße 37 Telephon B 20-203 Vom 11. bis 14. Dezember Beginn : %4, 9*6. 9*8, 1 *10 Uhr Miienfelder-Kino VII., SchoUenfeldgasae Nr. 22 Telephon ß 35-6-82 Vom 11. bis 14. Dezember Reginn wochentags: 7,fi, 7 und!). Sonn- und feiertags: 7,4, 4, 7,6, 7:8, 0 Uhr. tX„ Porzellangasse 19 Telephon A 18 0-7G Vom 11. bis 14. Dezember EUES PROGRAMM Wochentag: 5, 7, 9 Uhr, Bonn u. Feiert, ab S Uhr -Kinfl WiihrlngerstraOe 12 . IIE1IU Tolephon A 18-8-96 Prolongiert! Juwelenraub auf der Täglich: 4. %«. '/,8. 9*1(1 Uhr JlUiUpp ll&ztk Samstag, den 15. Dezember 1934, 7 Uhr und 9 Uhr im He me der Zion. Bezirkssekti n Leopo'dstadt, II., PratersDaße 13. Karten dor’selbst, f Dienstag, den 18. Dezember 1934, 8 Uhr abends, Zion. Bezirkssektion Döbling, XIX., Casino Zögernitz, Döbl. Hauptstr. 76. Karten dortselbst