Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 405 (30.11.1934)
- Date
- 1934-11-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DII STIMM! Nr. 405 — 30. November 1934 iVlonumental-Ausgabe in 2 Bänden, mit Illustrationen, Faksimiien, prachtvoll in Leinen gebunden. 1. Band. Reden und Vorträge. 2. „ Leben und Werk. Flerausg. von Prof. Br. M. ROSENFELD Jieses Werk darf in keinem jüdischen Haus fehlen. Preis für beide Bände jetzt nur S 14.80 V e r l a g: JOSEF BELF, Wien, I., Rabensteig 3 diese fiel das Gros der wiirttembergischen Juden mit 7622 Seelen, von denen, wie sieh aus obiirem ergibt, über die Hälfte allein in Stuttgart ansässig wa.r. In Baden lebten nach der Volkszählung vom Jahre 1925 24.061 Juden, das heißt 1-05 Prozent der Gesamtbevölkerung. Im Jahre 1933 war die jüdische Bevölkerung auf 20.617 Seelen oder 0*85 Prozent der gesamten Einwohner Badens zurückgegangen. Die Abnahme betrug 3447 Personen oder 14*3 Prozent. 20-70 Prozent der Gesamtbevölkerung Badens lebten in Gemeinden unter 1000 Einwohnern. Nur 4-51 Prozent der badischen Juden — nämlich 930 Personen — waren in 5S Gemeinden dieser Größenklasse vorhanden. In der folgenden Größenklasse von 1000 bis 10.000 Einwohnern waren 40*40 Prozent der Gesamtbevölkerung ansässig, während nur 4710 badische Juden oder 22*85 Prozent der jüdischen Bevölkerung Badens auf 144 Kommunen dieser Größenklasse kamen: 21*08 Prozent der Gesamtbevölkerung Badens entfielen auf die Gemeindeigrößenklasse 10.000 bis 100.000 Einwohner. Der Anteil der jüdischen Bevölkerung dieser Größenklasse an der jüdischen Gesamtbevölkerung Badens ist nicht wesentlich höher. Er betrug 26*46 Prozent, das heißt in siebzehn Gemeinden zwischen 10.000 und 100.000 Einwohnern lebten 5426 Personen jüdischen Bekenntnisses. Die besonders geartete Verteilung der jüdischen Bevölkerung zeigt sich am eindeutigsten bei den badischen Großstädten. Während nur 17*82 Prozent der Gesamtbevölkerung in den zwei Großstädten des Landes wohnten, lebten 46*18 Prozent — 9521 Juden — in diesen Städten von mehr als 100.000 Einwohnern. Die Übersicht über die Größenklassen der Synagogengemeinde ergibt, daß von 221 Gemeinden mit jüdischer Bevölkerung 167 weniger als 50 jüdische Seelen hatten, nämlich zusammen 2260 Personen. Diese Gemeinden erreichten also wiederum nicht das Maß, das als Minimum für die Arbeitsfähigkeit einer Synagogengemeinde gesetzt werden muß. 31 Gemeinden mit 2094 Personen jüdischen Bekenntnisses zählten zwischen 50 und 100 Juden; hingegen über 100 Juden nur 23 Gemeinden mit zusammen 16.263 jüdischen Seelen. Also nur in diesen 23 Fällen kann von wirklich arbeitsfähigen Synagogengemeinden gesprochen werden. Schließlich ergibt sich, daß in Baden 1306 Gemeinden mit einer Gesamtbevölkerung von 2,392.334 Einwohnern ganz ohne jüdische Bevölkerung waren. In Württemberg waren im Jahre 1933 1711 Gemeinden mit einer Gesamtbevölkerung von 2,686.004 ohne jüdische Einwohner. Laut Statistiken, die das Bayrische Statistische Amt veröffentlichte, haben in den ersten drei Monaten des Hitler-Regimes über 7200 Juden Bayern verlassen. Während die Volkszählung von 1925 eine Zahl von 49.145 Juden in Bayern ergab, gab es laut der Volkszählung vom 16. Juni 1933 nur noch 41.939 Juden in Bayern. Sie bilden jetzt weniger als 0*5 Prozent der Gesamtbevölkerung Bayerns. Neue Wahlordnung in Polen? Warschau, 22. November, (Z. T. A.) Polnische Zeitungen, unter ihnen die aus Regierungskreisen gut informierte „Illustrowani Kurjer G'odzienni“ teilen mit, daß Sejm und Senat noch im Verlauf dieses Winters sich mit einer Regierungsvorlage betreffend Änderung der Konstitution und der Wahlordnung zu »Sejm und Senat befassen werden. Diese Vorlage sieht die Abschaffung des Proportional-Wahl- Systems und dessen Ersetzung durch ein System gewöhnlicher Mehrheit nach englischem Muster yor. LITERATURECKE ■■■■■■■■■■■■■ Geschichte der Juden in Mähren im Mittelalter (Erster Teil bis zum Jahre 1G50 von Professor Dr. Bert hold Bretholz, Verlag Rudolf M. Rohr er, Brünn-Prag-Leipzig.) Profesor Dr. Bretholz, der bekannte Historiker, veröffentlicht mit Unterstützung der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Tschechoslowakischen Republik eine Geschichte der Juden in Mähren im Mittelalter. Der erste bis zum Jahre 1650 reichende Band liegt nun vor. Er bringt eine mit großem Pleiße zusammengestellte Übersicht über die Literatur und beginnt mit einer kritischen Untersuchung der Raffelstetter Urkunde. Bretholz widerlegt die Lehrmeinung, daß aus der Raffelstetter Urkunde vom Jahre 90316 zu netnehmen ist, daß damals die Juden schon in Mähren ansässig waren, Die Geschichte der Juden in Mähren beginnt nach Bretholz nicht im 9. und 10. Jahrhundert, sondern erst viel später. Als erste sichere Quelle nennt er die Responsen des Isaak ben Dorbelo im 12. Jahrhundert. Und nun rollt die Geschichte der Juden in Mähren höchst anschaulich vor uns ab. Bretholz gibt uns ein plastisches Bild der kulturellen, sittlichen und rechtlichen Zustände der Juden unter Zitierungen der rechtlichen Bestimmungen und Wiedergabe interessanter Rechtsfälle. Obwohl das Buch von Bretholz eine streng wissenschaftliche Arbeit ist, liest man es mit Spannung wie einen kulturhistorischen Roman. Gerade in unserer so beziehungsreichen Zeit muß man Bretholz für die Herausgabe des Werkes dankbar sein. Dem zrceiten Band kann man mit Spannung entgegensehen. Eine nationalsozialistische Monats• schrift in London Die „Prager Presse“ meldet: ln London beginnt eine Monatsschrift unter dem Titel „European Af fair s“ zu erscheinen. Sie will angelsächsisch aussßhauen. Beiträge steuerten außer einem „German-American“, Dr. Otto E. Lessing, und einem Walter Hagemann Männer mit englischen Urnamen bei, wie zum Beispiel Captain Fitz Roy Fy er s, M. F. B othamley, G. E, 0. Knight, Douglas Buchanan und andere. Leider sind es bisher unbekannte Pf amen. Mit den Hamen gibt es in diesem Blatte überhaupt verschiedene Schwierigkeiten. So sollen alle Mitteilungen an „The Editor, European Affairs, The Golden Eagle Publishing Go.“ gerichtet werden. Wie aber dieser „Editor“ heißt, bleibt ein Geheimnis. Die Monatsschrift ist eine nationalsozialistische antifranzösische und antijüdische Hetzschrift. Nur eine Probe: Mr. G. E. O. Knight schreibt unter andern: „Deutschland gewährte jahrhundertelang den Juden Gastfreundschaft, die Juden preßten aus dem Lande hundert Millionen Pfund aus. Ihre Dankbarkeit äußert sich in den jüngsten Ereignissen. S i e bemühen sich nun, ihr Ado ptivland zu vernichten, aber ich zweifle, ob es ihnen gelingen wird.“ Zeitschrift „Palästina“, Herausgeber lind Redaktion (i. E.) Adolf Böhtn, Wien. Viehzucht Dr. Priebatsch, über Jewish Agency Spectator. Fast 30 Seiten füllen Nachrichten und Daten und B ii c h e r b e s p r c e h u n g e n. Administration Rudolf Langer, Wien, XVII.. Ppintengasse 15, Jahresbezug Österreich 14 S, Ungarn 14 Pengö, Tschechoslowakei Bl K£, Deutschland 9 RM, Polen 18 Zloty. Die Zeitschrift „Die Zelt". Das neue Heft der „Zeit“ (Blätter für Erkenntnis und Tat, herausgegeben von Dr. Max Ermers), die sich allmählich zu einer umfassenden österreichischen Revue der Politik, wfmuFiifrftt'iffniig Zionistlstische Bezirkssektion Leopold* Stadt, Klub Erez Israel II., Praterstraße 13. Samstag, den 1. Dez. 1931, 8 Uhr abends Große Chanukkah-Feier 1. Festrede: Dr. Abraham Schmerler, 2. Oberkantor Einanuel Kränkt: Lichterzünden und Gesang, am Klavier (sein* Sohn) Erwin. 3. Kamraerchor des Jüd. Gesangsvereines unter Leitung des Chormeisters Israel Brandmann, am Klavier Kapellmeister Rudolf Beck. I. Schwestern Anny und Piroska Goiteln, Violinvorträge. 5. A. DREIDEL. Einakter nach . Scholein Alejchem. Bearbeitet und inszeniert v. J. Herzberg. Aufgeführt von der Theatergruppe des Klubs. Conference: Leo Wieselberg. des Wirtschaftslebens, der Kultur entwickelt hat, liegt mit reichem Inhalte vor. Eine interessante Dos Budapester zionistische Organ „Zsido. Szemle“ bringt in der Nummer vom 23. d. eine Todesanzeige, dio wie folgt lautet: An dieser Stelle wäre eine Todesnachricht. in unserem Blatte erschienen, welche den Verlust eines einst im jüdischen Leben führenden Mannes angezeigt hätte. — Dieser Mann, der einst KuRusvorstelter der Pester Israletlschen Gemeinde, Präsident der ungarischen israelitischen Kulturvereinigung, Rat des Vorstandes des F ranz-Josefs-Rabbinerseminars war. Dieser vornehme Glaubensgenosse hat sich inzwischen taufen lassen und wurde mit dem Ansehen, das er sich als Jude erworben hat, nach röm.-kath. Ritus bestattet. und die Seelenmesse wird in der innerstädtischen Hauptkirche zelebriert. Der Name dieses vornehmen Mannes wird leider nicht, mitgeteilt. H* dH flBWWLIIfffinEWWLgWllM!flr<'8 Die zweite Makkabiah Das Präsidium des Welt-Makkabi in Jerusalem erläßt den folgenden „Aufruf“: „Makkabim! Vom 2. bis 7. April 1935 sollen auf dem Boden Palästinas im Stadion von Tet- Aviv die besten Türmer und Sportler unserer Bewegung um jüdische Meisterehren kämpfen. Man erwartet Höchstleistungen von uns. Die 2. Makkabiah, organisiert unter dem Protektorat unseres Ehrenpräsidenten Lord M e 1 c b e 11, muß das größte Jugendfest des ganzen jüdischen Volkes werden. Es gilt, die VVelt nicht zu enttäuschen. Von jetzt ab müssen alle unsere Gedanken und alle unsere Arbeit eingestellt sein auf das eine Ziel: Makkabiah! Wir hier in Palästina fühlen die ungeheure Verpflichtung, die auf uns liegt. Wir werden mit unerschütterlicher Energie alles vorbereitpn, was in unseren Kräften liegt. Unter unserer Leitung ist mit Zustimmung der Exekutive des Makkabiweltverbandes und des Landeskreises Erez Israels das Unterzeichnete Makkabiahkomitee gebildet worden, das die praktische Arbeit aufgenommen bat. In systematischer Organisationsarbeit soll das denkbar Beste geleistet werden, damit die Sendboten der Galuth, wenn sie nach Erez Israel kommen, den Boden würdig vorbereitet finden. Wir sind überzeugt, daß auch Ihr das Letzte hergebt, um die Makkabiah zu einem glänzenden Erfolg zu machen, und daß Ihr in vollster Harmonie mit uns Zusammenarbeiten werdet. Entzündet überall in den Herzen des jüdischen Volkes das Feuer der Makkabiah. Wenn dann am Eröffnungstag der Makkabiah das Makkabiah-Feuer von Modln, dem historischen Platze der Makkabäerzeit, herangebracht werden wird zu dem Stadion von Tel-Aviv, um während der ganzen Kämpfe unseren Turnern und Sportlern zu leuchten, dann soll eine einzige Flamme um die jüdischen Herzen in der Welt schlagen. Wir werden eingedenk sein der Worte B i a 1 i k s, der die 1. Makkabiah noch miterlebte: ,Makkabi-Söhne, enthüllt das L i c h 11‘ Dr. Hermann Leiewer, Maurice Greiding e r, Oberstleutnant F H. K i s c h.“ Hasmonea-Makkabi—Prater Sp. C. 5:3 (2:1). Aufstellung: Grmber; Hausknecht, Grünbaum; Hekler, Kohn, Mondschein; Sternbach, Schönfchal, Potasch, Rotter, Lau I. Das vom alten internationalen W. A. F.-Spieler Roi ausgezeichnet geleitete Spiel brachte einen glatten Sieg der jüdischen Mannschaft. Die Treffer des jüdischen Vereines erzielten: Potasch, Kahn (2), Rotter und Lau I. Hasmonea-Makkabi veranstaltet jeden Sonntag* ab %21 Uhr in ihrem Klubheim, Cafe Lido, IH., Dampfschiffstraße 20, Tanzabende bei freiem Eintritt. Gäste willkommen. Touristik und Skiklub „Hakoah“ Ausflugsprogramm für Sonntag, den 2. Dezember. Zusammenkunft 9 Uhr, Mauer. Führer: Paul Schwarz. Skikurse: 1. Türnibz. Viertägiger Kurs unter Leitung erstklassiger Lehrer. Preis S 32.80 inklusive Verpflegung, Fahrt, Kursbeit rag. 2. Zehntägiger Kurs in den Radstädter, Tauern. Pr-ei S 48. Preis ohne Verpflegung. Anmeldungen und Auskünfte jeden Dienstag und Freitag im Klubheim, I., Wiesingerstraße 11. Telephon R 25-0-10. Unsere geselligen Abende ^finden jeden Freitag von 20 bis 23 Uhr statt, Gäste herzlich willkommen. Erstklassige Berufsausbildung in Kosmetik, Frisierkunst, Maniküre I. Graben 27/28,2. Stg., b. d. Pestsäule Staatsgültige Zeugnisse. Mäßiges Hon orar Ab Oktober erscheint diese nun im 17. Jahrgang stehende Zeitschrift monatlich und in erweitertem Umfang. Das rasche Wachstum der palästinensisch-jüdischen Siedlung erforderte einen solchen Ausbau. Nr. 10, 56 Seiten stark, ist soeben erschienen. Dr. Ing. A. Werber, Sachverständiger der jugoslawischen Regierung, schreibt über Bewässerung. Dr Werber ist gegen die Mode des Brunnengrabens und tritt für Stauwehren und Nutzung des Oberflächenwassers ein. Dr. Alfred B o n n 6 steuert eine ausführliche Untersuchung über das Wohnungswesen bei. Über dio Landwirtschaft, ihre Probleme und Aussichten schreibt Dr. J. Adle r, über Reisen nach Polen sind modern geworden, »seit es bekannt wurde, daß dieses Land sich in stetiger Entwicklung befindet und alle Anstrengungen macht, sich dem Fremdenverkehr zu erschließen und soinen Besuchern deu Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen. Den größten Anteil an der Erschließung deß hochinteressanten Landes hat zweifellos das gToße amtliche Reise- und Verkehrsuriternehmon „Orbis“ in Warschau, welches seit einem halben Jahre auch in Wien, I., Kärntnorstraße 41 (Tel. R 26-1-43), eine ungemein rührige Zweigniederlassung besitzt, dio durch regelmäßige Gesellsehaftfiroisen von Österreich nach Polen und umgekehrt, den Fremdenverkehr zwischen beiden Ländern zu fördern bestrebt ist. Boim Reisebüro „Orbis“ in Wien erhält man Balm- und Flugkarten zu Originalpreisen nach allen Ländern, ferner Auskünfte, Prospekte und Reiseführer aller Art, kostenlose Ausarbeitung von Reisen, Naohwoisung von Hotels, Paß, Visa usw. Dio nächste Gesellschaftsreise von Wien nach Polen wird während der Weihnachtswochen vom 22. Dozernbor 1934 bis 7. Jänner 1935 unter sollt* günstigen Bedingungen veranstaltot. Kapelle I. Geiger — Dezember ini Caf<5 Splendide. Herr Karl Stiebor, der allseits beilebto Inhaber des Cato »Splendide, hat den von seiner erfolgreichen Amerika-Tournee zurückgekehrton belichten Kapellmeister I. Geiger für den Monat Dezember engagiert. Das in allen Kreisen beliebte Familioncalo Splendide hat, trotz dieser Attraktion dio Preise den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen angepaßt belassen. Auch Sonntag nachmittags Jausenkonzert bei normalen Kaffoohaiispreisaii. Zionistische Bezirkssektion Hietzing und Wizo Donnerstag, den 6. Dez. 1934, halb 9 Uhr abends Cafe Hietzlngerhof, XIII., Hietzinger Hauptstraße 22 Große Makkabäer-Feier Festrede: Dr. Oskar GrUnbaum, Präs, des Zion. Landesverb, für Österreich. Wichtig für Polenreisende. Zu Weihnachten findet am 20. und 23. Dezomber bi« 6. .Jänner eine besonders billige Fahrt nach Polen Blatt. Der Tradition gemäß angenehme Fahrt unter bewährter Führung gewährleistet. Wogen großen Zuspruches ist es ratsam, wich schon jetzt Plätze reservieren zu lassen. Anmeldungen und Auskünfte: Polnisches Verkeil! >bliro „Francopol“, Wien, IH., Kenn wog I (Gol.fl'im* des Polnischen Konsulats), Telephon U 16 1 90).