Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 404 (27.11.1934)
- Date
- 1934-11-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Satte Z Dil tTIMMf Nr. 404 — 27. November 1984 Verwirrungsversucke vertuschen wollen. Ganz anders bei den Juden: sie fühlen das g c s a m f c J u d c n t u m g e i r o f - f6n, wenn ein jüdischer Ritualm örd erwiesen w ü r >1 r. Nur daraus erklärt sich ihr stets ff/p>sch-gleiches Verhalten solchen Fällen gegenüber. Damit beweisen sic aber einen ff c s c n s z u s a tarne n ha n g des J udal s m u s mit de n R i t u a l m o r d e n, obwohl doch selbstrerständlich nicht d! e Juden, nicht alle Juden als Juden auch schon Ritualmürder sind oder solche Morde auch nur billigen.“ breltung der Ritualmordlüge und da* gegen, daß dieses Buch vertrieben w e r de n kann. Die Versammlung fordert, gierung dieses s c h I a gn a h m t. daß Buch die s o fo r t R e* b e- Jüdischer Palästina-Aufbau in Kooperation mit England ,,-So wollten denn die Judaisten ihrem Gott, den sie für Jahwe hielten, der aber doch der Teufel war, ein wohlgefälliges Opfer des Hasses und der Rache darbringen, indem sie Christus der Kreuzigung überlieferten, den vermeintlichen Frevler am Bund mit Gott und an dessen auserwähltem Volk. Von dieser Erkenntnis aus ist es nun aber nicht mehr schwer, in weiterem Schluß zu verstehen, wieso fanatische Judaisten dazu kommen konnten, nach Erneuerung und Fortsetzung dieses nach ihrer Auffassung gottesdienstlichen Haß- und Racheopfers zu streben. Daher Hostien sch ä ndung e n, Durchbohrung, Zerschneidung, Annagelung des konsekrierten Opferbrotes, in dem, wie die Juden wußten, die Christen den darin verborgen gegenwärtigen Erlöser verehrten. Daher Kreuzigungen und sonstige b l utig e Opferungen von in Christi Namen (Wesen) getauften, dadurch zu Gliedern seines mystischen Leibes gewordenen Christen.“ „-Insbesondere der abergläubischzauberische Gebrauch von Christenblut ist, wie schon erwähnt, eine judaistisch-dämonische Verzerrung des von Christus gebotenen Genusses des Fleisches und des Blutes des Erlösers in der christlichen Kommunion. Der jüdiche Blutaberglaube, so groß auch die Rolle sein mag, die er im einzelnen Falle bei denjenigen spielen mag die sich mit der Christenschlachtung beschäftigen, ist doch nur u nie es ent liches Rank w er k, das um das We sen der Sache gewachsen ist: um die Opfer Schlachtung. Diese ist der Kern der Sache: eine gottesdienstliche, also rituelle Handlung.' „— — Indem die gesamte Juden Schaft (mit verschwindenden, die Regel nur bestätigenden Ausnahmen) die unleugbare Tatsache des Ritualmordes bei einer Sekte jüdischer Eingeweihter mit typisch-ein mutigem Fanatisums auch gegen die unwiderleglichsten Beweise ableugnet, wie die überwiesenen Mörder von Tisza-Eszlar und Polna leugneten, und indem die gesamte 'Judenschaft die Ritualmörder in jedem Fall typisch-einmütig deckt, verrät sie den Zusammenhang des Ritualmordes mit dem judaistisc hen Rasseninstinkt. Die gesamte Judenschaft fühlt instinktiv, daß hier der innerste Kern des Judaismus in einer Weise berührt 'ist, die für sie selbst höchst gefährlich ist Und darum schreit sie einmütig auf und wendet einmütig die alten Verheimlichungsmittel an, so oft irgendwo ein Ritualmord entdeckt wird.“ Jüdische Protestkundgebung gegen die Rltualmord-Literatur Bei einer am 24. November im Restaurant „Zum Radfahrer“ stattgefundenen zionistischen Massenversammlung, bei der der Präsident des Zionistischen Landesverbandes für Österreich, Dr. Oskar Grünbaum, und der Vizepräsident der Wiener Kultusgemeinde, Dr. Josef Löwenherz, sprachen, referierte Dr. Grünbaum über das in jüngster Zeit im Styria-Verlag, Graz, erschienene Buch von Christian Loge: „Gibt es jüdische Ritualmorde ’?“, das an die Wahrheit der Ritualmordlegende glaubt. Der Redner brachte Zitate aus diesem Buch zur Verlesung. Die Versammelten protestierten stürmisch gegen die durch dieses Buch den Juden zugefügten Beleidigungen und beschlossen einstimmig folgende Resolution: Die am 24. November im Restaurant „Zum Radfahrer“ stattgefundene zionistische Massenversammlung protestiert auf das entschiedenste gegen die durch das Buch von Christian Loge: „Gibt es jüdische Ritualmorde?“ betriebene Ver-j London, 23. November. (2. T. A.) In einer unter dem Vorsitz des Unterhaus mitgliedes II. B. Tat c in London abgehal tenen zionistischen Versammlung hielt der politische Referent der Weltexekutive der Jewish Agency, Prof. Selig Brodetsky eine Ansprache, in der er im Zusammenbau mit der Bekanntgabe der neuen Arbeiterein ■wanderungs-Schedule für Palästina die Be cleutung der jüdischen Einwanderung nach Palästina für die Juden und für das Land selbst auseinandersetzte und die Zusammen arbeit der Juden mit England beim Palästina-Aufbau als eine der wesentlichsten Grundlagen dieses Werkes bezeichnete. „Wenn der High Commissioner für Palästina“, erklärte Prof. Brodetsky, „es in deti letzten Tagen für richtig befunden hat, den Juden eine Erhöhung der Zahl der Einwanderungszertifikate um etwa 40% zuzugestehen, so kann dies nicht nur der hervorragenden diplomatischen Arbeit des politischen Departements der Jewish Agency zugeschrieben werden, sondern ist in weit höherem Maße auf die Tatsache zurückzuführen, daß Palästina diese Menschen braucht, sie, sobald sie nur kommen, absorbiert und dauernd nach neuen Menschen verlangt. In den letzten Wochen hat die Einwanderung eine Stärke von durchschnittlich 200 Menschen täglich erreicht. Das heißt nicht, daß sich nach Palästina eine Flut unverantwortlicher Elemente ergießt, 'die aus ihren bisherigen Wohnländern zu entkommen suchen, sondern das bedeutet, daß die Regierung diesen Menschen die Einwanderung in der Überzeugung gestattet, daß sie von der Wirtschaft absorbiertwerden. Ein Land, das vor 15 Jahren noch eine Einöde war, ist zu einem der glücklichsten Gebiete in der Welt geworden. In diesem Lande, in dem der Verwaltungsüberschuß der Regierung die Höhe der Gesamteinkünfte von fünf Vierteljahren erreicht hat, gibt es nicht nur keine Arbeitslosigkeit, sondern einen dringenden Mangel an Arbeitskräften. Der Grund hiefür liegt auf der Hand. Wir Juden sind genötigt, eine Reihe von Ländern zu verlassen. So übertragen wir unseren Besitz, unsere Tatkraft und unseren Enthusiasmus nach Palästina. Wir sind stolz auf das, was wir dort geleistet, haben. Diejenigen, die sich mit der Palästina-Frage befaßt haben, wissen, daß hinter dem englischen Interesse an Palästina das im englischen Volk lebendige Gefühl steht, daß hier einer großen Not abgeholfen, eines der schwersten Unrechte der Geschichte wieder gutgemacht werden soll. Dies Gefühl wurde gestärkt durch die große Welle der Empörung, die im April 1983 durch England ging, als der Hitlerismus über Deutschland und die deutschen Juden hereinbrach. Es nährt sich auch von der starken Welle der Sympathie, die über England anläßlich der Verkündung der Balfour-Deklaration ging. Ich habe den Glauben, daß die Nationen sich manchmal über das bloße Eigeninteres.se hinaus erhoben, und ich glaube, daß dies bei England in der Frage Palästinas der Fall war. Es mag Leute geben, die sagen, daß die Juden dauernd mit der englischen Regierung in Streit liegen und unzufrieden .sind. Das ißt richtig, aber es ist gleichzeitig ein Beweis unserer Partnerschaft mit England. Wir stellen unsere Forderungen an England, weil wir an ein anderes Land keine Ansprüche zu richten haben. In manchen Ländern sind wir schon glücklich, bloß die Gewährung der gewöhnlichen Bürgerrechte zu erlangen. England gegenüber aber haben wir höhere Ansprüche. Wenn wir mit ihm streiten, dann ist es ein Streit unter Freunden. Die Politik der Jewish Agency ist aulgebaut auf vollständiger Kooperation mit der Regierung Großbritanniens. Eine andere Politik ist nicht möglich.“ Der Vorsitzende Abg. H. B. Tato erklärte, England habe in Palästina eine bestimmte Verpflichtung übernommen, und man rnüsso vom englischen Bürger verlangen, daß er verstehe und wisse, worin diese Verpflichtung besteht. Die ganze Frage müsse vom Standpunkt der Erwägung studiert werden, was gerecht sei und wie die Engländer ihre Verpflichtungen erfüllen. Zionistische Bezirks-Sektion Leopoldstadt Wien, II. Pra'p.r^IrnUp!.'! (I.loyrlhnf) Donnerstag, den 29. November 1934, %9 Uhr abends, findet im Chajes-Saal der Sektion eine Oberrabbiner Dr.-Chajes-Gedenkfeier Statt. Gedenkrede: Dozent Dr. H. I. 2imme|s Kantorale Funktion: Oberkantor O. Margolles ihre Tätigkeit ln Palästina zu erweitern und dort eiben der Londoner Leitung direkt unterstehenden Direktorenrat zur Führung der Geschäfte einzusetzen. Generalkonsul Jorda in Syrien Die „Politische Korrespondenz“ meldeti Der österreichische Generalkonsul in Jerusalem, Dr. J o r d a, hat dieser Tage die österreichischen Konsulate von Damaskus, Tripolis und Beyruth bereist und dort auch mit den französischen und lokalen Behörden sowie mit den Ilandelsintercssenten neuerlich Fühlung genommen. Hiebei wurde auch dio Frage der geheimen Einwanderung; nach Palästina erörtert, soweit eine Schädigung österreichischer, Staatsbürger dadurch erfolgt ist. Der, französische Hochkommissär Graf de M a r« t e 1 hatte den österreichischen General« konsul empfangen und in seine Residenz ein-t geladen. Es hat also in Damaskus eine Konferenz! über die illegale Einwanderung stattgefunden. Hält man hiezu die gleichartige Mel« düng aus Griechenland, so muß man zu dem Schlüsse kommen, daß von der Jerusalemer Regierung eine intern nationale Aktion gegen die „iHegale“ Einwanderung e i n g e« leitetwordenist; der jüdischen natÜM lieh. Die arabische bleibt das Schoßkind des Hochkommissärs. illegale Einwanderung m Prag, 22. November. (2. T. A.) die Jüdische Telegraphen-Agentur hat die griechische Regierung nach’ 6138 Jüdische Palästina* Einwanderer Im Oktober Heute wird offiziell mitgeteilt, daß ira Oktober 1934 6138 Juden, von welchen 954 der sogenannten Kapitalistenklasse mit einem Mindestbesitz von je 1000 Pfund angehören, nach Palästina gekommen sind. In der offiziellen Mitteilung wird hervorgehoben, daß diese Einwandererziffer einen Rekord in der jüdischen Einwanderung darstellt. Ben Gurion wieder in Palästina Jerusalem, 22. November. (Z. T. A.) Der Leiter des politischen Departements der Jewish Agency, David Ben G u r i o n, ist nach Jerusalem zurückgekehrt. Sofort nach seinem Eintreffen trat die Exekutive der Jewish Agency zur Erörterung dringender politischer Fragen zusammen. Ansteigen des Palästina-Imports aus Deutschland Jerusalem, 22. November. (2. T. A.) Der deutsche Anteil an der Mai-Einfuhr betrug 188.930 Pfund (im Vormonat 143.557 Pfund), was ein starkes Ansteigen der deutschen Einfuhr bedeutet. Deutschland führte in den ersten fünf Monaten des Jahres 1934 für rund 736.000 Pfund Waren nach Palästina ein und hat somit in dieser Zeit fast den Gesamtausfuhrumsatz des Jahres 1932 nach Palästina (775.000 Pfund) und über 60% seiner Gesamtjahresausfuhr 1938 dorthin (1.2 Millionen Pfund) erreicht. Die gesteigerte Einfuhr aus Deutschland ist bedingt durch das Transfer - Abkommen Deutschland-Palästina, welche« nach Palästina aüswandernden deutschen Juden ermöglicht, einen Teil ihres Vormögons in Form von Ausfuhrwaren nach Palästina zu bringen. Die hohe Einfuhrziffer aus Deutschland im Mai hängt außerdem noch mit dem hohen allgemeinen Import im Mai, dor die bisher unerreichte Summe von 1,359.938 Pfund erzielt hat gegenüber einem Import von 923.815 Pfund im Mai 1933, zusammen. Neue Siedlung deutscher Juden in Palästina Jerusalem, 23. November. (2. T. A.) Im Samaria-Distrikt bei Kerkur wurde der Grundstein zu einer Landkolonie deutscher Juden „Gan-Schomron“ gelegt, die als ge mischtwirtschaftlicho Kooperation mit vorläufig 25 Familien eingetragen ist. Dr. Werner Senator sprach im Namen der Agency. Rekord-Einnahme des Keren Kaje• meth im Jahre 5694 Jerusalem, 22. Novembor. (2. T. A.) Beim Hauptbüro deB Keren Kajomoth Leji3raei (Jüdischer Nationalfonds) sind im Verlauf des jüdischen Jahres 5694 an Spenden 283.429 Pfund elngcgangien; es ißt dies dio höchste Summo, die bisher in einem Jahre für Auslösung jüdischen Bodens in Palästina oingeflossen ist. Zu der Summo haben beigotragen: England: 43.823 Pfund; Polen: 84.762 Pfund; Amerika: 34.152 Pfund; Palästina: 80.701 Pfund; Südafrika: 18.211 Pfund. Dor Rest setzt sich aus Beiträgen anderer Länder zusammen. Barciays Bank erweitert ihre Tätigkeit in Palästina Jerusalem, 28. November. (2. T. A.) Im Hinblick auf die steigende Wirtschaft liehe Bedeutung Palästinas entschloß sich Barciays B a n k? die englische Weltbank, Die Wie meldet, dem Eintreffen einer Kommission de* Palästina-Regierung in Athen und Saloniki zur Untersuchung und Verhinderung der illegalen Einwanderung von Juden aus Griechenland nach Palästina auch ihrerseits Maßnahmen zur streu« geren Überwachung der Einreise von Judeü in, beziehungsweise ihrer Durohreiße durOb Griechenland getroffen. Ernste Juden in Lage der Persien Jerusalem, 22. November. (2. T. A.) Das Büro der Jewish Agency in Jerusalem erhielt erschütternde Berichte über die Lage der Juden in Persien, die sich in neuerer Zeit wiederum infolge des feindlichen Verhaltens der Behörden und der Bevölkerung gegen sie sehr verschlechtert hat. Iti einer besonders katastrophalen Lage befinden sich über 200 jüdische Familien, die vor den Judenverfolgungen in’ nach Persien geflltch« Das Einwanderungsdepartemettt Agency, das vor einiger Zeit 100 Zertifikate für dio Buchara-Flüchtlinge nach Teheran gesandt hat, hat nun weitere 25 Zertifikate den Buchara-Juden zur Verfügung gestellt. Buchara t e t waren, der Jewish Oberrabbiner des Yemen gestorben Aus S a n a a wird gemeldet, daß der Oberrabbinor des Yemen, Rabbi Jßchia A v i a d, gestorben ist. Er erreichte ein Alter von 65 Jahren. Die zionistische Bezirkssektion I gestattet sich, Herrn Oswald Reicher ihr herzlichstes Beileid anläßlich des Ablebens seines Herrn Vaters auszu* sprechen.