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Die Stimme · 1934-11-23 · Heft 403 (23.11.1934) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 403 (23.11.1934)
Date
1934-11-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Dil STIMM! Nr. 403 — 23. November 1934 Die Palästina-Petitionen vor der Mandatskommission Genf, 20. November. (2. T. A.) Die Mandatskommission hat ihre Herbsttagung beendet. Die vorgelegenen Palästina-Petitionen haben kein-e erwähnenswerte Debatte hervorgerufen und sind auch nicht Gegenstand besonderer Empfehlungen an den Rat des Völkerbünde« geworden. Ober die der Kommission vorliegende z i o n i s t i s c h-r evisionistisehe Petition erstattete der Belgier Orts einen Bericht, der nach kurzem Meinungsaustausch angenommen wurde. Die Petition des „Brith Kibbuz Galuiot“ berührte die Frage der freien Einwanderung der Transjordanier nach Palästina im Gegensatz zu den den jüdischen Emigranten a.uferlegten Beschränkungen. Wir glauben zu wissen, daß die Kommission die endgültige Erledigung dieser Petition bis zu ihrer nächsten Tagung aufge sc hoben hat, da sie vom Vertreter der Mandatarmacht einige weitere Aufklärungen in dieser Frage erbitten möchte. Die Petition des „General Council of Women Workers in Palestine“ — eine Organisation jüdischer (nicht arabischer) Frauen — verlangte, daß das Wahlrecht den jüdischen Frauen nicht nur in Tel-Aviv, sondern in ganz Palästina zugestanden werde. Die Berichte der Kommission an den Völkerbund werden wahrscheinlich erst Anfang Jänner veröffentlicht werden. österreichisches Konsulat in Jerusalem zum Generalkonsulat erhoben Wie offiziell mitgeteilt wird, wurde das österreichische Konsulat in Jerusalem zum Generalkonsulat erhoben. Wer bezahlt die Haifa* Bagdad-Bahn? Tel-Aviv (ralnews). Nachdem der Stellvertreter des High Comnaissioner, Mr. Hall, Ende September bei einem Empfang der Haifaer Stadtverwaltung den Bau der Haifa-Bagdad-Bahn innerhalb der nächsten fünf Jahre ankündigte, wurde die Frage aufgeworfen, wer eigentlich die Kosten dieses Bahnbaues trägt. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Irak- Regierung, auf deren Gebiet ungefähr 60 Prozent der Bahnstrecke entfällt, eine finanzielle Beteiligung ablehnt, daß Transjordanien zu einer finanziellen Beteiligung nicht in der Lage sein dürfte und daß Palästina am Babnbau überhaupt fast völlig unbeteiligt ist, da nur etwa 5 Prozent der Streckenlänge im palästinensischen Gebiet liegt und der palästinensische Teil der Strecke (Haifa—Samakb) bereit« existiert und nur auf Vollspurbreite ausgebaut werden müßte. Es wurde weiter auf die anerkannte Unrentabilität der Bahn hingewiesen, die eine Beteiligung von Privatkapital ausschließen dürfte. Nunmehr kommt aus London die Meldung, daß die englische Regierung nicht daran denke, die Kosten zu übernehmen und man hoffe, daß die Zionisten zu bewegen sind, sich an der Kapitalaufbringung zu beteiligen. Zioois tisch enseits besteht jedoch nicht das mindeste Interesse am Bau einer Bahn in Transjordanaen und im Irak. Auch die Mittel dafür sind in keiner Weise vorhanden. Bei dieser Gelegenheit muß aber darauf hingewiesen werden, daß in Palästina dringendere Verkehrsprobleme auf Lösung warten mSCHEItUNGL 1.1 Mini«rd«Ji BESTAND. . . . GARANTIEMJTTEl . 680 MIIIImim VERSICHERTE . . . 877.309 VERSICHERUNG*. 78 Milli«»«a ZAHLUNGEN IUI PHONIX LKRIHSVKRSICHBR1INGS*GI* — nämlich: der Bau des Jaffaer Hafens und die Straße Jaffa — Tol- A v i v — Haifa. Die Hoffnung, daß die Bahn indirekt wichtige Zubringerddenste für den Haifaer Hafen leisten wird, erscheint angesichts des mikroskopisch geringfügigen Transitverkehrs nach dem Irak und dor Konkurrenzunfähigkeit der Bahn mit dem Seeweg über Basrak äußerst fragwürdig. Eine strategische Bedeutung ist ihr aber nicht a.bzusprechen. Aus der jüdischen Presse Die jüdische Sphinx. „The Jewish Chronicle“ nennt in einem Leitartikel die von Baron Hirsch gegründete lea die jüdische Sphinx, da die Verwaltung der von Baron Hirsch für Kolonisations- Zwecke IUnterlassenen Millionen wenig durchsichtig sei. Die Zeitung wundert sich, 'warum die jüdischen Gemeinden, welche Aktien der lea geerbt haben, sich nicht rühren, und führt aus: „Die lea ist die exklusivste Korporation in der ganzen Welt. Sie handelt nach ihrem eigenen unkontrollierten Willen. Sie ist unberührt von jeder Kritik, der andere jüdische Organisationen unterworfen sind. Aber diese noli me tangere-llaltung ist nicht mehr angängig. Die lea kann sich unmöglich in ihrer .splendid Isolation* dem Zuge der Zeit und den Ansichten der jüdischen Öffentlichkeit entziehen. An dem neuen Präsidenten der lea (Sir Osmond d’Avigdor Goldsmith) wird es liegen, die Methoden der lea so zu ändern, wie es für eine große Organisation ln unserer modernen Zeit am Platze ist.“ Der Wille zum Sieg. In der „Chwila“ schreibt Dr. Schwarzbart: „Der Prozeß der Konsolidierung des Allgemeinen Zionismus wird zur fundamentalen Frage der Gesundung der gesamten zionistischen Bewegung. Die Einheit der zionistischen Organisation, jahrelang vom Parteiunicesen durchwühlt, ist mehr denn je davon abhängig, ob der Allgemeine Zionismus auf dem 19. Kongreß als eine entscheidende Kraft erscheinen wird, die bereit ist, einen Anteil an der Regierung, oder, falls nötig, die ganze Regierung zu übernehmen, oder ob es den Faktoren, die durch unterirdische Wühlarbeit den Bau des Allgemeinen Zionismus untergraben, mit ihrer schlauen, aber schlecht verhüllten Politik, ,divide et imperaf, gelingen wird, den Allgemeinen Zionismus zu besiegen... Die Schwierigkeiten sind groß, aber sie müssen noch vor dem 19. Kongreß bewältigt werden. Vor allem herrscht noch Zerrissenheit in dem allgemeinen zionistischen Lager in P alästina. Es muß versucht werden, die Gruppe ,Kidmahe von der Schädlichkeit aller Sonder Organisationen zu überzeugen... Unsere zweite Aufgabe betrifft den Eintritt der englischen Föderation in den Weltverband. Das größte Hindernis bildet die spezifische Mentalität des Allgemeinen Zionismus in England, der unter dem Einfluß der uns unverständlichen polnischen Verhältnisse Englands steht. Auch muß hervor gehoben werden, daß ein großer Teil der Allgemeinen Zionisten in England der dortigen Labour Party angehört. Hätten wir den Kontakt zwischen den verschiedenen allgemeinzionistischen Gruppen besser gepflegt, wäre die Differenz in der Mentalität heute nicht so groß... Persönlich bin ich überzeugt, daß unsere englischen Gesinnungsgenossen die Richtigkeit unserer Stellung einsehen und dem Weltverband beitreten werden . , . Unsere dritte Aufgabe liegt in der Gewinnung der zionistischen Organisation A m erikas. Diese Frage steht in einem gewissen Zusammenhang mit dem Beitritte der englischen Föderation . . . Was Kongreßpolen anbelangt, so werden demnächst Verhandlungen mit der dortigen Gruppe der Allgemeinen Zionisten beginnen. Die Leitung des Verbandes widmet diesen vier Aufgaben ihre dauernde Aufmerksamkeit und ist sich ihrer Verantwortung bewußt. Die konstruktive Arbeit jedoch wird erst voll aufgenommen werden können, wenn der Aufbau des Verbandes selbst beendigt werden wird, und zwar so, daß niemand einen Teil des Allgemeinen Zionismus gegen einen anderen wird ausspielen können.1* Wird die Prosperität in Palästina dauern? In der jüdischen Rundschau“ untersucht Julius Berger die Gründe des jetzigen wirtschaftlichen Aufschwunges Palästinas und behandelt ausführlich die Frage, ob und wie lange die Prosperität andauern kann. Dabei kommt er zu folgenden Konklusionen: „Die Entfaltung der Wirtschaf tsmöglichkeiten Palästinas hängt in erster Linie von der Dauer der jüdischen Einwanderung ab und wird in vieler Hinsicht um so aussichtsreicher, je stärker diese Einwanderung ist und je länger sie währt. Diese Möglichkeiten bieten einer jüdischen Einwanderung noch auf lange Zeit gute Aussicht. Sie bestehen sowohl in der Landwirtschaft wie in ständigen Berufen und mit Einschränkungen auch in der Industrie. Die einwandernde jüdische Masse in ihrer starken Verschiedenheit nach kulturellen Gewohnheiten, beruflicher Einstellung und wirtschaftlicher Bildung ist im besonderen Maße geeignet, die mannigfachen Chancen, die in der Entwicklung Palästinas zu einem dicht bevölkerten, ökonomisch hochstehenden Wirtschaftszentrum für die vor der Auf Schließung stehenden Länder des mittleren Orients bestehen, zu realisieren. Solange nicht mindestens gleichwertige Einwanderungsmöglichkeiten in anderen Lö,ndern eröffnet werden, wird daher die jüdische Auswanderung sich vor allen Dingen nach Palästina wenden. Und da die Abschließungstendenz der anderen Länder gegenüber Masseneinwanderung im allgemeinen und einer jüdischen im besonderen sich in absehbarer Zeit kaum ändern dürfte, ist mit einer dauernden jüdischen Massenelmcandcrung in Palästina zu rechnen, zumindest so lange, als die Gründe zur Auswanderung aus den Ländern des Galuth fortbestehen. Die Tendenz zur Ausschaltung der Juden aus der Wirtschaft ihrer Gastländer wächst und scheint eher noch intensivere Formen annehmen zu wollen. Die Auswanderung der Juden aus den Galuthländern wird daher für absehbare Zeit zu einer Dauererscheinung. Mit der vorläufig als dauernd anzusehenden jüdischen Wanderbewegung und der Konzentrierung dieser Auswanderung auf Palästina erscheint die Dauer der guten Wirtschaftslage, die Prosperität Palästinas, für vorläufig nicht absehbare Zeit gesichert £«sdercuraj^cßenftjesse ar al al S hark“ schreibt: Wenn die Regierung den Gesetzgebenden Rat trotz der Opposition der Zionisten einführen sollte, dann würden die Araber an die Freundschaft Englands und daran glauben, daß sich die Engländer von dem in Palästina, London und anderen Ländern wirkenden zionistischen Einflüssen befreit haben. „Al D af a“ schreibt: ln Palästina leben schon 400.000 Juden. Was können da die Araber tun? An wen sollen sie appellieren? An ihre eigenen nationalen Körperschaften die schlafen oder in Parteikämpfe verstrickt sind, oder an die Mandatarmacht, die ihre Beschwerden unbeachtet läßt? „Al J am a al Arabia“ schreibt: Das Anwachsen der jüdischen Einwanderung bestimmte Dr. Welzmann, der Einführung des Gesetzgebenden Rates zu opponieren. Er erachtet es für unangebracht zuzustimmen, da jährlich 50.000 Juden ins Land kommen. Warum sollten also die Juden der Einführung des Gesetzgebenden Rates zustimmen, solange sie noch eine Minorität im Lqnde sind? Dr. Welzmann propagiere auch die jüdische Einwanderung nach Transjordanien und glaube diese ohne Änderung des derzeitigen Status des Landes ermöglichen zu können. Sei es da nicht die Pflicht der arabischen Körperschaften, den Zionisten den Krieg zu erklären, da dadurch die Existenz des arabischen Volkes gefährdet sei? „Al D af af* berichtet über ein Meeting von arabischen Notabein Im Hause des Bürg rmeisters von Jaffa. Es wurde be¬ Blau-Weil» Palästinafahrten auf dem Landweg Billig« Sonderfahr an. Reisedauer Wien—Haifa nicht ganz 4 Tage! Abfahrt: Sonntag, den 6. Jänner 19S5 von Wien-Ostbahnhof Ankunft Donnerstag. ROck'ahrt am 26. Jänner von Haifa Bequem« Fahrt. Schlafn. Speisewagen. Rituelle Küche. Es werden Platzharten «usgegeben. Anmeldungen für Purim-« Parach- und Makablada- Fahrten wcrdoti bereits entge engenoininen. An.-kllntte, Kartouvi-rkmif: ÖSTERREICHISCHES VERKEHRS BUREAU Wien,Friedrkhstraße, 7 Telephon B 27-500 lut'u luat.-mcn PALÄSTINAFAHRTEN Wien, I.« Franz-Jose/s-Kal 7-9. Telephon R 28-0-65 OSTERR. PALÄSTINA AMT Wien, I.« Klrntnerstraße 28. Telephon R 27-4-C6 schlossen, den in Jerusalem gewählten Dr. Khalidi aus der Oppositionspartei auszuschließen, diese Partei zu reorganisieren. Der bei den Wahlen unterlegene Dr. Nashasibi wurde zum Vorsitzenden gewühlt. Restaurant Rillet Bestrenommterte Küche ''l£3 Reichhaltige Menüs £S 1*90 o. 2*60 Schwechater Brio 11., Hamraerpurgstallgasse 3 (nächst Salztorbrück« Telephon A 41-0-25 ■■■■EHBmMRMraai Spanische Orangenmarmelade ln Palästina. Zu der Frage des Marmeladenimports wird uns aus Kreisen der Marraeladenindustrie mitgeteilt: Es klingt kaum glaublich, beruht aber dennoch auf Wahrheit, daß jährlich für viele Tausende von Pfunden ausländische Marmeladen in Palästina eingeführt werden, die aus spanischen Orangen hergestellt sind. Obwohl es in Palästina vier Marmeladenfabriken gibt, haben Marmeladen in Palästina so gut wie keinen Schutzzoll. Trotz der größten Bemühungen der interessierten Kreise konnte bis jetzt nicht erreicht werden, daß die . Regierung einen ... höheren Schutzzoll bewilligt. Facharbeiter für Palästina Auto-Farbeu-Strichätzer sowie Reproduk* tionspbotograpben für eine Klischeeanstalt (Zinkographie), (nicht allgemeine Photographen), die ln diesem Spezialfach über längere Praxis verfügen, melden sieb bei der Wirtschafts-Stelle des Palästina-Amtes, Wien, 1., Kärntnerst-raße 28, Dienstag und Donnerstag, 7 bis 8 Uhr abends. Kinoprogramme der Woche KREUZ-KINO tfÄS Uraufführung! Die Jagd nach dem Piratenschatz mit Richard Talmadc« Beginn: 4, °/A */fi. ‘/»IO Uhr leopoHtstfldter Volkskino Tftlephon R 4Ü-0-Z8 * Prolongiert s MASKERADE mit PAULA WESSELY, ADOLF WOHLBRÜCK, HANS MOSER Wochentags ‘Ml. ‘/,8, '/»lllllhi, Sonn und teiertucb *'.-1 Uhr frHÜFFßD.IflNfl VI-, Mar'ahilferslraPe 37 UnUrrCK-IUnU Telephon 13 20-203 Vom 28. hie 20. November» Freitag abends um 8 mit Jean Har ow, Wallace Baery Beginn : %4, '/«fl. V, MO Uhr Heimat-Kino X?elephon!u8 0-76*9 Uraufführung! Rogy Bargeny, Fritz Schu z, Fel x Broasarl in: Salto in die Seligkeit Wochentag: ß. 7. 0 Uhr, Sonn u. Fe ert. ab 3 Uhr Uotluporh-Kino Vom 28. bis 20 Novembers Freitag abends um 8 mit Jean Hatlow, W«l)«ce Beary Täglich: 4, ö/»6, 7,8, V*10 Uhr

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