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Die Stimme · 1934-11-16 · Heft 401 (16.11.1934) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 401 (16.11.1934)
Date
1934-11-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seil© ö Ml STIMM! Nr. 401 16. November 1934 Palästina meldet: 6000 jüdische Einwanderer im Monate Oktober Jerusalem (Palcor). Nach provisorischen Berechnungen hat die jüdische Einwanderung nach Palästina im Laufe des Monats Oktober annähernd 6000 Personen betragen. Mit dieser Ziffer von 6000 Einwanderern ist der Monat Oktober der Monat der bisher größten jüdischen Einwanderung nach Palästina. Einigungsverhandlungen zwischen Exekutive, Misrachi und Juden• Staatspartei Jerusalem, 12. November. Wie von maßgebender Seite mitgeteilt wird, werden die Einigungsverhandlungen zwischen Zionistischer Exekutive einerseits und Misrachi und Judenstaatspartei anderseits, durch die die innerzionistische Befriedung herbeigeführt werden soll, in Jerusalem im Monat November aufgenommen werden. Kein Jude geht in den Legis• Iative Council Nunmehr wird der genaue Text der Frage Colonel Wedgwoods und der Antwort des Kolonienministers Sir Pjilip Cunliffe- L i s t e r über die Frage der Teilnahme von Juden am Legislative Council bekanntgegeben. Nachdem der Kolonienminister auf die Frage Wedgwoods, ob die Mitglieder des geplanten Legislative Council Gehälter oder Diäten beziehen werden, erwidert hatte, er könne zur Zeit eine Erklärung hierüber nicht abgeben, replizierte Wedgwood: Bedeutet dies, daß über die Frage noch keine Erwägung angestellt wurde, oder daß man bis jetzt keinen Juden finden konnte, der bereit wäre, um der dreißig Silberlinge willen an den Council einzutreten? der Kolonienminister: Genau es ge sagt is t, ist es zu verneue, auf Nationalfondsboden errichtete Je-meinten-Kolonie, die den Namen „E 1 ischti w“ trägt, in Anwesenheit einer Reihe jemenitischer Führer statt. Gleichzeitig wurde der Grundstein zu einer Synagoge und TaJmud-Thora-Schule, dem ersten festen Gebäude der Kolonie, gelegt. Die Siedler sind erfahrene Landarbeiter, die Arbeiten im Rahmen des Kolonisation^ plane des Keren Hajeßsod ausführen sollen. Industrielles aus Palästina Darauf so, wie stehen. £2fte Jemenit en-Kolonie in Wadi Bawarith Jerusalem, 12. November. (Z.T.A.) Im Gebiet von Wadi Hawaii bh (Emek Chepher) fand die Gründungsfeier für eine Baifa, Zentrum der Schwer• Industrie Haifa entwickelt sich immer mehr uud mehr zum Zentrum der palästinensischen Schwerindustrie. Das nächste große Industrieunternehmen, das dort eröffnet wird, ist das der Palästinensischen Hütten- und Metallwerke (Palestine Foundries and Metal Works Ltd.), die unter der Leitung eines aus Deutschland stammenden Fachmannes, A. K r e m e n e r, stehen. Die Anlage umfaßt eine moderne Gießerei mit Schmelzöfen, ein Eisenwalzwerk und ein Metallwalzwerk. In dem Unternehmen, das den Betrieb dem nächst aufnimmt, werden 350 Arbeiter be schäftigt sein. Die Palestine Electric Corporation ar beitet an der Fertigstellung ihrer neuen Transformatorstation in .Haifa, die in etwa einem Monat in Betrieb gesetzt werden wird Neben dem ständigen Personal werden beim Bau der Station und bei der Aufstellung der Maschinen über 400 Personen be schäftigt. Gründung der Electric Wire Co., Ltd. Haifa (Palnews). Unter der Firma „The Palestine Electric Wire Co. Ltd.“ wurde in Haifa eine Fabrik zur Herstellung isolierter Leitungen für elektrische Instalationen und verwandter Artikel gegründet. Das Kapital der Gesellschaft beläuft sich auf 25.000 Pfund Sterling, die Leitung des Unternehmens liegt in den Händen der aus Deutschland stammenden Ingenieure Dr.-Ing. A. B r o i d o und Dipl.« Ing. A. Rosenberg. Eine neue Glasfabrik Rischon-le-Zion (Palnows). In Anwesenheit einer größeren Anzahl geladener Gäste, unter denen sich auch der polnische Konsul befand, fand am 2. d. die Eröffnung der Glasfabrik „Gabish“ statt. Der Schmelzofen wurde zum ersten MaJe angeheizt. Die Fabrik beschäftigt vorläufig 14 Facharbeiter der Gkißfabrikation aus Polen. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter soll auf 40 bis 50 gebracht werden. Der Schmelzofen muß 14 Tage lang angeheizt werden, um auf die erforderliche Temperatur zu kommen. Das Produktionsprogram umfaßt neben Flaschen, Petroleumlampen und Kunstgegenstände aus Glas. Inhaber des Unternehmens sind die Herren Schifmanowiitz, Lapid/us, feersny und Goldbeig. VERSICHERUNG*. BESTAND. 3.1 Milliarden GARANTIEMITTEL . Ä80 Million«»* VERSICHERTE . VERSICHERUNG*. ZAHLUNGEN 1933 677.309 79 Millionen PHÖNIX LEBENS VERSICHERUNGS-GES Die Menschenschmuggler und ihre Opfer hat an sich keinem Wert. Sie ist von Bedeutung nur insofern und insolange sie imstande ist, den Konnex der Geschichte herzustellen und das Volk als Einheit fortzusetzen. Dem reduzierten und leidenden Judentum der Diaspora stellt Kastein Palästina gegenüber. Nach seiner Ansicht wird nicht die derzeitige Orthodoxie die WegweLserin der Zukunft sein. Die Erneuerung der Religion, der nationalen Religion, der alten Einheit: Religion—Nation wird in dem heute noch religiös ungebundenen, nach neuen Formen strebenden Kwuzeth erfolgen. Dort herrscht soziale Gerechtigkeit und dort wird eine neue Religiosität entstehen. Denn der Kern Palästinas ist die Bildung einer Gemeinschaft auf der Basis sozialer Gerechtigkeit. Das Ziel der ersten Alijoth war ja nichts anderes, als das heiße Wollen, das unproduktive Dasein in der Diaspora zu beenden. Palästina ist heute die einzige reale jüdische Wirklichkeit. Hier vollzieht sich der reale Akt der Heimkehr des Volkes. Jedes Judentum in der Diaspora stellt ein vermindertes Judentum dar. Palästina ist die einzig wirkliche jüdische Gemeinschaft. Wohl ist noch alles im Chaos, aber es ist ein jüdisches Chaos, das sich noch seine lange Schöpfungsgeschichte schreiben wird. Welches furchtbare Schicksal würde heute den deutschen Juden beschieden sein, wenm Palästina nicht wäre! Die zehntausende deutsch-jüdischen Emigranten, die in aller Welt herumwandern, sind eine einzige große Anklage gegen jene, die dem Zionisten in ihrem schweren Kampf um Palästina nicht beißprangen, nicht genügend Land für Palästina erwarben, die Fonds nicht genügend unterstützten, um heute in Palästina Land für unsere Jugend zu schaffen, um ihr eine jüdische, eine menschenwürdige Existenz zu ermöglichen. Palästina das war, das ist die große Verpflichtung des europäischen Judentums. Palästina behält sich da3 Recht vor, das Beste vom europäischem Geist zu nehmen. Main kann sich auch an Goethe bereichern, ohne sich an seinen Epigonen zu beschmutzen Palästina wird -die Fortsetzung des jüdischen Schicksals sein. Heute gilt es, alle Probleme zu enthüllen und die Juden Aufrufen, in der Erwartung, daß sie dem Aufruf verstehen werden. Ihre Antwort muß sein: der Einsatz der Persönlichkeit. Wohl wäre auch heute eine vierzig jährige Wanderung durch die Wüste erwünscht. Aber das Aufbautempo Palästinas ist ein zu stürmisches, noch stehen wir vor schweren Fragen. Wir werdem bedroht von Engländern, Arabern — und Juden, noch ist es nicht gewiß, ob wir die Probe bestehen oder nicht, und es besteht die Gefahr, daß Mizraim und der Wüstensand nach Erez Israel kommt. Aber es gibt — so schließt Kastein seine Ausführungen — mit Rabbi Tarfon zu sagen: „Nicht dein Amt ist es, das Werk zu Vollendern, du hast aber auch nicht das Recht, dich von der Mitarbeit freizumachen.“ * Das Zionistische Landeskomitee erhielt nach dem Vortrage Kasteins zahlreiche Schreiben von Zuhörern, die ihren Dank dafür aussprachen, daß das Landeskomitee Josef Kastein eingeladem habe, nach Wien zu kommen. Das ist um so bemerkenswerter, als die Briefschreiber in der Mehrzahl Nichtzionisten Bind. Wie wir bereits in unserer letzten Nummer m/itteilton, hat das Landeskomitee Kastein zu einem Vortrag, der im März 1935 stattfinden soll, nach Wien eingeladen. Richtigstellung In der letzten Nummer unseres Blattes hat der Druckteufel wieder in störender Weise sein Spiel getrieben. So soll es in unserem Referat über den Kastein-Vortrag in der vierten Zeile (von unten nach oben), Spalte 2, selbstverständlich der hoffnungsvolle und nicht der hoffnungslose Gläubige heißen. Jerusalem (Palcor). Über das Schicksal und die schweren Leiden der illegalen jüdischen Einwanderer, die in den letzten Monaten auf verschiedenen Wegen nach Palästina zu kommen versucht haben, berichtet man uns aus B e y r u t h : Der größte Teil der Einwanderer, die durch Syrien nach Palästina zu kommen versucht haben, stammt aus den osteuropäischen Ländern, aus Deutschland und Österreich, ein geringerer Teil aus Persien und Kleinasien. Mit dem Schmuggel dieser Einwanderer über die palästinensischen Grenzen beschäftigen sich verschiedene dunkle Existenzen. In Beyruth besteht eine organisierte Gruppe von Juden, Christen und Arabern, die sich mit dem Schmuggel von Einwanderern über die palästinensische Grenze befassen. Die gewerbsmäßigen Schmuggler nutzen die Einwanderer erbarmungslos aus und preßsen aus ihnen den letzten Pfennig heraus. Nicht gelten sind die Fälle, in denen die Schmuggler selbst die Einwanderer, nachdem sie ihnen ihr Geld und ihre Wertsachen abgenommen haben, gegen eine besondere Belohnung in die Hände der palästinensischen Polizei liefern. Große Aufregung rief vor einiger Zeit in der jüdischen Öffentlichkeit die Verhaftung und Verurteilung von 33 jüdischen Fraiuen aus Polen hervor, die vom Gericht zur Landesverweisung verurteilt wurden. Die Exekution dieses Urteils stieß jedoch auf Schwierigkeiten, weil der größte Teil dieser Frauen keinerlei Dokumente bei sich hatte und nicht auesagen wollte, woher sie gekommen seien. Die Regierung wußte daher nicht, wohin sie sie zurüdesenden sollte. Da aber trat der Führer dieser Gruppe, einer der Organisatoren der illegalen Einwanderung in Polen, ein gewisser Münz aus Warschau, auf, der der Regierung die Dokumente der Frauen überreichte und so ihre Rücksendung nach Polen ermöglichte. Nach dieser „Leißtung“ entließ die Polizei Münz aue dem Gefängnis und erlaubte ihm, das Land zu verlassen. Es gab auch Fälle, in denen die Schmuggler das ganze Gepäck der Einwanderer, das man ihnen zum Transport nach Palästina anvertraut hatte, unterschlagen haben. Der größte Teil der illegalen Einwanderer fällt in die Hände der Polizei und wird ins Gefängnis geworfen oder beetenfallß zurückgeßchickt. Noch gTößer sind die Leiden der illegalen Einwanderer, die auf dem Seewege nach Paläßtina zu kommen versuchen. Dieße Einwanderer sind meistens während der Reise schrecklichen Schikanen und Peinigungen seitens der Schiffsbesitzer und Matrosen ausgesetzt, die evs auf eich nehmen, sie nach Paläßtina zu bringen. Man berichtet von Fällen, in denen dieße Einwanderer unterwegs terrorisier^ und unter der Drohung, ins Meer g ei w o r f en zu werden, gezwungen wen den, ihr ganzes Geld und alle Wertsachen* die sie bei sich haben, herauszugeben. Es sind auch Fälle voaigekommen, in denen, Einwanderer im Augenblick ihrer Aus* bootung ins Wasser gefallen und ertrunken .sind. Man weiß ferner von Vergewaltigiingeuj von Frauen durch Araber, die es übemom* men haben, eie nach Paläßtina zu bringen* zu berichten. Heute befindet sich in den paläßtinen&i* sehen Gefängnissen eine größere Anzahl jti« discher Einwanderer. Allein in der Festung A k k o sitzen wegen illegaler EimwaUi derung 130 Juden und warten aiuf ihre De* portation. Hierbei ist zu bemerken, dal| nach den Einwanderungisvorsohriften ein ei Person, die auf Grund eines Gerichts* beßchlusßeß deportiert worden ißt, ein ganzes Jahr lang, selbst auf Grünet eines Zertifikates, nicht nach Palästina hineingelassen werden darf. Die Lage im Oatit Tel-Avivs (Palnews). : Das untere Galil mit seiner Eaiuptßtad'1 T i b e r i a s hat an dem allgemeinen Wirt* schaftsaufwand und der Einwanderungen welle bislang verhältnismäßig wenig teil* genommen. Die Siedlungen leiden noch ßtark unter den Auswirkungen der letzten ungünstigen Erntejahre. Lediglich die Sied* lungspunkte im Jordantal, die auf bewäs* serten Böden intensive Gemüsekultur betrei* ben, haben günstig abgeschnitten. Diel Stadt Tiberiae hat nur wenige Einwanderer-« familien ausgenommen, ßo daß von ihr kaum; wirtschaftliche Anregungen auf das Land ausstrahlen. Es findet sogar eine A b w a n* derung vom L a n d e in die Küsten* Städte und deren Umgebung statt. Die zen* tralen jüdischen Institutionen sollten ernst* haft in Erwägung ziehen, ob nicht Möglich* keiten zur Förderung der Entwicklung vom Städten wie Tiberias und Safecl und ihrer Umgebung bestehen. Die starke Entwicklung de* Städte, auf die «ich fast die gesamte! Einwanderung konzentriert, insbesondere die) intensive Bautätigkeit uud Expansion von Industrie und Handel, hat schon im Jahre; 1933 zu einer „Landflucht“ (vor allem aus! dem Galil) geführt. Wie berichtet wird, haben 1933 insgesamt, 565 Personen, und! zwar die jüngsten und aktivsten Elemente, die verschiedenen Kwuzoth verlassen, die; 17 Prozent der Kwuzothbevölkerung aus-, machen. Viele Kwuzothmitglieder arbeiten in den Städten. Bei katarrhalischen Affektionen der Luft* wege, Erkrankungen des Magens und Darmes, namentlich hyperazider Natur, der Leber und der Gallenblase, Entzündungen der Nieren, des Nierenbeckens, der Harnblase, Konkrementbildungen, Gicht, Diabetes usw. vor allem: „P r e b 1 a u e r Sauerbrunn“ das rein na* türliche österreichische Mineralwasser. STADTKIBBUZ DES CPUP Z’IRIM | Sonntag, den 18. Nov. 1934, */a5 Uhr nachm., Hotel Stefanie, II., Taborstr. 12 FEIER ZU GUNSTEN DES STADTKIBBUZ ü unter Mitwirk, bewährt. Knnstkrni’te: Hilde Dullczkajn, Samuel Schwager, Bremer Stadtmusikanten usw. j

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