Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 401 (16.11.1934)
- Date
- 1934-11-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3053752-3054140-3054156--4634-3060274- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 401 — 16. November 1034 Sette 7 DIE STIMME RABENSTBG3 ^HIMMELPFORTfi. 5 | ^KOUNERHOFd.l SÄMTLICHE ARTIKEL IN WASCHE UHD WIRKWAREN SPOTTBILLIG 1 FÜHREND IN ETERNA-HEMDEN (von S 680 aufw.) Aus der jüdischen Presse Kinderarbeit. „Da war“ (Tel-Aviv) schreibt, daß trotz der Prosperität die Lage der Angestellten in den Geschäften eine traurige sei. Obivohl die Geschäftsinhaber gute Geschäfte machen, reiche der G e halt der Angestellten nicht aus, um das Leben zu fristen. Noch bedenklicher ist es, daß hau ptsäc hlich Kinder beschäftigt werden, die man aus den Schulen herausnehme und so um ihre Jugend bringe. Es sei eine elementare Pßicht der Histadruth, sich dieser Sache anzunehmen und zu verhindern, daß dieser bedauerliche Zustand weiter andauere. Der Handelsverkehr zwischen Deutschland und Palästina. „T he Jewish Exponent“ (Philadelphia) schreibt, daß sich seit der Machtergreifung durch Hitler der deutsche Import in Palästina um 66 Prozent gehoben habe. Es ist nicht die Liebe für das Dritte Reich, die den Import so empor schnellen lassen, sondern die deutsche Taktik, die es den deutschen Juden unmöglich mac he, ander s ihr Geld aus Deutschland her au s zu b e kommen, al 8 daß für die fr ei gewordenen Gelder deutsche Waren nach P alästina eingeführt werden. Es ist schwer, deswegen die deutschen Flüchtlinge zu tadeln, die auf diese Weise ihr Leben und Reste ihres Vermögens retten. Würden sie besser daran tun, ihr Geld in Deutschland zu lassen und mittellos zu fliehen? Hitlers Schergen würden schon Mittel und Wege finden, das Geld der Juden zu beschlagnahmen. Wenn daher die deutschen Juden in den bekannten Transfer einwilligen, so muß man sagen, daß diese Aktion unter den gegebenen Bedingungen klug und die einzig mögliche ist. 85. S e fi u 11 a h r Tel. I) 46-4*37 Neues Wiener Konservatorium ilualkverelnsgebäude, I., BiJsendorferstraße 12 Unterriebt in Gesang, Klavier and allen Orchesterinstru* menten von den ersten Anfängen bis zur kttnstletincUcn Ausbildung. Eigene Kindorabteiiung. Anmeldungen und Aufnnhmsprüfungcn täglich vor- und nachmittags a u fisch li eil lieh im Musikvorcinsgebiiude. Allgemeiner Zionismus bedeutet zionistische Staatsraison. ln der „C hwila“ (Lwow) schreibt Doktor l. Schw-arzbart: „Wer Verständnis hat für die tiefe Staatsraison des Allgemeinen Zionismus und das Endziel dieses Prozesses sieht, der muß die Arbeit zur Konsolidierung unserer Bewegung geduldig, trotz Angriffe und Kritik, diesem Ziele anpassen. Das Verhältnis anderer Gruppen zum Weltverband beginnt sich zu ändern. Diejenigen, die ihn verhöhnten, beginnen uns zu bekämpfen. Das ist ein gutes Zeichen. Ich werde freimütig sein. Sogar während der letzten Verhandlungen ln London war bei gewissen Faktoren der Exekutive unzweideutig die begreifliche A bneigung gegen den W eit verband zu erkennen, der Wille, ihn auf dem Wege zu seiner Konsolidierung Schwierigkeiten zu bereiten durch verschiedene geringfügige, zweitrangige, formalistische „Memoraruien“. Ich betone dies offen, denn wir müssen uns gegen solche Versuche wehren. Es ist klar, daß verschiedenen Faktoren ein starker, konsolidierter, ganzer, bauender, selbständiger und unabhängiger Well verband unbequem zu werden beginnt. Jedoch wir werden ihn konsequent weiter bauen, ohne Rücksicht darauf, ob dies jemandem gefüllt oder nicht und ohne Rücksicht darauf, ob die Furcht und Angst sich als unaufrichtig freundliches taktisches Spiel nach außen verkleidet und hinter den Kulissen anders auf tritt. Wir haben dieses Spiel in London gesehen, und deshalb müssen wir die Methode unseres Handelns den Verhältnissen anpassen, um die versteckte, aber immer stärker werdende Kampagne gegen den W eit v er b arid zunichte zu machen.. AUS DEM DRITTEN REICH Die elf Judenmörder von Hirschberg Das Tschechoslowakische Pressebüro mel- ■ defc aus B e r 1 i n: Wie aus zuverlässiger Quelle versichert wird, sind die elf SS-Männer, die seinerzeit im Zusammenhänge mit den Ereignissen des 30. Juni d. J. in Hirschberg (Schlesien) vier angesehene jüdische Einwohner verhaftet, im Automobil fortgeführt und dann wegen angeblichen Fluchtversuches erschossen haben, wieder in ihre Stellung und Würde eingesetzt worden. Die vier Erschossenen, ein Rechtsanwalt Dr. Förster, ferner ein Zahnarzt Dr. Zweig und seine Frau und der Kaufmann C h a r i g, sollten mit einem Auto nach Görlitz gebracht werden. Unterwegs hielt das Auto plötzlich an und von den SS-Männern wurde den Unglücklichen befohlen, auszusteigen, worauf sie angeblich einen „Fluchtversuch“ machten und niedergeschossen wurden. Die Schußwunden der Erschossenen zeigten aber, daß die Schüsse von vorn gekommen waren. Vorüberfahrende andere Automobilisten verständigten die Polizei von Hirschberg, die zunächst nichts unternahm. Erst später griff der dortige Staatsanwalt Schäffer ein, was ihm so viele Drohungen eintrug, daß er eine Zeitlang ständig von zwei Polizeibeämten geschützt werden mußte. Immerhin wurden damals die elf an der Entführung beteiligten SS-Männer verhaftet, aber nach etwa sechs Wochen wieder freigelassen. Nunmehr sind sie überhaupt in ihren vollen Rang wieder eingesetzt worden. Die Verseuchung der deutschen Jugend Berlin, 12. November. Die Zeitschrift „Der national-sozialistische Erzieher“ vom 13. Oktober veröffentlicht das Programm der staatsbürgerlichen Erziehung der Jugendlichen am, Staatsjugendtag (Samstag). Bei der Behandlung des Vorkrlegs-Deutschland soll nach diesem Lehrplan das Thema „D e r Jude macht sich breit“, bei der Darstellung des Zusammenbruches von 1918 das Thoma „Juden als Führer der Novemberrevolte“ behandelt werden. Bei der Darstellung des Versailler Friedens wird als Lektüre „Der Stürmer“ von Streicher genannt. Bei der Behandlung des Kampfes des Nazitums mit seinen Gegnern soll das Thema „Juden Anstifter zum Mord“ behandelt werden. VEREINSLÖKÄL II. TaborsftraBe, bestehend aus 3 Zimmern mifcTisct eo und Sesseln, fiir Vereins- oder Büro zwecke in UnfermieCe zu vergeben. Auskunft „Cafe Natonal“, TI. Toborstraße 18 „Stellt die Juden an die Wand9.“ Die französische Agentur II a v a s meldet aus Berlin, 11. November: Eine sehr eigenartige S. A.-Kundgobung fand heute nachmittags im Berliner Westen statt. Zwei braune Kompagnien marschierten mit ihren Führern durch die Straßen, und zwar vor allem Uber den Kurfürsten dämm, und sangen immer von neuem ein Lied mit dem Refrain: „Stellt die Juden und die Bonzen an dio Wan d!“ Diese Kundgebung erregte einiges Aufsehen. KUNSTCHRONIK Jüdische Bühne, II., Praterstraße 60, Tel. R 43-4-59. Freitag, den 16. November, Samstag, den 17. November, und Sonntag, den 18. November 1934, „Die beiden Kuni Lerne 1“, Spiel, in drei Akten, fünf Bildern, mit Prolog und Epilog, von A. Goldfaden, bearbeitet und Inszeniert von Alex Stein, Musik von Henocli Kolm. — Von Montag, den 19. November, bis inklusive Donnerstag, den 22. November 1934, „Der Golem“, historische Legende in vier Akten, mit Prolog, von Leiwik, Musik von Henoch Kohn. Beginn y20 Uhr. Jüdische Künstlerspiele. Ab Freitag, den 16, November, „Das schöne Mäde 1“, Komödie in zwei Akten von Lilien, Musik von Gerichter, mit der beliebten Soubrette Sevilla Pastor und Primadonna Erna Siegler in den Hauptrollen. — Sonntag nachmittags bei ermäßigten Preisen „Das schöne Mädel“, in voller Abendbosetzung. Sondervorstellung in der Jüdischen Bühne. Jüdischer Frauenbund (Aktion für Kinder und Greise) veranstaltet Sonntag, den 18. November, VA Uhr nachmittags, eine Sondervorstellung „Die beiden Kuni-Lemel“ in der „Jüdischen Bühne“, II., Praterstraße 60. Ein Viertel des Reinerträgnisses fließt dem Keren Kajeraeth zu. Restliche Karten an der Theaterkassa. Jüdische Kulturstelle. Sonntag, 18. November, Rundgang durch die Judenstadt im „U nteren Werd“ (Leopoldstadt) mit anschließendem Besuch des Jüdischen Museums. Treffpunkt: 10 Uhr, Krügerheim, Malzgasse. Führung: Prof. Dr. J. B r o n n e r. Todesfall Im Allgemeinen Krankenhaus verschied dieser Tage der in Wien bekannte jüdische Schauspieler I, H o r o w i t z (Hausknecht). Die Beerdigung findet Sonntag, 18. d. M., vormittags am Zentral friedhof, IV. Tor, statt. Marmorsaal des Nallonallvauses (Hotel National) II„ Taborstraße 18 für Tanzabende, Hoolueiten, Verans'altungen uaw. zu vergeben. Auskunft Hausverwaltu g Telephon Nr, B 47-4-38. JÜDISCHER SPORT Hockey. Das Entscheidungsspiel um die Hockey-Herbstmeisterschaft zwischen Hakoah und Währing findet nunmehr endgültig kommenden Sonntag, den 18. d. M., um yall Uhr auf dem Hakoah* Platz statt. Vorher : Touristik- und Skiklub „Hakoah“. Ausflugsprogramm für Sonntag, den 18. November: Zusammenkunft 9 Uhr, Hütteldorf, Stadtbahnperron. Führer: Erwin Kellner. Ziel: Paunzen, Laab im Walde. Für Weihnachten wurden folgende Skikurse angesetzt: 1. Ein viertägiger Kurs in Türnitz. Preis inklusive voller Verpflegung, Fahrt und Skikurs S 33.—. 2. Achttägiger Skikurs in den Radstädter Tauern. Colcalcßronik. JÜDISCHER KALENDER 16.-22. November .1934 9.-15. Klslew 5695 Fiel «8 (16. Nov.) Sabbath-Elngang. . . . 4 Uhr 10 Samstag (17. Nov.) Sabbath Ausgang . . . 5 Ihr Wochenabschnitt. Wajeze Die Arbeit des Keren Kafemeth Kremenezky-Gedenkfeier. Der Keren Kajemeth veranstaltet am Dienstag, den 27. November, 8 Uhr abends, im Militärkasino eine Johann-Rremenez k y - Gedenkfeier unter Mitwirkung des Jüdischen Gesangvereines. Das detaillierte Programm wird demnächst bekanntgegeben werden. Die konstituierende Sitzung der Landeskommission des Keren Kajemeth fand aan Dienstag, den 18. November statt. Zum Obmann wurde bei der Landeskonferenz Gg. Adolf Böhm einstimmig wiedergewählt; zum Vizepräsidenten wurden bei der konstituierendm Sitzung die Gg. Doktor Hermann Ebner, Dr. Da.vid Rothblum und Dr. Siegfried Plasohkes gewählt. Selbstkontingentierung der Mitglieder der Landeskommission. Bei der konstituierenden Sitzung haben alle Mitglieder der Landeskommission Selbstkontingente für den Keren Kajemeth übernommen. Referate. Für alle Zweige der Keren-Kajemeth- Ärbeit wurden Referate geschaffen; jedes Mitglied der Land eekommission übernahm die Verantwortung für bestimmte Zweige der KKL-Tätigkeit. Donnerstag, Arbeitstag des Keren Kajemeth. Es wurde beschlossen, daß alle Sitzungen und Besprechungen der Landeskommission, de« Präsidiums, sowie der Referentenkomitees stets nur am Donnerstag stattfinden sollen, u. zw. die Landeskommission am ersten Donnerstagdes Monats, um %7 Uhr abends, im Anschluß •daran wird am ersten Donnerstag des •Monats die Zusammenkunft der , KKL-Kommissäre stattfinden. Das Präsidium und die Referentenkomitees werden einmal wöchentlich, u. zw. auch am Donnerstag, um % 8 abends zusammentreten. Die Besprechungen zwischen den Referenten und der Leitung des Keren Kajemeth werden jede.:* Donnerstag von 12 bis 1 Uhr stattfinden. Touristenabzeichen des Hauptbüros des Keren Kajemeth. Das Hauptbüro des Keren Kajemeth hat über Anregung auch der österreichischen Sammelstelle ein Abzeichen herausgegeben, welches nur an diejenigen Personen heräusgegeben wird, die 'tatsächlich' i’n Erez Israel gewesen sind. Das Abzeichen ist besonders gelungen, es enthält die Aufschrift „Mitur baarez“ und das entsprechende Jahr des Besuches. Es zeigt einen Fclson, durch, welchem ein Zweig eich durchbricht. Dieses Abzeichen ist in drei Arten herausgegeben: Silber, Alpaka und Email. Hebräisch durch Originale. Der Keren Kajemeth Österreich hat versuchsweise das Gedicht von Bialik „Achen Chazir Haam“ im Original mit punktiertem Text und deutscher Übersetzung eines jeden Wortes für Selbetstudierende herausgegeben. Preis eines glänzend ausgestatfceten Exemplares 10 Groschen. Die Benützung dieser Ausgabe erspart das lästige Naohsuchen im Wörterbuch und gibt dem Lernenden Gelegenheit, die Kenntnis eines der schönsten Bialik-Gedichtes sieh anzuoiguen. Silbernes Buch dee Keren Kajemeth. Prof. Dr. Albert Batscha durch die Zion. Bezirkssektion III (Nr. 252); Rabbiner Moses Horowitz durch die zionistischen Freunde im XX. Bezirk (Nr. 253); Kurt Blauner anläßlich seiner Bar Mizwah (Nr. 254); Tobias W e i n g a s t s. A., zur Erinnerung durch die Familie und Freunde (Nr. 255); mm.11,11 ,lla— ... Dlensiac, den 27. November 1934 Kremenetzky^Gedenkfeier im Militär-Kasino Karten beim Keren Kajemeth, Wien, I., Kärntnerstraße Nr. Z&, Telephon Nr. R £7*3*20, erhält]ich