Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1934-11-09 · Heft 399 (9.11.1934) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 399 (9.11.1934)
Date
1934-11-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3053752-3054140-3054154--4615-3060253
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Seit® 4 DIC STIMM! Nr. m — 3. November 1981 . Vortrag JOSEF KASTEIN ^amstag, d^n 10. November 1934, präzise %9 Uhr abends, veranstaltet das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich im Festsaal des Gewerbe« ereines, I., Eschenbachgasse 11, einen großen Vortragsabend, bei welchem der berühmte jüdische Historiker JOSEF KASTE IN über das Them- „Die jüdische Neuorientierung“ Karten erhältlich: Zion. Landeskomitee, 1.. Kiirntnerstraße 28. Telephon R 27-4-86; Bücherstube Rath, 11, Taborstraße 20a. Telephon R48-806; Bücherstube Löwith, I, Wollzeile 6, Telephon R 25-4 63} Büchei stube Lanyi, 1, KUrutnerstraße 44, Telephon B 26-6-76. sprechen wird. Paris, 5. November. (2. T. A.) Im Namen des Exekutivkomitees der Weltunion der Zionisten-Revisionisten hat Jabotinsky einen Aufruf an sämtliche Landesorg-anisationen des?)Brith Hazohar (Union der Zionlsten-Revisionisten) gerichtet. in dem es unter anderm heißt: Das Exekutivkomitee der Weltunion der Zionisten-Revisionisten bestätigt hierdurch Jas getroffene Abkommen zwischen der Exeku tive der Union und der Exekutive der Zionistischen Organisation, das am 22. Oktober d. J. unterzeichnet worden ißt. Von heute ab hat dieses Abkommen die Kraft eines inneren Gesetzes des „Brith Hazohar” und aller seiner Abzweigungen und Abteilungen, die der Union angeschlossen oder mit ihr auf welche Art immer verbunden sind. Alle Mitglieder unseres Verbandes werden dieses revisionistische Gesetz mit Würde, sowohl in Erez Israel als auch in der Galuth, unter allen Bedingungen und unbeschadet jeder Aufreizung von außen und sogar in Fällen, wo das Abkommen durch den zweiten Partner nicht eingehalten wird, respektieren müssen. Ihr müßt jetzt alle Fehden der Vergangenheit vergessen. In dem Moment, da wir das Abkommen unterzeichnet haben, müssen wir alles, was vergangen ist, verzeihen und uns dessen so lange nicht erinnern, als das Abkommen in Kraft bleibt. Vergesset nicht, daß vom ersten Augenblick an, da wir jene Initiative ergriffen haben, deren erstes Resultat eben dieses Abkommen ist, wir die Notwendigkeit unterstrichen haben, die Häßlichkeit brutaler Gewalt mit den Wurzeln aus unserem nationalen Leben herauszureißen — dies unter allen Bedingungen und trotz allem. Heute ist diese Anschauung von allen Strömungen in der zionistischen Bewegung akzeptiert worden; eure Ehre fordert es von euch, daß ihr die treuesten Hüter dieses Gesetzes der Zivilisation seid." Aus der jüdischen Presse Der Triumph des Friedens. Im „Hei nt“ (Warschau) schreibt Doktor Gottlieb über den Friedensschluß zwischen Ben Gurion und Jabotinsky unter andern: „ ... Das Übereinkommen war ein glorreicher Sieg, vielleicht nicht so sehr für die betreffenden Parteien, sicher aber für den Zionismus als Ganzes. Beide Parteien mögen etwas verloren haben, der Zionismus aber war siegreich, ln der Geschichte des Zionismus hat es große Momente des Triumphes gegeben und der Friede, der in London erreicht wurde, ist nicht weniger ein historisches Ereignis, da er eine neue Ära im Leben des Zionismus eröffnet. ln allen zionistischen Kreisen herrscht reine Freude Nur die Feinde des Zionismus und die Pseudozionisten, die ohne Baß und Konflikt nicht leben können, sind deprimiert. Diese Elemente, die sich nur dadurch bemerkbar machten, daß sie Ver Sammlungen sprengten, faule Eier warfen und Skandal machten, haben von nun an keinen Platz in der zionistischen Bewegung. Alle ernsthaften Menschen können nun Zusammenarbeiten, wenn sie auch verschiedener Ansicht sind. Der Friede hat aber auch seine Gefahren. Die Pazifizierung der verschiedenen Gruppen und ihr Übergang zur Tagesarbeit wird vielleicht eine gewisse Verringerung der zionistischen Aktivität herbeiführen. Es ist daher dringend notwendig, keine Zeit zu verlieren und zu einer engeren Zusammen arbeit zu gelangen. Die Zionistische Organi sation muß zu einer großen Vereinigung von Menschen werden, die nicht durch physische Gewalt, sondern durch den moralischen Antrieb der gemeinsamen Idee zusammengehal ten werden.“ Restaurant Rillet Bestrenommierte Küche Reichhaltige Menüs äS 1'90u,2‘60 Schwechater Bräu IL, Hammerpurgstallgasse 3 (nächst Salztorbrücke Telephon A 41-0-23 Feierliche Exhumierung der sterblichen Überreste Dr. Leon Reichs Lemberg, 7. November. {Z. T. A.) Anläßlich der von 312 Delegierten aus 200 Ortschaften besuchten Zionistischen Landeskonferenz für Ostgalizien, fand die feierliche Exhumierung der sterblichen Reste des vor fünf Jahren verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden des Zionistischen Landesverbandes für Ostgalizien und Präsidenten des Klubs der jüdischen Abgeordneten im polnischen Sejm, Dr. Leon Reich, zwecks Überführung nach Palästina statt. Der Sarg wird zunächst nach dem rumänischen Hafen Konstanza gebracht und dann auf dem Seeweg nach Palästina überführt. Irn November 1929 führte Dr. Reich gerade den Vorsitz in der ostgalizischen Zionistenkonferenz, als er von einem plötzlichen Unwohlsein befallen wurde und bald darauf verschied. Er hatte ein Alter von 51 Jahren erreicht. Sein Leichenbegängnis, an dem etwa 35.000 Menschen teilnahmen, Die Millionen des Bavon Hirsch Unter diesem Titel berichteten wir, wie bürokratisch, unzweckmäßig und gegen die ausdrücklichen Bestimmungen des Testaments des Baron Hirsch die J. C. A, verwaltet wird. Herr Adolf Böhm macht nun auf folgende Stellen in den Tagebüchern Th. H er zls aufmerksam, die sich auf das von uns behandelte Thema beziehen, und zeigen, wie richtig Herzl das Problem der J. C, A. erkannt hat: 2. Band, Seite 244 (9. Dezember 1899): ... Narcisse Leven gab als Präsident der J. C. A. und Alliance die Erklärung ab — hoffentlich vor Zeugen, was Wolf so hn nicht angibt —, daß sie nicht wissen, was sie mit gestaltete sieh zu einer der größten jiidiihren Millionen anfangen sollen, daß uns sehen Kundgebungen, die Lemberg jemals «her diese Millionen zur Verfügung stehen, erlebt hatte. wenn wir etwas Positives erreichen. Londoner Beratungen. In der „C hw il a“ (Lwow) schreibt Doktor Schmorak unter anderen: „Die Exekutive hat separate Beratungen mit den verschiedenen Parteien angeordnet und sich Vorbehalten, dann eventuell eine gemeinsame Konferenz einzuberufen. Wäre die Exekutive frei von parteipolitischen Einflüssen... wäre so ein Vorgehen vielleicht zweckmäßig. Da es aber nicht so ist, besteht die Befürchtung, daß die Beurteilung, ob die Parteien zu einer Befriedung geneigt sind, von subjektiven Ansichten... nicht unbeeinflußt bleiben kann... Es wird sich schon auf der nächsten Sitzung des Aktionskomitees zeigen, ob die Wahlen zum 19. Kongreß unter dem Zeichen des Kampfes einer Partei für die Kontinuierung ihrer Macht stehen werden, oder ob eine Exekutive wird gebildet werden können, die ihre politischen, ökonomischen und finanziellen Kräfte auf das Vertrauen des ganzen Volkes oder wenigstens seiner großen Mehrheit stützt... Was unsere Beratungen mit der Exekutive anbelangt, so muß festgestellt werden, daß eine Übereinstimmung der An sichten nur dort festgestellt werden konnte, wo nie prinzipielle Differenzen existiert hatten, insbesondere auf dem Gebiete der Außenpolitik. Auf allen anderen Gebieten unseres zionistischen Lebens konnten nur Meinungsverschiedenheiten klar formuliert werden, aber keine Einigung erzielt werden ... Dies betrifft insbesondere die Regulierung der Verhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, zwischen den verschiedenen Arbeiterorganisationen, sowie die Frage der Arbeitsverteilung. Es konnte auch eine Reihe von Differenzen auf dem Ge biete der Organisation- und Kongreßreform, der Alijah, der Wirtschaft mit den Zertifikaten und der Jugend-Hachscharah festgestellt werden. Auf diesen Gebieten wäre aber eine Ausgleichung der Meinungsdifferenzen eher möglich, als in den Fragen der Arbeit und der Arbeiter, da hier weit an schaulic he Hindernisse und Postulat e des Klasse nkampf es und der ganzensozial istischen Ideologie ins Spiel kommen... Es ist aber möglich, daß im entscheidenden Moment parteipolitische Rücksichten doch nicht so stark sein werden, um das Befriedungswerk zu vernichten. Mit dieser Möglichkeit und dieser Hoffnung rechnend, wird der Welt verband der Allgemeinen Zionisten seine Ansichten und Postulate, betreffend den allgemeinen Frieden, noch einmal formulieren...“ Fremde Arbeit in Palästina, Der Londoner Zeitung „The J ewi sh Chronik“ wird geschrieben: „Englische Firmen beschäftigen in Palästina selten jüdische Arbeiter. Werden sie beschäftigt, dann müssen sie am Sabbath und an Feiertagen arbeiten. Die Ölfirmen in Haifa, die mehr als 1000 Arbeiter beschäftigen, haben die meisten Juden entlassen, obwohl diese keinen höheren Lohn verlangen als nichtjüdische Arbeiter. Dafür hat man viele Araber aus Transjordanien, ferner Griechen und Armenier eingestellt. Der Hauptgrund für diese Ungerechtigkeit besteht darin, daß die englischen Firmen billige europäische und englische Arbeiter einsteüen, um sie zu Vorabeitern zu machen und die Juden als ,Eingeborene* (natives) ausschalten.“ wenigstens die Genugtuung, daß auch die armen Juden nichts von dem Gelde haben “ Mit dieser Eintragung brechen Übrigens die Tagebücher Th. Herzls ab. PALÄSTINA MELDET: 2. Band, Seite 331 (21. Juni 1899): Leven gab in allem nach. Die J. C. A würde mit uns gehen, wenn wir den Charter erlangt hätten. Wir dürfen uns nicht auf die J. C. A. berufen; aber wenn wir den Charter haben, gehören sie zu uns. 3. Band, Seite 430 (17. Mai 1903): ln einem Brief an Lord Landsdovme verlangt Herzl die Heranziehung der J. C. A.-Gelder für die Kolonisation Palästinas. 3. Band, Seite 513 ff: flerzl verlangt von der J. C. A. 8000 Pfund für das Uganda-Projekt. 3. Band, Seite 586 (16. Mal 1905): In einem Brief an Schiff schreibt Th. Herzl über die Verwaltung der J. C. A: „Wäre es nicht, daß unsere Massen ln Elend und Schmutz verrecken, während ein Hilfsmittel unbenutzt bleibt, so könnte man ja darüber humoristische Bemerkungen anstellen, zum Beispiel: Der größte Feind eines Testamentes ist sein Exekutor. Oder: Die Verwandten des Hirsch haben jetzt Exekutive interveniert bei den Arbeitskonflikten Jerusalem (Palcor). Las Arbeits-Departement der Jewish Agency hat in der letzten Zeit damit begonnen, sich energischer mit den Konflikten im Kampfe um die jüdische Arbeit in den Städten und Kolonien zu befassen und in ihnen zu intervenieren. So hat das Arbeits- Departement jüngst seine Vertreter nach Kfar Ganim und Haifa entsandt, wo infolge des Versuches eines Teiles der Arbeitgeber, arabische Arbeiter zu beschäftigen, schwere Konflikte ausgebrochen waren. An all den Plätzen nach denen Vertreter des Arbeits- Departements entsandt worden sind, haben diese sich darum bemüht, nicht nur die wirkliche Situation zu prüfen, sondern auch zwischen den Parteien zu vermitteln. Im Zusammenhang mit der drohenden Gefahr schwerer Konflikte in den Kolonien um die jüdische Arbeit in der neuen Pflück-* saison, in der die Orangen vom Baume ge-( nommen und zum Export verpackt werden, hat das Arbeits-Departement der Agency begonnen, mit den jüdischen Firmen, die sich mit Orangenexport befassen, darüber zu verhandeln, daß sie bei der Sicherung der. jüdischen Arbeit in der Pflücksaison mithelfen. Die Lage der jüdiseken Flüchtlinge aus Buchara in Persien Jerusalem (Palcor). Das Einwanderungs-Departement der Je-i wish Agency erhielt jüngst aus autoritativer Quelle alarmierende Nachrichten über die sehr schwere Lage der Juden in Persiea überhaupt und der jüdischen Flüchtlinge aus Buchara, die sich heute in einer Zahl von 200 Familien in Persien befinden, im besonderen. Insgesamt leben in Persien über, 50.000 Juden, darunter 8000 Personen, die als Zwangsmohammedaner ln der Stadt Mesched leben, weil es in dieser heiligen Stadt de3 Islam Nichtmohammedanern bei Todes-* strafe zu wohnen verboten ist. Die Jewish Agency hat bisher bereits 100 Einwanderungszertiflkate für die Flüchtlinge aus Buchara nach Persien gesandt. Gegenwärtig werden weitere 25 Zertifikate von dem Vorschuß, den die Agency für Rechnung des neuen Schedule erhalten hat, dorthin gesandt werden. Die jüdische Industrie Palästinas Jerusalem (Palcor). Das American Economic Committee for, Palestine hat vor kurzem eine Untersuchung über die neuen industriellen Unternehmungen durchgeführt, die ln Palästina vom 1. Jänner bis 1. August 1934, das heißt in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres, geschaffen worden sind. Gleichzeitig wurde in diesen neuen Fabriken eino Enquete über das Kapital veranstaltet, das in ihnen investiert wurde, sowio über dio Zahl der in ihnen beschäftigten Arbeiter. Die Untersuchung umfaßte 115 Fabriken. Es zeigte sich, daß zirka 60Prozentder gesamten neugegründeten Industrieunternehm ungon von deutschen Juden gesohaffen worden sind und ihnen gehören. Angabon über die Höhe dos investierton Kapitals erhielt man ■9 Jüdische Arbeitgeber erfasset den Ernst der Zelt, fördert die Arbeitsbeschaffungsaktion zugunsten der Jüdischen ArbeitsI sen und fordert den Bedarf an Angestellten und Arbeitern beim Jüdischen Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis Wien, I. Bezirk, Kohlmeaiergaese Nr. 4, Telephon-Nummer U 27-0-6Ö an

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.