Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 397 (2.11.1934)
- Date
- 1934-11-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seit© 4 DIE STIMME Nr. 397 — 2. November 1934 sation, der er stets ^eine Sympathie bewiesen hat. Seine Leborrsverhältnisse sind sehr ungünstig und wir wollen anreuen, daß ihm aus jüdischen Kreisen jene Hilfe zuteil wird, aut' die Ernest Breiter ein volles Anrecht hat. Mißverständnisse oder Quertreibereien? Uiiiliiliii'wti liiliiiilullilliiilitM.tiiJiilllii.. t k o n f e r e n z d e r A 11io nis t e n in K r a k a u vollzogenen Proklaniierumg d e s A 11 g e m e inen Z i oerst zwei Monate vergangen Seit der W e g e m e i n e n Z und der damals der Einheit nism u s sind und schon machen sieh Bestrebungen geltend, die Einheit zu stören. Auf der einen Seite hat Kurt B 1 u m e n f el d in Palästina eine neue Vereinigung ..Kidmah'' gegründet und auf der anderen Seite hat die Zionistische Föderation von Großbritannien Wünsche zur Abänderung des in Krakau beschlossenen Programms angemeldet. Kurt Bluinenfeld konnte nicht zur Konferenz nach Krakau kommen. Er hatte sich während der Schiffahrt einen Fuß gebrochen und mußte in Cypern ausgeschifft werden. Er war aber in Krakau hinlänglich durch seine engsten Gesinnungsgenossen Vertretern und es muß festgehalten werden, daß diese, ebenso wie alle anderen Delegierten, das Programm des Weltverbandes und alle gefaßten Beschlüsse einstimmig gutgeheißen haben. Um so überraschender wirkt die Gründung der Gruppe „K i d m a h“ in Palästina. Dies auch aus dem Grunde, weil der Weltverband die Gründung von Sondergruppen verboten und die bis zur Krakauer Konferenz bestandenen Gruppen aufgelöst hat. Nachrichten aus Palästina besagen zwar, daß die unter Vorsitz von Sc h e m a r j ahu Löwin stattgefundene Versammlung der „Kidmah“ keinen besonderen Nachhall fand, weder in der Versammlung noch nachher. Aber die „Jüdische Rundschau“ hat sich veranlaßt gesehen, einen langen Bericht über diese Versammlung zu bringen! Schneidermeister Adolf Singer III.. Fasangasse 32, Tel. B 50-7-60 ebem, Regimentsschneider des k. u. k. Schützenreg. 24 und der Flfeger-Abteilung Elegante Herrenkleidung, tadellos passend, zu billigen »'reisen. Auch aus mitgebrachten Stoffen Kurt Blumenfeld geht von der falschen Ansicht au*, daß die Entscheidungen in Krakau zu weit geben und sich gegen die Histadruth richten. Er erachtet es daher als seine Pflicht, die „Kidmah“ zu gründen. In der allgemein-zionistischen Zeitung „Hazioni Haklali“ richtet nun Dr. Bograseboff an Schmarja Lewin die Frage, ob es von Blumenfeld fair war, die Basis des Einverständnisses, die in Krakau erreicht wurde, zu unterminieren. Bograscheff erklärt, die von Blumcnfeld den Allgemeinen Zionisten unterschobene Absicht, die Histadruth zu zerstören, sei falsch. Im Gegenteil, die Delegierten hätten die großen Verdienste der Histadruth für den Aufbau des Landes erkannt, aber anderseits hätten die Delegierten gewünscht — und das war das Resultat der Konferenz in Krakau —, daß die Beherrschung des Arbeitsmarktes nicht einer politischen Partei überantwortet werden dürfe, die das Recht hätte, über alle organisierten und nichtorganisierten Arbeiter zu herrschen. Aus diesem Grunde hätten die Allgemeinen Zionisten eine föderative Arbeiterorganisation verlangt, in der alle jüdischen Arbeiter proportionell vertreten sein müßten. Diese Ansicht sei gerecht und entspreche der öffentlichen Meinung. Das sei a u c h die Meinung B 1 u m e n f e 1 d s, der in der Versammlung der „Kidmah“ verlangt habe, daß die Arbeiterorganisation streng neutral sein und alle Elemente umfassen müsse. Obwohl also Blumenfelds Ansicht mit der der Krakauer Weltkonferenz übereinstimrne, habe er es für gut befunden, die Erklärung abzugeben, daß alle, die den von der Weltkonferenz und von ihm selbst gewünschten Zustand herbeiführen wollen, die Absicht hätten, die Histadruth zu zerstören. Wenn Blumenfeld sich auf die Halbung der Revisionisten beziehe, dann müsse festgestellt werden, daß die Allgemeinen Zionisten Gogn e r d e r T a k t, i k der R e v i s i o n i s t e n seien, daß sie sich entschiedenst gegen ihren M a n g e 1 an Disziplin und gegen den Boykott der Fonds aussprechen und sie würden gegen diese Methoden mit Ulen legalen Mitteln ankämpfen. Sie können aber nicht die Ansicht Blumenfelds akzeptieren und schon gar nicht den von ihm beliebten Ausdruck, daß die Revisionisten „Todfeinde der Arbeiter“ sind. Die Allgemeinen Zionisten vertreten die Meinung, daß die Revisionisten gegen die zionistische Organisation gesündigt hätten und daß es notwendig' sei, sie wieder zu»- zionistischen Bewegung z u r ü e k z u f ü h r e n. Die Krakauer Konferenz habe feierlich gegen den Bruch der zionistischen Disziplin durch die Revisionisten protestiert, ebenso aber auch gegen Störungen von anderen Seiten. Die Weltkonferenz habe die Exekutive ersucht, die Initiative zur Herstellung d es Friedens zu ergreifen, Blumen fei d aber sei augenscheinlich päpstlicher als d e r P a p s t. Diesen Ausführungen Bograschoffs ist nichts hinzuzufügen. Sie sind klar und richtig. Wir überschätzen nicht die von Herrn Blumenfeld eingelcitete Bewegung, aber wir werden ihr unser Augenmerk zuwenden. Wir haben in Krakau gesehen, daß der Wunsch nach F r i e d e n und nach dem Abbau aller Eigenbrötelei auch in jenen Kreisen außerordentlich stark ist, auf die sich offenbar Herr Blumenfeld stützen möchte. Wir glauben auch, daß die „Kidmah“ nicht gegründet worden wäre, wenn Herr Blumenfeld in Krakau anwesend gewesen wäre. Wie dom aber auch immer sei: Laut Beschluß der Krakauer Konferenz sind sämtliche Gruppen aufgelöst, die Neubild ung von Gruppen ist verboten und hieran darf nicht gerüttelt werden. Die Allgemeinen Zionisten in England waren bei der Krakauer Weltkouferenz nur durch Rabbiner Gold b 1 o o m als Beobachter vertreten. Kürzlich fand nun in London eine Tagung der englischen Föderation statt, bei welcher Rabbiner Goldbloom referierte. Die Konferenz hat einhellig den Weltverband der Allgemeinen Zionisten begrüßt und ihre Bereitwilligkeit zum Beitritt erklärt. Anderseits aber hat die Konferenz B e d i n g u n gen gestellt, die letzten Endes darauf hinauslaufen, die in Krakau gefaßten Beschlüsse des Weltverbandes abzuändern. So hat zum Beispiel die Konferenz verlangt, daß die Abstimmung über die Zusammensetzung der nächsten Zionistischen Exekutive freigegeben wird, während in Krakau be schlossen wurde, daß kein Allgemei ner Zionist Mitglied der Exekutivewerden darf, für dennicht die Majorität des Weltvorband e s gestimmt hat. Es ist klar, daß der Weltverband dem in London gefaßten Beschluß nicht bei treten kann. Der Weltverband der Allgemeinen Zionisten würde dadurch zur Bedeutungslosigkeit verurteilt sein, weil sich einfach die Vorgänge des 18. Kongresses bei der Wahl der Exekutive wiederholen würden. Wenn der Weltverband die Abstimmung über die Wahl der Exekutive freigibt, dann schaltet er sich für weitere zwei Jahre von jeder Einflußnahme auf die Gestaltung der irmerzionistiseben Verhältnisse und von jeder Einflußnahme auf die Politik der Exekutive aus. Dazu darf es nicht kommen. Man darf nicht annehmen, daß der Londoner Beschluß eine Spitze gegen den Weltverband hat. Es gibt eben in England führende Allgemeine Zionisten, die Ansichten vertreten, wie sie hierzulando Allgemeine Zionisten noch vor einigen Jahren vertreten haben. Dazu kommt noch, daß es in England bis jetzt keine chalu zische Bewegung det Allgemeinen Zionisten gegeben hat, so daß viele Al'gernoine Zionisten der Ansicht zu sein scheinen, daß die Angelegenheiten der Histadruth und der chaluzisohen Jugend, zu denen sic kaum eine praktische Einstellung haben, nicht gleichzeitig Angelegenheiten dos Allgemeinen Zionismus sind. Wir wollen hoffen, daß es den B e m üh u n g e n der Lei t u n g des Weltvorhancles der Allgemeinen Zionisten gelingen wird, die offenbar mißverständlichen Auffassungen fühlender Allgemeiner Zionisten in England zu beseitigen. Die erste Voraussetzung hiefür wird sein, daß die englischen Allgemeinen Zionisten sich zur finden, daß es in einem Sonderrechte und f ii r einzelne G r u p p e n geben kann. Das gilt in gleicher Weise für Herrn Kurt Blumenfekl und seine Gruppe. Es wäre zu bedauern, wenn sich die beiden genannten Gruppen den Krakauer Beschlüssen nicht voll und gianz anschließen würden. Anderseits aber sind die Krakauer Beschlüsse wohl überlegt, sie tun niemandem, der sich ihnen anschließt, einen Zwang an und können nur durch Beschlüsse einer Tagung des VV e 11 v e r b a ndes ab geändert werden. Eines steht jedenfalls heute fest: Auf dem nächsten Auffassung bereit Verband keine Privilegien London, 30. Oktober. (Z. T. A.) Der von David Ben Gurion und Wladimir Jabotinsky im London Unterzeichnete innerzionistische Friedenspakt hat folgenden Wortlaut: Ohne Beeinträchtigung der Freiheit von Diskussion und Kritik im der zionistischen Bewegung verpflichten sich alle Parteien, Mittel im Parteikampf nicht anzuwenden, die jenseits der Grenzen politischer und ideologischer Erörterung liegen und mit den sittlichen Grundsätzen des Zionismus und zivilisier tem Verhalten unvereinbar sind. Alle Parteien sollen Aufrufe an ihre Mitglieder erlassen, in denen Terror- und Gewaltakte jeder Art und Form und unter allen Umständen, sei es in Palästina oder im der Diaspora, verboten werden. Jede Partei soll die schärfsten Mittel anwenden, um solche Akte auszumerzen. Dieses Ver bot betrifft ebenso auch das Eintreten für Terror und Gewaltakte sowie deren Gut heißung. Alle Parteien verpflichten sich, sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden Mittel anzuwenden, um den Bruch oder die Verletzung des Abkommens zu verhindern, dessen Zustandekommen zwischen den Arbeiterorganisationen Palästinas herbeizuführen sie versprochen haben und durch welches kameradschaftliche Beziehungen zwischen den Arbeitern hergestellt, eine gerechte Verteilung der Arbeit unter alle Arbeitssuchenden gewährleistet und angemessene Arbeitsbedingungen gesichert werden sollen. Alle Parteien verpflichten sich, scharfe Mittel zur Verhütung jedes unfairen Vorgehens im Parteikampf zu verhiniern, wie: Verleumdung, Verunglimpfung, Beschimpfung von Personen odet Gruppen, Verbreitung falscher Nachrichten, Denunziationen, Beschimpfung der Symbole, Fahnen und Uniformen der Gegner. In keinem Fall und unter keinen Umständen ist es Parteien oder einzelnen ihrer Mitglieder gestattet, V e r s a m m 1 u n g?* n einer gegnerischen Partei zu sprengen oder zu stören. Alle Parteien verpflichten sich, über Mitglieder, die eine der obigen Bestimmungen verletzt haben, sobald dies dir Partei »teekt oder durch Vermittlung eines Mitgliedes dei betreffenden Partei bekannt geworden ist. eine der folgenden S tr a f e n zu verhängen: Mißbilligungserklärung, Geldstrafe, vorübergehende Entziehung der Mitgliedsrechte oder endgültiger Ausschluß aus der Partei; da, wo es sich um Schekelzahler handelt., AusschlußausderZionistischen Organisation. Wenn eine Partei die Bestrafung von Mitgliedern, dio eino solche Übertretung sich zuschulden kommen ließen, unterläßt, oder wenn die betroffene Partei mit der verhängten Strafo nicht zufrieden ist, dann steht es dieser Partei zu, Berufung Kongreß wird der Weltverband der Allgemeinen Zionisten ein gewichtiges Wort mitzureden haben. Es kann die Möglichkeit bestehen, daß die Gruppe Blumcnfeld und die englischen Zionisten dem Welt,verband nicht angehören werden. Der Weltverband, der sich auf alle Länder erstreckt, in denen Zionisten leben, wünscht den Anschluß dieser Gruppen, kann aber keine Kompromisse eingehen, durch welche ein Zustand herbeigeführt wird, der den Verband zu einer Attrappe macht. WEIN IST OESUUDHHT! Wcfunb uub iugeu&jrücf) bleiben — btä tuü (bäte 2Uter — ba3 loolicii luir alle. — l£ine uerniinftige UcbenbUieijc — ijl uni) bleibt bas tnicijligflc für tntjet ©oblbefiitbcit. — Irinfen (sie täglich Sikt» — mdjtö i[l )o jjcjuub luie qiUer‘tboiit, ~ er jicirft beit Körper nitb macht ihn imbcrftanbäfähtger — jehafft gcjititbett ‘.'ippetit — uub regelt bic sßeröauuug — uub umS Wein io gauj befonberä luertuotl macht, — i[t (ein Wehalt an SDnueu-Iiitamiii, teifen uub 3)icfc fnflbaren Waturfioffc finb ps — Me oh* Körper ju' iKegeneiatiou — olfo äuut ülnfbnit unb jut '•öeriiiugung braucht Printen Sie täglich )}citinger»'I3eiit. — ^ugenb unb (3e[uubhcit — ftccft in jebem (einer troppit. fiaitfcfiraßcr ^aufJtftcäf'e 17, SRai'ia&ilfcv (Siiriel 27 'Wfttrtclmamtftr. 22, 3olfnftra$c 39, SSaUenfifciuftr, 46 VSBSs bei einem zwischenparteilichen Gericht einzulegen, das in jedem Land im Bedarfsfälle eingesetzt wird. InPalästina und Polen sind solche Gerichte sofort einzusetzen. Eine in einem solchen Strafverfahren aus der Zionistischen Organisation ausgeschlossene Person hat das Recht der Berufung an das Ehren-'/ ongreß-)Gcricht der Zionistischen Organisation. # Oberrabbiner Kook begrüßt den Friedenssshluß Jerusalem, 30. Oktober (Z. T. A.) Sobald die Nachricht von der Unterzeichnung des zwischenparteilichen Friedenspaktes in London in Jerusalem bekannt wurde, gab Oberrabbiner Kook in einer Erklärung seiner tiefen Genugtuung über das Zustandekommen der Vereinbarung Ausdruck und begrüßte herzlichst das zionistische Friedensabkommen. „Tch habe“, erklärt Ohiefrabbi Kook, „diese Konflikte stets tief beklagt und habe versucht, eine Befriedung herbeizuführen; auch in Zukunft will ich mithelfen, die Versöhnung sowohl im allgemeinen wie in Einzelfällen, so oft meine Mitwirkung verlangt werden wird, zu fördern. Ich beglückwünsche die Paten des Londoner Abkommens.“ Junger Mann, akademisch gebildet bisnun technischer Leiter eines hiesigen Betriebes, aus gut bürgerlicher Familie, der demnächst mit Zertifikat zwecks ßetUUerung in einem groben Industrieunternehmen nach Palästina führt, sucht junges, hübsches Mädchen bis 25 Jahre, mit en'sprechender Mitgift, aus guter Familie, womöglich mit hebrüischen und englischen Sprachkenntnlssen, zwecks Ehe kennenzulernen. Nur seriöse, nichtanonyme Zuschriften unter „Diskret 3854“ an die Administration des Blattos. Städtische VersIcSr erim@samtalt Die Wiener Bürgerschaft hat in ihrer Sitzung vom 12. d. M. den von der Städtischen Versicherungsanstalt vorgelegten Verwaltungsbcricht über das Jahr 1933 genehmigt. Aus dom f>ericht geht hervor, daß es der Anstalt trotz der Wirtschaftskrise auch im Jahr 1933 gelungen ist, ihren Geschäftsumfang weiterhin zu vergrößern. Dio gesamte Prämien-, Gebühren- und Zinsoncinnahmo betrug S 22,544.041.36, das ist um fast 400.000 mehr als im Jahre 1932. Dio Gewährleistungsmittol haben die Gesamthöhe von 40*82 Millionen Schilling erreicht, v'as einer Steigerung gegonlibor. dom vorjährigen Stande um rund 3*9 Millionen Schilling entspricht. Rund 13 Millionen Schilling wurden an Versicherte ausbezahlt, beziehungsweise für Schadensvergiltungon roserviert. Don Wiuterhiifeaktionen in Wien und in den Bundesländern wurde ein Betrag von S 51.790 zugowomlei. Aus dem Hilfsfonds für Versicherte wurdon insgesamt S 10.359.50 un Unterstützungen ausbczahlt. Wichtige Mitteilung! Der günstigste Moment zum Eintritt in die neue Klassenlotterio rückt heran. Beachten Sio in Ihrom eigonon Interesse, das Inserat, des Bank- und Wechsolhausos Schelhammer & Schattora in der heutigen Nummer. 1 Die sicherste Anlage von i STIFTUNGEN bildet der KEREN KAJ I 353