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Die Stimme · 1934-10-26 · Heft 395 (26.10.1934) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 395 (26.10.1934)
Date
1934-10-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
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journal issue
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Nr. 895 — 28. Oktober 1934 Dil «TfMMC Sette r RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTÖ. 5 .KOLLNERHOFö. 1 f BI «4 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WASCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG 1 FÜHREND IN ETERNA-HEMDEN (von S 680 aufw.) Generalversammlung der Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs (Wizo) Am 14. Oktober fand die diesjährige Generalversammlung der Organisation zionistischer Frauen (Wizo) unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder statt und bot eine gute Übersicht über die Tätigkeit dieser Organisation im verflossenen Jahre. Die Präsidentin, Frau Sofie Löwenherz, eröffnete die Versammlung mit einer Einleitungsrede und begrüßte die zahlreich Erschienenen, darunter Frau Erna Pollak als Vertreterin der Wizo-Gruppe Linz, Dr. Paul B e r g e r als Vizepräsident des Zionistischen Landeskomitees, Dr. Alois Rothenberg als Leiter des Wiener Palästina-Amtes, Doktor Hugo Groß als Vertreter der Jugend, Frau Marie Pollak als Vertreterin der Jung-Wizo, Professor Artur F r e u d als Vertreter des Keren Hajessod, Dr. Chaim Tartakower als Vertreter des Keren Kajemeth und viele andere. Es folgten dann die einzelnen Referate. Dr. Amalie Kantor berichtete über die Gesamtarbeit der Organisation und über die Tätigkeit in den einzelnen Bezirksgruppen. Frau Erna Pollak, Delegierte aus Linz, referierte über die Tätigkeit ihrer Gruppe im verflossenen Jahr, für die JW. Mirjam sprach Frau Berti Teller, welche die besonders erfreuliche Mitteilung machte, daß die 50 Mitglieder der JW. der Wizo beigetreten sind. Den Kassabericht legte Frau Sabine Weiß vor, worauf dann Frau Ma-lcia Bauer über Keren Hanaschim und Frau Ajalah Tartakower über Keren Kajemeth referierten. In einer kurzen Begrüßungsansprache zollte namens des Zionistischen Landeskomitees für Österreich Dr. Paul Berger den Arbeiten der Organisation vollste Anerkennung. Namens des Keren Hajessod begrüßte die1; Generalversammlung Professor Artur Freud. Über Antrag von Frau Klara Müller wurde der abtretenden Leitung das Absolutorium erteilt, worauf Frau Dr. Ada Kestenbaum den Sitz der Tagespräsidentin einnahm. Auf Grund einer vom vorbereitenden Wahlkomitee vorgeschlagenen Liste wurden in das Präsidium folgende Frauen gewählt: Präsidentin: Sofie Löwenherz; Vizepräsidentinnen: Blanka Federn-Lipschütz, Sabine Paß weg; Sekretärin: Dr. Amalie Kantor; Kassierte: Sabine Weiß. Die Arbeiten für das kommende Jahr wurden in folgende Kommissionen eingeteilt: Onganisaiiohs-, Kultur-, Keren-IIanaschinn-, Keren-Kajemeth-, Jugend-, Veranstaltungs-, Wirtschafts-, Tozereth-Haarez- Kommission. Frau Sofie Lciwenherz dankte für die Wahl und richtete einen Appell an die Frauen, noch eifriger als bisher für die Wizo tätig zu sein, zumal den Mitgliedern in Kürze ein eigenes Heim zur Verfügung stehen wird. Eine von Frau Erna Habermann spontan gewidmete Spende in der Höhe von S 100.— für den Heimfonds bewies, daß der Appell auf fruchtbaren Boden gefallen war. Mit Dankesworten an Frau Löwenherz schloß Frau Blanka Federn die in jeder Hinsicht befriedigend verlaufene Versammlung. ft Unsere Mitglieder werden ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß Informationen und Anfragen in Wizo-Angelegenheiten ausschließlich vom Sekretariat, L, Jordangasse 7, täglich zwischen 6 und 7 Uhr erteilt werden. Die Beratungsstelle der Wizo für Frauen und Mädchen, die nach Palästina auswanidern wollen, amtiert jeden Dienstag zwischen 6 und 7 Uhr im Wizo-Hei/m. Der nächste Kochkurs der Wizo beginnt am 1. November 1. J. um halb 7 Uhr abends in der Kochschule Schwarz, II., Heinestraße Nr. 41. Auskünfte und Anmeldungen bei der Wizo, I., Jordangasse 7, und in der Hochschule Schwarz. Wir machen unsere Mitglieder auf das im Saturn-Verlag kürzlich erschienene Buch „Das blaue Zelt“ von Frau Dr. Hofmann aufmerksam. Dr. A. K. Palästina meldet: Meiner geliebten Schwester und ffeggenossin Frau Gisela Blauer zum Gedenken Doppelt schwer ist es mir, Dich, geliebte 'Schwester, qn meiner Seite zu missen. Warst Du mir doch nicht nur eine Schwester, sondern von Kindheit an auch meine Weggefährtin. Verbanden uns doch gleiche Ideale, gleiches Streben und gleiche Ziele. Stets mißten wir schwesterlich eine um die andere, stets teilten wir aber auch unsere Gedanken und Pläne und gingen wir unentwegt die gleiche Bahn. Wollte ich schon den Glauben an das nahe Ziel verlieren, wollte ich schwankend werden im Vertrauen auf die Verwirklichung unserer Ideale, so warst es Du, die mit nie erlahmendem Feuereifer mich immer wieder mitfortrissest, die mich stärkte und zielsicher machte auf meinem, auf unserem Wege. Dein ungebrochener Optimismus, Dein starker, bejahender Lebensmut haben mich und alle, die um Dich waren, angespornt und beschwingt. Du verstandest es, uns ein Beispiel zu sein, ein Vorbild im Glauben, in der Überzeugung und in der Arbeit für unsere gemeinsamen Ideen, Gerade diese Arbeit hätte uns einander noch näher gebracht. Von Jugend an stellten wir uns beide in den Dienst der zionistischen Idee und fanden uns in gemeinsamer Tätigkeit in den Reihen der Wizo. Seite an Seite nahmen wir Anteil am Aufbau und an den Beratungen unserer Organisation, die Dir ein Gutteil Deines Daseinsziveckes geworden war. ln gemeinsamer Fahrt führte uns unser Weg über die Grenze Österreichs hinaus zu den letzten Wizo-Konferenzen, ivo uns gemeinsames Erleben, die enge Zusammenarbeit an den Besprechungen, ein reger Meinungsaustausch verband und beseelte. Wie oft sprachen wir zu einander von dein Plan einer Teilnahme an der Wizo-Konferenz in Palästina. Nur mehr kurze Zeit hätte Dich von der Verw;% klichung dieses Wunschtraumes getrennt. Und doch sollte er Dir nicht mehr in Erfüllung gehen. Das Land Deiner Sehnsucht, das Land, für das Du in der vorderen Reihe gekämpft und gearbeitet hast, sollte Dir in diesem Leben verschlossen bleiben. Die Pionierarbeit aber, die Du mit Freude und Hingebung für Erez Israel geleistet hast, soll nicht vergessen bleiben. Sie wird fortleben in uns allen, die wir Dir nahegestanden sind, die wir mit Dir gelebt und geschaffen haben. So wie Dich Deine Lebensfreude immer wieder aufgerichtet und angespornt hat, so wollen wir auch in unserem Streben nicht erlahmen. Wir wollen Dein Lebenswerk fortsetzen, Dein und mein Lebensideal, die Anteilnahme der jüdischen Frau am Aufbaimerk in Palästina soll mir auch in Hinkunft heilig sein. Ihm will ich, gerade weil Du mir im Tode vorangegangen bist, weil Du mir fehlst und ich Dich nicht mehr zur Seite habe, von nun an mit verdoppeltem Eifer dienen. Damit will ich Dir all meine Liebe und Anhänglichkeit bezeugen, Dir und unseren Ideen treu sein über Dein Grab hinaus. Amalie Kantor. * Gedenkfeier für Gisela Btauer Unter starker Beteiligung aus Mitglieder- und Freundeskreisen fand am 14. d. im Mirjam-Heim, I., Jordangasse 7, eine Gedenkfeier der Wizo für das kürzlich verstorbene Leitungsmitglied Frau Gisela Bauer statt. Als offizielle Vertreter hatten sich eingefunden: Dr. Oskar Grün bäum für das Zionistische Lanideskomitee, Direktor Marie Pollak für die Jung-Wizo, Apotheker Groß, Prof. Dr. Gabe und Direkter E pstein für dio Sektion VIII/IX, Dr. Chaim Tartakower für den Keren Kajemeth. Mit bewegter Stimme widmete dio Präsidentin der Organisation, Frau Sofie Löwenherz, der Verstorbenen einen tiefempfundenen Nachruf. (Wir veröffentlichen die Rede an anderer Stelle unseres Blattes.) Mit einem Trauergebet und Kantoralgesängen beschloß Oberkantor M argul ies die eindrucksvolle Feier, Zusammenstoß zwischen Revisionisten und Arbeiterparteilern in Haifa Jerusalem, 23. Oktober. (Z. T. A.) Über einen Zusammenstoß zwischen Revisionisten und Arbeiterparteilern in Haifa am 19. Oktober wird von der Haifaer Polizei ein Bericht ausgegeben, der folgendes besagt: Im Makkabi-Saal in der Haifaer Vorstadt Hadar Haca.rmel veranstalteten die Revisionisten eine Zusammenkunft, zu der nur Personen mit Karten Zutritt erhielten. 80 oder 90 Revisionisten waren zugegen. Noch vor Beginn der Versammlung, um 9.15 Uhr abends, hatten sich etwa 1500 Angehörige der Histadruth versammelt. Während der erste Redner im Saal zu sprechen begann, wurden die Saalfenster von außen eingeworfen. Die Außenstehenden riefen zehn Minuten lang „Nieder!“ Es folgte ein heftiges Steinbombardement durch die Fenster von der westlichen, unbeleuchteten Seite des Gebäudes her, dann wurde das Gebäude von allen Seiten bombardiert. Die Polizei, die am Gebäude stationiert war, machte von ihren Knütteln Gebrauch und säuberte schließlich die Umgebung des Gebäudes und die umliegenden Straßen. Um Mitternacht mußte die Polizei nochmals eingreifen, um die angesammelte Menge zu zerstreuen. 23 Personen, Angehörige beider Parteien, wurden als Verletzte ins Hadassah- Hospital gebracht, zwei waren erheblich verletzt und mußten im Hospital verbleiben. Am Donnerstag abend wurden 7y am Freitag 8 Personen verhaftet. Dr. von Weisl wurde von einem Stein am Auge getroffen, seine Verletzung ist nur leichter Natur. Von den Polizisten wurden sieben leicht verletzt. Dizengoffs Ruf für Frieden in Tel-Aviv „Verflucht der, der die Hand erhebt wider seinen Nächsten!“ Tel-Aviv, 24. Oktober. (2. T. A.) Im Hinblick auf die letzten schweren Zusammenstöße zwischen Arbeiterjugend und revisionistischer Jugend in Haifa und die andauernd gespannte Lage zwischen Arbeiterparteilern und Revisionisten in Tel- Aviv erließ der Bürgermeister von Tel-Aviv, Meyer D i z e n g o f f, an die Einwohner der Stadt einen Aufruf, in dem er vor der Anwendung physischer Gewalt bei der Austragung von Parteistreitigkeiten warnt und insbesondere die Jugend ermahnt, den reinen Namen der jüdischen Stadt Tel-Aviv nicht durch brutale Gewalt zu beflecken. Sein Aufruf schließt mit den Worten: „V e rflucht sei der, der die Hand erhebt wider seinen Nächsten!“ Finanzbericht der Jewish Agency Jerusalem, 24. Oktober. (2. T. A.) Die Jewish Agency hat ihren Finanzbericht für die letzten elf Monate (Oktober 1933 biß 1. September 1984, die Bearbeitung des statistischen Materials für September 1984 ißt noch nicht beendet) veröffentlicht. Danach ist es in diesen elf Monaten gelungen, die angesammelte Schuldenlast der Agency und des Keren Hajeßsod aus früheren Jahren um 101.119 Pfund zu verringern. Die Einnahmen des Keren Hajessod betrugen in der Berichtsperiode 171.000 Pfund. Man nimmt an, daß daß September-Ergebnis rund 20.000 Pfund ausmachen wird; demnach wird die Gesamtsummen der Keren-Hajessod-Eingängo im Finanzjahr 1933/34 190.000 Pfund betragen, somit um 20.000 Pfund mehr als im Voranschlag des Kongresses vorgesehen und um 80.000 Pfund mehr als im vorangegangenen Finanzjahr. Max-Nordau-Rorf in Palästina Jerusalem, 24. Oktober. (2. T. A.) Eine jüdische Gesellschaft erwarb in der Nähe von Cbedora ein größeres Bodenareal, mmmammummmmm auf dem eine neue Siedlung selbständige* Kolonisten mit einem speziellen Viertel für landwirtschaftliche Arbeiter erbaut werden wird. Die Siedlung wird den Namen „K f a r Max N o r d a u“ zum Andenken an den berühmten Freund Theodor Herzls und Mitbegründer der modernen zionistischen Bewegung tragen. Antisemitischem Redakteur wird Ausweisung aus Palästina ange* droht Jaffa, 23. Oktober. (2. T. Ä.) Dem Herausgeber der Jaffaer arabischen' Tageszeitung „Al Difaa“, Sami Effendf A1 - S a r r a j, einem politischen Flüchtling aus Syrien, der mehrere Jahre in Ägypten lebte, wurde von den Behörden die Ausweisung aus Palästina für den Fall angedroht, daß er die Veröffentlichung aufreizender Artikel gegen eine angebliche jüdische illegal« Masseneinwanderunjg fortsetzen sollte. t Palästina - Reisen Schiffskarten zu Originalpreisen. Informationen erteilt kostenlos Nordisches Reisebüro (Reiseleiter N. M. Racker) Wien, I., Seilergasse 3 (Graben) Tel. R 24-2-31 Eine neue Herzl-Biographie. Anfangs November erscheint die erste aus-* führliche Herzl-Biographie aus der Feder Ales Beins, des bekannten Schriftstellers, welcher seit seiner Emigration auß Deutschland in Jerusalem lebt. Diese Biographie ist auf Grund eines umfassenden Quellenmaterials aus den einschlägigen Archiven (Berlin: Auswärtiges. Amt, Archiv der zionistischen Organisation, Rathenau-Archiv; Wien: Herzl-Nachlaß, österr. Haus-, Hof- und Staatsarchiv; Palästina? Wolffsohn-Archiv, Nachlaß Schaplra, Autographensammlung Schwadron) in einer bisher noch niemals gebotenen Gründlichkeit und Sachlichkeit abgefaßt. Das Werk gibt zum erstenmal ein abgerundetes Bild der Entwicklung Herzls zum Zionismus und im Zionismus. Die Kapitel über Herzls Jugendzeit in Budapest, über seine Studenten- und Schriftstellerjahre in Wien und Paris, basierend auf einem völlig neuen und bisher unbekannten Material, “Blau-weiß wmsmmmmammmmmmmmmm Palästinafahrten auf dem Landweg Billige Sonderfahrten Reisedauer Wien—Haifa nicht ganz 4 Tage. Abfahrt des ersten Sonderzuges Samstag, den 17. November, 19.20 abends von Wlen-Ostbannhof. Ankunft Mittwoch. Bequeme Fahrt Schlaff- und Speisewagen Rituelle KUche Wegen der vielen Voranmeldungen empfiehlt es sich, die Fahrkarten ehestens zu besorgen. Platzkarten werden bereits ausgegeben. Kartenverkauf — Auskünfte: Osterr. Verkehrs-Bureau Wien, I., Friedrichstraße 7, Tel. B 27-500. Poln. Verkehrs-Bureau „Orbis“ Wien, I., Kürntnerstraße 41, Tel. R 26-1-43 Auskünfte erteilt: Osterr. Palästinaamt Wien, U, Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-4-80. Palästinafahrten Wien, I., Franz-Josefs-Kai 7/9, Zimmer 129A Tel. R 28-0-65.

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