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Die Stimme · 1934-10-19 · Heft 393 (19.10.1934) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 393 (19.10.1934)
Date
1934-10-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite '4 DIE STIMME Nr. 393 — 19. Oktober 19-34 3 Jüdische Siedlung im Euphrat-Gebiet? BiiiiiiiiiBii« G ES U C H wird zum sofortigen Eintritt nettes Mädchen oder Frau, die selbständig lt o di e n kann. Vorzustellen bei: GELBERT, Strickwarengeschäft, XVI., Neulerchenfelderstraße 23. PALÄSTINA MELDET: Die Muftipartei stimmt dem Legislative Council zu Jerusalem (Palcor). Wie mifcgeteilt wird, hat kürzlich eine Reihe von Beratungen der Mufti-Partei in Jerusalem sta.ttgefunden. Auf ihnen wurde die Frage behandelt, ob sich die Partei an den Wahlen zu dem von der Regierung für bald geplanten Legislative Council beteiligen soll. Nach stürmischer Debatte wurde beschlossen, sich am Legislative Council zu beteiligen, selbst wenn die Fragen der Einwanderung und des Bodenkaufs der Kompetenz des Legislative Council entzogen sein sollten. Konstruktive Hilfe für deutsche Einwanderung in Palästina Jerusalem (Palcor). Die im November 1933 bei der Exekutive der Jewisb Agency in Jerusalem geschaffene Abteilung für die Ansiedlung deutscher Juden hat in der Zeit ihres Bestehens für ihre Tätigkeit aus verschiedenen Quellen einen Betrag von mehr als 85.000 Pfund Sterling erhalten. Von diesem Betrage hat die Abteilung bis Ende Augu-st d. J. mehr als 63.000 Pfund Sterling für die von ihr durohgeführten verschiedenen konstruktiven Arbeiten ausgegeben. Hiervon wurde für die Errichtung neuer Gebäude für deutsche Chaluzim an verschiedenen landwirtschaftlichen Siedlungspunkten und in Kwuzot ein Betrag von 26.000 Pfund Sterling verausgabt, für den Unterricht neuer deutscher Einwanderer in produktiven Fächern der Landwirtschaft, des Handwerks und der Industrie 4400 Pfund Sterling, für die Aufstellung von Wohngebäuden und Zelten in den Kolonien für die deutschen Einwanderer 3190 Pfund Sterling, für konstruktive Darlehen 4198 Pfund Sterling, für Boden und Kolonisation 7318 Pfund Sterling, für die deutsche Kinder- und Jugendalija 13.160 Pfund Sterling. Das übrige Geld wurde für die Schaffung von Erziehungsinstituten, soziale Arbeit, Informationsbureaus für die deutschen Einwanderer usw. verwandt. CAFE NATIONAL II., Taborstraße 18 Samstag, den 20. Oktober: MAXIMOFF-TRUPPE 9 Uhr abends Musikschule Wahlen ins transjordanische Par■ lament Jerusalem (Palcor). Aus Transjordanien wird gemeldet, daß die Wahlen der Vertrauensmänner der Bevölkerung, die ihrerseits die Mitglieder des neuen transjordanlsoheu Parlaments zu wählen haben, bereits beendet sind. Die „Volkspartei“, die offizielle Regierungspartei Emir Abdallas, hat die überwiegende Mehrheit erhalten. Die arabische Presse Palästinas berichtet, daß die Kandidaten bei den Wahlen die Wählerstimmen offen zu kaufen pflegen, genau wie man Ware auf dem Markte kauft. Defizit im Budget der syrischen Regierung Jerusalem (Palcor). Wie aus Damaskus gemeldet wird, beträgt das Defizit im diesjährigen Budget der syrischen Regierung 6 Millionen syrische Pfund. Jerusalem, 15. Oktober. (2. T. A.) Unter der Überschrift „über die jüdische Ein Wanderung nach Syrien — Einige Tatsachen über ,Das Land der Chaldäer1“ hat die Jerusalemer hebräische Tageszeitung „D o a r II a j o m“ einen Aufsatz aus der Feder eines Beiruter Mitarbeiters veröffentlicht, in dem die Möglichkeit der Einwanderung und Niederlassung von Juden, insbesondere solchen aus Mitteleuropa, im Euphratgebiet, dem sogenannten „Gezirp- Land, das die Heimat des Erzvaters Abraham war, erörtert wird. Der Verfasser erklärt, daß ein großer Teil dieses über 50.000 Quadratkilometer umfassenden Gebietes, in dem nur 160.000 Seelen, davon etwa 90.000 in sieben kleinen Städten wohnen, ganz besonders für intensive Kulturen geeignet ist und mit natürlicher Bewässerung bewirtschaftet werden kann. Er betont, daß Regierung und Bevölkerung von Syrien angesichts der dortigen schwierigen Wirtschaftslage an einer jüdischen Einwanderung und Kolonisation in diesem Gebiet ein hohes Interesse haben und eine solche im Gegensatz zu der von ihnen aus politischen Gründen abgelehnten jüdischen Siedlung im Hauran und anderen syrisch-palästinensischen Grenzgebieten geradezu herbeisehnen. „Wenn Frankreich“, so heißt es in dem Artikel weiter, ,,sich der jüdischen Ansiedlung im Grenzgebiet Syrien entgegensetzt — namentlich der Schaffung eines Streitobjektes zwischen sieh und den syrischen Nationalisten, sowie zwischen sich und den Engländern, auf denen immer der Verdacht lastet, die von Juden ‘besiedelten Grenzgebiete annektieren zu wollen, wie sie es ja schon im Falle „Metuila“ getan haben, so heißt das keinesfalls, daß Frankreich „AI Jama al Islam“ verlangt die Einstellung der Tätigkeit der Jewish Agency von dem, Moment an, wo der Gesetzgebende Rat etabliert wird. Wenn die Regierung der Ansicht sei, daß die Jewish Agency nur eine beratende Körperschaft sei, dann müsse man antworten, daß der Gesetzgebende Rat auch nicht mehr sein solle. Daraus gehe also hrvor, daß die Juden kein Recht hätten, am Gesetzgebenden Rat solange teilzunehmen, als die Jewish Agency existiere. „Al Mokatam“ schreibt, daß die arabischen Führer im Jahre 1922, als Herbert Samuel den Gesetzgebenden Rat einführen wollte, sich dagegen aussprachen und die Balfour-Deklaration verlangten. Die Folge dieser negativen arabischen Politik war die Stärkung der britischen Regierung, der es dadurch möglich gewesen sei, die Zionisten zu fördern. Vor einem Jahr bestand die Politik der arabischen Führer in der Erregung von Unruhen, die aber rasch abgeblasen vmrden. Jetzt endlich sehen die arabischen Führer ein, daß man Kompromisse schließen müsse. Bisher hätten die arabischen Führer immer Resolutionen gefaßt und selbst immer gegen diese Resolutionen gehandelt. Noch vor einem Jahr würden manche arabische Führer den Gesetzgebenden Rat abgelehnt haben; nun seien dieselben Führer einverstanden, sich am Gesetzgebenden Rat zu beteiligen, obwohl in einem Teil des arabischen Lagers noch nicht entschieden worden sei, ob man sich am Gesetzgebenden Rat beteiligen solle oder nicht. „Al Jama al Islam“ bespricht die Niederlage NashasMbis bei den Wahlen in Jerusalem, der den Aspirationen und Hoffnungen des arabischen Volkes feindlich gegenübergestanden sei. Nashashibi sei ein Werkzeug in den Händen der britischen Imperialisten gegen den Obersten mosleminischen Rai gewesen, deswegen sei er auch einer organisierten jüdische n Einwanderung im Innern Syriens feindlich gegenübersteht. Ganz im Gegenteil: Es ist uns aus zuverlässigen Quellen bekannt, daß bei einer Zusammenkunft zwischen dem französischen Haut C o m in i s s a i r e und einem der größten syrischen Staatsmänn e r, die vor wenigen Tagen stattgefunden hat, der eretere erklärte, daß er großen Wert auf den Vorschlag bezüglich der jüdischen Ansiedlung im Euphratgebiet (,,Gezira“-Land) lege. Es besteht kein Zweifel, daß die Frage der jüdischen Einwanderung in das Euphratgebiet in der nächsten Zeit auf der Tagesordnung erscheinen wird, und zwar wird die Initiative von den syrischen politisch bedeutendsten Kreisen aiisgehen. Das französische Oberkommissariat wird ihnen ein williges Gehör schenken, nachdem die französische Mandateregierung ebenfalls zur Einsicht kam, daß die jüdische Einwanderung imstande sein wird, dio mühseligen Aufgaben der Franzosen in Syrien bedeutend zu erleichtern.“ „Und noch ein besonders wichtiges Moment“, s obließt „Doar Hajom“, ,,soll hier hervorgehoben werden: Dieses Wunderland „Gezira“ liegt auf dem Kreuzwege zwischen Syrien, Mesopotamien, Türkei, Transjordanien, Arabien und Palästina. Einer jüdischen Ansiedlung würde dort die Aufgabe des natürlichen Friedenstifters zwisoheu den Arabern, Wanderbeduinen und en Juden zufallen. Von dort aus wird das gegenseitige Verständnis zwischen den beiden stammesverwandten Völkern erwachsen zum Segen für den gesamten Nahen Osten.“ bei den Wahlen unterlegen. Seine Niederlage sei eine Warnung für alle, die glauben, gegen die Aspirationen ihres Volkes handeln zu können. „Alef Ba“ meint, daß der Verzicht vieler jüdischen Polizisten auf ihren Dienstposten Überraschung hervorgerufen habe. Nach Ansicht des Blattes aber sei kein Anlaß zur Überraschung. Nach dem jüdischen Programm sei jeder Jude verpflichtet, sich in der Führung der Waffen auszubilden, um das Land schützen zu können. Aus diesem Grunde dienen die Juden eine Zeit lang in der Polizei, und wenn sie ausgebildet sind, quittieren sie ihren Dienst. (Das ist natürlich ein Unsinn. Die Juden verlassen die Polizei wegen der schlechten Bezahlung und der schlechten Behandlung, die sie öfters seitens arabischer und englischer Polizeifunktionäre erfahren. Red.) Der Tod von Nablus Jerusalem, 16. Oktober. (2. T. A.) In Palästina zirkuliert gegenwärtig ein von einer wichtigen arabischen Gruppe vorfaßtes Memorandum, in dem festgestcllt wird, daß die von den arabischen Nationalisten betriebene antijüdische Politik für die rein arabische Stadt Nablus den Tod bedeutet. Die Stadt Nablus zählte vor dem Kriege 33.000 Einwohner, 1932 war die Einwohnerzahl auf 17.000 gesunken, heute leben in der Stadt nur noch 12.000 Seelen. All dieses, so wird in dem Memorandum fesfcgestellt, ist auf die schlechte Wirtschaftslage und die wachsende Arbeitslosigkeit zurückzuführen, die die Einwohner, insbesondero diie Jugend,' dasu treibt, in den von Juden bewohnten Städten und Kolonien, sowie in den in der Nachbarschaft jüdischer Siedlungen gelegenen und darum wohlhabenderen arabischen Städten Arbeit zu suchen. CONRAD VEIDT IN DEM MONUMENTALFILM Jttfc 0üf( NACH DEM ROMAN VON LION FEUCHTWANGER täglich Im LOWEN-KINO III., LOWENGASSE 33, TELEPHON U 15-3-12 MARIA THERESIEN-KINO VII., MARIAHILFERSTRASSE 70, TEL. B 35-5-19 Die Jüdischen Polizisten ln Pa• lästlna Jerusalem, 15. Oktober. (2. T. A.) Der Generalinspektor der Palästina-Polizei R. G. B. Spie er teilt mit, daß der Hauptgrund für das Ausscheiden so vieler jüdischer Polizisten im Südidistrikt aus dem Polizeidienst der Wunsch sei, zur Arbeit auf d o in L a n d e zurüokzukehren. Ein anderer Grund seien die Versetzungen in andere Orte. In der letzten Zeit sind wiederum vier jüdischo Polizisten aus dem Polizeidienst ausgetreten, davon einer nach achtjährigem, zwei nach je zweijährigem und einer nach sechsmonatigem Dienst. Wichtig für Polenreisende. Mit einer kleinen Anzahlung sichert sich schon heute jeder die Weihnachts-Polenreise. Der Fahrpreis kann auch in Teilzahlungen geleistet werden. Nä-< he ros: Polnisches Verkehrs-Büro „Francopol“, Wien, m„ Rennweg 1, Tel. U16-4-90. Kinoprogramme der Wothe BURG-KINO Telephon B fo-3-99 Die Schicksale einer Familie, die für das Judentum und die Freiheit des jüdischen Volkes kämpfte Die Rothschilds Beginn: 7a4, 7j,6, ‘/a8. ‘/40. Karten im Vorverkauf. Kammerlfchtsplele Sciiwarzenhe gplatz III. Schwarsenbergplatz 6, Telephon U 16-1-89 CONRAD VEIDT in dem monumentalen Filmwerk JUD S U SS Wochentags: V»6, 7*8 und 7*10, Sonntags: ab %4 KREUZ-KINO yvÄ!S Jtigo, dev Hann zweier Weilen mit Franz Lederer und llissa Landl Beginn: 4, bA6. V»8, 7J0 Uhr ROTENTURM-KINO TolephoT Rk29-1 59 Beginn; 4, V46, ‘A8, 740 Uhr Die Rothschilds G. ArliB / L. Young / B. Karlolf leoDOldstfldter Volkskino Telep'liou81^40-0-23 ** Vom 10. bis 25. Oktober i Franziska Gaal Frühjahrsparade Wochentags V,6, 'tfi, */«10 Uhr, Sonn- und tolertaRS V,4 Uhr SCHAFFER-KIM VITelephon1 ßlö-208 37 Vom 10. bis 2G. Oktober: Jan Kiepura, Martha Eggerth in: Mein Herz ruft nach Dir Beginn : ‘A4. V*6, ‘/»8, ‘/J0 Uhr. eaKKSSSSSSKSSKSSSSS Aus der arabiseßen Presse Sektion Leopoldstadt und Klub »Ern Israel«, II., Praterstraße 13 Oonnerstagi den 25. Oktober 1934v 8 Uhr abends Dr. Oskar Grttnbaum, Präsident des Zionistischen Landeskomltees für Oesterreich: »Neuorientierung des Allgemeinen Zionismus in der Oaluth und in Palästina«

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