Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 391 (12.10.1934)
- Date
- 1934-10-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. S01 — 12. Oktober 1934 Dil STIMM» Beit* t PALÄSTINA-TRANSPORTE & THX1? B11BD31B BRODER & FENYO Wien, I., Franz-Josefs-Kai 7-9, Telephon R 26-0-67 und R 26-1-67, übernehmen zu kulantesten Bedingungen Übersiedlungen, Warentransporte via Galatz, Triest und Constanze nach Palästina. Auskünfte: Ernst ULLMANN, Leiter der Palästina-Abteilung Aus der Organisation Die Bczirkssektionen der Allgemeinen Zionisten haben sofort nach den jüdischen Feiertagen ihre Tätigkeit a.ufgenommen und es finden bereits in allen Sektionen gesellige Zusammenkünfte, Vortragsabende und hebräische Kurse statt. Die Bczirkssektionen hatten in der abgelaufenen Saison einen starken. Mitg 1 i e d e r z u w a c h s, mit. dem wir uns jedoch keinesfalls zufrieden geben. In der nächsten Zeit werden alle Sektionen eine erhöhte Werbetätigkeit entwickeln, um sowohl die Zahl der organisierten Allgemeinen Zionisten als auch die Zahl der Abonnenten der „Stimme zu erhöhen. Unser Ziel für dieses Arbeitsjahr ist: 10 0 0 neue Mitglieder und 1000 neue Abonnenten der „S ti m m e“! Eine neue Bezirhs Sektion Bisher bestand für den XII., XIV. und XV. Bezirk in Wien die Sektion XII/'XIV/XV. Im abgelaufenen -Jahre hat sich nun in Meidling eine zionistische Tischgesellschaft gebildet, der infolge der tüchtigen Werbearbeit unserer Gg. Dr. P o k o r n y und Frau Kammerrat K o h n so viele neue Mitglieder aus dem XII. Bezirk zuströmten, daß in diesem Bezirk bereits ein reges zionistisches Leben herrscht. Es existiert auch schon eine rührige Gruppe der W i z o und eine J u g e n d g r u p p e. Diese schönen Erfolge veranlaßen die Sektion XII/XIV/XV und die Tischgesell : Schaft. Meidling beim Zionistischen Landes- S| ' komitee uni die Bewilligung einzuschreiten die Tischgesellschaft Meidling zu einer eigenen Sektion Meidling anszuge ßhüten. Das Landeskomitee hat dieses An suchen aufrecht erledigt. Wir beglückwünschen unsere Gevsinnungs genössen in Meidling -zu ihrer bisherigen 'guten Arbeit und hoffen, daß sie durch den weiteren Äufbäu. ihrer. Sektion das in sie gesetzte Vertrauen vollkommen 'recht-fertigen werden. Jugendführer-Kursg Von dem Bestreben geleitet, der Jugend eine gründliche zionistische Ausbildung zuteil werden zu lassen, hat das Zionistische Landeskomiteo die Einrichtung eigener 'Führerkurse für die Jugend beschlossen. In den nächsten Tagen werden die Kurse unter der Leitung erfahrener Gesinnungsgenossen beginnen. Neue Büros des Landesverbandes Durch den ständigen Zuwachs neuer Mitglieder, die Ausgestaltung der „S timm e“ und durch das Wachsen des Aufgabenkreises des PaläsHnaamtes und der Wirtschafte« stelle wurden die Büros in der Kärntner- Straße 28 zu eng, weswegen das Präsidium dos Landeskomitees im Sinne eines im Frühjahr gefaßten Beschlusses den bestehendem Mietvertrag aufktindigte und neue größere Büros suchte. In den letzton Tagen wurdo ein neuer Mietvertrag abgeschlossen und das Zionistische Landeskomitoe, das Palästinamt und die Wirtsehaftastelle, der Keren Kajomoth, der Keren Hajessod sowie die Redaktion und Administration der „Stimme“ worden anfangs November ihr nouos Heim beziehen. Die neuen Büros, die sich in Wien, I., M a r c - A u r e 1 - S t r a ß e 5 befinden, sind sehr schön und geräumig und weisen auch einen schönen Vortragssaal auf. So entwickelt sich dio Arboit im neuen Arbeitsja.hr unter günstigen Auspizien. Die Zionistische Frauengruppe „WIZO“- Prater (Jüdische Kitiderfreunde), II., Jung« ßtraßo 8, haben einen hebräisehon Kindergarten, sowie einen Hort fiir Schulkinder eröffnet. Betrieb ganztägig mit Verpflegung. Einschreibungen, dortselbst. Auskünfte, .respektive Informationen bei Frau N. Windiß o h a u o r, 11., Obermüllneretraße 5/11, Todesfälle Frau Frieda Schiffmann gestorben Bei Blattschluß erhalten wir die traurige Nachricht, daß Frau Frieda Schiffm a n n, die Gattin dee bekannten Wiener Zionisten Max S c h i f f m a n n, nach längerem Leiden verstorben ist. Mit Frau Frieda Schiffmann verschied eine Frau, die im jüdischen und zionistischen Leben Wiens eine beachtenswerte Rolle spielte. Ihre besondere Liebe galt vornehmlich dem Gebiete der Wohlfahrtsflege, der Hilfeleistung fiir arme und bedrückte Juden. Auf diesem Gebiete leistete Frau Schiffmann ganz Besonderes. Frau Schiffmann erfreute sich durch ihre tiefe Frömmigkeit und Gläubigkeit sowie ihre Hilfsbereitßchaft in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung größter Wertschätzung. Die allgemeine Teilnahme wendet sich dem schwergeprüften Gatten und der Familie der Dahingeschiedenen zu. mah“ ein, der damals dio Vorkämpfer des Zionsgedankens Nathan Birnbaum, Rüben Birer, Ellmann, Sauberberg, Elkan urnl andere mehr angehörten. Nach Beendigung seiner Studien absolvierte er sein Freiwilligenjahr und wurde später Reserveoffizier. Er wählto die Zuckerindustrie zu seinem Spezialfache und war bald einer der gesuchtesten Fachleute auf diesem Gebiete. Zuletzt war er als Direktor der Anglo-Bank mit der Einrichtung und Leitung der neuen Zuckerindustrio Id Jugoslawien betraut. Ing. Wilhelm Gredinger betätigte sich auch eifrig im A. H.-Verband der „Kadimah“. Ing. Gredinger war ein Gesinnungsgenosse, dessen hervorragendste Charaktereigenschaft seine unendliche Güte war. Mit ihm verliert die zionistische Bewegung einen Mann, der den Zionsgedanken bis zu seinem Tode aufrecht verfochten hat. Zionistischer Vortragshatender Freitag, den 12. Oktober 1934. 20 Bezirk, Sektion XX., Jägerstraße 30, 8 Uhr abends, Onegg Schabbath mit Bibelvortrag Dr. Herrmann Schächter lind kantoralen Gesängen von A. Korn (Tenor des Kaschcltempcls). Samstag, den 13. Oktober 1934. 6. Bezirk, Klub Junger Zionisten, VI., Loquaiplatz 11, Y9 Uhr abends, Gesolligkeitsabend mit Tanz. (Ein Schilling Eintrittspreis.) 20. Bezirk, Sektion XX, Bialik-Feier. Gedenkrede: Dr. Ch. Tartakower: „Die Bedeutung Bialiks für die Renaissance-Bewegung des Jüdischen Volkes.“ 8 Uhr abends. Ortsgruppe Mödling, Dr. Leo GoldhammerJ „Dio Bedeutung der Nationalfonds fiir den Aufbau Erez Israels in der Vergangenheit, Gegen* wart und Zukunft“. 10. Bezirk, Sektion X, Hasengasse 17, Onegg Schabbath, 8 Ubr abends. Montag, den 15. Oktober 1934. 2. Bezirk, Sektion II und „Klub Erez Israel“, II., Praterstraße 13, Prof. Dr. Kupfer: „Volk Ing. Wilhelm Gredinger gestorben. Am 7. Oktober 1934 verschied plötzlich unser Gg. Ing. Wilhelm Gredinger, im 71. Lebensjahre nach kurzem, schwerem Leiden. Er entstammte einer angesehenen Großkaufmannsfamilie aus Sereth, legte im Jahre 1884 in Czernowitz seine Reifeprüfung ab und nahm dann an der technischen Hochschule in Wien seine Studien auf. Ais junger Student trat er in die erst wenige Jahre bestehende „Kadi- Die zionistische Bewegung in Österreich beklagt aufs tiefste erschüttert den Tod des Rechtsanwaltes Dr. Simon Horowitz des langjährigen Leiters des Wiener Palästinaamtes der einem schweren, tückischen Leiden in der Blüte seiner Jahre Dienstag, den 9. ds. erlegen ist. Das Begräbnis fand Donnerstag, den 11. Oktober, 12 Uhr mittags, am Wiener Zentralfriedhof, IV. Tor, statt. Palästinaamt, Wien Jewlsh Agency-Jerusalem Zionistischer Landesverband für Oesterreich Histadruth Iwrith, Wien Von schwerstem Leid niedergedrückt, gibt hiemit Max Schiffmann im eigenen Namen und namens aller Angehörigen Nachricht von dem unersetzlichen Verlust, der ihn getroffen hat. Seine teuere, innigstgeliebte Gattin,. Frau Frieda Schiffmann ist nach langem, schwerem, mit rührender Geduld ertragenen Leiden am 10. Oktober 1984, in ein besseres Jenseits abberufen worden. Das Begräbnis der teueren Verblichenen findet am Sonntag, den 14. Oktober um 7,12 Ohr .vormittags auf dem Zentralfriedhof (IV. Tor), statt, Hermann, Bernhard una Michel Schiff mann als Schwäger Max Schiffmann ate Gatte Perl Schiffmann als Schwiegermutter Rosa Kafz una Sabine Fisch als Nichten Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, die allverehrte Gattin unseres Seniorchefs, Frau Frieda Schiffmann am 10. Oktober 1934, nach langer, schwerer Krankheit abzuberufen. Sie war das Ideal einer treuen, sorgenden Frau, ein guter Mensch, eine edle Wohltäterin. Wir fühlen mit unserem lieben Chef die Trauer um den schweren und unersetzlichen Verlust und werden der teuren Verblichenen stets ein treues und ehrendes Andenken bewahren. Das Personal der Firma Brllder Schiffmann