Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 391 (12.10.1934)
- Date
- 1934-10-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Saft# 3 DIE STIMME Nr. 391 — 12. Oktober 198? si:fs5 ÜIÜ mm? :■ J imim cv5>:W 'Xr*\y. mm So fahrt der Chaluz mit den Luxussdilffen s/Pllsna" und /,tierusalemine" des Lloyd Trlestlno nach Erez Israel« Kabine der Touristenklasse Fahrpreise ffir Chaluzim mit vier Mahlzeiten inklusive Einschiffungsgebühr und Cepäckstransport in Triest ö. S IÖO.—. Am Deck bloß ö. S Il6.—. PALÄSTINA-WIRTSCHAFT Ein Kühlhaus in Ludd. Tel-Avis, 10. Oktober. (Palnews.) Wie wir erfahren, wird die Firma Spinney’s Ltd. ein Kühlhaus in Ludd errichten, in dem der Warenbedarf für die palästinensischen Filialen gelagert werden soll. Bislang lagert Spinney’s Ltd. die für Palästina bestimmten Waren in Port Said. Druckerei-Farbenfabrik in Shechonat Borocbow. Tel-Avis, 10. Oktober. (Painewis.) In Shechonat Borochow wurde die erste Druckerei-Farbenfabrik in Palästina eröffnet, die ihre Produkte schon auf den Markt gebracht hat. Der Hafenverkehr in Jaffa und Haifa im ersten Halbjahr 1934. Haifa, 10. Oktober. (Palnews.) Der Hafenverkehr in Jaffa und Haifa im ersten Halbjahr 1934 weist dem Vorjahr gegenüber eine starke Steigerung auf. In beiden Häfen hat sich die ankommende Tonnage von 2.35 -Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 1933 auf 2.97 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 1934 gesteigert. Die Steigerung macht also zirka 26% aus, und zwar beträgt sie in beiden Häfen in gleicher Weise zirka 26%. Die Palästinensische Tabakproduktion im ersten Halbjahr 1934. Jaffa, 10. Oktober. (Palnews.) Während die palästinensische Tabakproduktion im Verlaufe der letzten fünf Jahre in der Grundtendenz stagnierte und nach einem nicht unerheblichen Rückgang in den Jahren 1930 bis 1932 auch im Jahre 1933 den Stand von 1923 nicht voll erreichte, scheint das Jahr 1984 eine erhebliche PToduktionsteigerung mit sich zu bringen. Im ersten Halbjahr 1934 wurden also 57% der Vorjahrsproduktion erreicht, insbesondere ist die Zigarettenprodukfcion stark gestiegen. Die Herstellung von Zigarren wurde erst im Verlaufe des Jahres 1934 amfgenormnen. Bewährter Pädagoge unterrichtet in hebräischer Sprache in Wort und Schrift in Bibel und Talmud, in Religion und alter und neuer Literatur, wie auch in liturgischen Gesängen. Gefl. Zuschriften an Josef Rapaport, Wien, II., Nickelgasse 5. Palästinas Wirtschaftsbeschwerden Tel-Aviv, 11. Oktober. (Palnews.) Anläßlich der kürzlich stattgefundenen Jahresversammlung des Industriellenverbandes wurde die Zahl der Mitglieder mit 330 beziffert, zu denen noch 75 M i tglieder der Haifaer Verbandsabteilung hinzu kommen. Das Arbeitsamt des Verbandes war im Verlauf des letzten Jahres mit 66 Arbeitskonflikten befaßt, bei denen zum größten Teil ein Ausgleich herbeigeführt wurde. Die Arbeitskonflikte brachten ungefähr 9000 Streiktage mit sich. Die seit sechs Monaten bestehende Abteilung für sektiomsweise Zusammenfassung einzelner Industriezweige führte zur Gründung von elf Industriesektionen, denen 150 Fabriken der verschiedenen Industriezweige angeschlossen ßin>d. Der Verbandsvorsitzende, Herr Shenk a r, führte aus, daß der größte Teil des in das Land strömenden Kapitals in Boden und Grundstücken investiert wird, was zu ungesunden Erscheinungen führe. Die S t e ig e r u n g der Löhne, die im Zusammenhang mit dem Arbeitermangel steht, bedroht den Export und stellt im Gegensatz zu den internationalen Lohnsenkungstendenzen. Auch die Regierung unterläßt es, den Export zu fördern, der vom Import um 70% übertroffen werde. Auch die Jewish-Agency erfülle ihre Pflichten gegenüber der Industrie nicht und solle sich a n den Völkerbund mit der Forderung der Aufhebung des Artikel 18 der Mandatsbestimmungen wenden, der Palästina hindert, Handelsverträge abzuschließen, durch die Exportländer nach Palästina gezwungen werden können, auch palästinensische Waren zu kaufen. Der neue Hafen in Haifa habe der Industrie nur Schaden gebracht, der Jaffaer Hafen werde vernachlässigt. Es werde eventuell notwendig sein, durch eine Sonderdelegation zum Londoner K olomialamt die Schaffung eines Industriedepartement« zu fordern. Die Beziehungen zu England würden sich eventuell durch stärkeren Einkauf der Rohmaterialien in E n g 1 and bessern. Herr Shenkar sprach weiteT über die Einwanderung&frage, die Fragen des industriellen Kredites, die inneren Konkurrenz-, Arbeiter- und Streitfragen, wie andere* unehx,_ Erez Israel Im Jahre 5694 Von E. M. Epstein (Fortsetzung) IV. Die politische Lage. Wenn wir zur politischen Lage zurückkehren, können wir nicht Zufriedenheit an den Tag legen. Die Arbeiterzertifikate wurden bis aufs Notwendigste reduziert. Kleine Kapitalisten können schwer hineinkommen und gelernte Arbeiter werden nur spärlich ins Land gelassen. Die Kürzung der Arbeiterschedule, der gelernten und ungelernten, die es ermöglicht hat, daß nach syrischen Meldungen 30.000 Hauraner sich Wer angesiiedelt haben, und daß Zehntausende von Pfunden nach Haura.n verschickt wurden, gehört eher ins politische als ins wirtschaftliche Gebiet. Die verhältnismäßig geringe Beschäftigung von Juden bei den öffentlichen Arbeiten, die kleinen Zuschüsse für JEnziehungs- und Gesundheitswesen, die Benachteiligung der jüdischen Interessen bei der Anleihe, die Einkerkerung von ' Arbeitern wegen Propagierung von jüdischer Arbeit auf jüdischen Farmen und der jetzt vorgeschlagene Legislative Council mit einer arabischen Majorität; diese und auch andere Ungerechtigkeiten zeigen uns einen politischen Stand, der im umgekehrten Verhältnis zu unserer wirtschaftlichen Lage steht. Di e S toi hing des High Commiissioniars, der ein aufrechter und gerader Mann ist, und der sich seinen Aufgaben ganz widmet, soll hier nicht ins schiefe Licht gebracht werden. Die Juden mögen nach seiner Ansicht nach Palästina kommen, es aufbauen und als Folge ihre Natiionalheime schaffen, aber nur unter der Bedingung, daß sie nicht die Araber schädigen. Unter „Schaden“ versteht man die Inanspruchnahme besserer Lebensbedingungen als die Araber sie genießeu. Damit dies nicht ein trete, müssen die Araber begünstigt werden, well sie zahlreicher und ärmer sind. Der Jude hat Geld — er kann zahlen und den Fiskus bereichern, aber der Araber ißt verarmt; also muß dieser von der Regierung, da er keinen anderen Helfer hat, unterstützt werden. So würde die Diskrepanz zwischen jüdischen und arabischen Lebensbedingungen reduziert werden. Unglücklicherweise wird aber eine Politik betrieben, die zur Durchkreuzung dieser beiden Wege führt. Nicht nur daß der Araber yon seinen Abgaben nicht befreit wird, •sondern die Juden werden behindert und zu« rückgehalten. Die Transjordamier und Hauraner mögen frei in den jüdischen Arbeitsmarkt cindringen, während Juden jahrelang auf Zertifikate warten. Der Fehler dieser Stellungnahme, welche kürzlich in den „Times“ Ausdruck gefunden hat, liegt darin, daß die Funktionen und Rechte des jüdischen Volke« im National heim ignoriert werden. Diese ganze Angelegenheit wird nur vorn Standpunkt der ganzen Gemeinschaft Palästinas betrachtet, ohne Rücksicht aufdasjüdischeVolk. Dies bedeutet eine Verkennung des Zionismus, und wir werden viel Aufklärungsarbeit. sowohl in England, als aruch in anderen Ländern leisten müssen, um die Welt von der wahren Bedeutung des jüdischen Nationalheimes aufzuklären. Es ist überhaupt fraglich, ob wir eine reale Basis für die Zusammenarbeit mit den Arabern werden finden können, wenn (las offizielle England unsere Ideale weder versteht, noch begünstigt. Während wirtschaftlich die Juden und die Araber Annäherungspunkte finden, macht die politische Annäh er ungkeinen Schritt vorwärts. Die Araber eröffneten dieses Jahr mit antiienglischen Demonstrationen, welche Todesopfer zur Folge hatten. Nun sehen wir im vorgeschlagenen Legislative Council ein gewisse Dekompensation für die Araber. Die gemäßigten Araber unter Nasbashibi und die Extremisten unter Huszeini möchten sich gegenseitig erdolchen, aber i n der Judenfrage sind sie einig. Resumä. Das Aktionskomitee tagte das erstemal in diesem Jahre in Jerusalem im eigenen Gebäude. Die jüdische Nationalversammlung Palästinas änderte ihre Verfassung und organisierte eine Protestaktion gegen die Emigrationspolibik der Regierung. Die hebräische Universität entließ zum zweiten Male Absolventen, mit dem Titel M. A. (Master of Arts). Die B o d e n ve r s u c hast a t i o n und das Haifaer Tee hn i s c h e Institut haben erfreuliche Fortschritte auf zu weisen. Das hebräische Theater, die Literatur, die Musik und die Kunst — alles blühte auf. Berühmte Künstler besuchten uns während des Jahres. Die hebräische Presse entwickelte sich sehr günstig. Wir verfügen bereits über zwei Abendblätter. Eine Radiosendeanlage soll demnächst erbaut, werden. Die Schwierigkeiten sind groß. Die Bodenspekulation einerseits, die Landflucht der Arbeiter anderseits sind traurige Erscheinungen. Aber das Werk schreitet fort. Trotz des Mißtrauens und Mißverständnisses, trotz der Ungunst der Umstände gewinnt der Jude in Erez an Prestige und an Ansehen. Das macht die schweren Schicksalsschläge, die die Judenschaft in Deutschland betroffen hat, leichter erträglich. Ein renommiertes Restaurant ladet Sie ein! Das bestens bekannte Restaurant Hotel Stefanie, welches durch seine vorzügliche Küche in weitesten Kreisen den besten Ruf genießt, ladet auch Sie ein, sich von der Güte und schmackhaften Zubereitung der Speisen zu überzeugen. Die billigen Preise — reichhaltige Menüs schon von S 1.60 an, ermöglichen es jedermann. Speisen am Rost. Erstklassige Bedienung__ ENGLISCH Unterricht erteilt erfahrene Lehrerin an Kinder und Erwachsene in und außer Haus. Mäßige Ansprüche N. N. VIII., Lange Gasse 74/5.Tel. A27-1-53 P'ADAGOGIN mit langjähriger Praxis erteilt Einzel- und Gruppenunterricht an Erwachsene und Kinder. Gefl Zuschriften an: E. T. XX., Karajang. 17/16 STUDENTIN perfekt französisch, englisch, hebräisch, Gymnasialnachhilfe sucht Stunden oder Nachmittagsstelle zu größeren Kindern; übein’mmt auch Übersetzungen II. Gr. Schlffgassa 5/20 Schadchen der in beste jüdische Familien Zutritt hat, wird gesucht Zuschriften unter Chiffre „Seriös“ an dl« Adm. d. Bl.