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Die Stimme · 1934-10-12 · Heft 391 (12.10.1934) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 391 (12.10.1934)
Date
1934-10-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DII tTIMHI Nr. SOI — 12. Oktober 1934 jeder P^nNi'lio fahrt in (iin Höhn, wenn .<0 der Nnme Sehiekelg'ruber genannt wird... PDse deutsche T*r(>iiasriuvdakümmert sieh nicht darum, ob da?. vn.s sie den Juden nach?ag-t. auch nur wa.hr sein kann. Nach dem Iv /mpt Hitlers in ...Mein Kampf” handelt es r-ii h hei Propaganda n-ieiht um Wahrheit, sondern nur um Wirkung. Wir wissen, wie genau diese Instruktion befolgt worden ist; nichts ist absurd genug, nichts skurril cremig in der Hetze gegen die Juden, daß es nicht in unablässiger, monotoner Wiederholung in die Gehirne getrieben wird, so tief, daß auch nur der Versuch der Widerlegung zu einem aussichtslosen Unternehmen wird. So hat sieh diese Lues im die Massen hineingefressen, und die Lüge ist unausrottbar geworden. National-sozialer Volksbund. . Die ..Reichspost” veröffentlicht eine von den österreichischen Nationalsozialisten, Gruppe Rheintaler-Salzburg, dem Bundeskanzleramt vorgelegte Erklärung. Sie lautet: ..Die bewußt-betont nationalen Kreise Österreichs, welche in einem eigenen Verband, ,National-sozialer Volksbund Österreichs1 mit dem Sitze in Wien, i m R ahmen der Vaterländischen Front zusammengefaßt werden sollen, bekennen sich hiemit, fußend auf christlicher Weltanschauung, zu einem selbständigen, deutschen, berufisständisoh gegliederten Bundesstaat Österreich. In dem aufrichtigen Bestreben, das vaterländischnationale Volksbewußtsein zu pflegen und zu diesem Zwecke für die Reinheit und Einigkeit der österreichischen Bevölkerung einzutreten und hierin gegen jeden fremdländischen Einfluß Stellung zu nehmen, erachtet es der .National-soziale V o 1 k s b u n d‘ in Gründung als seine vornehmste Pflicht und Aufgabe, im Verein mit allen aufbauwilligen, sich zu dem Gedanken einet? freien, selbständigen und unabhängigen Österreich bekennenden Kräften auf eine Beruhigung und Befriedung des Landes und sodann auf einen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Wiederaufbau der Heimat hinzuarbeiten. Auf dem Boden der Verfassung und der Gesetze stehend; lehnt der ,National-soziale Volksbund Österreichs1 in Gründling jede gewalttätige Handlung, die eine Rechtsbeugung oder Rechtsverletzung als Mittel für politische Kampfmethoden darstellt oder beinhaltet, entschieden ab.“ Seitens der Regierung wird erklärt, daß man nach wie vor keine getarnte Organisation zulassen werde. Kinoprogramme der Woche BURG-XINO Telephon B 20-3-99 Die Schicksale einer Familie, die für da3 Judentum und die Freiheit des jüdischen Volkes kämpfte. Die Rothschilds Beginn :1 ,',4, 7*6, 7*8, 7*10. Karten im Vorverkauf. KREUZ.KINO yTsüg Uraufführung I Abenteurer in Schanghai mit Jack Holt, Lia Lee und Ralph Graves _Beginn: 4, V46. 7,8, 7,10 Uhr R0TEHTURM-K1H0 L’Telephon1 Rk29-1 59 Beginn; 4, 7*6, %8, 7,10 Uhr Die Rothschilds G. Arliß / L. Young / B. Karloff Leopoidstflilter t/olkskino TelephoD8Rr?d!-0-23 Vom 12. hl.-i 15. Oktobor : „Liebe dumme Mama" mit Luise Ullrich, Herrn. Thimig, Leop. Konstantin Wochentags */,(i, lhfl, 7,10 Uhr, Sonn und feiertags '/»4 Uhr SCH flFFER-KIiiP''vÄBrÄ37 Vom 12. bla 18. Oktober: Marlene Die!:ich in: Beginn i y,4, 7,6, 7,8, ‘m Uhr. Aus der jüdischen Presse Deportationen aus Palästina „Da war“ (Tcl-Aviv) protestiert gegen die Aus weisung von 17 Juden am Vorabend des jüdischen Neujahrsfestes und fragt: „Wohin sollen diese Menschen gehen?“ Die Behörden weisen diese „Verbrecher“ ohne jedes Mitleid aus und ohne die besonderen Umstände der Fälle zu erwägen. Es ist ein schrecklicher Gedanke, daß Juden an dem Tag, an dem der Jischuw das Neujahrsfest begeht, kein Asyl in der jüdischen Heimstätte haben sollen. Abgesehen von diesen 17 Ausgewiesenen gibt es aber noch viele, die im Gefängnis von Akko und anderen Gefängnissen auf ihre Deportierung in Länder warten, in denen es für sie unmöglich war, zu leben. So lange derartige Dinge möglich sind, kann der Jischuw nicht zur Buhe kommen. Eine Regierung der Gegensätze ,,T he Ca n a d i an Je w i s h C h r onicle“ (Montreal) beschäftigt sich mit der Inkonsequenz der palästinensischen Regierung, Einerseits tut diese Regierung alles, durch die Einschränkung der Einwanderung und durch die Behinderung der jüdischen Arbeit, um das Wachstum des jüdischen Nationalheimes zu verhindern, und anderseits erleichtert sie die Einwanderung der Kapitalisten und singt ein Lob auf das jüdische Volk, welches eine derartige Bliitc des Landes hervor gerufen habe. Diese Inkonsequenz ist tagtäglich zu beobachten. Die Regierung schlägt die Juden mit der einen und streichelt sie mit der anderen Hand. Der Kongreß muß reformiert werden ln der „Z ionist i sehe n W och e“ schreibt Dr. Emil S c h m o r a k: „Die Reform des Kongresses ist längst fällig und wurde bereits 1920 versucht, aber alles ist beim alten geblieben, weil die Fraktionen nicht zulassen wollen, daß ihre parteipolitischen Interessen durch eine Reform berührt werden. So haben einige Kongresse den Antrag der Allgemeinen Zionisten auf Einführung eines alljährlichen Schekels abgelehnt. Sogar gegen diese kleine Reform hat die Linkef die Revisionisten und der Misrachi, einmütig gestimmt. Die Organisationskommission hat vor zwei Jahren in Berlin unter Vorsitz eines Mitgliedes der Exekutive, welches der Linken angehört, gewisse Beschlüsse wegen Kongreßreform gefaßt. Als aber die Gruppe B der Allgemeinen Zionisten diese Beschlüsse als Grundlage einer Koalition vorschlug, wurde dieser Antrag von den Führern der Linken abgelehnt, obwohl das Mitglied der Exekutive aus dieser Partei zugegeben hat, daß die Reform einen wichtigen Schritt zur Verbesserung des Zustandes in der Organisation bedeutet. Der Kongreß repräsentiert nicht 16 Millionen Juden, sondern eine halbe Million Stimmberechtigte und zirka 300.000 abgegebene Stimmen. Er repräsentiert die Zionistische Organisation, das heißt diejenigen, welche ständig ideologisch und organisatorisch mit der Organisation entweder durch einen Landesverband oder durch einen Sonderverband verbunden sind. Die Zahl der Schekelzahler im Kongreßjahr ist viel größer ah die der organisierten Zionisten, und diese zionistischen „Gäste“ verkrüppeln das Bild der Kräfteverhältnisse. Mit welcher moralischen Begründung gewährt man diesen Gästen einen stärkeren Einfluß auf zionistische Angelegenheiten als allen anderen Juden, die sich auch für Palästina interessieren? Die erste Reform muß daher darauf gerichtet sein, daß der Kongreß den Willen der bewußten und organisierten Zionisten darstellen soll. Die zweite Reform bezieht sich auf die Vertretung der palästinensischen Schekelzahl er, die bekanntlich die Zahl ihrer Kongreßdelegierten laut einem Schlüssel feststellen, der doppelt so günstig ist als der außerhalb Palästinas. Dies war zur Zeit berechtigt, als in Palästina ein ganz kleiner Jischuw vorhanden war. Heute aber, wo der Jischuw beinahe 350.000 Juden zählt und durch eine starke Alijah täglich wächst, wäre es gefährlich, dieses Privileg weiter bestehen zu lassenf weil Palästina auf diese Weise einen stärkeren Einfluß auf dem Kongreß erhält als ihm zukommt und leicht die Zionisten der Diaspora majorisleren könnte.. Deshalb muß iiß. zweite. Reform auf eine glejfihe Berechtigung der zionistischen Massen in Palästina und im Golns gerichtet sein. Paßzwang für patästtnenstsche Juden? „Da war“ (Tcl-Aviv) berichtet, daß Juden in verschiedenen Orten Palästinas von Polizisten angehaltcn und nach ihrem Paß gefragt und auf die Polizeistation gebracht wurden, und fragt: Gibt es ein Gesetz, das diesen Vorgang rechtfertigt? Es ist klar, daß nur Juden so unfreundlich behandelt werden. Würde ein Polizist einen Araber nach seinem Paß fragen, so würde ihm der Araber ins Gesicht lachen. Warum stehen nur Juden im Verdacht, sich illegal im Lande aufzuhalten?... Wenn die Regierung der Ansicht ist, daß man den Paßzwang einführen muß, um das Land von illegalen Einwanderern zu säubern, dann müßte sie erst ein diesbezügliches Gesetz beschließen und es verkündigen, und vorher den Juden die Möglichkeit geben, sich darüber zu äußern. Solange aber ein derartiges Gesetz nicht existiert, muß man darauf bestehen, daß die Regierung ihre Beamten anweist, dieses Vorgehen gegen die Juden einzustellen. Eine versäumte Gelegenheit „D o ar Hajo m“ (Jerusalem) kritisiert die Abwesenheit der zionistischen Vertreter bei der Eröffnung der Levantemesse in Bari. Die Zeitung verweist auf die Wichtigkeit einer günstigen Einstellung Italiens zum Zionismus, und ist der Ansicht, daß der Mangel an Aufmerksamkeit seitens der Zionisten im gegenständlichen Falle auf das faschistische Regime in Italien zurückzu führen ist. Der ganze Zionismus hat nur ein Ziel, und seine Führer dürfen sich durch parteipolitische Erwägungen nicht beeinflussen lassen. Es wurde seinerzeit berichtet, daß die Herren Dizengoff und Hoof in bei der durch Mussolini vorzunehmenden Eröffnung der Messe und insbesondere des Palästinapavillons anwesend sein würden. Es zeigte sich aber, daß keiner dieser Herren anwesend war. Warum haben diese Herren erst ihre Anwesenheit zugesichert und warum haben sie ihr Versprechen nicht gehalten? Jungslonfsmus ln der „J id di sehen Sti m m e“ (Kowno) berichtet S. Berkowicz, daß in Litauen sich als Abspaltung von der Hitachduth der Zeire Zion gebildet hat, und sagt, es sei kein Geheimnis, daß ganze Gruppen die Arbeiterpartei verlassen. Die Oppositionspolitik der Arbeiterführer sei überall im Wachsen, ui\d die Angriffsbewegung beschränke sich nicht auf Litauen. Im Memelgebiet sei eine ganze Gruppe aus der Arbeiterpartei ausgetreten und habe eine Sonder Organisation gebildet, der sich ehemalige Mitglieder der Hitachduth angescfüossen hätten. Im Zusammenhang damit verlangt Berkovicz von der Zeiri Zion, daß sie die allen Ideale der zionistischen Jugend wieder erneuere und den fremden Ideen, die ins Judentum hinemgetragen worden seien, Widerstand leiste. Es ist Aufgabe der Jugend, für die Einigkeit der zionistischen Organisation und die Autorität der Bewegung und ihrer Institutionen einzutreten und sie von den demoralisierenden Kräften zu reinigen. Ihre Intentionen müßten sein, den Geist der Chaluziuth im Sinne Gordons wieder zu erneuern. Die akad. Verb. „Kadiinah“, Wien, bringt die tieftruurlge Nachrloht zur Kenntnis, daö ihr lieber fl. H. ins. am 7. Oktober 10ii4,11 Uhr nachts. In seinem 7t. Lebonsiahre nach kurzem, schweren Leiden piOUliah verschieden ist. Per Verstorbene hat seit dem Jahre 1885 unserer Verbindung ungulidrt und war una in all diesen Jnhien ein Vorbild an Uesln* nungstreue, ötlte und selbstlosem Wohl* tätigkeltssinn. Wir werden unseres Bundesbruders ststi ln Ehren gedei ken, FIOUCIT! f. d. Acllvltas: 1. d. A.-H.-Verband : atud. tag. Max Haber Or. Max Silberbarg dzt. x. Präses. Billige Sonderfahrten Wien— Palästina auf dem Landoies Reisedauer Wlen-Halfa ungefähr 4 Tage. Abfahrt des ersten Sonderruges am 17. November 1934, um 19.30 von Wlen-Ostbahnhof. Die Reise führt über Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Türkei, Syrien nach Haifa. Speise- und Schlafwagen Rituelle Kost. Radlosende- und Empfangsanlage. Schlafgelegenheit für Reisende III. Kfasso geboten. Fahrpreis Inkl, Durchreisevisa, ab Wien : III. Klasse, für Chaluzim (Zertiflkatsbcsitzer) S 195’-- ohne Verpflegung, S 209*— mit Verpflegung. III. Klasse, für Touristen S290*—- mit Verpflegung. II. Klasse, für Touristen S 490*— mit Verpflegung. Scblafwagonbenützung für Reisende II. Kl. gegen normale Gebühr. Für leidende Personen, die sich nicht der Gefahr der Seekrankheit aussetzen dürfon, die einzige Möglichkeit angenehm nach Palästina und den vorderen Orient zu gelangen. Anmeldungen. Auskünfte erteilen: Cfsterr. Verkehrs-Bureau Wien, I., Friedrichstraßo 7, Tel. B 27-500. Österr. Palästinaamt Wien, I., Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-4-86. Jüdische Trauer um König Alexander und Barthou Belgrad^ 10. Oktober. Um König Alexander I. von Jugoslawien und den französischen Außenminister Louis Barthou trauert die Judenheit in Jugoslawien mit dem gesamten jugoslawischen Volke. Die Juden wissen, daß diese zwei großen Kämpfer um die Sicherung des Friedens in Europa auch stets bereit waren, gegen Unrecht, das den Juden zugefügt wird, anzukämpfen. König Alexander I., der Sohn des Befreierkönigs Peter I., nach dem e i n Wald im jüdischen Palästina benannt ist, hat bei verschiedenen Gelegenheiten Öffentlich seine Sympathien für das Judentum und die zionistischen Ziele kundgetan und hat ebenso in Kundgebungen und in Gesprächen mit jüdischen Persönlichkeiten erklärt, daß die Judenheit in Jugoslawien als ein für den Staat wertvolles, aufbauendes Element volle Gleichberechti giing mit allen Jugoslawen stets genießen werde. Wiederholt erschien der König zu festlichen jüdischen Manifestationen in Synagogen. Aus Anlaß des tragischen Todes des Königs finden in allen Synagogen Jugoslawiens Trauergottesdienste statt. Konkursaussdireibuns Im Bethaus- und Unterstützungsverein „Bene Berlth" (Kaschel-Schule), XX., Kaschelgasse 4, gelangt die Stelle eines Vorbeters (Rn) zur Besetzung. Bewerber, welche verheiratet, ein einwandfreies, streng religiöses Vorleben, Kenntnis der jüdischen Liturgie, österr. Staatsbürgerschaft nachwelsen können und die kantorale Funktion in einer orthodoxen Synagoge bereits ausgeübt haben, wollen ihre Gesuche nebst Beischluß der vorangeführten Nachweise an den gefertigten Verein längstens bis 15. November 1934 richten. Reflektanten, welche in unserer Synagoge eine diesbezügliche Probe mit negativem Erfolg bereits abgelegt haben, kommen nicht in Betracht. Bethaus- und Unterstützungsverein „Bene Berith", XX., Kaschelgasse 4 Das neue Volk ln dem katholisch-sozialen Blatt „Das neue Volk“ schreibt Christian Loge zum Tod des Bundeskanzlers Dr. Dollf uß: „.. .Ist doch der Kleindeutsch-westösterreichische Konflikt zum ganz großen Teil jüdische Mache zum Zweck der Einkreisung des ihm gefährlich erscheinenden Nationalsozialismus.“ Das ist zwar nicht deutsch, aber gelogen. Waren Planetta und Holzweber Juden? Für die Agudah ln der Kinderzeitung des „Kleinen Volksblatt“ vom 8. d. findet sich ein Bild, das einige mittelalterlich bewaffnete Jungem zeigt. Darunter stehen die Verse: „Gläubige! Ihr sottt’s nicht leiden, daß die Türken und Seldschuken, Juden, Asiaten, Heiden unser Heiligtum bespülten!“ Das ,,Kleine Volksblutt“ ist die kleine Ausgabe der „Reichspost

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