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Die Stimme · 1934-10-12 · Heft 391 (12.10.1934) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 391 (12.10.1934)
Date
1934-10-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sette 2 Nr. 391 — 12. Oktober 1934 DIB STIMM! Besuchet Emlnsers Gaststätten am Praterstern!; Kn! i :Xilll!i!Hlllll!i:IPIIilii.nij|i::li::!miimillj:!lllll!IIIIMi:illl!Hllllllili;illlll!llll!llllllll!llllil!liniinmilliinilllimillllllllinilllllllllllllll!lltllllllinilltlM^ wird versucht, jüdische Arbeiter weiter nach dem Süden, in das Gebiet um G a z a. vorzutragen. Ich glaube, daß die jüdische Kolonisation dort an Umfang gewinnen wird, denn es liegt im Bereich der Möglichkeit. Bodentlächen dort urbar zu machen. Die Möglichkeiten für Kultivierung sind in Palästina noch lange nicht erschöpft. Im Süden ist es das Jordanland, im Norden das Gebiet nahe der syrischen Grenze, die zu neuen Feldern jüdischer Arbeit werden könnten. Bevor die Juden kamen, bildeten die Ebenen zu 90 Prozent eine Wüste. Einige unter uns mögen sich daran erinnern, wie der Emek Jezreel vor 14 Jahren au<ssah: ein Sumpf, eine Pesthöhle. Von den wenigen Hügeln, die es dort gibt, wurden die Araber nicht durch die Juden, sondern durch Moskitos, durch Malaria vertrieben. Das gleiche gilt für die Küste. Die arabische Landwirtschaft betätigte sich von je auf den Hügeln, dort betrieben die Araber Landwirtschaft wie vor 1000 Jahren. Auch hier ist es möglich, die Landwirtschaft so zu verbessern, daß sich das Einkommen des arabischen Bauern verdoppelt und verdreifacht. Dieser Bauer leidet nicht an Bodenmangel, sondern an Kreditmangel, er ist in den Händen von Wucherern, und zwar von nichtjüdischen Wucherer n. Die Regierung kann sein Los bedeutend verbessern, wenn sie ihm einen vernünftigen Kredit gewährt. Die Regierung kann dies tun, da sie über einen Budgetüberschuß von drei Millionen Pfund verfügt. Dem Araber könnte beigebracht werden, auf den Hügeln etwas anzubauen, das ihm mehr als 10 Schilling pro Dunam einbringt, was er für einen normalen Ertrag hält. Der Araber könnte Oliven kultivieren, worin er Meister ist. Aber alles, was die Experten dazu sagen, ist: Das Land ist klein und die arabische Bevölkerung wächst. Die Aufgabe, Raum zu schaffen, wird allein den Interessenten des jüdischen Nationalheims überlassen. Das zweite Problem ist das der Einwanderung. Es bereitet uns allen Sorge. Niemand sah voraus, daß Taifuns und Katastrophen von der Größe der in Deutschland und in Polen eintreten werden. Am meisten betrübt mich der geänderte Charakter der Einwanderung. Die Einwanderung von Chaluzim geht zurück, die Stadtbevölkerung nimmt zum Nachteil der Landbevölkerung zu. Das ist sicherlich eine ungesunde Entwicklung. Viele Städte haben wir in der Welt gebaut, beginnend mit Pithom und Ramses und endend mit Brooklyn-New York. Aber das Ziel des Zionismus ist die Neuschaffung einer gesunden sozialen Struktur der Judenheit. Die Stadtbevölkerung muß zur Gesamtbevölkerung in einem normalen Verhältnis stehen. Die Basis der Gesellschaftspyramide ist die ländliche Bevölkerung. Wenn diese Basis umgedreht wird und die Pyramide auf dem Kopf steht, entsteht eine labile Position. Wir müssen darauf sehen, daß die Chaluz-Einwanderung nicht abnimmt, sondern zunimrat. Darum ist der Kampf um die A r b e i t e r- Schedule so verzweifelt. Ich sehe wirklich keinen triftigen Grund für eine Kürzung der Arbeiter-Schedule. Warum die Regierung die Schedule willkürlich um 60% beschneidet, ist unerfindlich. Wenn immer wieder Araber von außen ins Land kommen, so deutet dies auf einen Mangel an Arbeitern hin. Man sollte denken, die Regierung sei überzeugenden Tatsachen zugänglich, und unsere Ziffern sind überzeugend. Welcher vernünftige GASTSTÄTrE FÜR JEDERMANN I., Kärtnenfrafje Nr 61 Besitzer Otto Kaserer WIENER RAfHAUSKELLER volkstümliche Preise In allen Lokalitäten Wien vor 400 Jahren Allabendlich Original Wiener Musik und Gesang Inhaber Olto Kaserer Mussolini Uber den Judenhaß Erklärung Im Italienischen Rundfunk Die J u d e n i n Italien — wurde i n d er Rundfunk anspr ach e a n sgeführt — erfreuen sichdergleichenRechte wie alle anderen Staatsbürger und haben daher die gle.leben Pflichten wie alle Italiener, in Italien hat man einen Antisemitismus nicht gekannt, und'auch, beute besteht hier kein Vorurteil gdgen die Juden. Im Gegenteil, die Juden haben sich als treue und zuverlässige italienische Staatsbürger hewährt, sie haben im Kriege, tapfer an der Seite ihrer italienischen Kameraden gekämpft Sie werden deshalb wie alle anderen Staatsbürger zu den höchsten Stellen der Verwaltung des Staates und der Armee herangezogen. Die höchsten Würden sind den Juden in Italien nicht versagt: so gehören sie auch der italienischen Akademie an. Die Juden Italiens haben ein stark ausgeprägtes Vaterlandsgefühl und sind treue Anhänger des Faschismus, der keine Rassentheorie kennt. . . In der Erklärung wird dann auch auf die Lage der Juden in Deutsch- 1 a n d Bezug genommen nnd gesagt: In Deutschland hat man von jeher für alles Unglück die jüdische Minderheit verantwortlich gemacht und sie als Sündenbock hingestellt. Zu diesem Zwecke hat man sich sogar eine Rassentheorie zurecht gelegt, nach der die „Arier“ turmhoch über den Juden stehen, obgleich gerade Gobineau, auf den die Rassenfanatiker sich berufen, feststellte, daß die Juden die reinste Rasse darstellen. Wi ederho 11 hat der Regierungschef Mussolini darauf hi ng e w ie s ® n, da ff den Juden in Deutschland das allergrößte Unrecht angetan werde. Zum Schluß wird in der Erklärung der nationalsozialistische Rassenwahn als ungerecht, unwissenschaftlich und absurd abgelehnt; solche Gedankengänge werden als eines Italieners unwürdig bezeichnet. In der Sitzung wurden noch andere Resolutionen angenommen, die unter andern eine Erhöhung der Arbeiter-Schedule wie der jüdischen Einwanderungsquote überhaupt, Erleichterungen für die Einwanderung von Angehörigen des Mittelstandes, die über ein Eigenvermögen von nur 500 Pfund verfügen, Einwanderungserleichterungen für Frauen und Herstellung eines harmonischer funktionierenden Kontaktes zwischen Palästinaregierung und Jewish Agency in allen die Einwanderung betreffenden Angelegenheiten fordern. ★ Besprechungen der Exekutive mat den Revisionisten London, 10. Oktober. Wie das Zionistische Zentralbüro meldet, lut Montag, den 8. Oktober, auf Einladung der Exekutive der Zionistischen Organisation im Büro der Exekutive eine Besprechung zwischen der Exekutive und den Vertretern der Wcltunion der Z ionist cn- Revisionisten statt,gefunden. Die Herren Ben G u r i o n, Prof. Brodeteky und Locker repräsentierten die Exekutive. Grund besteht dafür, die Vorschläge verantwortungsvoller und repräsentativer Personen zu ignorieren, mit denen die Regierung seit 15 Jahren zusammenärbeitet? Entweder traut die Regierung nicht den Zahlen der Jewish Agency, dann sollte sie von sich aus Untensuchungen anstellen, oder sie wird von irgend welchen mysteriösen Beweggründen, die wir nicht kennen, geleitet. Ich hoffe, daß die nächste Schedule besser als die jetzige sein wird. Wlmier Das dritte Problem ist das des L e g i s- 1 a t i v e G ö a n c 11. V Es Ist dies kein neues Problem, es stand bereits 1921 zur Diskussion. Damals wurde uns gesagt, daß der Völkerbund das Mandat vielleicht nicht ratifizieren werde, falls wir nicht unser Einverständnis zu einem Legislative Council geben würden. Es wurde uns ferner gesagt, daß eine solche Änderung in der konstitutionellen Struktur des Landes in die Funktion des Mandates nieht e 1 n g reifen würde. Wir gaben unser Einverständnis, viele von uns gegen ihre bessere Einsicht. Glücklicherweise waren die Araber gegen den Council, und der Plan fiel durch. Wir Juden sind dafür, daß die Bevölkerung, Juden, Moslems und Christen, Gelegenheit erhält, ihren Ansichten Ausdruck zu verleihen. Aber diese demokratische Maßnahme muß notwendig gegen das Mandat wirken, sie wird die Wirtschaftsentwicklung stören und, anderen unermeßlichen Schaden anrichten, wogegen der Nutzen, den sie bringen könnte, ein sehr zweifelhafter ist. Eine Verfassung kann nicht auf der Basis der Jud Süß kommt! heute bestehenden Verhältnisse aufgebäut werden, denn diese wechseln mit jedem Schiff, das eintrifft, und. jährlich können 40.000 Menschen eintreffen. Wird diese verfrühte Maßnahme Palästina aufgezwungen, so kann dies zu ernsten Konsequenzen führen. Aber es gibt eine andere Erwägung: Wir tragen 50 Prozent der Finanzlasten und bilden nur 26 bis 27 Prozent der Bevölkerung. Soll der Legislative Council nur bezüglich der Bevölkerungszahlen repräsentativ sein? Soll er nicht auch die wirkliche Leistung der beiden Bevölkerungsteile repräsentieren? Im letzteren Falle würden wir nicht mehr eine Minderheit sein. Anders aber würde nns ein schweres Unrecht ziigefügt werden. Wir sähen uns gezwungen, uns einer solchen Maßnahme mit allen gesetzlichen Mitteln zu widersetzen. Unsere nächste Aufgabe: Stützung der nationalen Fonds, Was eine Erhöhung der Chaluz-Einwanderung mit slch hrtngt, ~ ‘ Die Beschlüsse der englischen Föderation In der Sitzung des zionistischen Föderation Englands sprachen ferner das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Prof. Dr. Selig Brodetsky, sowie andere Führer des .Welt-Zionismus. Die Sitzung nahm einen sehr eindrucksvollen Verlauf. Es wurde eine Resolution angenommen, in der erklärt wird, die Juden werden der Errichtung einer G e setzge ben d e n K ö rp e r s ch af t in Palästina solange Widerstand entgegensetzen, als nicht ein arabisch-jüdi- ... sch.es Jübereinkomraen getroffen ist, durch;, welches., 'die. Rechte, -des Jüdischen Nationalheims, wie sie im .englischen Mandat über Palästina festgelägt wurden, ausreichend geschützt sind. In der Resolution wird der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß. der Legislative Council dazu dienen könnte, die Durchführung der von England auf Grund des Mandates übernommenen VerpfUcht trag en b e t re ff e n d.Errichtung .; des Jüdischen Nationalhelms zu hemmen. In unserer letzten Nummer berichteten | wir über die antijüdischen Maßnahmen im Irak. Wie „The Jewish Chroniele“ meldet, ist die Judenschaft in diesem Lande tief beunruhigt. Die Regierung hat den Import aller ausländischen jüdischen Zeitungen verboten und die vorhandenen Zeitungen konfisziert. Vorstellungen bei den höheren Behörden hatten keinen Erfolg. Auch eingeschriebene Briefe aus Palästina werden bei den Postämtern zurückgehalten und den Empfängern nicht zugestellt. 20 jüdische Beamte in den Ministerien für Wirtschaft und Verkehr wurden einmonatlich gekündigt. Als nach dem Jom Kippur die jüdischen Angestellten in ihre Ämter zurückkehrten, fanden sie dieselben mit Hakenkreuzen bemalt. Die Postddrektion erhielt den Auftrag, auch alle Bücher in hebräischer Sprache, die bei der Post einlangon, zu konfiszieren. Heimliche Verfolgungen von Juden sind an der Tagesordnung. Die arabische Zeitung „Al Alam Ai Arabi“ hetzt gegen die Juden. Dabei stehen alle diese Maßnahmen im .Widerspruch zum Artikel 6. der Verfassung des Irak, worin die Gleichheit aller Einwohner ohne Unterschied der Rasse, dee Glaubens und der Sprache verfassungsgemäß festgelegt ist. .Die 150,000 Juden des Irak sind in Gefahr lind erwarten, daß eich die zivilisierte Welt ihrer annebmen wird. Hiezu möchten wir sagen: ' Irak War so wie Palästina Mandats]and nnd England hat großmütig konstatiert, daß das Land reif Ist, ein selbständiger tTt'ä & t gu werden« Diese Erklärung Eng¬ Die revisionistische Union war durch die Herren S. J a c o b i und Dr. Sch wartzman vertreten. Die Besprechung, in der Fragen der inneren Beziehungen in der zionistischen Bewegung behandelt wurden, wird fortgesetzt. bxDoxhxp tarx bto D'uxaT^a ■»■■BHnBD inamaBHannaHi Am 20. November beginnt die Ziehung erster Klasse der 32. österreichischen Klassenlotterie Haupttreffer 1 Million Schilling Bestellen Sie Ihre Lose noch heute bei Ludwig Friedmann WIEN, I., SALZGRIES 12 Losp.eise pro Klasse: 7. S 6*-, 7* S 127. S 2V-, 7i S t»8v Bef Jeder Ziehung sicht man, Es spielt sich gut bei Frledrrann lands erfolgte, nachdem sich England deö maßgebenden Einfluß auf die P e t r o 1 e u mqu eilen und die außenpolitische, Vertretung des Landes gesichert hatte* Daraufhin hat der Völkerbund da« Mandat aufgehoben. Bald nach der Aufhebung des Mandates fand ein schreckliches Massacker gegen die paar tausend As 8 y r i e r, die letzten Reste de« einstigen großen assyrischen Reiches, statt, und der Völkerbund hat in der oben angolaufenen Tagung endlich darüber nachgedacht, in welchem Laude man diese Assyrier aueiedeln soll. Eine Kommission wurde eingesetzt ... Jetzt stellt sich heraus, daß England offenbar auch nicht daran gedacht hat, die Rechte der 150.000 Juden im Irak entsprechend zu sichern. Die Gleichberechtigung, die nur in der Verfassung fostgelegt ist, scheint den Juden floß Irak keinen Schutz zu goben. Wird England sich nicht aufraffen und seine Versäumnisse, die es bei der Aufhebung des Mandats verschuldet hat, endlich gutmachon? England und mit ihm der Völkerbund sind für diese Gestaltung der Verhältnisse im Irak verantwortlich, und wir wollen hoffen, daß sie sieh dieser Verantwortung nicht entziehen worden. Tüchtiger hebr. Lehrer (Lehrerin) für Konversation gesucht. Zuschriften unter .Hobrnfst* an die Adminisl1. d. P>1. Hitler im Irak

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