Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 389 (5.10.1934)
- Date
- 1934-10-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Vf. m - 8. OEEotitt TM1 Wf ITIMM1 «•Tte 3 BP»p<p.fWI|i Jucf&Ml&eUötye* dec „Stünme Die Seite dec lugeud Die Jugend und die Krakauer Beschlüsse lassen. Wir haben ein Recht auf Zertifikate und Ans'iedltmg, und niemand kann es uns rauben. Der Woltverband hat in Krakau erklärt, daß er in der allgemein-zionistischen Jugendbewegung „die fundamentale und bauende Kraft des Allgemeinen Zionismus“ sieht, und so ist es auch. Unsere Chawerim fühlen eich als Diener des ganzen Volkes und nicht als Schergen einer Partei. Sie lehnen den Klassenkampf, wie er bei den Linken und Revisionisten in Erscheinung getreten ist, ab. An uns wird es liegen, dem Judentum und der ganzen Welt zu beweisen, daß soziale Gerechtigkeit ohne Marxism us und ohne Faschismus auf Grund der jüdischen Lehre geschaffen werden kann, und daß Faschismus und Marxismus uns nur zur Selbstzerfleischung und Vernichtung führen. j Auf unseren Schultern lastet die Veraaitj wort.ung. Der allgemein-zionistische Chaluz' ist dazu berufen, die Zukunft Palästinas zu gestalten. Folgerichtig hat daher der Weltj verband der Allgemeinen Zionisten nicht j nur das Prinzip der A w o d a h I w r i t h ' ausgesprochen. Er hat darüber hinaus bej schlossen: ,,N i e m a n d darf Mitglied des Weltvcrbandes der Allge-1 meinen Zionisten sein, der nicht! die Forderung von Awodah r w r i t h in seiner eigenen Privatwirtschaft in Erez Israel verwirklich t.“ Gerade dieeer Beschluß hat unter der Jugend besondere Freude hervorgerufen, ebenso wie der Beschluß, daß jeder allgemein-zionistischer Chaluz „ein Arbeitsjahr in der Wirtschaft Palästinas“ absolvieren muß. Die Krakauer Tagung hat den Mut der allgemein-zionistischen Jugend neu belebt. Sie weiß, wofür sie kämpft und ist stolz darauf, daß die Führer des Weltverbandes die von ihr aufgestellten verfochtenen Prinzipien ebenfalte vertreten. Aber ebenso wie die Führer des Weltverbandes, ist die Jugend davon überzeugt, daß uns eine schwere Arbeit bevorsteht. In einem Punkt ist aber die allgemeinzionistische Jugend im Rückstand. Die Erwachsenen haben sich geeinigt, die Gruppen sind verschwunden. In der Jugendbewegung aber dauert die Spaltung noch an. Die allgemein-zionistische Jugend muß so rasch als möglich unter eich Ordnung machen und einen starken, disziplinierten allgemein-zionistischen Jugendverband schaffen. Die Zeit ist zu ernst für Eigenbröteleien und Anbetung angeblich ideologischer Differenzierungen. Der nächste Kongreß muß eine starke, einheitliche und disziplinierte allgemein-zionistische Jugendbewegung sehen, Jehoechuah. Wir pflügen, wir ackern, wir säen, wir ernten. Wir regen die Hände fürs Vaterland; Wir sind Pioniere des jüdischen. Werkes, Von unserem Volke ab gesandt. tj! Wir bauen die Häuser, wir graben die Brunnei Wir schaffen dem Volke die Heimat aufs neu'. Wir regen die Hände, wir ruhen nicht eher, Bis daß unser Land uns zu eigen und frei. Mag Hitze uns quälen, Mag Wasser uns fehlen, Mag kommen, ieas will, Wir stehen nicht still. Voran unsrem Es muß uns gelingen, Wir werden es zwingen; Blqu-weiße Fahnen, Symbol unsrer Ahnen, Weg! Hella Drimmer!' Schsiellsieder-Hachscharah Der außerordentlich große Arbeiterbedarf Palästinas hat es mit sich gebracht, daß die Lange Jahre hindurch vernachlässigten die Allgemeinen Zionisten die Jugend. Die ■Allgemeinen Zionisten setzten sich aus den besser situierten Kreisen zusammen. Sie selbst gingen nicht nach Palästina. Ihnen schien es genug, . wenn sie Geld für die Fonds auf brach ten. Ihre Jugend, soweit sie nach Palästina ging, schwenkte zu den Flügnlparteie» ab. Seit einigen Jahren ist das anders geworden. Die Weltwirtschaftskrise vernichtet den jüdischen Mittelstand. Dieselben Menschen. die als Spender für die Fonds viel Geld hergaben, wollen heute selbst die Feste ihres Vermögens nach Erez Israel riet ten und dort ein neues Leben für sich ■und ihre Familie aufbauen. Ihre Söhne, die früher Ärzte. Ingenieure oder Rechtsanwälte werden wollten, gehen heute in die landwirtschaftliche oder gewerbliche Hachscharab, um als Chaluzim nach Palästina zu geben. Der wirtschaftliche Zusammenbruch ist aber nicht, der alleinige Grund für die geänderten Aussichten der Allgemeinen Zionisten und ihrer Jugend in zionistischen Angelegenheiten. Es kam noch hinzu, daß die Allgemeinen Zionisten, die allein den Zionismus als eine Volksbewegung und nicht ate eine Parteisache betrachteten, durch das Treiben der Flügelparteien angewidert waren. Sic erkannten auch, daß der Zionismus durch die klassenkämpferischen Tendenzen der Flügelparteien und durch den Parteihader in die höchste Gefahr gebracht wird. Seit dem Jahre 1929 waren daher Bestrebungen zu bemerken, die Allgemeinen Zionisten, die nur mehr die Melkkuh für die verschiedenen Parteien waren, in einer Organisation mit einem einheitlichen Programm zutsammenzufassen. Am 17. Kongreß in Basel wurde der Weltverband der Allgemeinen Zionisten gegründet. Er konnte sich aber am 18. Kongreß in Prag nicht bewähren, weil die Verpflichtung zur Disziplin nicht durchzusetzen war und den Aligemeinen Zionisten im Laufe der Jahre das Gefühl der Zusammengehörigkeit abhanden gekommen war. Erst die große Not der Zionistischen Weltorganisation und die schrecklichen Parteikämpfe belehrten die Allgemeinen Zionisten eines besseren. In der denkwürdigen Krakauer Tagung des Weltverbandeß der Allgemeinen Zionisten gelang endlich die Verschmelzung der Allgemeinen Zionisten in einer straffen, disziplinierten Organisation. Es ist bezeichnend, daß in den Krakauer Beschlüssen die Frage der Jugendbewegung einen breiten Raum einnimmt. Vor aLlem ist es bezeichnend, daß der Weltverband die ..vollkommene Gleichberechtigung der allgemein-zionistischen Jugend in Palästina“ fordert, und zwar sowohl bei der E i n o r du u n g in die Arbeitsverhältnisse imd in die I n t Grossen vertret u n g e n der gesamten Arbeiterschaft Palästinas. Wissen wir doch, wie schwer der alllgemein-zionistisehc Arbeiter in Erez Israel zu kämpfen hat. Wir müssen daher eine möglichst starke Alijah haben, um unsere Reihen zu stärken und dürfen keinerlei Benachteiligung unserer Chawerim zulassen. Das ißt um so notwendiger, ate gewisse Kreise der Linken glauben, daß Palästina ihre ausschließliche Domäne ist. Diesen Kreisen waren die Allgemeinen Zioniston recht, solange sie eich damit, begnügten, Geld für die Arbeiter zu sammeln. Jetzt, wo die Allgemeinen Zionisten selbst als Chaluzim nach Palästina kommen, tritt ein ganzes System von V er däch tilg u n g e n und unterirdischer W ü h la r be i t in Erscheinung, um uns ins linke Lager zu zwingen. Wir werden u n ß a, b e r n i c h t in U r b e in a e hon lassen. Hinter der allgemein-zLontetiisohen Jugend stellt, heute dio Macht des Weltverbandes, iipd die Linken werden gut daran tun, sich fliesten« zu besinnen und uns in Ruihe zu erforderlichen, fachmännisch ausgebildeten Handwerker-Chaluziim in den GaluthUtndern nicht vorhanden waren. Rasch wurden daher überall Kurse eingerichtet. Es ist aber klar, daß man in einigen Monaten nicht ein qualifizierter Maurer, Tischler oder Mechaniker werden kann. Die verschiedenen Schnellsiederkurse können nur Pfuscher hervorbringen. Anders ißt es vielleicht bei der landwirtschaftlichen Haelißcharah, wo der Neuankömmling in der Kwuzah weiter ausgebildet werden kann. In handwerklichen Haclischarah aber ist der Arbeiter auf sich allein geetellt. Es ist daher kein Wunder, daß Palästina immer mehr qualifizierte Arbeiter verlangt. Daß hängt auch damit zusammen, daß die palästinensische Industrie immer neue Zweige aufweist. Um konkurrenzfähig zu werden, muß nun die palästinensische Industrie hochqualifizierte Ware auf den Markt bringen. Absolventen von Schnellsiederkursen können naturgemäß eine derartige Arbeit nicht leisten. Immer öfter ereignet es sich daher, daß gut qualifizierte Arbeiter aus Palästina angefordert werden. Kürzlich wurden, um nur zwei Beispiele zu erwähnen, aus Wien 42 Ziegolarbeiter und fünf Emnilleure für Badewannen angefordert. Das Resultat war betrüblich. Kein Zertifikat konnte von den betreffenden Fabrikanten, die eigene aus Palästina nach Wien gekommen waren, verteilt werden. In der Tßohechoslowakei aber waren die gesuchten Arbeiter vorhanden. Die Konjunktur in Palästina, insbesondere die Baubewegung, wird nicht ewig andauern. Schon jetzt zeigt es sich, daß Fabrikanten und Bauherren nur qualifizierte Arbeiter beschäftigen. Daraus folgt, daß die chaluzisehe Jugend gut daran tun wird, die Haclischarah ernster zu nehmen als bisher. Wer es in Palästina weiterbringen will, muß in seinem Fach gut beschlagen sein. Intelligenz allein kann jahrelange Übung nicht ersetzen. Die Zeit, wo jeder Pfuscher gut bezahlt wurde, kann nicht ewig dauern. Wer daher daran denkt, ate Handwerker nach Palästina zu gehen, sehe sich rechtzeitig nach einer Lehrstelle um, in der er sein Handwerk gründlich erlernt. Studentin perfekt Hebräisch, Französisch, Englisch, Gymnasialnachhilfe, sucht Stunden oder Nachmittagsstelie zu größeren Kindern. II., Große Schiffgasse Nr. 5, Tür 2o Vergrößerung des Stadtkibbuz! Der Stadtkibbuz des Gdud-Z'irim, der von mehr als sieben Monaten von nur zwölfj Mitgliedern dieses Bundes ins Leben gerufen wurde, hat sich in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit glänzend entwickelt. Ganz kurz« Zeit nach der Gründung des Kibbuz waT es bereits klar, daß die Mitglieder desselben, die durchwegs geschulte Facharbeiter sind, durch Selbstarbeit den Kibbuz erhalten! können. Der Kibbuz konnte bald neue Mitgliedes aufnehmen und zählt heute bei 40 Chawerim, wobei aber zu bemerken ist, daß acht Chawerim des Kibbuz bereite naclf Palästina fibersiedelt sind. Durch diese enorme Vergrößerung wuin den die Räumlichkeiten in der Ferdinandsstraße zu klein. Es wurde deshalb in der Innstraße ein neues, großes Kibbuzheim gemietet und unter der liebenswürdigen Leitung unseres Gesinnungsgenossen Baumeister Bruno Altmann, der sich id uneigennütziger Weise dem Kibbuz zur Verfügung gestellt hat, für die Zwecke des Kibbuz entsprechend umgearbeitet. Es ist zu erwarten, daß der Kibbuz ira neuen Heime erst recht zur Entfaltung kommen wird, um so mehr, da die alten, ungenügenden Räumlichkeiten die Arbeit sehr behinderten. Allen Gesinnungsgenossen, die Arbeitsraögliclikeiten verschafft haben und dadurch an dem schönen Erfolg des Stadtkibbuz des Gdud-Z’irim beteiligt sind, sei an dieser Stelle gedankt. Gleichzeitig ersuchen wir alle Gesinnungsgenossen, unserer auch ferner bei Arbeitsvergebung zu bedenken und damit an der Erhaltung und Erweiterung unserer für die jüdische Jugend so wichtigen Einrichtung beizutragen. Helfet den füdischen Studenten! Die Mensa academica judaica ohne Geldmittel Der Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica, der sich zur Aufgabe gemacht hat, den Studenten in der Mensa academica judaica ein Mittagessen — oft die einzige Mahlzeit des Studenten — ohne jedes oder nur um ein sehr geringes, an die tatsächlichen Gestehungskosten nicht heranreichendes Entgelt zu bieten, ißt zu Beginn des neuen Schuljahres jeder Geldmittel bar. Um doch die Mensa academica judaica, in der hunderte jüdische Studenten ausgespeist werden, wieder eröffnen zu können, sieht sich der genannte Verein gezwungen, die Aufmerksamkeit der gesamten jüdischen Öffentlichkeit auf diese für die jüdische Studentenschaft lebenswichtige Institution zu lenken und zur raschen und ausgiebigen Hilfe aufzurufen. Adressen für Geldsendungen: Verein zur Erhaltung und Förderung der Mensa academica judaica, IX., Zimmermannplatz 8, Postsparkassenkonto Nr. 30.372. Umschulungskurse. Die Wirtschaftsstelle des Palästina-Amtes veranstaltet gemeinsam mit clem Jüdischen Jugendhilfswerk folgende Umschulungskuree: Etui-Herstellung, Tischlerei, Waschen und Bügeln, Herstellung von Werkzeugen für die Gärtnerei, Papierkonfektion, Anstreicherkurs, Mauern. Schlosserei. Nähere Auskünfte und Anmeldung jeden Montag y.1 bis }/28 Uhr abends im Zionistischen Landeskomitee, I., Kärntnerstraße 28. Beginn des israelitischen Jugendgottesdienstes im Schuljahr 1934/35. Samstag, den 6. Oktober 1934, um 3 Uhr nachmittagß, findet in allen Gemeinde- und Bezirk&synagogen der feierliche Beginn des Jugendgottesdienstes für das Schuljahr 1934/85 statt. Hebräischkurse der „Aklba“. Die Jüdische Jugendorganisation „Akiba“ veranstaltet in ihrem Heim, I., Wiesingerstraße 3, Hebräischkurse für Anfänger und Vorgeschrittene für Jugendliche aller Altersßtufen sowie hebräische Konversationszirkel. Die Kurse stehen unter der Leitung erstklassiger Lehrkväfte uud sind für Mitglieder unentgeltlich. Auskünfte und Anmeldungen sowie Mitgliederaufnahme täglich (außer Freitag) von 8 bis 10 Uhr abends im Heim. Telephonische Auekünfte uuter Nummer B 52-2-40.