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Die Stimme · 1934-09-28 · Heft 388 (28.9.1934) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 388 (28.9.1934)
Date
1934-09-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Soft» 9 DIC STIMME Nr. 388 — 28. September flWI. Die Lage auf dem palästinensischen Arbeitsmarkt Jerusalem (Palcor). Nach den bisherigen vorläufigen Ergebnissen der Untersuchung der Jewish Agency ist festzustellen, daß es im Laude kaum ein Arbeitsgebiet gibt, auf dem nicht ein dringender Mangel an neuen jüdischen Arbeitern spürbar ist. Besonders stark ist der Mangel an jüdischen Arbeitekräften in der jüdischen Landwirtschaft spürbar, wo es soweit gekommen ist, daß die Hälfte des ganzen Gebietes der jüdischen Pflanzungen von jüdischen Arbeitern vollkommen leer ist und ausschließlich Araber beschäftigt. Auch in der zweiten -Hälfte dieses Gebietes werden einige Tausend billige arabische Arbeiter beschäftigt. Die jüdische Baubewegung in den Städten und Kolonien wird nach den gleichen vorläufigen Berechnungen zirka 5000 neue jüdische Arbeiter benötigen. Für die öffentlichen Arbeiten, die in den nächsten Monaten durch den Magistrat Tel Avivs, die Verwaltung des Hadar Hakarmel, durch die jüdischen Kolonien und die neuen Bewässerungsanlagen im Emek .Tesreel in einem Gesamtwerte von zirka 300.000 £ durchgeführt werden sollen, werden nicht weniger als 1300 neue jüdische Arbeiter erforderlich sein, für die jüdische Industrie nicht weniger als 4000 bis 5000 neue jüdische Arbeiter. Man rechnet damit, daß der Gesamtbedarf der jüdischen Wirtschaft an neuen jüdischen Arbeitern für die nächsten Monate die Ziffer von 20.000 Personen übersteigen wird. Die Arbeiterkolonisation in Palästina Jerusalem (Palcor). Im Laufe der letzten Zeit sind eine ganze Reihe neuer Arbeitergruppen entstanden, die zu landwirtschaftlicher Kolonisation übergehen. Diese Gruppen bestehen zum größten Teil aus alten, erfahrenen landwirtschaftlichen Arbeitern, die ihren Boden zum Teil vom Keren Kajemeth erhalten, zum Teil aus eigenen Ersparnissen erworben und dem Keren Kajemeth zur Verfügung gestellt haben. Die neuen Arbeitersiedlungen gründen ihre Wirtschaften aus ihren eigenen Ersparnissen und auf Grund von Krediten, die sie von den Arbeiter-Kreditinstituten erhalten. Die Zahl dieser neuen Gruppen, die jetzt zur landwirtschaftlichen Kolonisation übergehen, beträgt über 30 und umfaßt insgesamt 1785 Familien. V ie Zionistische Sektion Prater, II., Jungstr. 8, gratuliert ihrem Aussdiußmitgliede Herrn Her sch Asdikenas zu seinem SO. Geburtstage Reslerunsssesdtenk an die Araber Jerusalem, 27. September. Gemäß einer vom High Commission er Sir Arthur Wauchope vor seiner Abreise erteilten Order hat die Palästina-Regierung 130.000 Pfund von den insgesamt fälligen 245.000 Pfund Zehenteteuer den Landwirten für die Winter- und Sommerernte erlassen. Dieser Steuernachlaß kommt im wesentlichen arabischen Landwirten zugute, die infolge der Mißernte in eine besondere Notlage geraten sind. (Wir gönnen den armen Fellachen dem Sbeuernachlaß. Es würde uns aber freuen, wenn England sein Herz einmal auch für die Juden entdecken würde, zum Beispiel durch die Verteilung von Staateländereien an die Juden, wozu es laut Mandats vertrag verpflichtet ist. Die Red.) Suche für meinen Schwager Zionist, 25 jährigen Fixangestellten mittelgroß, gutes Außere, zwecks Ehe passendes Mädchen mit etwas Vermögen. Gefällige Zuschriften unter „Lebemkameraden“ an die Administration des Blattes. PALÄSTINA-TRANSPORTE JHK1? SSHBOntS BRODER & FENYÖ Wien, I., Franz-Josefs-Kal 7-9, Telephon R 26-0-67 und R 26-1-67, übernehmen zu kulantesten Be dingungen Übersledlungen, Warentransporte via Galotx, Triest und Canctanza nach Palästina Auskünfte: Ernst ULLMANH, Leiter der Palästina-Abteilung Neuland bei Tel-Aviv Tel-Aviv (Palnews) Zu dem kürzlich mitgeteilten Projekt der Neulandgewinnung am Tel-Aviver Strand durch Aufschüttung eines 600 Meter breiten und 120 Meter ins Meer hinausreichenden Geländestreifens erfahren wir, daß die Verhandlungen günstig verlaufen. Die endgültige Bestätigung der Baupläne durch die Regierung wird in den nächsten Tagen erwartet. Das Kapital ist bereits so gut wie gesichert. Die Pläne, die bis auf einige letzte Details abgeschlossen sind, wurden von der bekannten Londoner Firma Rendel, Palmer and Tritton ausgearbeitet, die auch die Haifaer Hafenpläne entworfen hat. An der Spitze des Unternehmens steht Ing. Grünblatt, der über große Erfahrungen im Hafenbau verfügt und den Bau der Häfen von Mersina und Tripoli geleitet hat. Durch die Aufschüttung und Hinausschiebung des 600 Meter breiten Geländestreifens werden über 70.000 Quadratmeter Gelände gewonnen und der Tel-Aviver Strand in seiner Entwicklung einen bedeutenden Schritt vorwärts gebracht. Erhöhte Ausbeute der Tote^Meer- Schätze Jerusalem Eine Ladung von 10.000 Säcken Pottasche (Kali), ein Teil der Ausbeute der Tote- Meer-Sehätze, ist soeben nach England abgegangen. Es ist dies einer der größten Transporte, die je aus Palästina nach dean Auslande gegangen sind. Der Vorsitzende des Direktoriums der Palestine Potash Company, Israel B r o d y, erklärte, daß die Ausbeute der Naturreichtümer des Toten Meeres im Steigen begriffen ist. Ebenso steigt stetig die Zahl der dort beschäftigten Arbeiter. Verhaufshonventfon für Tozeret Haarez’Schuhe Tel-Avlv (Palnews). Zwischen der Schuhsektion des Industriellenverbandes, dem Verband der Schuhhändler und dem Lederarbeiterverband der Histadrutb wurde nach längeren Verhandlungen eine Verkaufskonvention für palästinensische Schuhe abgeschlossen. Die Konvention wird im Namen und unter Aufsicht des Verbandes für Tozereth Haarez durchgeführt. Die Schuhhändler haben sich verpflichtet, keine ausländischen Schuhe, die unter einem Minimalselbstkostenpreis von LP 1-300 liegen, mehr zum Verkauf zu bringen. Palästinensische Schuhe werden durch eine besondere Marke gekennzeichnet, so daß die Verkäufer inländischer Erzeugnisse unterschieden werden, und solche Geschäfte, die gegen die Konvention verstoßen, von der Belieferung mit Tozeret Haarez ausgeschlossen werden können. Die Konvention wird bereits durchgeführt, die Kosten der Durchführung übernehmen die drei beteiligten Organisationen. Die Schuhfabrikanten wollen auch die Engrospreise regulieren und die Preise für die verschiedenen Kategorien festlegen. Palästina und die arabischen Nachbarländer Die letzten offiziellen Veröffentlichungen j viel weniger aus als die arabischen Nachbarüber das Budget der Palästina-Regierung länder. und seine Details gewähren die Möglichkeit, I Dagegen sind bei den mehr produkinteressante Vergleiche zwischen dem tiven Budgetposten, welche der Be- Palästina-Budget und den Budgets der völkerung tatsächlichen Nutzen bringen, die Nachbarländer anzusteilen. Besonders inter- Ausgaben der Palästina-Regierung viel essant sind die Ziffern über die Aufteilung höher als die Ausgaben aller übrigen Nachder Budgetposten auf die einzelnen Tätigbarländer. Für Erziehungszwecke gilbt die keitsgebiete der Regierung. Diese Ziffern Palästina-Regierung jährlich pro Kopf der zeigen deutlich den großen Unter- Bevölkerung 16 Piaster aus (in Syrien schied zwischen Palästina und 9 Piaster, in Irak 10 Piaster, in Transallen arabischen Nachbarlän- Jordanien 8 Piaster), für Gesundheitszwecke d e r n hinsichtlich der konkreten Leistungen 12 Piaster (in Syrien 4 Piaster, in Irak 6, in der Regierung für die Bevölkerung. Transjordanien 4), für landwirtschaftliche Den ersten Platz unter den Ausgaben der Zwecke 11 Piaster (in Syrien 6, in Irak 8, in Palästina-Regierung nehmen diejenigen für Transjordanien 3), für öffentliche Arbeiten die Polizei, das Grenzkorps, Gefängnisse 32 Piaster (in Syrien 24, in Irak 8, in usw. sowie die besonderen Ausgaben für den Transjordanien 10). Wir sehen also, d a ß i n Unterhalt des in Palästina stationierten bri- P aIästina die Ausgaben für Erfischen Militärs ein. Die Ausgaben für Ziehung pro Kopf der Bevölke- Sicherheitszwecke betragen in Parung doppelt so hoch sind wie in Iästina insgesamt 652.884 Pfund und Transjordanien, zirka 70 Prozent machen mehr als 25 Prozent des Gesamthöher als in Syrien und zirka 60 Prozent budgets der Palästina-Regierung aus. Denhöher als in Irak. Für Gesundheit sind sie noch sind die Ausgaben für Sioherheitsdreimal so hoch wie in Transjordanien und zwecke in Palästina viel niedriger als in den Syrien und doppelt so hoch wie in Irak, arabischen Nachbarländern: in Trans- Auf dem Gebiet der Landwirtschaft sind sie jordanien betragen die Ausgaben für 3^mal so hoch wie in Transjordanien, zwei- Polizei, Gefängnisse und das Grenzkorps mal so hoch wie itn Syrien und um ein Drit- 50 Prozent des gesamten Staatebudgets, in tel höher als im Irak. Für öffentliche Ar- Irak mehr als 37 Prozent, in Syrien mehr beiten sind sie mehr aüs dreimal so hoch als 33 Prozent. Pro Kopf der Bevölkerung wie in Transjordanien und viermal so hoch betragen die Ausgaben für Sioherheitezwecke wie in Irak. in Palästina 57 Piaster (1 Pfund Insgesamt steht also Palästina unter allen 100 Piaster), in Transjordanien 81 Piaster Nachbarländern an erster Stelle nicht und in Irak 48 Piaster (in der letzten Zeit nur hinsichtlich seines Überschusses im sind in Irak die Ausgaben für das Militär Staatsschatz und der Höhe seiner Einstark erhöht worden und machen pro Kopf nahmen, sondern auch bezüglich seiner Leider Bevölkerung viel mehr aus, als hier am-1 stungen für die Bevölkerung. Hierbei darf gegeben). In Syrien sind in der Ziffer die betont werden, daß die jüdische Bevölke- Ausgaben für den Unterhalt des französirung Palästinas, welche mindestens 50 Prosohen Heeres nicht inbegriffen, das dort in zent der Regierungseinnahmeu aufbringt, großer Zahl stationiert ist und die franzövon dem Staatsbudget einen viol gesische Regierung mehr als 2Yt Millionen ringeren Nutzen hat, als ihr nicht nur Pfund jährlich kostet. Wie wir sehen, gibt nach dem Verhältnis ihres Anteils an den also die Palästina-Regierung für Sioherheits- Staatseinnahmen, sondern sogar nach ihrem zwecke sowohl im Verhältnis zu ihrem Ge- Verhältnis zur Gesamtbevölkorung des Lansamtbudget wie pro Kopf der Bevölkerung des zukommt. Keine Jüdische Ansiedlung auf Cypern Eine Reihe jüdischer Zeitungen rm* öffentlieht in letzter Zeit Meldungen aas London Über die Niederlassung von Juden auf Cypern, nach der gegen ein Vorzeigogeld von 50 Pfund Sterling die Einwanderung freigegeben und nach zweijährigem Aufenthalt die britische Staatsangehörigkeit erworben werden kann. Angesichts der Bedeutung und des Interesses, das diese Miln teilnngen in der jüdischen Öffentlichkeit hervorrufon, erklären Palnews, daß diese Nachrichten unrichtig sind und falsche Vorstellungen erwecken. Sonderbedingungen für eine jüdische Einwanderung sind von der cyprischen Regierung nicht festgesetzt worden. Die „Cyprus Palestine Plantation Company Ltd.“ und die „Cyprus Farming Company“ haben insgesamt 13.000, cyprische Dunum Land erworben, von. dem maximal 7000 Dunam für Citrusanbau geeignet sind. Es dürften außerdem noch etwa 25.000 Dunam auf Cypern für den Citrusanbau geeignet sein. Irgendwelche Siedlungen deutscher Juden sind bislang nicht geschaffen worden. Auf ganz Cypern befinden sich etwa 10 jüdische Familien. Ein gefälschter Brief Jerusalem (PalooT). Auf der ersten Seite seiner Nummer vom Vorabend des Neujahrsfestes veröffentlichte, der „Iton Mejuehad“ mit großen Buchstaben deu Text eines angeblich authentischen Briefes des Herrn Dr. Hugo Bergmann, Direktor der Jerusalemer Universitäts-Bibliothek, an den Advokaten Stein, Redakteur des hebräischen Zweiwochenblättohens ,,Eaor“, das von der kommunistischen Partei Palästinasherausgegeben wird. In diesem Brief teilt Dr. Bergmann mit, daß er sich entschlossen habe, seine Kandidatur zu dem jetzt von der palästinensischen Regierung projektierten Legislative Council aufzustellen, und bittet den Advokaten Stein darum, daß der „Haor“ für seine Kandidatur -Stimmung mache. Er fügt dem Brief den Betrag von, £ 40 zugunsten der . kommunistischen Zeitung bei. Auf Grund dieses Briefes forderte der „Iton Mejuehad“ die sofortige Entlassung Dr. Bergmanns aus seinem Amte. Unmittelbar nach dem Neujahrsfeste erschien darauf in den hiesigen Tageszeitungen ein Brief Dr. Hugo Bergmanns, der bekanntgäb, daß der im „Iton Mejuehad“ veröffentlichte Brief eine Fälschung und von ihm nicht ger schrieben worden sei. Der Redakteur des „Iton Mejuehad“ wurde von Dr. Bergimann gerichtlich geklagt. Pahetverhehr nach Palästina Über Intervention der österreioMsehpalästinensisehen Wirtschafte- und Handelskammer in Wien hat das Bundesministerium für Handel und Verkehr, Generaldirektion für die Post und Telegraphenverwaltumg folgende Erleichterung für den Postpaketverkehr nach Palästina mit Erlaß, Zahl 9064, vom 11. September 1934 bekanntgegeben: „Mit Beziehung auf Ihr Schreiben vom 6. März d. J. teilen wir Ihnen mit, daß die Po st Verwaltung von Palästina gewisse Erleichterungen für die Verpackung der Sendungen zugestanden hat. Es wird daher je nach der Natur des Inhaltes auch starke Pappe oder Wellpappe usw. zur Verpackung zugelassen sein. Hinsichtlich der Ausdehnung des Verkehres auf Pakete bis 20 kg hat die Postverwaltung von Palästina jedoch erklärt, nach allen Orten nur Pakete bis zum Gewichte von 10 kg zulassen zu können. Wir fügen bei, daß nach und aus Palästina nicht nur im Verkehre mit Österreich, sondern im Verkehre mit allem anderen Ländern (auch mit Großbritannien) Postpakete nur bis zum Höchstgewicht von 10 kg zugelassen sind.“ Das Caf6 National, II., Taborstraße 18, veranstaltet Dienstag, den 2. Oktober, eine Simchath-Tliora-Feier unter Mitwirkung M. Hersohkowicz, L. Jungwirth, L. Weintraub-Graf, K. u. L. Zucker sowie der Maximoff Gruppe, die dortselbst am 22. d. mit großem Erfolg auftrrä. Tischreservierung unter Telephon Nr. R 42-5-14, R 42-5-15. Musikschutz 50 Groschen. Jqtten! %Mset bei« Tboraaufrui an Sukkoth d« Keren Kajemeth!

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