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Die Stimme · 1934-09-28 · Heft 388 (28.9.1934) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 388 (28.9.1934)
Date
1934-09-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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1fr. 388 — 28. September 1034. DIE STIMME Seit» 5 LONDON MELDET: Jewish Agency und Mandatarmadit London, 21. September. Da« jetzt in London weilende Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, David Ben G u r i o n, einer der Leiter des politischen Departements der Agency in Palästina, hat der Jüdischen Telegraphcn-Agentur ein Interview gegeben, in dem er sich über den 'Standpunkt der Agency-Exekutive zu einer Reihe innerzionistischer Fragen, sowie über Probleme betreffend die Haltung der Agency gegenüber den Arabern und der englischen Regierung' äußerte. „Ich bin nach London gekommen“, er klärte Ben Gurion, „um mit unserer Londo ner Exekutive oine Anzahl wichtiger Fragen zu besprechen, die jetzt besonders aktuell geworden sind; eine dieser Fragen betrifft die Erwägung von Maßnahmen zur Kon solidierung der zionistischen Bewegung. Wir arbeiten jetzt an einem Plan, durch dessen Verwirklichung die auf bauenden Kräfto im Zionismus gefestigt, die Einigkeit in den Reihen der Organisation ge stärkt und die Aktivität der Bewegung er höht werden soll.“ „Es gibt aber auch“, fuhr Ben Gurion fort, „eine Reihe von Fragen, die die Be Ziehungen zur Mandatarmacht und zu den Arabern betreffen, unter den Gegenständen die während meines Aufenthaltes in London von der Exekutive behandelt werden müssen. Die Exekutive macht große Anstrengungen, um eine Verständigung mit den Arabern zu ermöglichen. Wir sind aber überzeugt, daß eine wahre und dauernde Verständigung nur dann zustande kommen kann, wenn die Ziele und Rechte des jüdischen Volkes in Palästina voll anerkannt werden. Diese Ziele stehen in keiner Weise in einem Gegensatz zu den Interessen der Araber. Sie bilden nur eine Ergänzung der wirklichen Bedürfnisse, sowohl der arabischen Bevölkerung Palästinas als auch derjenigen der Araber in den Nachbarländern.“ Per Triumph de» Wiener Films Magda Schneider Wolf Albach-Retty Leo Slezak in O’schichten aus dem Wienerwald mit Georg Alexander Truus van Alten, Oscar Szabo ELITE-KINO I. / IMPERIAL-KINO I. OPERN-KINO I./SCH0TTENRING-K1N0 I. LUSTSPIELTHEATER-KINO II. FLOTTEN-KINO VI. ______ LUX-FILM VII. -. Legislative Council und Einwanderungsquote Auf die Frage, welchen Standpunkt die Exekutive gegenüber dem geplanten Legislative Council in Palästina ednnehme, erwiderte Ben Gurion: „Die Exekutive wird sich entschieden gegen jede Verfassungsänderung wendep, durch die die Rechte, die das jüdische Volk in Palästina hat, auch nur in geringstem Maß eingeengt werden könnten. Es sind nicht die Rechte der gegenwärtigen jüdischen Einwohner Palästinas, die auf dem Spiel stehen, sondern die der gesamten jüdischen Nation; wir müssen gegen jeden Versuch Widerstand leisten, ein konstitutionelles Regime auf der Basis des Status q u o in Palästina einzufüihren.“ Zur Einwanderungsfrago und über die demnächst auszugebendo Labour-Schedule äußerte sich Ben Gurion folgendermaßen: „Zur Zeit sind Beamte der Jewish Agency gemeinsam mit Beamten des Einwanderungs- Departements der Palästina-Regierung damit beschäftigt, den Bedarf des Landes an Arbeitskräften festzustellen. Über Sie Ergebnisse dieser Arbeiten owas zu sagBOg wäre verfrüht,1* Bon Gurion wird während seines jetzigen Aufenthaltes in London auch eine Besprechung mit dem High Commissioncr für Palästina, Sir Arthur Wauchope, abhalten. Pie jüdische Kolonisten und der Legislative Council London, 23. September. Herr Mosche S m i 1 i a n s k y, Präsident des palästinensischen Kolonistenverbandes Hitaehdut Haikarim, der jetzt in London weilt, erklärt: Weder ich, noch irgend eines der Mitglieder unseres Verbandes beabsichtigen, dem Legislative Council beizutreten. Wir haben uns nie mit politischer Tätigkeit befaßt und werden, weder als Organisation noch als Einzelperson, in den Legislative Council nach seiner Errichtung, eintreten. „Wir glauben“, sagte Herr Smiliansky weiter, „daß immer noch eine beträchtliche Zahl qualifizierter jüdischer Farmer in Osteuropa mit Freude nach Palästina kommen würde. Diese Farmer sowie ihre: Kinder wären gerade die Arbeiter, die wir in Palästina für Landarbeit brauchen. Das jetzige System, jüdische Jugendliche im Auslände für Landarbeit in Palästina auszubilden, ißt durchaus nicht befriedigend. Wenn diese Jugendlichen nach Palästina kommen, bleiben sie in den großen Städten und geben nicht aufs Land. Aus diesem Grunde er achtet . sich unser Verband für berechtigt Sonder-Einwanderungszertiflkate anzufor dern.“ Herr Smiliansky, der in den Interessen der Judca Estate Company, deren Aktionär er ist, nach London kam, teilte noch mit, daß die Gesellschaft beschlossen hat, ihr Kapital von 40.000 auf 100.000 Pfund Sterling zu er höhen, um neuen Boden in Palästina zu er werben. Prüfung des Mandatsberichtes vertagt Genf, 21. September. Der Vöikerbundrat hat in vertraulicher Sitzung beschlossen, dio Prüfung des Berichte» der Ständigen Mandatskommission — der auch den Bericht über Palästina ent hält, — bis zur nächsten Session des Rates im Jänner 1935 zu vertagen. Dieser Beschluß ist auf Meinungsverschiedenheiten zwischen der französischen und italienischen Regierung bezüglich des künftigen Schicksals des Mandates über Syrien zu rückzuführen. VII., KAISERSTRASSE 123 Ar IX., ALSERSTRASSE 6 Unterredung Nahum Sokolows mit Cheffsekretär Hall Jerusalem, 23. September. Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, Na hum Sokolow, hat mit dem Stellvertreter des High Commissioner für Palästina, Chefsekretär John Hathorn Hall, eine längere Besprechung abgehalten. Den Jom Kippur hat Präsident Sokolow in Tel-Aviv verbracht. Nahum Sokolow wird sich voraussichtlich einen Monat in Palästina aufhalten und sich dann nach Europa begeben. Für ihn wurde im Verwaltungsgebäude der Jewish Agency in Rechawia ein besonderes Büro eingerichtet, da er dauernd in Kontakt mit den Mitgliedern und Beamten der Palästina- Exekutive zwecks Erörterung der gegenwärtig vordringlichen zionistischen und Palästina-Probleme stehen will. Sokolow wohnt in Jerusalem bei seiner Tochter, der Gattin des Agrikultur-Chemikers Raczkowsky von der Palestine Potash Company. Änderung der syrisch-palästinensischen Grenze? Damaskus, 26. September. Wie die Zeitung „Al Ayam“ meldet, soll demnächst eino Änderung der syrisch-palästinensischen Grenze in der Weise vorgonommen werden, daß etwa zwanzig Drusendörfer an Palästina angeschlossen werden; auch das dem verbannten syrischen Führer Sultan Al Atrasch gehörende Dorf soll an Palästina abgetreten werden. Staatsangehörig- Der Erwerb der palästinensischen Staatsbürgerschaft Die Verordnung über die palästinensische Staatsangehörigkeit vom 24. Juli 1925 regelt, wer als palästinensischer Staatsbürger gilt. Durch die Eheschließung mit einem Palästinenser erwirbt die Ausländerin dessen Staatsangehörigkeit und umgekehrt verliert eine Palästinenserin durch Heirat mit einem Ausländer die palästinensische Staatsangehörigkeit. Auch der Tod des Ehemannes oder die Auflösung der Ehe Übt auf diese durch die Ehe veränderte keit keinen Einfluß aus. Die Voraussetzungen für die Naturalisierung durch den High Commissioner sind der Nachweis, daß der Gesuchsteller a) seit wenigstens zwei Jahren innerhalb der dem Datum des Gesuches unmittelbar vorausgegangenen drei Jahre in Palästina gewohnt hat, b) von gutem Charakter ist und eine hinreichende Kenntnis der englischen, arabischen oder der hebräischen Sprache hat, c) beabsichtigt, nach Bewilligung des Gesuches in Palästina zu wohnen. Die Bewilligung oder Verweigerung der Naturalisation steht im ausschließlichen Ermessen des High Commissioner, gegen dessen Entscheidung es keino Berufung gibt. Die Wirkung der Naturalisation tritt erst dann ein, wenn der Gesuchsteller den Treueid in der vorgeschriebenen Form geleistet hat. Wer die Naturalisationsurkunde vom High Commissioner erhalten hat, hat alle Rechte, anderseits auch alle Pflichten des palästinensischen Bürgers. Sofern jemand ein Junge, verläßliche Kraft (auch nicht diplomierte) zu einer nervenleidenden Dame für Dauerpflege gesucht Vorzustellen täglich von 7 bis 9 Uhr abends, W ien, II., Obere Augartenstraße 14, II. Stiege, li. Stock Tür 15. Naturalisationsgesuch eingereicht hat, ßo kann dessen minderjähriges Kind in der Nafcuralisationsurkunde mit aufgenommen werden. Im übrigen kann der High Commissioner in besonderen Fällen einem Min« der jährigen eine Naturalisationsurkunde er-» teilen. Im allgemeinen soll jedoch eine Na« turalisationsurkunde einer Person „under disability“ nicht erteilt werden. Sofern eine Naturalisation durch Vorspieglung falscher Tatsachen erlangt ist, oder sofern die naturalisierte Person seit der Bewilligung für eine Zeit von wenigstens drei Jahren außerhalb Palästinas gewohnt hat oder gö-i zeigt hat, daß sie der Regierung von Palä« stina nicht ergeben oder treu ist, so kann: die Natural isationsurkuuide vom High Commissioner widerrufen werden. « 60.000 Juden zahlen 600.000 Pfunp für den Palästina-Aufbaufonds Jerusalem (Palcar). Die diesjährige Keren Hajessod-Kaanpagne in Südafrika ist beendet. Präsident Sokolow und der Direktor des Keren Hajessod, Leib Jaffe, die dieses Jahr die Kampagne in Südafrika geleitet und dort vier Monate verbracht haben, sind bereits von dort abgereist. Die Schicksale einer Familie, die für das Judentum und die Freiheit des jüdischen Volkes kämpfte in dem großen Tonfilm mit George Arliss als Meier und Nathan Rothschild Helen Westley als Gudula Rothschild Boris Karloff als Kapitän Ledrantz Loretta Young als Julie Rothschild Robert Young als Fiizroy Ab Montag, 1. Oktober Im Burg-Kino I. Rotenturm-Kino I. Um den inneren Frieden Jerusalem, 26. September. Oberrabbiner K o o k teilte mit, er habe eine Aktion eingeleitet, den Jischuw in Palästina in den Zustand inneren Friee n s zu bringen und endlich dio zwischen der Arbeiterpartei und den Revisionisten bestehenden politischen Konflikte boizulegen. Es fand bereits eine Sitzung im Hause Rabbi Kooks statt, der Berl K a t z e n e la o n und David R o m o z, dio Vertreter der Arbeiterpartei, sowio dio Vertreter des Koloniston-Verbandes, zwischen denen es in letzter Zeit zu starken Kontroversen gekommen war, beiwohnten. Während der Sitzung wurdo dio Frage der Arbeitsbedingungen in Palästina erörtert) die. Vertreter des Kolonisten- Verbandes wurden ersuoht, ihre Zusicherung zu geben, daß sie nur jüdisoho Arbeiter beschäftigen würden. Die Vertreter des Kolonisten-Verbandes warfen die Frage der Beschäftigung jüdischer Arbeiter im allgemeinen und nicht nur von Mitgliedern der Histadruth (Jüdische Arbeiter- Föderation in Palästina) auf. Rabbi Kook ist sehr hoffnungsvoll. Sobald es ihm gelingt, die Arbeitskonflikte boizulegon, will er versuchen, eino Milderung der politischen Gegensätze im Jischuw herbeizuführen. Rabbi Kook erwartete, daß ihn Pinchas Ruthenberg, der Leiter der Palestine Electriv Corporation, in seinen Bemühungen .unterstützen wird. Das endgültige Resultat dar Kampagne ist noch nicht bekannt, weil sie an einigen Plätzen noch fortgesetzt wird. Man rechnet damit, daß das Gesamtergebnis 140.000 Pfund betragen wird. Dies ist das höchste. Ergebnis, das bei einer Keren Hajesßod- Kampagne in Südafrika erreicht worden ist« Das südafrikanische Judentum, das insgesamt 60.000 Seelen zählt, hat bisher seit 1922 für den Keren Hajessod einen Gesamtbetrag von annähernd 600.000 Pfund gespendet, was 10 Pfund pro Kopf der jüdischen Bevölkerung Südafrikas ausmacht. Aus Palästina nach Polen deportiert Jerusalem, 18. September. (2. T. A.) Die im Juli d. J. wogen illegaler Einwanderung verhafteten 32 jüdischen Mädchen aus Polen, dio die ganze Zeit ihres Palästina-Aufenthaltes im Gefängnis zu B e t h 1 e h o m verbrachten, sind soeben mit 12 anderen jüdischen Einwanderern aus Polen per Schuh auf einen griechi- * c h t' n D a m p f o r gebracht wordou, mit dem sie die Rückreise naoh Rolea an« treten müssen.

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