Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 8 (1934-1935)
- Issue
- Heft 387 (21.9.1934)
- Date
- 1934-09-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 11 Nr. 2 — 21. September 1031 DIE STIMME dem Zionismus zu tun buben oder nogar seine Feinde sind, die den Zionismus nur für ihre Parteizweoke benutzen wollen und für die die Weltrevolution wichtiger ist, der sie in Palästina dienen wollen weil sie ihr in Deutschland oder Polen nicht, dienen können. Wir müssen die Regierung hierauf auf merksam machen, weil auch von der Seite der öffentlichen Sicherheit (! i n e G c f a h r d r o h t. Man muß hier eine feste II a n d zeigen, damit der Jisehuw nicht da« Gefühl hat, daß niederträchtige niehtjüdieche Menschen, die nur jüdische Namen tragen und hebräisch sprechen, sich mit Agenten Hitlers verbinden dürfen, um den Frieden und die Ruhe des Landes zu bedrohen!“ Das ist die klare Ausdrucksweise eines Denunzianten, der «ich kein Hakenkreuzler schämen müßte ... Prämienkampf gegen die Jaffa-Orange? „Palnews“ in Tel-Aviv melden: In den Kreisen der Jaffaer Fruchthändler wird bekannt, daß unter dem Deckmantel einer privaten Institution in Italien eine Organisation in Tätigkeit getreten ist, die den sizilianischen Orangeiipflanzern Prämien zahlt, auf Grund deren sie in die Lage versetzt werden, die Orangen zu 'besonders erniedrigten Preisen nach Österreich zu verkaufen. Die gezahlten Prämien werden der Organisation durch die österreichische Industrie rückvergütet, der als Gegenleistung dafür bestimmte Vorteile auf dom italienischen Markt eingeräumt sind. Ein ähnliches Abkommen soll auch zwischen Italien und Schweden getroffen worden sein. Der klare Zweck dieser Abkommen Ist die Verdrängung der Jaffaorange zugunsten sizilianischer Früchte. & Italien wie Österreich und Schweden sind intensiv um den Ausbau ihrer Handelsbeziehungen tnit Palästina bemüht — mit folgendem Ergebnis: Der Export Italiens nach Palästina betrug vor zwei Jahren 292.000, im Vorjahr 357.000 Pfund und er reichte im ersten Quartal d. J. 109.000 Pfund. Dagegen betrug der Import Italiens aus Palästina 13.000, 14.000 und 7000 Pfund. Österreich verkaufte 1932 für 13.000 Pfund, 1933 für 14.000 Pfund und im 1. Quartal d. J. für 80.000 Pfund. Es bezog für 6000, 2000 und 2000 Pfund. Bei Schweden stellen sich die Ziffern wie folgt: 77.000, 122.000 und 35.000 Pfund verkauft, 14.000, 25.000 und 12.000 Pfund bezogen. die StitoM*e des Swets ill!llillll!llllllllllllll!llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!lll!llllllllllllllllllllllll!lll!ll>lllllllllllllllllll!ll!l!lllll!lll!lllllll!llllllllllllllllll l!lll!l[!!!!!llll!!!llllllllillll!l!l!!!lllllll Unglückliche Niederlage der Hakoah HaUoah—W• A. C, 1:3 Es handelt sich also um eine sehr einseitige Angelegenheit. Besonders deutlich ist dies bei Österreich zu sehen, dessen Import aus Palästina 1933/34 nur etwa 1 bis 2% des österreichischen Exports nach Palästina ausmacht. Bei Italien und Schweden sind außerdem die großen Vorteile in Betracht zu ziehen, die diese beiden Länder — insbesondere Italien — aus der Palästinaschiffahrt ziehen. Bei den Ziffern für das 1. Quartal 1934 ist weiterhin zu berücksichtigen, daß in den Importziffern aus Palästina der Orangenexport von Jänner—März enthalten ist, der in den folgenden sechs bis acht Monaten in Fortfall kommt, während die Einfuhr weiterläuft, so daß sich die Handelsbilanz Palästinas mit diesen Ländern im weiteren Verlaufe des Jahres sehr viel ungünstiger gestalten muß. Unter den handelspolitischen Bestimmungen des Mandatsstafcuts, die unter ganz anderen handelspolitischen Voraussetzungen getroffen wurden, ist Palästina wehrlos den handelspolitischen Willkürakten und Drosselungsmaßnahm'On der Völkerbuiulländer aalsgesetzt, denen es bedingungslos offene Tür gewähren muß. Die Privatabkommen gegen den palästinensischen Orangenexport sind aber insofern lehrreich, als sie der palästinensischen Wirtschaft einen Wink geben, wie es zu machen ist: lmporbkartollo auf privater Basis könnten geeignet sein, dem palästinensischen. Export manche« Weg; zu ebnen. Nach einem guten Start in der Herbstmeistersehaft (aus zwei Spielen hatte sieh der jüdische Verein drei Funkte geholt) brachte die sonntägige Begegnung der Hakoah mit W. A. G. der jüdischen Mann sclm.ft eine Niederlage, die sowohl nach dem Spielverlauf als auch nach der glanzen Kampflage als recht u n g 1 ü c k 1 i c h und unverdient, bezeichnet werden muß Das Ergebnis von 3:1 für W. A. C., wobei der dritte Treffer zwei Minuten vor Schluß erzielt wurde, gibt, keinesfalls da« Stärkevorhältnis beider Mannschaften klar wieder. Die Hakoah hatte das Unglück, schon in der 10. Minute nach Spielbeginn ihren tüchtigen Verteidiger Feldmann, der sich bei der Abwehr eines Balles die Zehen verstauchte und daher aiasscheiden mußte, zu verlieren, wodurch cler Sturm um einen Mann (Mausner), der Feldmanns Platz als Verteidiger einnahm, numerisch in Nachteil gesetzt wurde. Aber auch mit 10 Mann kämpfte die Hakoah aufopferungsvoll und ließ keinen Augenblick die ziffernmäßige Überlegenheit des W. A. C. erkennen. Der hervorstechendste Mann des jüdischen Klubs war zweifellos Donnen fei d, der auch der beste Mann auf dem Felde überhaupt war. In Donnenfekl hat die Hakoah einen selbstgezüchteten Fußballer hervorgebracht, dessen klassisches Spieltalen t auf den verschiedensten Posten von der gesamten 'Wiener Sportpresse mit Lob hervorgehoben wird. Donnenfeld spielte zuerst Verteidiger und beim Stande von 2:0 für W. A. C. wurde er in den Sturm beordert, der dadurch sofort einen frischen Zug erhielt. Nach wenigen Minuten schon schoß Donnenfeld'ein Prachtgoal und .der Ausgleich hing in der Luft. Das Vonrücken Donnenfelds in den Sturm war strategisch ein sehr wichtiger Zug, der nur schon früher vorgenonnnen werden sollte. Nach dem Grundsatz „Ein guter Sturm ist die beste Verteidigung“ hätte Donnenfeld bei früherer Mitwirkung im Sturm der Blau- Weißen auch schon früher Erfolge zeitigen können. Löwy im Tor trifft an den Verlusttreffern keine Schuld. Er machte eine Reihe von Biillen in «sicherster Manier unschädlich. Die Läuferreihe mit B r e i t f e l d, S t r o ß, P 1 a t s c h e k bewährte sich insbesondere in der Zerstörungsarbeit. Breitfeld war in diesem Trio der beste. Recht energisch waren die beiden E h rl i c h s und Zwiebel im Sturm, die mit großem Elan kämpften. Reich konnte sich nicht besonders bemerkbar machen: mehr Sinn fiir Zusammenarbeit würde diesen rasanten und schnellen Flügelstürmer zu manchen Erfolgen führen. Feklmann versuchte nach Halbzeit am linken Flügel mitzuhumpeln, gab es aber infolge Schmerzen bald auf. Der Stürmer Schall, der Feldmanns Platz einnahm, zog sich überraschend gut aus der Affäre. Alles in allem ist zu resümieren: Der sonntägige Kampf der Hakoah ging als ausgesprochene« Unglücksspiel verloren, die Mannschaft legte aber so großartige Kämpferqualitäten an den Tag, daß man den nächsten Kämpfen der jüdischen Mann schaft mit Beruhigung entgegenselien kann Makabäus Donnenfeld und Breitfeld in der Wiener Städtemannschaft gegen Prag Der ausgezeichnete Hakoahspieler Don ne nt'eld, über dessen sonntägige Leis tun i Kampf Hakoah—W. A. C. die Wiene Sportpresse großes Lob findet, wurde vom Ver band'Skapitän Meisl ins Städteteam Wien —Prag berufen. Er wird da den Ver teidigerposten ehmehmen. Mit ihm ist auch der glänzende Hakoah-Läufer Breitfeld ins Städte team berufen worden. Ernste Verletzung Feldmanns ' Am . vergangenen Sonntag wurde' der Ilakoah-Verteidiger Feld m a n n verletzt, Man nahm an, daß es sich um den Bruch einer Zehe handle, aber eine neuerliche Untersuchung hat ergeben, daß ein Mittel fußknoohen gebrochen ist. Die Verletzung fordert also eine längere Heilungsdauer Derzeit liegt Feldmann im Spital der Barmherzigem Brüder, Saal 14. Jüdische* Spovi in aller Weit AUSTRALIEN Der Makkabi-Weltverband stellt, nunmehr im ständigen Kontakt mit einer Reihe australischer jüdischer Sport- und Jugendorganisationen, unter andern ist in den letzten Wochen der Kontakt mit der Judaean League (Victoria), Young Men’s Hebrew Association Df Australasia, Melbourne Jewish Sports Club, Wellington-Jewish Social Club und Oakland Judean Association aufgenommen worden. Die Judaean League ist eine Dachorganisation und besteht aus zahlreichen Klub- und Sportvereinigungen. Ihr Hauptquartier ist in Melbourne. Sie umfaßt unter andern zwei Tennisklubs, zwei Frauenturnklubs, einen Männerturnklub, einen Frauen-Sportklub, zahlreiche Schwinmiklubs, einen Athlotikklub und vier Criekotldubs. Eine ähnliche Organisation besteht in New South Wales, welche außer den genannten Sportzweigen noch Baskot-Ball betreibt. Ende dieses Jahres wird anläßlich der Hundertjahrfeier der Stadt Melbourne ein altaustralisches jüdisches Sportfest in Melbourne stattündeu. Der Hakoah-Sportklub, welcher seit längerer Zeit der Makkabi ist nunmehr mit seinem Spitze der Liga, in treten* aiigeschloesen Fußball an Melbourne ist, die ge BRASILIEN Der Makkabi Brasilien hat sich unter der Führung von Dr. Fuchs, San Paolo, neu organisiert, und hat regelmäßige Trainingsbetriebe in den wichtigsten Stadions Brasiliens eingerichtet. BULGARIEN Ende August veranstaltete der bulgarische Makkabi sein alljährliches Sportfest in Varna, an welchem sich auch oinigo hundert Mitglieder der Juuak, der bulgarischen nationalen Sportorganisation, beteiligten.. Bekanntlich sind die Beziehungen zwischen dem jüdischen und dem bulgarischen Verbände besonders herzlich, und die Organisationen sind bei den gegenseitigen Sportfesten vertreten. Fast alle bulgarischen Makkabi-Vereine hatten Mannschaften gesandt. Im Anschluß an das Fest fand ein Marsch durch Sofia statt. Die deutschen Makkabi-Meisterschaften, das größte jüdische Sportfest Die anfangs September in Berlin ungehaltenen Wettkämpfe um die deutschen Makkabi- Meisterschaften 1934 und die leiohtahtlotiscben Ausscheidungen für dio zweite Makkabi gestalteten sich zu einer eindrucksvollen Propaganda für die körperliche Erziehung der jüdischen Jugend Deutschlands und der Pflege des nationalen Bewußtseins. Fast 2000 Makkabi-Mitgliedor beteiligten sich an dem Aufmärsche. Im Mittelpunkte des Festes stand die Weihe des Banners für die Mannschaft der deutschen Makkabi, dio im Frühjahr zur Makkabia entsendet werden soll. Die sportlichen Ergebnisse waren ganz hervorragende: Sehattiuanii lief 100 Meter auf schlechter Bahn in 10.8 Sekunden. Zweiter und Dritter wurden Sternlieb und Dr. Lewin mit 10.9 Sekunden. Vierter wurde Aufrichtig mit 11 Sekunden. Sternlieb wurde Sieger im 200-Meler-Lauf in 22.5 Sekunden. Die Kämpfe um die Titel in den Mittelstrecken litten unter der Verletzung von Franz Orgler, der sich einen Bandriß zugozogen hatte. Er konnte zwar über 800 Meter den Meistertitel erringen, aber uui; in der mäßigen Zeit, von 2.05: über 5000 Meter kam es zu einem interessanten Kampfe zwischen Weither (Berlin) und Rosengarten (Kassel). Bemerkenswert ist die Leistung von Seltna Schulmann (Berlin), welche im Kugelstoßen mit 10.42 Meter Erste wurde. Die 4X100-Meter-Stnffel des Bar Kochba Hakoah, Berlin, schnitt mit 44.5 Sekunden ab. ENGLAND Am 13. Oktober findet in London eine Begegnung von Londoner und Antwerpener Makkabi-Schwimmern statt. Es ist dies das erste Mal, daß Makkabi-London eine ausländische Makkabi-Mannschaft empfängt. Der Jüdische Klub in Hüll hat sich im Anschluß an eine große Makkabi-Veranstaltung dem British Maccabi angeschlossen. Bei der Ausclilußversatnmlung sprach neben Herrn Barnett Jänner und Herrn H. Cen, Brigadegencral Nation, Mitglied des Unterhauses für Hüll. Er drückte seine Begeisterung für Makkabi aus. LETTLAND Zu den am 10. und 11. August in Riga, stattgef unden en leichtathletischen Wettkämpfen um die Meisterschaft von Lettland haben sich Mitglieder des Makkabi (Riga) erfolgreich beteiligt. Die Resultate weisen einen großen Aufschwung des leichtathletischen Sportes im Makkabi-Riga auf. Die Vorarbeiten zur Organisierung eines Ausfluges zur II. Makkabiak werden regelrecht getroffen. POLEN Allgemeine Sportnachrichten: Die Meisterin der I. Makkabiah und der P/rager Wettspiele, M. Freiwaldowna, Mitglied des. Makkabi- Krakau, war die einzige Jüdin, die im die aus acht Personen bestehende Mannschaft der polnischen Vertretung an den Wettspielen' in London aufgenommen wurde. Ernest W i 11 m a n, Vizemeister der Makkabiah in Palästina, errang, vergangene Woc-he einen ungewöhnlichen- Erfolg im Match um den Davispokal, indem er mit dem besteh polnischen Tennisspieler Tloczynski das estländische Paar Pukne und Lasne besiegte. Makkabi-Fußball in Nowy Targ. Am 13. September fand die feierliche Eröffnung des Makkabi-Fußballtrahiingislagers in Nowv Targ statt, -wo die besten jüdischen Fußballspielen aus ganz Polen zusammenkamen. Tagung des Warschauer. Unterverbandes im Makkabi-Verband. Am 2. September hat in Warschau die alljährliche Warschauer Veiv bandstagung stattgefundon. Ein ausführliches Referat über die Lage jüdischer Klubs in Polen uncl über die Vorbereitungen des Makkabi in Polen zur zweiten Makkabiah hielt der Präsident, Gesandter Dr. Rosmarin, eine Ansprache. Tennismeisterschaften des Makkabi-Verbandes. Dio Tennismeisterschaften des Makkabi- Verbandes fanden am 31. August bis 2. September statt, und zwar in Bielske. Die besten jüdischen Tennisspieler in Polen nahmen teil. Vorbereitung des polnischen Makkabi zur Makkabiah. Dio Zentrale des polnischen Makkabi-Verbandes tut energische Schritte zur Vorbereitung' der zweiten Makkabiah in Palästina. Es sind Vorbereitungen im Gange, ein spezielles leichtathletisches Übungslager zu schallen, das nach Beendigung der leichtathletischen Meisterschaften in Krakau organisiert werden soll. Außerdem trainiert die gesamte Krakaue r Makkabi-Wasserpolo-Mann- H'haft im Rahmen des Wassertraimngs für die besten Wasserpolospieler Warschaus, SCHWEIZ Der jüdiseho Turnklub Basel beteiligte eich mit großem Erfolg an dem diesjährigen kantonalen Turnfest. 3ö Mann traten an und gewannen .für ihren Klub den goldenen Ehrenkranz der ersten Klasse. Auch der jüdische Sportklub Zürich beteiligte sich an dom Züricher Kantonalfest und gewann eine Reihe von ersten Preise n. TSCHECHOSLOWAKEI Anfang Oktober findet in Brünn die Jahrestagung des tschechischen Makkabi statt. Fräulein K epp ich „von Bar Kochba (Bratiavu) stellte einen neuen tschechischen Rekord im 200-Meter-Kückenschwimmen in 3 Minuten .2 Sekunden auf. Bei dem über 20 Kilometer xusgetragenen Langstreckenlauf Prag—Zlate