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Die Stimme · 1934-09-14 · Heft 386 (14.9.1934) · page 10

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Journal
Die Stimme
Volume
8 (1934-1935)
Issue
Heft 386 (14.9.1934)
Date
1934-09-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DU «TIMM« Nr. 1 — 14. September 1934 Beschlüsse der HL Weltkonferms der Allgemeinen Zionisten in Krakau (16.-28. August 1934) ben gesehen habe. Sollte ich ein zweitesmal herkommen — was ich bestimmthoffe —, so mußt Du mit und winst dann große Augen machen. Die Reise legte ich in Gesellschaft des Dr. H. und Dr. Bodenheimer zurück... Morgen früh trifft der Kaiser hier ein, nnd hoffen wir schon am Nachmittag zu wissen, was wir weiter zu tun haben werden... Was wir Vorhaben, ist etwas außerordentlich Erhabenes. Gebe Gott, daß unsere .Wünsche in Erfüllung gehen.“ Kaiser Wilhelm II. erklärte sich bereit, die Delegation in Jerusalem zu empfangen. Danny Wolffsohn bekommt ein Telegramm aus Pera: „Erfolg glänzend ..dann einen Brief von Bord der „S. S. Imperator Nikolaus n.“: „... Die Reise ist eine herrliche und der Zweck noch herrlicher ...“ und am 25. Oktober eine Ankunftsmeldung vom „palästinensischen Boden, der uns so lieb und teuer ist... Eine Hitze ist hier, wie sie schlimmer nicht gedacht werden kann, und ist es ein Glück, daß wir leichte Sommeranzüge haben (ein Anzug, Rock und Hose in Gelb, kostet sage und schreibe zehn Mark).. “ Nach der Kaiserbegegnung telegraphierte .Wolffsohn aus Jerusalem nach Hause: „Alles brillant, reisen morgen“ und schrieb dann am 11. November ausführlicher aus Pompeji: „.... obgleich die Reise in jeder Beziehung herrlich und großartig war, fühle ich mich doch glücklich, wieder in Europa zu sein. Die Hitze im Orient war fast unerträglich, dazu die permanenten Aufregungen und die lange Seereise. Zu allem aber noch die Sehnsucht nach Hause und zu Dir, mein liebes Muckelchen. Ich hätte Dir so viel zu schreiben, da ich die ganze Zeit aus Palästina nicht schreiben durfte, schon deswegen, weil sämtliche Briefe beschlagnahmt wurden und alles zuerst von dei türkischen Polizei geöffnet wurde ... Wir wurden alle vom deutschen Kaiser in feierlicher Audienz empfangen. Mehrere Male bin ich beim Grafen Eulenburg und beim Minister Biilow gewesen ... Diese Ereignisse sind so wichtig, daß sie momentan noch kein Mensch außer uns zu schätzen weiß. Sie werden von der größten Tragweite nicht allein für unsere Bewegung, sondern für das ganze jüdische .Volk werden...“ Tatsächlich hatte jene Kaiserbegegnung ebensowenig politische Folgen wie Herzls späterer Besuch beim Sultan. Darüber schreibt Wolffsohn am 20. Mai 1901 aus Pera nach Hause: „Liebes Kind! Der gestrige Tag mit seinen fürchterlichen Aufregungen ist vorüber. Herzl wurde gestern vom Sultan in einer Audienz empfangen, die zweieinviertel Stunden lang währte. Wir nähern uns allmählich unserem Ziele und sind gestern einen Riesensprung weitergekommen...“ Im Oktober 1907 fuhr Wolffsohn abermals nach Konstantinopel. Auch diesmal führten die Verhandlungen des zionistischen Vertreters mit der türkischen Regierungsmacht zu keinem Ergebnis. Der Sultan ließ Wolffsohn sagen, daß er eine Anleihe von 26 Millionen türkischer Pfund brauche; wenn ihm die Wolffsohn verschaffe, würde er sich auch erkenntlich zeigen... Am 29. Oktober schrieb Wolffsohn aus Pera: „...Die Art und Weise der Arbeit kennst Du doch hier .. Jede Stunde wechselt die Stimmung, und es sieht so aus, als wenn man nicht vom Fleck kommt. Und dennoch habe ich das Gefühl, daß wir doch vorwärts kommen, daß die Sachen sich immer mehr klären und daß wir endlich doch zum Ziel gelangen werden. Gott gebe es .. So liest man Brief um Brief wie die Seiten eines Lebensbuches. Und ihr letzter tiefer Wunsch ist nun beglückende Wirklichkeit um uns. Erich Gottgetreu. Bezirkssektion XX. Hebräische Kurse für Erwachsene und Kinder ab 1. Oktober. Anmeldungen täglich von 8 bis 10 Uhr abends im Heim, XX., Jägerstraße 30. Beh. konz. Realbüro Ing. M.Mühlbauer Kauf und Verkauf von Realitäten, Hypotheken I., II. und III. Sätze. Bau- und Zwlschenkredltc, Gebäudeve'waltung * Büro» Franz Josefs-Kal 11 fei* R-25-0-44 Wohnung; II., Vorcj-Tl-iislr. 150, Tel. R-41-8-88 I. Organisation des Weltverbandes. 1. Der Weltverband der Allgemeinen Zionisten präsentiert den organisierten, geeinigten allgemeinen Zionismus. 2. Das von der I. Welfekonferenz der allgemeinen Zionisten in Basel beschlossene Organisationsetafcut wird bis zur nächsten Weltkonferenz der allgemeinen Zionisten bestätigt. 3. Die bisherigen sogenannten Gruppen A. und B. des allgemeinen Zionismus, die Gruppe des „Ejt Liwnoth“, die Gruppe der progressiven allgemeinen Zionisten werden aufgelöst. Sonderoiganisationen innerhalb des Weltverbandes sind unzulässig. 4. Der allgemeine Zionismus ist eine von Links und Rechts unabhängige und selbständige Bewegung innerhalb der zionistischen Weltorganisation. 5. Der Weltverband der allgemeinen Zionisten erblickt in der auf Grund eines beschlossenen Programmes mit innerer Disziplin einheitlichen Organisation der allgemeinen Zionisten eine« der wichtigsten Instrumente zur Verwirklichung deT zionistischen Arbeit in Palästina und in der Galuth. Der Weltverband setzt 6ich zum Ziel alle schöpferischen Kräfte des jüdischen Volkes zur aktiven zionistischen Arbeit zu organisieren, um so den entscheidenden Einfluß auf den Gang und Entwicklung des Aufbauwerkes in Erez Israel wieder zu gewinnen. II. Programm und Disziplin. 1. Die Weltkonferenz beschließt folgende Grundsätze als das Programm des Weltverbandes der allgemeinen Zionisten (hier folgt das beschlossene Programm). 2. Zur Frage der Disziplin im Weltverband der allgemeinen Zionisten beschließt die Weltkonferen-z: a) das von der Weltkonferenz des Weltverbandes der allgemeinen Zionisten angenommene Programm ist für sämtliche Mitglieder des Verbandes verbindlich und die Stellungnahme in allen Fragen, die durch das Programm geregelt sind, dem Abstimmungszwange unterworfen. b) Programinänderungen sind nur mit Zweidrittelmajorität möglich. c) Für alle anderen Beschlüsse gilt Verbandszwang schon bei einfacher Majorität. m. Um den Frieden in der Bewegung. 1. Der Weltverband der allgemeinen Zionisten stellt fest, daß die Form, die der Parteikampf der Fraktionen innerhalb der zionistischen Organisationen angenommen bat, die Fundamente der nationalen Renaissance untergräbt. 2. Der Weltverband erachtet es als ein dringendes Gebot der gegenwärtigen politischen Situation und unserer großen kolonisatorischen Aufgaben, daß alle Kongreßparteien für eine längere Zeitdauer einen Burgfrieden schließen und fordert deshalb von allen Parteien sofortige Einstellung aller feindseligen Akte und Beziehungen in der inneren Auseinandersetzung. Er appelliert an alle zionistischen Parteien statt des zerstörenden Bruderkampfes sich «auf Basis eines gemeinsamen Arbeitsprogramraes für eine Reihe von Jahren zur Führung der zionistischen Organisation in einer Koalition zusammen zuseh ließen. 3. Der Weltverband ersucht die Exekutive der zionistischen Weltorganisation im Einverständnis mit dem Präsidium des A. C. die Führer aller Parteien zu einer gemeinsamen Konferenz zwecks Befriedung der inneren Situation in der Bewegung raschesten« zusammenzurufen. IV. Wahrung der Disziplin in der Bewegung. 1. Der Weltverband verurteilt aufs schärfste jede Verletzung der zionistischen Disziplin, insbesondere jede außenpolitische Betätigung ohne Zustimmung der Exekutive und jede Sabotage zionistischer Fonds. V. Gegen den legislativen Council. Die Weltkonferenz der allgemeinen Zionisten spricht eich entschieden gegen eine Einführung einer autonomen zentralen, gesetzgebenden Körperschaft in Palästina aus und verlangt, daß die zionistischen Instanzen solchen Versuchen mit aller Energie entgegentrsteo, VI. Alijab. 1. Der Weltverband betrachtot die gegenwärtige einschränkende ImmigrationspoUtik der Mandatarmachfc als eine Schädigung der in dem Mandate begründeten berechtigten Forderungen des jüdischen Volkes und der Interessen des Aufbauwerkes. 2. Der Weltverband erwartet, daß die Mandatarmacht diese Politik im Geiste dieser berechtigten jüdischen Interessen und im Sinne der Fordeningen der Exekutive der JeWisb Agency ändern wird und fordert von der Exekutive die Fortsetzung ihres Kampfes in dieser Lebensfrage der zionistischen Bewegung. VII. Jugendbewegung. 1. Die Weltkonferenz erblickt in der Stärkung der allgemein-zionistischen chaluzisohen Bewegung die fundamentale und bauende Kraft des allgemeinen Zionismus. Sie setzt sich daher für weitestgehende Förderung und Unterstützung der Haohschara und Aiijah dieser Jugend ein und fordert die vollkommene Gleichberechtigung der allgemein-zionistischen Jugend und der allgemein-zionistischen Arbeiterschaft bei der Einordnung in die Arbeitsverhältnisse und in die Interessenvertretungen der gesamten Arbeiterschaft in Erez Israel. Sie verweist hiebei auf die bezüglichen Punkte des Programraes des Weltverbandes. 2. Zwecks Zusammenfassung und Koordinierung der Tätigkeit der allgemein-zionistischen Jugendorganisationen wird ein Dachverband derselben geschaffen, welcher alle Welt- und Landesorganisationen der allgemein-zionistischen Jugend zu umfassen hat. Dieser Daohverband gehört dem Weltverbande der allgemeinen Zionisten an und bewahrt Disziplin den Beschlüssen desselben gegenüber. Die Leitung des Weltverbandes wird aufgefordert, diesen Dachverband der allgemeinzionistischen Jugend ins Leben zu rufen. 2. Der Weltverband begrüßt die chaluzische Bewegung der allgemein-zionistischen akademischen Jugend und fordert die Landesverbände des Weltverbandes auf, die Organisierung und Entstehung der Lokalgruppen der Organisation der Zionistischen Akademiker — „Histadruth“ Akademaim Zioniim zu fördern. 4. Die Weltkonferenz stellt fest, daß zwecks Organisierung und Ordnung der Arbeit in der jüdischen Wirtschaft Erez Israels die Mobilisierung der Jugend für ein „Arbeitsjahr“ in der Wirtschaft Palästinas erforderlich ist. Die Weltkonferenz verpflichtet daher die Leitung des Verbandes zwecks Mobilisierung der nationalen Jugend in Erez Israel und in der Diaspora für dieses Arbeitsjahr — mit den leitenden Instanzen der zionistischen Organisation in Kontakt zu treten. 5. Die Weltkonferenz begrüßt den Hanoar Hazioni aus Anlaß der Hitjaschwuth seines Kibbuz in Kirjath Anawim, die Akiiba zu ihrer Hitjaschwuth in Bejt Sohan, die Achwah in Recbowoth, den Kibbuz Winaith in Emek Zebuion, den Kibbuz HerzJijah aus Lettland im Emek Hescharon. VIII. Reform der zionistischen Organisation. 1. Die Leitung des Verbandes wird aufgefordert, ehestens ein Projekt der organisatorischen Reform des Zionistischen Kongresses vorzubereifeen und dieses Projekt rechtzeitig vor den XIX. Kongreß der Welt- Organisation zu unterbreiten. 2. Die Leitung des Verbandes wird aufgefordert, die Angelegenheit der Konzentrierung des Sitzes der Exekutive in Jerusalem bei Belastung eines politischen Büros in London zu behandeln und diesbezüglich allfällige Vorschläge der Exekutive von dom XIX. Kongreß vorzulegen. 3. Die Welfekonferenz fordert die Verwirklichung der Beschlüsse des XV., XVI. und XVII. Kongresses bezüglich des Kontrollarates. IX. Wahl der Leitung. 1. Gemäß § 11 des Organisationsstatutes des Verbandes wählt die Konferenz eine einheitliche Leitung, die zwecks Arbeitsverteilung nach innen in zwei kooperierende Zentralen geteilt wird. Die eine Zentrale für Palästina mit dem Sitze in Tel-Aviv, die zweite Zentrale für die Diaspora in Europa mit dem- Sitze in Krakau. 2. Die Leitung des Verbandes wird aufgefordert, rascheste ns Schritte zu unternehmen, um die von der II. Weltkonferenz der allgemeinen Zionisten beschlossene Zentrale für die Länder Amerikas in New York ins Leben zu rufen. 3. In die Leitung werden gewählt: Als Vorsitzender der Zentrale für Palästina Dr. Bention Moesinson. Als Mitglieder dieser Zentrale die Herren: Berligne Eliabu, Dr. Bogratschof Epstein, Dr. Jehuda Omstein, Dr. Abraham Stupp, Jehoechua Suprasky, Dr. S. Ussiechkin, ferner werden vier Plätze für die Vertreter der gewesenen Gruppe A und der Gruppe der progressiven allgemeinen Zionisten in Palästina, die zur Landesorganlsation in Palästina gehören, sowie ein Platz für den Vertreter der Jugendorganisation Hanoar Hazioni reserviert. Die Kooptierung des Jugendvertreters Hanoar Hazioni hat nach Eintritt dessen Weltorganisation in den Weltverband der allgemeinen Zionisten zu erfolgen. Als Vorsitzender der Zentrale für die Diaspora in Europa Dr. I. Sobwarzbart, als Mitglieder: Lazar Efctingen (Riga), Dr. Simon Feldblum (Krakow), Dr. Angelo Goldstern (Prag), Dr. Oskar Grünbaum (Wien), Dr. Izak Grünstein (Bielsko), Leon Lewite (Warszawa) (Dr. Martin Rosenblüth (London), Dr. Fischel Rottenstreioh (Lwow), Dr. Josef Rufeieen (Mor. Ostrava), Leon Salpeter (Krakow), Dr. Emil Schmorak (Lwow). Als Vertreter: F. Bernstein (Rotterdam), Dr. A. Ohomet (Tarnow), Dr. Mayer Ebner (Cernauti), Josef Heftmann (Warszawa), Dr. Marco Horn (Zagreb), Ing. N. Landau (Lwow), Dr. Löwi (Danzig), Dr. A. Miibasban (Bucaresti), Numa Torczyner (Antwerpen), Ing. Weohsberg (Bielsko), Dr. Zabor (Mor. Astrava), Dr. Juda Zimmermann (Krakow).; 4. Der Zentralrat wird in der Zusammen-. Setzung gemäß § 13 des Statutes des Weifet verbandes gewählt. Es gehören also dem Zentralrat des Weltverbandes je ein Vertreter eines jeden Landesverbandes, beziehungsweise einer jeden Landesgruppe an. Die' allgemein-zionistischen Mitglieder der Exekutive der zionistischen Weltorganisation, die allgemein-zionistischen Mitglieder des A. C. und deren Stellvertreter sowie die allgemein-zionistischen Stellvertreter der zionistischen Institutionen. X. Budget. Die Weltkonferenz bevollmächtigt die LeL tung des Verbandes, ein Budget des Weltverbandes mit bindender Kraft für alle Landesverbände und Landesgruppen zu besohlte-* ßen. ¥ Verband der „Allgemeinen Zio■ nisten“ der Schweiz Zürich, 12. September. In Zürich traten auf Initiative der Zionistischen Ortsgruppe Zürich die Dele^ gierten der allgemeinen zionistischen Vereine zusammen. Es wurde folgende Reso-i lution gefaßt: „Die heutige Konferenz beschließt die Schaffung eines Verbandes der allgemeinen Zionisten in der Schweiz, stimmt den in Krakau angenommenen Prinzipien zu und begrüßt insbesondere die Bemühungen zut Herbeiführung des Friedens in der zionistischen Bewegung und die Tendenz zur Schaffung einer Koalitionsexekutive, in der die allgemeinen Zionisten, die Arbeiteipartei und die Mißrachieten entsprechend ihrer Stärke vertreten sind. Sie würde es insbesondere lebhaft begrüßen, wenn es den allgemeinen Zionisten gelingen würde, Prof. Chaim Weizmann zur Mitarbeit in der kommenden Exekutive zu bewegen.“ GROSSFLEiSCHHAUEREi flEGM. KORNMEHI ZENTRALE, IX., BERGGASSE NUMMER 19 TELEPHONNUMMER rt 17-3-90 und A 16-9-34 Lieferant *ür Heilanstalten Abteilungen t. -^s-Heissh unter Aufsloht des Ehrwürdigen Rabbinatsder Israelitischen Ku'tusgemelnde Wien Autozuatellung kostenlos IX, Öeigrus«" 13 XVM1 WährinrierelraßG 71

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