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Die Stimme · 1934-09-07 · Heft 385 (7.9.1934) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 385 (7.9.1934)
Date
1934-09-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Pf. 385 —< 7. September 1934 DIE STIMME Mfi | staatliche Übung unseres Amtes zu „inhibieren“. „Also ein Rückschlag.“ „Oh, die Geschichte steht nicht still. Eben damals — 1920 — wurde Palästina von Herbert S am u e 1 in Zivilverwaltung übernommen, und die EEF-Marken bekamen den Landesnamen in den drei offiziellen Sprachen aufgedruckt. Tn Iwrith hieß das „P a l e s c h t i n a“ g efolgtvon zwei eingeklammerten geheimnisvollen Buchstaben: A 1 e f - J u d. Unsere Leute, seit je Kenner der Abbreviatur, lasen das mühelos „E r e z J i s r a e 1“ und begnügten sich einstweilen mit solcher Andeutung ihres Nationalheimes. Dafür tobten die Araber wider die vermeintliche Verletzung ihrer Gleichberechtigung; diese verlange den arabischen Beidruck der zwei Anfangsbuchstaben von S ü d s y r i e n. Ihre Exekutive klagte beim Obersten Gerichtshof, blitzte aber ab. 1927 endlich folgte die definitive, noch jetz in Gebrauch stehende Serie der staatlichen Palästina-Marken, zwar nicht nach den Prachtentwürfen Benzion K a 11 e r s, sondern recht unscheinbar und billig, aber immerhin für den patriotischen Juden eine Genugtuung. Denn von den gängigsten Werten sind jene zu 3 und 5 Mils mit den Bildern des R a c h e 1 g r a b e s bei Bethlehem und des D a v i d t u r m e s in Jerusalem geschmückt, während der Ausland wert zu 13, nun zu 15 Mils, zwar die Omarmoschee als das zweitwichtigste arabisch-muslimische Heiligtum zeigt, dafür aber — wohl nur ein Zufall — in den j ü d i s ch e n Nationalfarben Bla u- W e i ß. Nur daß die Post auf ihrem Entw e r t u n g s s t e m p e 1 das Johanni-, t er- oder Mal th eserkrenz starr beibehält, deutet auf den schließlichen Vorbehalt der Mandatsmacht, des christlichen Albion. Das Bild der Omarmoschee bringt mir einen schier tragikomischen Vorfall in Erinnerung. Als unser Hauptbüro noch im II a n g war, versuchten die Mannen vom Omarmoschee wieder, noch dazu im schwesterlichen Verein mit der Grabeskirche!“ Damit meinte ich eine Marke, die in englischer Übertragung „P a 1 e s t i n e for the Arabs“ fordert. „Es sollte der arabische Nationalfonds werden, und diese Marke ein Sammelmittel, doch blieb es beim Plan. Ich eile zum Schluß. Jene Herz 1- M a r k e, vorübergehend in Wien den Pässen der Palästina-Fahrer appliziert, bekam jüngst eine legitime Nachfolgerin. 1934 vereinbarte unser Hauptbüro mit der Soclmuth (Exekutive), daß alle ihre Einreisepe rm 31. s mit einer eigenen KKL- M arkc zu vergebühren sind. Hier prangt diese A 1 i j a h -Mar k e. Sic zeigt wieder einen Zionsstern, schön stilisiert nach einem alten Entwurf Meister B u d k o s, jetzt selbst in Jerusalem. Jede Wertstufe trägt eine andere Farbe. „Und mm sage mir“, wandte ich mich an meinen Besuch, „ob du dies Album noch für ein Spielzeug hältst!“ „Du hast recht“, meinte jener, „die KKL- Marke nimmt sich wohl bescheidener aus als die flatternde Zionsfahne, doch ist sie ein wertvolles Symbol für unser unverrückbares Ziel, den Judenstaat.“ PALÄSTINA-TRANSPORTE smaoiHD Wien, f., Franz-Josefs-Kai 7-9, Telephon R 26-0-67 und R 26-1-67, übernehmen zu kulantesten Be dlngungen Übersiedlungen, Warentransporte via Galatz, Triest und Constanza nach Palästina. Auskünfte: Ernst ULLMAHN, Leiter der Palästina-Abteilung AN! FÜR INLAND- und STEINKOHLE KOKS UND ANTHRAZIT BEIM HOLZ-DAUERBRANDOFEN PRIMAT 30% BUNDESZUSCHUSS IV., PRESSGASSE 28 B 20-2-38 I., PARKRING 12 R 20-3-57 Berliner KKL eine kleine Revolte. Sie fan den unsere KKL-Markcn unschön und ließen solche nach ihrem Geschmack und gleich in paar Serien drucken. Eine stellte Landschaftsbilder aus Palüsina und voran Jerusalem dar. Haag, auf Einheitlichkeit bedacht, verbot die Berliner Sonderausgabe kurzerhand, und sie verschwand von der Oberfläche. Nach vielen Jahren, als das Hauptbüro sein Heim längst in der „H ab i r a h“ *) atifgeschlagen, schickten sie mir nach Europa, wo ich beruflich weilte, einen aufgeregten Brief nach. Die Zionistische Exekutive hatte dem Hauptbüro eine Nationalfondsmarke, darauf den „F o 1 s o n d o m in Jo r u s a 1 e m“, vorgewiesen und gefragt, wieso wir eine solche Provokation dulden, geeignet, den ganzen Islam gegen Zion und Juda aufzurühren. Man hatte allseits vergessen, was mit dieser Marke los war. Ich konnte auf klären, wie ahnungslos sieh anno dazumal Juden an dem Kunstbau der Omarmoschee gefreut hatten. Die Nervosität der Exekutive aber war nicht grundlos, denn bald darauf — 1929 — glomm von dor Westwand des Tcmpelplatzes jener Pogrom auf. Und da. findest du, lieber Freund, die Die Hauptstadt, das heißt Jerusalem. Jerusalem, 4. September. (2. T. A.) Die Palästinaregierung teilt mit, daß sie jetzt im Begriffe sei, eine mit den nötigen Schiffen ausgestattete Seeschutz kraft zur Verhütung illegaler Landungen an der Palästina-Küste in den Dienst zu stellen. Ferner wird eine spezielle Polizeitruppe in Dienst gestellt., die zu Pferde und zu Fuß den Patrouillendienst gegen illegale Einwanderer längs der Landgrenzen in einer intensiven Weise versehen wird. Einheiten des t r an s j o r d a n i s c li e n Gr en zlieerfis werden mit der Polizei ini Patrouillendienst längs der nordöstlichen Grenze Zusammenarbeiten. Alle diese Maßnahmen wurden, wie mitgeteilt wird, vom High Commission er Sir Artur Wauchope dem Kolonienminister, Sir Philip Cunliffe-Lister, unterbreitet und von diesem gutgeheißen. Drakonische Strafen. Der Eigentümer und der Kapitän des griechischen Dampfers „I o n i a n“ hatten sich vor dem J a f f a e r Distriktsg e r i c h t unter der B e s c h u 1 d i g u n g, illegale jüdische Einwanderer nach Palästina gebracht zu haben, zu verantworten. Das Gericht unter dem Vorsitz des englischen Hauptfriedenisrichters, Commander B o d i 11 y verurteilte den Eigentümer der „Ionian“ zu sechs Monaten Gefängnis und 100 Pfund Geldstrafe, den Kapitän zu drei Monaten Gefängnis und 50 Pfund Geldstrafe. Das gleiche Gericht verurteilte drei Juden, Lehrer für Körperkultur auf dem Messegelände von Tel-Aviv, unter der Ben schuld!,gung der Beihilfe bei der Landung von 17 Juden, die mit der „Ionian“ kamen, zu 50 Pfund Geldstrafe. Die 17 illegal gelandeten Juden wurden ausgewiesen. Die vom Gericht verhörten Polizeibeamten behaupteten, daß viele andere illegale jüdische Einwanderer mit der „Ionian“ eintrafen und an Land gehen konnten, ohne von der Polizei gefaßt worden zu sein. rnmm SCHENKET BÜCHER! Hugo Herrmann: Palästina, wie es wirklich ist Palästina!<unde,in 4 Lieferungen Generalkarte von Palästina Jesesicss Press: Neues Palästinahandbuch Wir bauen Palästina Josef Fränkel: Theodor Herzl, Des Schöpfers erstes Wollen Protokoll des XVIII. Zionistenkongresses Erhältlich in allen Buchhandlungen direkt durch die oder AVersandbudihandlung Wien. VI.. Gnmpendorferstrafie 10 Tel-Aviv im Zeichen der Einwanderer aus Österreich Die Hitaeliduth Olej Austria veranstaltete zugunsten der Magen David Adom (Freiwillige Rettungsgesellschaft. Tel-Avivs), am Samstag abends, den 25. August, eine Weiße Sommer nachtsred oute auf dem großen Gelände der Levante-Messe. Schon viele Tage vorher konnte man die geschmackvollen Plakate in den Straßen Tel-Avivs sehen, die auf weißem Feld nichts anderes enthielten, als einen roten Magen Davids und oben auf einem schwarzen Querbalken das Abzeichen und den Namenszug der H. O. A. Erst wenige Tage vor dem Festabend erfuhr das Publikum, daß auf dom Messegelände ein für Tel-Aviv ungewöhnliches Fest gefeiert werden soll. Dio Einwanderor aus Wien wollten den Jisehuv eine schöne Einrichtung schenken, die sie in Wien kennen gelernt haben, nämlich Wohltätigkeitßfeste zugunsten sozialer Institutionen, insbesondere zugunsten der Freiwilligen Rettungsgesollsehaft. Genau so wenig, wie in Wien, gibt man sieh hier Rechenschaft, woher diese edlen Helfer das zu ihrem Bestände notwendige Geld nehmen. Tausende Menschen sind dem Ruf dor Wiener gefolgt, die Autobusso konnten die Menschenmengen nicht bewältigen und viele hunderte konnten gar nicht auf das vom Mittelpunkt der Stadt immerhin ziemlich weit entfernte Messegoländo kommen. Und wenn mau doch einetder Glücklichen war, mit heiler Haut, wenn auch mit, nicht mehr ganz unversehrten Kleidern, liraauszugelangcn, so bot sich gleich, nachdem man das Eingangstor passierte, ein strahlendes Bild dar. Ein riesiges Lichtzelt mit unzähligen Lampen, geschmückt mit Lampions und Girlanden, bildete das Dach über einen großen Tanzplatz, auf dein sich dio tanzlustige Jugend in hunderten Paaren tummelten. Beim Betreten des Platzes fiel der Blick zuerst auf ein echtes Wiener Büfett, das die Damen des Ausschusses unter der sachkundigen Leitung der Frau F1 a. s c h n e r arrangierten. Aus hebräischen und deutschen Aufschriften konnte man entnehmen, daß hier echte W jene r Würstel und sonstige Wiener Leckerbissen zu haben waren. Der Schlager aber, von dom man bereits in ganz Tel-Aviv spricht, bildete d c r G e s p r i t z t e, für Tel-Aviv ein noch unbekanntes Göttergetränk. Eine gesolmmek voll zusammengestellte Akademie auf den großen Amphitheater, das über 5000 Menschen faßt, war der Auftakt des Festes. Ein Künistlenorrhester unter Leitung des bekannten Kapellmeisters Prof. S e h 1 e s i n g e r gab den Rahmen zu einem ausgewählten Programm. Frl. Sog al von der Tol-Avivcr Kammeropor sang in meisterhafter Weise hebräische Lieder. Prof. Z o i ß, ehemaliger Professor am Wiener lteiuhnrdt-Seminar rezitierte ebenso meisterhaft ans Bialiks Geilichten und die Schwestern O r n s t e i n mit Schulbücher für alle Lehranstalten in den vorgeschriebenen Auflagen, auch antiquarisch« zu wirklich billigsten Preisen liefert die jüdische Buchhandlung ermann Tnciiner, (Dien <1 ECKE TaborstraQe Nr. 52 Verzeichnisse umsonst. Spesenfreie Zustellung überallhin Für Auskünfte Telephon R 41-4*20. IB einem Quartett ihres Studios ernteten für ihre hochstehenden Darbietungen rauschenden Beifall. Die Conference besorgte in' meisterhafter Weise Meir Teomi, einet der beliebtesten Schauspieler Tel-Avivs« Enthusiastisch akklamiert las er zwischen den einzelnen P r ogramm.ui.imm ern aus seinen eigenen satirischen Werken. Nach der Akademie wurde von einigen führenden Modehäusern TelnAvivs mehr oder minder gut!n dem herrlichen Kaffeehausrestaurant des Messegeländes „G a I- 1 i n a“ eine M o d c s c h a u vorgeführt und dann auch dort bei den Klängen der bekannten Gallina-Jazz bis in die frühen Morgenstunden getanzt. Den größten Anziehungspunkt bildete aber eine echte Wiener Heurigen* sehe n k e, die leider die vielen Hunderte Menschen, die »ich ein/mal nach echter Wiener Art unterhalten wollten, nicht fassen konnten. Unter der Leitung des auch * in Wien bekannten Kapellmeisters S a n t o s spielte eine kleine Heurige n* k a p e 1 i e die bekannten Wiener Heurigem Lieder und viele aus dem Publikum sangen sie mit. Insbesondere kamen die beliebten Walzer von Lanner und Johann Strauß zu Ehren. Das Publikum brachte ein stürmisches Hoch aus, als der oster* reicliäscthe Generalkonsul und seine Frau G e m a h 1 i n, die Feste als Ehrengäste beiwohnten, in Heurigen schenke erschienen. Es darf gesagt werden, daß es H. O. A. wirklich gelungen ist, ein schönes Fest zu veranstalten, von dem in Tel-Aviv, noch lange gesprochen werden wird und trotz der hohen Regien, wird man dem Magen David Adom noch efin schöne? Sümmchen übergeben können. ' Dr. Walter Eckstein. dein der deti Gipfel der Stahle: der Schweden-Stahl, Gipfel de» Klingen: die schwedische Mussolini über die Rassentheorie Rom, 4. September. (2. T. A.) Das offizielle Organ der faschistischen Partei „Popolo dltalia“ bringt auf seiner ersten Seite einen Artikel über den deutschen Rassismus, dessen Autorschaft allgemein dom Regierungschef Mussolini zugeschrieben wird, der von Zeit zu Zeit seine Ansichten in den Spalten dieser Zeitung anonym darzulegen pflegt. Der Artikel knüpft an die Tatsache an, daß die deutschen Behörden in den neu herausgegebenen Pässen vermerken, ob der Paßinhaber rein arischer Abstammung oder „Nichtarier“ sei, und kommt zu der Schlußfolgerung, daß eine „deutsche Rasse“ nie existiert hat und nie existieren wird. Das deutsche Volk war von je ein Gemisch verschiedener Völker und Stämme; sollte man mit einer „Reinigung“ des deutschen Volkes jetzt beginnen, so müßte es nach Meinung der Sachverständigen mindestens noch GU0 Jahre dauern, bis eine reine deutsche Rasse sich herausbildet. Wir haben also, heißt es ironisch zum Schluß, genug Zeit, um diese Angelegenheit noch einmal in Ruhe zu besprechen. Fl Inders PetrSe über die Rasse Der berühmte Archäologe und Historiker „Times“ mit den Rassetheorien der Nationalsozialisten. Er erklärt diese Theorien für absurd und schreibt: „Meine letzten archäologi-clieu Ausgrabungen in Gaza haben mir «nur Handhabe zur rassischen Einschätzung des jüdischen Volkes geeben. Es gibt, keine jüdische Rasse, es gibt nur eine jüdische religiöse Gemeinschaft. Juden und Engländer sind lebendige Beispiele fi'r die Vorteile von Rassenmischuugcn.“

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