Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 383 (31.8.1934)
- Date
- 1934-08-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 383 — 31. August 1934 DIE STIMME Seite 3 Hat man das Recht . .?;[[|[ll[|]|||||||||[illllllllllllllllllllllllllllllll[f[||llllllllllllllllllll[t[||[|||||llllliili[|||||||||||||||||||||||||||||||||||||lllll[lllllllllllllll!llllllllll[i[[[[[[[[[[[[IMi[il1llll[|[|||||llllllllllllllllllllllllllllllllli!!HI[[[[[[tl gegenüber den zentralen legitimen Behörden der zionistischen Weltorganisation und wird alles daransetzen, daß diese Disziplin stets am Sinne der Kräftigung und Erhaltung der Organisation durchgeführt werde. 3. Die gegenwärtige Gesamtlage des jüdischen Volkes und der zionistischen Bewegung erfordert den inneren Frieden. Der VVeltverband betrachtet es als seine 'Aufgabe, dem weiteren Überhandnehmen der Parteikämpfe und der Zersplitterungstendenzen entgegenzutreten und sowohl die Jugend als auch die Parteien im Geiste einer gegenseitigen Toleranz zu erziehen, d i e schöpferischen und konstruktiven Kräfte der Bewegung in der Exekutive auf Grund eines gemeinsamen Arbeit.s program ms zu verbinden und die Schaffung einer einheitlichen nationalen Front des jüdischen Volkes in der ganzen Welt zur Arbeit für seine zentralen Ziele durchzuführen. VIII. Nationale Kulturarbeit. 1. Die Kultur- und Erziehungsarbeit in Erez Israel und in der Galuth, geführt im Geiete der nationalen Wiedergeburt, Erstarkung und Vereinigung des jüdischen Volkes, betrachtet der Weltverband als Hauptaufgabe der zionistischen Bewegung. 2. Der Welt verband vertritt die Forderung der systematisch organisierten Hebräisierung unserer Bewegung. 3. Der Weltvcrband sieht in den verschiedenartigen Schulorganisationen in Erez Israel eine Gefahr für die Ganzheit des jüdischen Volkes und vertritt deshalb die Forderung eines einheitlichen nationalen Schulwesens in Erez Israel. 4. Der Weltverband sieht in der sabbathlichen Arbeits- und Geschäftsruhe in Palästina nicht nur eine Angelegenheit von religiös-traditioneller Bedeutung, sondern auch eine Einrichtung von allgemeinem, nationalem, kulturellem und sozialem Wert. Die Pflicht, den Sabbath zu beobachten, obliegt allen Juden ohne Unterschied ihrer Stellung zur Religion und Tradition. Der Weltverband verpflichtet alle seine Mitglieder und Organe, die Sabbathruihe zu verwirklichen.- IX. Jugendbewegung. 1. Die Zusammenfassung der allgemein zionistischen Jugendverbände im Rahmen des Weltverbandes, und zwar sowohl der chaluzischen als auch der nichtchaluzisohen und der akademischen Jugend auf der Grundlage des ideologischen Programms des iWeltverbandes ist mit aller Kraft zu verwirklichen. 2. Die allgemein-zionistische Arbeiterschaft in Erez Israel soll im Geiste dieses ideologischen Programms zu ihrem Wohle und dem der ganzen Nation tätig sein. 3. Die Chaluziuth soll vom Geiste des Dienstes für die ganze Nation und deren Zukunft, nicht aber vom Parteigesichtspunkt getragen sein. 4. Der Weltverband hat die Pflicht, für entsprechende Hachscharah, das Alijahrecht und die produktive Seßhaftmachung der allgemeinen zionistischen Jugend in Erez Israel zu sorgen. Danzig betreibt Rassepoilttk Danzig, 29. August. (2. T. A.) Der Danziger Senat hat die Ernennung ■von mehreren jungen jüdischen Juristen au Assessoren abgelehnt und damit die Frage des jüdischen akademischen Nachwuchses in Danzig, wo es laut Verfassung keinen Arierparagraphen gibt, erneut aufgerollt, nachdem bekanntlich auch auf wirtschaftlichem Gebiet die jüdische Bevölkerung so gut wie ganz ausgeschaltet worden ist. In jüdischen Wirtschaftskreisen weist man darauf hin, daß durch 'die zielbewußte Behinderung des jüdischen Nachwuchses in der juristischen Laufbahn gerade auch die Interessen der jüdischen iWirtsohaftskreise getroffen werden. Minjan der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt. Wie alljährlich, veranstaltet die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt in den Räumen des eZntrallokals zu den hohen Feiertagen einen feierlichen Gottesdienst. Sitzvormerkungen werden im besagten Lokal entgegengenommen. Minjan der hebräischen Schule Praterstraße Nr. 13. Wie alljährlich, veranstaltet die hebräische Schule in ihren Räumen, II., Praterstraße 13, Tür 2, zu den hohen Feiertagen einen feierlichen Gottesdienst m. w., Gen f, Ende August. Die Weltkonferenz ist seit drei Tagen vorüber. Heute haben wir Dr. Jacobson zu Grabe getragen. Eine große Zahl von Delegierten hat den Aufenthalt in Genf verlängert, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.. Nun erst überlegt man ruhig, was die Konferenz gebracht hat. 26 Länder waren durch Delegationen vertreten. Darunter die „Länder“ Danzig, Ethland, Ägypten, mit einer jüdischen Einwohnerzahl, die nur wenige Tausende zählt. Also mangelhafte Legitimation der Konferenz? Nein und dreimal nein! Denn in diesem Augenblick kam es nicht darauf an, daß die einzelnen Judenheiten, entsprechend ihrem zahlenmäßigen Gewicht, durch eine entsprechend große Zahl von Delegierten vertreten sind, sondern darauf, daß die großen demokratischen Verbände des Weltjudentums ihre Zustimmung zu den beschlossenen Resolutionen geben. Und das ist geschehen. Wenn „Alliance Israel ite“ in Paris und die Notabein des „American Jewish Commitee“ gegen die Weltkonferenz Erklärungen abgaben, so kann das nur auf Außen-1 stehende und Uninformierte Eindruck machen. Die Organisationen der dünnen Schichte saturierter Juden in den einzelnen Ländern handeln stets aus der Psyche ihres kleinen Kreises, der auch auf allgemeine jüdische Interessen, wie dieser Kreis sie versteht, Rücksicht nimmt. Die Delegierten der Weltkonferenz aber hatten nur einen Maßstab für ihr Verhalten: die Interessen der jüdischen Gesamtheit, die nicht immer parallel laufen mit den momentanen Bedürfnissen einzelner jüdischer Schichten und sogar von Judenheiten einzelner Länder. Es kam darauf an, in diesem Moment der jüdischen Galuthgeschiohte das nötige Wort zu sagen. Und das ist geschehen, so gut es unter den gegebenen Verhältnissen geschehn konnte. Man kann sicherlich verschiedener Auffassung sein über die Notwendigkeit, bestimmte Staatsauffassungen im allgemeinen abzulehnen. Als Juden interessiert uns die Regierungsform eines Landes als solche nicht. Wir verlangen von jeder Regierungsform die Respektierung unserer Menschenrechte, unserer Kultur, unserer Religion und unserer nationalen Sprachen, wenn diese (hebräisch oder jüdisch) von den Massen des Volkes gebraucht worden. Wir verlangen den Schutz der jüdischen Minderheit, einerlei, ob in einem betreffenden Lande diese Minderheit gesetzlich als ethnisch, religiös oder rassisch definiert werden kann. Prinzipiell sind unsere Forderungen gegenüber Hitler, Stalin, Pilsudski oder Kemal Pascha gleich. Und als Gesamtheit haben wir die Pflicht, diese Forderungen immer .wieder zu erheben, mögen einzelne Judenheiten unter Druck eingeschüchtert sein oder sich dagegen wehren, daß man in ihre „inneren“ jüdischen Angelegenheiten eingreift. Gewiß gibt es auch innerhalb dieses allgemein-prinzipiellen Rahmens Varianten. Wenn in irgend einem Lande die dortige Judenheit staatsbürgerliche Gleichberechtigung, wenigstens der Form nach, und den Schutz des Staates gegenüber den verschiedenen Formen des Antisemitismus genießt, so kann man von gesamtjüdischer Seite davon absehen, für diese Judenheit Rechte besonderer Art, wie Minderheitenschutz, zu verlangen, wenn die Judenheit der Ansicht ist, daß die genannte Forderung nicht erhoben werden solle. Wenn jedoch die Judenheit eines Staates durch Drohungen und Verfolgungen mundtot gemacht und Gegenstand gesetz- /icher Entrechtung ist, wenn sie diffamiert wird und ihre Diskriminierung als eine generell gegen das ganze Judentum gerichtete betrachtet werden muß, dann hat die jüdische Gemeinschaft nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, von sich aus die Sache dieser „entmündigte n“, weil im Zustand der Beraubungihree freien Willens befindlichen Judenheit z u einer Angelegenheit der jüdischen Gesamtheit zu machen. Dies auch in dem Falle, wenn dadurch im gegebenen Augenblicke die Gefahr entstehen sollte, daß sich die Lage dieser ihres freien Willens beraubten Judenheit verschlechtern könnte. Diese Betrachtung wurde darum angestellt, weil Stimmen der deutsch-jüdischen Presse laut geworden sind, die sich beklagen, man hätte auf der Weltkonferenz für die besondere Situation der deutschen Juden nicht das richtige Verständnis bewiesen. Das ist ein Vorwurf, den man nicht unbeantwortet lassen darf. Man war sich auf der Weltkonferenz vollkommen der Tragweite der Kampfansagen bewußt, die in der Deutschland- und in in der Boykottresolution zum Ausdruck kamen. Mit „Agmath-nefesch“, das heißt mit Seelenangst hat man das Problem der deutschen Judenheit diskutiert. Man stand vollkommen im Banne der Erkenntnis, daß die deutschen Juden die Geiseln der jüdischen Gesamtheit in den Händen des Nationalsozialismus sind. Man wog das Für und Gegen gewissenhaft ab und kam zii dem Ergebnis, daß im „Dritten Reich“ die Entscheidungsschlacht des Diasporajudentums v i e le r Länder geschlagen wird. Läßt man zu, daß man die jüdische Front in ihrem deutschen Abschnitt widerstandslos preisgibt, dann läuft man Gefahr, daß die gesamtjüdische Stellung in der Diaspora irreparabel erschüttert wird. Indem man sich zum stärksten Kampf gegen Hitler-Deutschland entschloß, errichtete man ein Verteidigungsbollwerk für gefährdete Judenheiten anderer Länder. Wenn es währ ist — und es trifft zu —, daß die jüdische Boykottparole (durch die Zustimmung und Forderung, die sie in weiten Kreisen, aiich der nichtjüdischen Welt, fand), das Dritte Reich so empfindlich getroffen hat, was aus den Erfahrungen des letzten Jahres hervorgeht, so wäre es jüdisch er Selbstmord gewesen, wenn man auf der dritten Weltkonferenz in dieser Aktion zum Rückzug geblasen hätte. Man hatte — dies sei wiederholt — unter den gegebenen Umständen nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, sich in die deutsch-jüdischen Fragen — zugegeben, ohne Zustimmung der deutschen Juden, möglich auch gegen ihren Willen —■ „einzumischen“. Denn die Konferenz sah g e s a m t j ü d i s c h e s Schicksal aus dem Aspekt einer gesa.mtjüdischen Auffassung, die auf lange Sicht im wahren Interesse auch aller Einzeljudenheiten liegt. Sie mußte also, wenn auch in Seelenpein, sich eindeutig und vernehmlich zur Frage der deutschen Juden äußern, und sie wird die gleiche Haltung beobachten, wenn sich in irgend einem anderen Laad^ ähnliche Vorgänge in bezug auf die Juden ereignen sollten, wie sie sieh in Hitler- Deutschland abgespielt haben. Deutschland und die Jüdische Weltkonjerenz Berlin, 27. August. (Z. T. A.) Das offizielle Organ des deutschen Auswärtigen Amtes, die „Diplomatisch- Politische Korresponden z“, schreibt zu den Beratungen der Genfer Jüdischen Weltkonferenz unter anderem: „Für einen deutschen Staat handelt es sich keineswegs darum, die verschiedenen Nuancen des Judentums zu verstehen und ihnen Konzessionen zu machen, sondern für ihn ist lediglich entscheidend, die Lebensrechte und Interessen des deutschen Volkes wahrzunehmen. Außerdem wird die Jüdische Weltkonferenz nicht im Ernst daran glauben können, sie könne Deutschland Vorschriften für seine Justiz- und Verwaltungspolitik machen, noch dem deutschen Volk Ratschläge für seinen künstlerischen und literarischen Geschmack geben.“ Das Organ des Auswärtigen Amtes behauptet weiterhin, die Weltkonferenz habe sich auch deshalb so lebhaft für die deutsche Umwälzung interessiert, weil sie Angst habe, andere Länder könnten jene Prinzipien, die heute im Reich Anwendung fänden, bald übernehmen. Deshalb bekämpfe die Konferenz auch alles, was zu dem Schluß führen könue, ihre deutschen Glaubensgenossen fänden sich mit dem gegenwärtigen Zustand der Dinge bereits ab. Die Zionistische Bezirkssektion XX. veranstaltet im Heim, Jägerstraße 30, anläßlich der hohen Feiertage ein Minjan. Restliche Karten täglich von 8 bis 10 Uhr abends im Heim. Dieses Siegel bürgt... daß Kunerol streng rituell erzeugt wird und daher auch für Strenggläubige ohne Bedenken für die Zubereitung von Speisen verwendet werden kann. Kurr ** ist ein völlig reines Pflanzenfett, nahrhaft, leicht verdaulich und fast unbegrenzt haltbar, Kunerol wird unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Matter sburg h erg es teilt. KUNEROI! 100% REINES KOKOSNUSSFETT Nur echt in Originalpackung! if/ mm