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Die Stimme · 1934-08-24 · Heft 381 (24.8.1934) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 381 (24.8.1934)
Date
1934-08-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE STIMME a Nr. 381 — 24. 'August 1951 GIN PRIVATANGESTELLTEN DIE VORSORGE-VERSICHERUNG MONATUCHI PRÄMIE I C H I l L I N Ci STERBEGELD RENTE * UNFALL-TOD UNFALL .INVALIDITÄT KOSTEN- „;äBEITRÄ<jE:; '^SPITAL OPERATION Oll LEISTUNG S 300*— S 15-— S 300*- S 300 — S S — S 100 — t'EBENSVERS.-GES.. PHOMIX •w i'i m, i., riemer c a $ s e t' Her vollbringen weitere Leistlingen für das zukünftige Palästina. Keine Hegemonie einer Partei Das zweite Prinzip ist die Feststellung 'der allgemeinen jüdischen Haltung, nämlich, daß keine jüdische Partei beim Aufbau des Nationalheinis mehr oder weniger wert ist als eine andere, und daß alle Parteien die Verpflichtungen, die mit dem Ausbau des jüdischen Nationalheims verbunden sind, auf sich nehmen müssen. Wir wollen kein einseitiges Judentum in Palästina haben, weder in sozialer, noch in wirtschaftlicher, noch in religiöser, noch in kultureller Hinsicht. Wir können uns nicht mit dem Arbeiter allein identifizieren, aber noch weniger mit dem Kapitalisten, insbesondere mit Rücksicht auf den schädlichen Einfluß bestimmter nach Palästina eingejwanderter Gruppen jüdischer Kapitalisten. Wirtschaftsgebiet und Zufluchtsstätte 1 Das dritte Prinzip liegt in der Notwendigkeit einer sorgfältigen Ausbalancierung zwischen dem Begriff Palästina als einer ausgeglichenen wirtschaftlichen Einheit und dem Begriff Palästina als Zufluchtshafen. Palästina muß natürlich jedem Juden offen sein, der einer Zufluchtsstätte bedarf, und mit Genugtuung stellen wir fest: als die deutsche Katastrophe über uns hereinbrach, /war Palästina imstande, Tausenden von jüdischen Flüchtlingen ein Heim zu bieten — jein Prozeß, der unvermindert weiter fortdauert. Zehntausende von Juden, die vor der Hoffnungslosigkeit der überbevölkerten Städte Osteuropas fliehen müssen, haben jein Recht auf Palästina, um sich dort niederzulassen, bescheiden, aber würdig, in ihrem eigenen Lande. Aber die Zionisten müssen in die Zukunft schauen. Die Bedeutung Palästinas als Lösung des jüdischen Problems muß das Produkt einer Entwicklung der wirtschaftlichen Struktur sein, die sich •auf den eigenen Wohlstand und die dem Lande innewohnende Kraft stützt. Deshalb ist die Auswahl der Einwanderer von grundsätzlicher Bedeutung, sowohl im Interesse der gegenwärtigen, wie auch der zukünftigen Generationen. Eine richtige Ausbalancierung zwischen der Auswahl der Einwanderer, die sich auf wirtschaftliche Faktoren stützt, und einer Freigebigkeit, die darauf beruht, daß Palästina vielen Juden eine Zufluchtsstätte bietet, bildet den wesentlichen Bestandteil unserer zionistischen Politik. Mobilisierung des Kapitals Die Hauptaufgabe ist die Mobilisierung aller jüdischen Quellen. Eine der in Vergessenheit geratenen Ideen Herzls ist die Mobilisierung des Judentums für das Nationalheim. Eine nationale Bewegung kann in ihren Anfängen nie eine größere Masse des Volkes umfassen. Die Pioniere bestimmen die Politik, die dann von der Mehrheit des Volkes übernommen wird. .Wir Zionisten haben diese Frage gut gelöst. 'Aber jetzt brauchen wir eine wirksamere Politik, um das jüdische Kapital für Palästina mobil zu machen, und dieses Kapital innerhalb Palästinas zu organisieren. Viole Millionen von Pfunden wurden nach Palästina gebracht, aber manche hatten keine Möglichkeit, ihr Geld gut zu investieren. Wenn manches private Kapital ins Fahrwasser der Spekulation oder der ungesunden Aktionen geraten ist, so ist cs un- Anerkannter Schachris und Mussaf für die Hohen Feiertage, auch in der Provinz. Zuschriften unter „Bai Tfllah“ an die Administration des Blattes Aus der arabischen Presse KINOPROCRAMME PER WOCHE „Al Jama a\ Arabla** hält den Freispruch S taws ky s für gerechtfertigt, weil die Schuld des Angeklagten nicht eindeutig erwiesen worden sei. Das Blatt erinnert an die Ermordung d e Haans, dessen Mörder ebenso unentdeckt blieben wie die Mörder Dr. Thibans im Jahre 1929 und die Mörder Alororoffs. Die Araber Verlangen, daß die Palästina-Regierung die Verbrecher ausfindig mache, um so mehr, als das Vorhandensein einer geheimen jüdischen Terrorgruppe bekannt geworden ist. Vor sechs Jahren seien zwei arabische Arbeiter in einer von Juden bewohnten Straße ermordet worden, ohne daß die Mörder entdeckt worden seien. Wieso sei es möglich, daß eine so tüchtige Polizei, wie die englische, derart versage? Der High Commissioner möge alles tun, um die Mörder Arlosoroffs ausfindig zu machen und dem Blutvergießen in Palästina ein Ende zu machen. „Felestin** behauptet, Smilansky habe in Ber Sheba 12.000 Dumm Boden für eine Gruppe reicher serer Nachlässigkeit zuzuschreiben, daß wir es ohne notwendige Anleitung und Ermutigung gelassen haben. Derartiges Kapital ist nicht der Feind der Arbeit, nur sein Mißbrauch ist schädlich. Zur Ehre des jüdischen Kapitals sei es gesagt, daß dieses großen Anteil am Aufbau des Nationalheimes hat. Das private Kapital muß unterstützt und ermutigt werden, damit es einen ehrenwerten Partner des nationalen Kapitals und der jüdischen Arbeit im Aufbau des jüdischen Nationalheims darstellt. Ich komme jetzt zum dritten Teil der Politik, nämlich zu den Fragen, die sich auf die unmittelbaren Aufgaben der Bewegung beziehen. Die dringendsten Aufgaben des heutigen Zionismus sind der Friede und die nationale Konzentration. Ich möchte hier gewisse Prinzipien niederlegen, ohne welche eine richtige Organisation unmöglich ist, in der Erwartung, daß bei der nächstmöglichen Gelegenheit der Versuch gemacht wird, alle Parteien, die geneigt sind, diese Prinzipien anzuerkennen, zusammenzubringen. Respekt vor den Kongreß• beschlossen Das erste Prinzip ist, daß der zionistischen Disziplin, insbesondere in bezug auf die Außenpolitik, aber auch in bezug auf alle Kongreßbeschlüsse Folge geleistet werde. Es bedarf keines Argumentes um zu beweisen, wie schädlich die politischen Abenteuer von auswärts sind, die oft die offizielle politische Arbeit der Exekutive durchkreuzen, und wie absurd es ist, die Beschlüsse, die durch eine Mehrheit angenommen worden waren, nicht anzuerkennen. Nur eine demokratische Leitung ist in unserer Organisation möglich. Unsere Zerstreuung in allen Ländern macht eine andere Exekutive, als eine solche der Übereinstimmung aller, unmöglich. Daher bedarf dies keiner weiteren Diskuesion. Lassen wir diejenigen beiseite, welche die Diktatoren spielen wollen; wir Juden müssen ein Ganzes bilden, das sich auf eine freiwillige Einheit stützt. Und eine freiwillige Einheit setzt ja Loyalität und Disziplin voraus. Loyalität im Innern Das zweite Prinzip ist das der Reinigung des öffentlichen Lebens. Die Methoden und die Sprache der zionistischen Opposition müssen mit der jüdischen und menschlichen Würde in Einklang gebracht werden. Persönliche Abneigung muß ausgeschaltet werden. Leichtfertige Beschuldigungen des Treubruches müssen eliminiert werden. Wahrheit und Genauigkeit der Tatsachen müssen respektiert werden. Kritik, sogar scharfe Kritik, bildet einen wesentlichen Bestandteil der allgemeinen Arbeit. Aber eine Kritik, die sich nicht auf Wahrheit stützt, ist gefährlich, und darf weder in der Öffentlichkeit noch in der Presse Platz greifen. Das dritte Prinzip ist das der finanziellen Instrumente der Organisation, des K. K. L. und K. H. Diese müssen über allen Parteistreitigkeiten stehen. Unsere Fonds, die jetzt notgedrungen auf freiwilligen Spenden aufgebaut sind, bilden doch nichtsdestoweniger ein Gegenstück zu den Steuern, bei den unter normalen Verhält- Juden aus England und Südafrika gekauft um dort eine neue Stadt, ein zweites Tel- Aviv, zu gründen. Smilansky sei in dieser Angelegenheit nach England gereist. „Marat el Sharah** schreibt: ln der ganzen Welt gehen Veränderungen vor, nur nicht bei denEf f end is, die die arabische Politik kontrollieren und für alle politischen Fehlschläge verantwortlich seien. In der türkischen Zeit haben die Effendis auf Kosten der Arbeiter gelebt, große Reichtümer angesammelt und die Arbeiter gebrandschatzt. Nach der Eroberung Palästinas machten die Effendis ihre Geschäfte unter dem Deckmantel des Nationalismus, schädigten die Arbeiter und verkauften tausende Dunam Boden. Man müsse den Effendis die Macht aus den Händen nehmen. Die arabischen Arbeiter müssen sich an den jüdischen Arbeitern ein Beispiel nehmen, die eine starke Organisation geschaffen hätten und die z i onis tische Bewegung kontrollieren. nissen lebenden Völkern. Die Verweigerung der Steuerzahlung und die Verhinderung der Steuereinhebung werden überall als sehr großes Vergehen gewertet. Auch im Zionismus muß es so sein. Das vierte Prinzip mag vielleicht unpopulär erscheinen, aber tatsächlich bildet es die Basis des sozialen Lebens; nämlich, wir dürfen nicht eine Provokation mit einer Gegenprovokation beantworten. Wenn man zum Ursprung der heutigen Lage im Zionismus zurückgreift und wenn man sorgfältig die Ereignisse der letzten Monate überprüft, so gelangtman zur Üüberzeugung, daß manche Parteien besonders stark unter der Provokation der anderen Parteien gelitten haben. Insbesondere die Arbeiter waren heftigen Angriffen durch die zweifelhaften Methoden der Opposition ausgesetzt. Aber es ist ein Fehler, einer Provokation mit einer Provokation zu begegnen. Es würde einen Rückschritt bedeuten, wenn sich jemand der momentanen Eingebung der Gefühle hingibt und eine Provokation, wie sie es verdient, beantwortet. Man läuft Gefahr, eine größere Reaktion hervorzurufen und diese größere Provokation führt zu Steigerung, so daß dieser Prozeß soweit geht, daß er nicht wieder gutgemacht werden kann. Wir müssen an alle Parteien appellieren, einschließlich die Revisionisten, aber es ist unsere besondere Pflicht, uns an die Arbeiter zu wenden, mit Rücksicht auf ihre Besonnenheit, ihren Gefühlen keinen freien Lauf zu geben. Die Arbeiter bilden ein schaffendes Element in Palästina und als ein konstruktives Element müssen eie sich vor den zerstörenden Einflüssen fortwährender Kontroversen schützen, die uns alle in den Abgrund zu reißen drohen. * Ich möchte mit einigen1 Bemerkungen über die Politik für das kommende Jahr schließen. Die jetzige Exekutive hat es nicht notwendig, sich zu verteidigen. Weder wegen der Art ihrer Wahl, noch wegen ihrer Leistungen im letzten Jahre. Eine Exekutive, die durch eine kleine Koalition zustandegekommen ist, ist genau so eine Exekutive der Organisation wie eine andere und genau so berechtigt, von der Organisation Unterstützung und Gehorsam zu verlangen. Wir müssen die Versuche nicht nur der Revisionisten, sondern aller anderen Parteien zurückweisen, die Autorität der Exekutive zu unterminieren und ihren Bestand zu gefährden. Dio Exekutive, die in Basel im Jahre 1927 gewählt worden war, stützte sich nicht auf eine breite Koalition. Die Arbeiterpartei blieb außerhalb, doch verhielt sie sich in bezug auf dio Autorität der Exekutive und in bezug auf die Disziplin loyal. Weiters, die jetzige Exekutive handelte als ein loyaler Repräsentant aller Parteien und ermöglichte allen Arten und allen Klassen des Judentums die Ansiedlung in Palästina. Aber es ist schon an der Zeit, die Zukunft im Lichte der letzten Erfahrung sorgfältig zu betrachten und ich glaube, daß wir so rasch als möglich ein Übereinkommen über eine möglichst breite Koalition in der nächsten Exekutive treffen müssen. Es ist klar, daß dio Disziplin und die Loyalität erhöht würde,, LeopoldsUdter Volkskino Telephon* R *4^23 Vom 24. bis 27. Augusts Die vertauschte Braut mit Anny Oncfra Täglich VA VA 7«10 Uhr Ermäßigt« Sommerpreise Ein Film wie „Unschuld^ Lude Englisch in „Meine Frau, die Schützenkönigin** mit R. A. Roberts Elite, I. Flotten, VI. Imperial, I. Schloß« XII. Lustspiel, II. Park, XIII. wenn soviel als möglich Parteien an deU Leitung beteiligt wären. Koalition! Keine Exekutive ist möglich* ohne starke und tatkräftige Bei teiligung der Arbeiterpartei, genau so wie Palästina ohne, jüdische Arbeit und deren 0 r g a« nisation undenkbar ist. Abeii ich glaube, daß eine breitere Koalition, breiter als die jetzige, nicht nur erwünscht* sondern auch möglich ist. Die Vorarbeiten müssen sofort in Angriff genommen werden. Die Arbeiter« partei muß einen klaren Wunsch zum Ausdruck bringen, um zuij Übereinstimmung mit anderen Gruppen zd gelangen. Dies bezieht sich auf die Übereim Stimmung in religiösen Fragen, deren Be-» handlung bei den letzten Besprechungen dej AC. in Jerusalem solch großen Raum ein-» genommen hat. Diese Frage muß unmittel« bar zu einer Lösung gelangen und der gutei Wille der Arbeiterpartei würde sich dann über alle Zweifel erweisen. Weiters: die int Jerusalem begonnene Entwicklung, die da$ Gespenst des Kampfes zwischen den großen! Massen der Arbeiter in Palästina und de< kleinen Gruppen der ausgetretenen revw sionistischen Arbeiter . heraufbeschworeil hat, muß beendet werden. Es handelt sich! hier nicht um einen Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital, obwohl auch dieser voai; Zeit zu Zeit zum Ausdruck gelangt. Die; tatsächliche Frage ist die Lösung des Pro« blems zwischen der großen Masse der Ar« beiter in der Histadruth und der unver« gleichlich schwächeren Arbeiterschaft des! Betar. Das Judentum kann und wird nicht länger Streitigkeiten zwischen den Arbei« tern, die nur auf unbedeutenden Ursache^ des Parteihaderiß beruhen, dulden. Die Arbei« terpartei muß, genau so wie es bei den Diffe« renzen mit den Arbeitern der Misrachi und| der Allgemeinen der Fall war (? Die Red.)* alle erdenklichen Anstrengungen fortsetzen* um eine Lösung zu finden. Wenn sich abe*i eine Lösung als unmöglich erwiesen hat*, dann mögen die Verantwort tung die anderen tragen und nicht die Histradruth. (Wie; kann man im vorhinein eino derartige Be« hauptung aufstellen? Die Red.) Die ganze' Bewegung und der ganze Jischuw wird dann klar ersehen, wer der Zerstörende und wer der Schaffende sei. Auf diese Weise wird gewöhnlich kein! Parteiprogramm entworfen. Dies hier enthält keine Kapitel, keine Paragraphen und keine Unterparagraphen. Tatsache ist, daß ich kein großer Freund von Parteiungen im Zionismus bin. Die Entwicklung von Parteien in der Bewegung wurde unvermeidlich und von manchem Gesichtspunkt auß ist sie von Vorteil, aber dio nachdrückliche Betonung der Parteidifferenzierungen birgt in sich eine Gefahr und kann zum Unglück führen. Aus diesem Grunde stimme ich nicht der Ansicht zu, eine Partei der allgemeinen Zionisten zu bilden mit Parteidisziplin und Abstimmung der Wähler. Der allgemeine Zionismus soll nicht solche Äußerlichkeiten beanspruchen, in Wirklichkeit aber doch seine ihm oigenen Interessen vertreten. Der allgemeine Zionismus ist der Zionismus, der alle umfaßt und dessen Um und Auf einzig und allein das Baseler Programm bilden darf.

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