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Die Stimme · 1934-08-24 · Heft 381 (24.8.1934) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 381 (24.8.1934)
Date
1934-08-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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TCr. C8f — 24. August 1934 DIE STIMME Seite 7 PALÄSTINA - TRANSPORTE bumr tnx1? tsTiBona BROPER & FENYO Wien, I., Franz-Josefs-Kai 7-9, Telephon R 26-0-67 und R 26-1-67, übernehmen zu kulantesten^ Be dingungen Übersiedlungen, Warenfransporte via Gafatz, Triest und Constanza nach Palästina Auskünfte: Ernst ULLMANN, Leiter der Palästina-Abteilung ter werden dadurch, daß ihnen die Allgemeinen Zionisten nicht als geschlossene Organisation gegenüberstehen, geradezu aufgereizt, ihre Histadruth-Politik fortzusetzen. Deswegen ist eine straffe allgemeinzionistische Organisation das Gebot der Stunde. Nur ein starker, disziplinierter Allgemeiner Zionismus kann das Problem der Histadruth einer gerechten Lösung zuführen. Wer in der allgemein-zionistischen Bewegung steht und sie als einfacher Soldat kennt, wird dieser Meinung sein. Wer den J Allgemeinen Zionisten rät, eine amorphe' Masse zu bleiben und ihnen zumutet, mit mit Palmzweigen Frieden zu wedeln und sich dabei dezimieren zu lassen, erweist dem Allgemeinen Zionismus und der ganzen zionistischen Bewegung einen schlechten Dienst. Die Allgemeinen Zionisten von heute ver wirklichen selbst mit ihren Söhnen den Zionismus. Sic wollen keiner Klasse dienen aber auch von keiner Klasse unterdrückt werden. Sie wollen endlich in erster Linie für sich selbst sorgen und dem ganzen Volke dienen., Wir wollen so stark werden daß wir die Klassenkämpfer links und rechts zum Guten zwingen können, wenn sie nicht in die Friedenshand einschlagcn die wir ihnen jederzeit entgegenstrecken Daher noch einmal: Organisiert eine starke und disziplinierte allgemein-zionistische Be wegung! Was Palästinas Judentum zahlt und was es erhält Daß die Palästina-Regierung heute viel- Nachbemerkungen zu Prof. Brodetzkys Artikel. Von Dr. Oskar Grünbaum. Professor Brodetzky hat an seinem Artikel eine Reihe von Thesen aufgestellt, insbesondere über den so notwendigen Frieden und die Konsolidierung der Organisation. Das sind Forderungen, deren Durchsetzung von jedem Zionisten gefördert werden muß. Brodetzky hat auch mit Recht eine breitere Koalition als die jetzige als wünschenswert und möglich bezeichnet. Dieser Erkenntnis hätten aber die allgemein-zionistischen Mitglieder der derzeitigen Exekutive schon vor einem Jahr in Prag zum Sieg verhelfen können. Sie hätten damals die Übernahme ihrer Stellen in der Exekutive einfach davon abhängig machen können, daß eine breitere Koalition zustande kommt. Das hätte die von ihrem Wahlsieg berauschte Arbeiterpartei ernüchtert und die breitere Koalition wäre zustande gekommen, weil es die Arbeiter nie gewagt hätten, eine reine Arbeiterexekutive zu bilden. Viel Konfliktstoff wäre so der Bewegung erspart geblieben. Brodetzky hat weiters das so komplizierte Gewirr von innenpolitischen Differenzen auf den einfachsten Nenner gebracht. Er hat festgestellt, daß — abgesehen von der hier nicht näher zu erörternden Frage der Stellung zu den Revisionisten — die Herbeiführung des Friedens in der zionistischen Organisation von der Ordnung des Problems der Histadruth Haowd i m abhängt. Er meint aber, daß weder zu diesem noch zu einem anderen Zwecke eine straffe Organisation der Allgemeinen Zionisten notwendig ist. Diese Ansicht wäre nur dann richtig, wenn die Histadruth freiwillig das werden wollte, was sie sein sollte: Eine faktisch unpolitische, allen Arbeitern in gleicher Weise dienende Gewerkschaft. Davon aber ist sie meilenweit entfernt. Sie befindet sich in den Händen der poalezionistischen Führer und ist Ihr wichtigstes politisches Instrument. Auf das Wohlwollen. der Histadruth ist jede Einwanderergruppe angewiesen, von den sozial-nachbarlichen Beziehungen angefangen bis zur Vergebung der Arbeit durch die örtliche Lischkat Haawodah, Bezug von Darlehen seitens der Bank Hapoalim, Genuß der Krankenkassa usw. Mit allen ihren Machtmitteln und mit dem Trommelfeuer ihrer Propaganda kämpft die Histadruth gegen allgemein-zionistische Einwanderer, die nicht in die rote Laube gehen wollen. Gewjß sind die Leistungen der Arbeiterschaft in Erez bewundernswert. Sie wurden aber durch die Geldopfer der Allgemeinen Zionisten erst möglich. Wir verlangen von den Arbeitern keine Dankbarkeit, nur korrektes Verhalten gegenüber den veränderten Verhältnissen bei den Allgemeinen Zionisten. Die Allgemeinen Zionisten haben aufgehört bloß Gehlsamimelmaschinen für die Fonds zu sein. Der allgemeine wirtschaftliche Zusammenbruch führt die Allgemeinen Zionisten in hellen Scharen als Arbeiter, Handwerker und Gewerbetreibende nach Palästina. D i e s o Menschen lehnen n u n jeden K1 a s s e n k a m p f, s owolil den braunen als den roten entschiodon ab. Kein Allgemeiner Zionist darf ihnen in den Arm fallen, denn nur sie können es zuwege bringen, daß der Klas-senkampf in Palästina dem Primat des ganzen Volkes P 1 a t z m acht und daß ein neuer Typus sozialer Gerechtigkeit geschaffen wird. Man sollte nun meinen, daß die Allgemeinen Zionisten in erster Linie diesen Tatsachen Rechnung tragen. Das trifft leider nur selten zu. Die Linken haben sich die Taktik zurechtgelegt, jeden als Arbeiterfeind auszuschreien, der es wagt in der Histadruth nicht alles gut und schön zu finden und Allgemeine Zionisten sekundieren ihnen mit einer Begeisterung, die einer besseren Sache würdig wäro. Brodetzky hat die Hand auf die Wunde gelegt, die den Körper der zionistischen Bewegung nicht gesunden läßt. Das ist die Histadruth. Mit Sittensprüchlein wird er aber das Übel nicht bekämpfen. Die Arbeileicht die einzige Regierung ist auf der ganzen Welt, die nicht mit Budgetschwierigkoiten zu kämpfen hat und deren Einnahmen täglich steigen, ist bereits allgemein bekannt. Die Tatsache, daß sich heute im palästinensischen Staatsschatz eine freie Reserve von drei Millionen Pfund befindet, die sich aus dem Überschuß der Einnahmen , über die Ausgaben angesammelt hat, ist der stärkste Beweis für den in Palästina heute herrschenden Wohlstand. Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß die einzige Ursache, aus der sich diese ungewöhnlich glänzende Finanzlage der Palästina-Regierung erklärt, die jüdische Einwanderung und d a ßj ü d i s c h e Auf b.ainver k sind, die den Staatsschatz und die ganze Bevölkerung des Landes bereichern. Trotzdem haben die Juden einen ganz geringen — einen viel geringeren Anteil, als dem Jisehuw nach seinem prozentuellen Verhältnis zur gesamten Landesbevölkcrung zukommt — an der Nutznießung des Regierungsbudgets. Das Statistische Departement der Jewiish Agency in Jerusalem hat kürzlich interessante Berechnungen über den Anteil des Jisehuw an den Einnahmen und Ausgaben des palästinensischen Regierungsbudgets angestellt. Die Ergebnisse dieser Berechnungen bestätigen vollkommen die Benachteiligung des Jisehuw hinsichtlich des Rcgierungsbudgets. In einer Zeit, in der der Jisehuw zahlenmäßig 22 'Ä Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, beträgt sein Das Kuratorium der hebräischen Universität in Jerusalem hielt in Zürich eine Tagung ab. Es wurde beschlossen, Lehrstühle und Dozenturen für moderne Geschichte, jüdische Religionsphilosophie, Psychologie, physikalische Chemie und pathologische Physiologie zu schaffen. Welche Gelehrten zur Besetzung dieser Lehrstühle berufen werden, wurde noch nicht mitgeteilt. Das Kuratorium beriet überdies eingehend über die Frage des an der Universität zu gründenden K r e b s f o r s c h u n g s i n s t it u t s, für welches eine Spende von 40.000 Pfund seitens eines anonymen Spenders zur Verfügung gestellt worden ist. Es beauftragte eine Kommission, bestehend aus Dr. Weizmann, Dr. Magnes, Dr, Salaman und Dr. Libman, die Einzelheiten zur Durchführung dieses Planes auszuarbeiten. Das Kuratorium beschloß des weiteren, direkter Anteil an den Steuern und Regierungseinnahmen ■ abgesehen von dem indirekten Anteil durch Hebung des allgemeinen Wohlstandes des Landes und der Steuerkraft der arabischen Bevölkerung — nicht weniger als 50 Prozent. Dagegen ist hinsichtlich der Ausgaben der Regierung, beispielsweise auf dem Gebiete der Unterhaltung des Beamtenapparates, der Polizei, der Eisenbahn, des Schul- und Gesundheitswesens, der Anteil des Jisehuw viel geringer, und zwar nicht nur im Verhältnis zur Steuerleistung der Juden, sondern sogar im Verhältnis zu ihrem prozentuellen Anteil an der Gesamtbevölkerung. In der Polizei beträgt die Zahl der Juden nur 12 Prozent, unter den Arbeitern und Angestellten der Eisenbahn 13 Prozent; an den Ausgaben für öffentliche Regierungsarbeiten ist der Jisehuw nur mit 19 Prozent beteiligt, am Budget für das Erziehungswesen nur mit 14 Prozent; vom Budget für das G esundheitswesen erhält der Jisehuw kaum 5 Prozent, von dem für landwirtschaftliche Zwecke kaum 3 Prozent. Nur auf dem Gebiete der Zollverwaltung ist der Anteil der Juden etwas größer: die Zahl der jüdischen Beamten in der Zollverwaltung der Regierung beträgt 24 Prozent. Das Gesamtergebnis ist, wie man sieht, im allgemeinen nicht erfreulich und steht in keinem Verhältnis zu den großen Leistungen des Jisehuw für die Einnahmen ,der Palästina-Regierung. (Palcor.) Schritte zur Schaffung eines pä d ag o gisch e n Instituts zu unternehmen, und bevollmächtigte den neu ins Leben gerufenen Universitätsrat mit der Durchführung dieser Maßnahmo. Mittelstandssiedlung bei Haifa. Nähere Auskünfte über die MittelstandseiedUmg für Österreicher in der Haifa Bay erteilt die Wirtschaftsstelle des Palästina-Amtes, Wien, I., Kärntnerßtraße '28, jeden Dienstag und Donnerstag zwischen y{l bis Y8 Uhr abends. Jildisdie Volksbibliothek „ZION" Wien, II., Kleine Mohrengasse 3 Wir gratulieren unserem Bibliothekar Herrn Lasar Kupferberg zu Beiner Verlobung mit Fräulein Betti Fuchs aufs herzlichste. Die Leitung. Jagd auS „Illegale“ Jerusalem, 21. August. (Z. T. A.) Die Zusammenstöße zwischen Arabern und Juden in der Nähe der Kolonie Nathania haben sich wie folgt abgespielt: Eine Gruppe junger Araber in Pfadfindertracht marschierte wiederholt singend und in Reih und Glied bei vorangetragenem Banner an Nathania vorbei der Küste zu, um einen Patrouillendienst gegen jüdische Einwanderer auszuüben. Dabei wurden die Bewohner von Nathania durch Zurufe provoziert. Als sich dies am Donnerstag morgens wiederholte, kam es zu einem Zusammenstoß an der Küste außerhalb der Kolonie, wobei einige Araber leichtere Verletzungen davontrugen. Kurz darauf traf eine Polizeiabteilung an Ort und Stelle ein und begann eine Untersuchung, deren Ergebnis noch nicht bekannt ist. Gegenwärtig herrscht in und um Nathania Ruhe. Etwa 600 jüdische Jugendliche bildeten ein Freiwilligenkorps, das sich die Aufgabe stellt, die illegale Einwanderung von Ilauran-Eiuw o h ne r n nach Palästina zu ver« hindern. Es ist dies eine Gegenbewe-i g u n g gegen die seitens organisierter jugendlicher Araber durchgefühxte Jagd auf jüdische Einwanderer. Geplant wird die Zusammenfassung von 800 jüdischen Jugendlichen, die in vier Abteilungen zu je 200 Mann gewisse Schlüsselpunkte der nordöstlichen Grenzen überwachen und illegale arabische Einwanderer der Polizei übergeben sollen. Diese jüdischen Jugendlichen gehören meist dem M a kkabi, den Arbeiterorganisationen und den revisionistischen Jugendverbänden an. Die Palästina-Regierung erklärt in einem Communique, der High Commissioner treffe im Einvernehmen mit dem Kolonienminister die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung der Grenzen gegen illegalo Einwanderung in einer Weise, daß die illegale Einwanderung zu Land und zu Wasser, wirksam in Schach gehalten werden wird. Laut palästinensischem Gesetz, so heißt eä in dem Communique weiter, haben PrL vatpersonen nicht das Rech t,« illegal Eingewanderte a n z u h a 1t e n. Die Tätigkeit solcher Gruppen hindert die Polizei an der Durchführung 'ihrer Auf-i gäbe und gefährdet den Frieden; Versuchet von Personen lind Körperschaften, sich un-i befugt die Handhabung der Gesetze amzurnaßen, sind strafbar. Der High Commission er warnt gewisse Presseorgane, „böswillige und irreführende“ Mitteilungen über die Tätigkeit inoffizieller Körperschaften zu veröffentlichen; solchen Presseorganen wird mit Verbot gedroht. Ruhe in Palästina Jerusalem, 21. August. (Z. T. A.) Die Gerüchte, daß der bei Nathania verletzte arabische Pfadfinder gestorben sei, haben eich nie*htbestätigt. Die Erregung flaut ab. In ganz Pa 1 äs tin a herrscht Ruh e. In Jaffa, Nablus und Tulkarem wurden die verstärkten Polizeipatrouillen zurückgezogen. Der nach Nathania entsandte Polizeiposten verhaftete vier Einwohner der Kolonie und stellte sie den arabischen Pfad^ Andern gegenüber, die aber in ihnen ihre Angreifer nicht identifizieren konnten. Die Verhafteten dürfen somit in Freiheit gesetzt werden. Palästina-Schatzmeister tritt zurück Jerusalem, 21. August. (Z. T. A.) Der Schatzmeister der Palästina-Regierung, William Joseph Johnson, der sich gegenwärtig auf Urlaub in England befindet, hat, wie „Doar Ilajom“ mitteilt, seinen Rücktritt von diesem Amte eingereicht, weil der von ihm stammende Entwurf zu einer Einkommensteuer in Palästina zurückgewiesen worden ißt. Gegen den Entwurf Johnsons wandten sich insbesondere jüdische Kreise, die einwanden, daß eine Einkommensteuer erstens Handel und Wirtschaft schädigen und zweitens hauptsächlich das jiidischo Element zugunsten des arabischen belasten würde. Krebsforschungsinstitut in Jerusalem lllllllllllllIIIillBIIIBIlllllBlllMIM JUDE Beteiligt Euch an der Volksadresse zu Ehren Df. Josef Löwenherz anläßlich seines 50. Geburtstages Tolegrammblankette a S 1im Keren Kajemeth- Büro, I , Kä**nlnerstraße 23 erhältlich

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