Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 381 (24.8.1934)
- Date
- 1934-08-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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r Kr. S8T - 54. EugnsT 1933 DIE STIMME Seite 3 Die Debatte in der Mandatskommission 6 Weltstars In einem Film I Helen Hayes - Clark Gable - Myrna Loy - John Barrymore - Robert Montgomery- Lionel Barrymore Oer Film der 1^1 ULC| Sensationen Außerdem: Erste bunte Metro-Melodie, 19.000 Meilen unterm Meer. SCHWEDEN - KINO II., Taborstraße 1. Tel. A 49*0*60 - Vorstellungen: %4, v*6, y,8, */,10. Genf, 22. August. T In dem gleichzeitig mit dem Bericht der •Mandatskommission an den Völkerbundsrat Iden Mitgliedsstaaten zugestellten offiziellen Protokoll der letzten Tagung dieser Kommission wird über die damals stattgefundene Palästina-Debatte unter anderem folgendes mitgetcilt: Im Verlauf der Aussprache über die Frage 'der Einwanderung und der Arbeitsverteilung zwischen Arabern und Juden nahm Prof. R a p p a r d Bezug auf die Absicht der Palästina-Regierung, Maßnahmen zur Herstellung einer engeren Relation zwischen Einwanderung und Aufnahmefähigkeit des Landes zu treffen. Er wäre dankbar für eine Mitteilung über die von den Behörden angewandten Methoden in dem Fall der Herabsetzung der von der Jewish Agency angeforderten Zertifikatezahl von 12.000, beziehungsweise 24.500 auf schließlich 500. Auch das Kommissionsmitglied van Rees fragte, wie es zu der Diskrepanz zwischen der Zahl der von der Jewish Agency für 1933 beantragten 37.240 Arbeiterzertifikate und der nur 11.000 betragenden Zahl der bewilligten Zertifikate gekommen sei. Antwort der Mandatarmacht Der Vertreter der Mandatarmacht, Chefsekretär der Palästina - Regierung John Hatborn Hall, erklärte, die Behörden in Palästina wendeten keineswegs irgend ein willkürliches System, wie Nichlberückßichtigung rivalisierender Forderungen an. Die Kommission werde einsehen, daß der High Commissioner, der für die gegenwärtige und künftige Wohlfahrt des gesamten Landes verantwortlich ist, von einem •weiter reichenden Gesichtspunkt und vorsichtiger urteilen müsse als die Jewish Agency. Auch möge die Kommission in Betracht ziehen, daß (jährlich 2000 bis 3000 jüdische und etwa doppelt so viel arabische Kinder dem Arbeitsmarkt zugeführt werden, und daß die gegenwärtigen Vorkehrungen für die Aufnahme und Unterbringung jüdischer Einwanderer sogar für die jetzt zugelassene Ein- .wandererzahl unzureichend sind. Es gebe einen gewissen lokalen und jahreszeitmäßigen Arbeitermangel, zum Beispiel während der Orangenernte. Bei solchen Gelegenheiten könne man aushilfsweise städtische Arbeiter zur Hilfsarbeit heranziehen, und das geschehe auch. Die Jewish Agency habe die Einwanderung dauernder Siedler zur Deckung dieses rein jahreszeitmäßigen Bedarfs verlangt. Die Regierung habe diese Forderung mit Recht abgelehnt. Arbeitermangel gebe es auch im Baugewerbe, infolge der in diesem jetzt herrschenden Hausse. Doch sei die Regierung der Ansicht, daß es unklug wäre, diesen Zustand für eine Dauererscheinung im Wirtschaftsleben des Landes zu halten, und daß eine gewisse Diskrepanz zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage unvermeidlich sei, wenn in einer Zeit rascher Entwicklung die notwendige Vorsicht geübt wird. Diese Diskrepanz sei noch dadurch verschärft worden, daß die Jewish Agency im Rahmen der Labour-Schedule Angehörige freier Berufe und geistige Arbeiter an Stelle von Handarbeitern einwandern ließ. Eine den Notwendigkeiten des Arbeitsmarktes besser entsprechende Auswahl der Einwanderer hätte den Arbeitermangel gemildert, statt ihn zu verschärfen. Der MacDonatd-Brief Van Rees erklärte, er sehe durchaus ein, wie schwierig es für die Regierung sei, die Quote der Arbeiter zu bestimmen, denen innerhalb einer bestimmten Zeit die Erlaubnis zur Niederlassung in Palästina gegeben werden soll. Man müsse sich aber wundern, wenn die außerordentliche Vorsicht, die die Regierung gezeigt habe, indem sie für das Jahr 1933 weniger als ein Drittel der in dem jüdischen Vorschlag genannten Zahl von Arbeitern zuließ, wirklich der wesentlichen Steigerung der Nachfrage nach jüdischer Arbeit entsprechen würde, die eine unmittelbare Folge der Prosperität des Landes und der gesteigerten Aktivität des jüdischen Bevölkerungselements sei. Es scheine durchaus klar, daß in einem Lande wie Palästina die Gefahr besteht, daß der Mangel an jüdischen Arbeitskräften nicht nur die normale Erweiterung jüdischer Unternehmungen aller Art beeinträchtigen, sondern auch der normalen wirtschaftlichen Entwicklung des ganzen Landes schädlich sein könnte. Van Rees wies auf den Brief des Ministerpräsidenten an Dr. Weizmann vom 13. Februar 1931 hin, in dem es heißt: „Die Praxis der Bestätigung einer Arbeiter- Einwanderungsliste für einwandernde Lohnempfänger wird fortgesetzt werden. In jedem einzelnen Fall werden Arbeiteranforderungen berücksichtigt werden für solche Arbeiten, die von jüdischem oder hauptsächlich jüdischem Kapital abhängig sind, und die nicht vorhanden wären oder nicht unternommen worden wären, wenn nicht jüdische Arbeiter zur Verfügung stehen würden.“ Van Rees fragte, ob ernsthaft behauptet werden könne, daß diese vollkommen klare Bestimmung entsprechend angewandt wurde, als man die Zahl der auf Grand jüdischer Schätzung des Arbeiterbedarfs angeforderten Zertifikate auf ein Drittel herabsetzte. Chefsekretär H a 11 erwiderte, ein allgemeiner Mangel an ungelernten Arbeitern bestehe im Lande nicht, wenn man die zur Verfügung stehenden arabischen und jüdischen Arbeiter in gleicher Weise berücksichtige. Wohl gebe es einen gewissen Mangel an gelernten Arbeitern; aber es sei ihm bekannt, daß es der Jewish Agency sehr schwer falle, geschulte Arbeiter als Auswanderungskandidaten zu finden. Nichts hindere die Jewish Agency, an Stelle von Arbeitern und Handwerkern Ärzte und Kaufleute für die vorhandenen freien Stellen zu nominieren, und dies komme tatsächlich vor. Der Vertreter der Mandatarmacht fügte hinzu, daß in dem Briefe des Ministerpräsidenten an Dr. Weizmann gesagt wird, „wenn als Folge des Prinzips, daß durch jüdische Organisationen nur jüdische Arbeiter beschäftigt^ werden dürfen, arabische Arbeiter verdrängt werden sollten oder bestehende Arbeitslosigkeit verschärft werden würde, dies ein Faktor in der, Situation wäre, auf den die Mandatarmacht ihr Augenmerk richten müßte“. Van Rees erklärte, dieser Passus sei seiner Aufmerksamkeit nicht entgangen, er frage aber, ob es fair sei, ihn zu interpretieren, ohne auf das Bezug zu nehmen, was vorher steht, nämlich: „Das Prinzip vorzugsweißer oder sogar ausschließlicher Beschäftigung jüdischer Arbeiter durch jüdische Organisationen ist ein solches, daß die Jewish Agency berechtigt ist, es aufrecht zu erhalten.“ Chefsekretär Hall antwortete, er wolle sich nicht in eine Interpretation der Worte des Ministerpräsidenten einlassen, noch den Anschein erwecken, daß er säe interpretiere. Die Arbeitsverteilung zwischen Juden und Arabern Der Vorsitzende der Kommission, Marquis T h e o d o 1 i, fragte, ob es in letzter Zeit nicht wenigstens einen Fall gegeben habe, in dem Jbei Mangel an jüdischen Arbeitskräften Araber nicht beschäftigt wurden, obwohl die Arbeit auch von arabischen Arbeitern hätte getan werden können und zahlreiche Araber arbeitslos sind. Chefsekretär Hall erwiderte, von der Regierung sei auf Grand dieser Behauptung eine besondere Untersuchung durchgeführt und festgestellt worden, daß an den Bäumen keine Orangen dem Verderben verfallen sind, weil Mangel an Arbeitskräften herrschte oder aus einem anderen Grunde. In bestimmten jüdischen Pflanzungen seien sowohl Araber wie Juden beschäftigt worden und hätten gemeinsam gearbeitet. Marquis Theodoli fragte weiter, ob es richtig sei, daß Araber in demselben Unternehmen für dieselbe Arbeit niedriger bezahlt werden als Juden. Chefsekretär Hall bestätigte, daß dies im allgemeinen der Fall ist, doch möge die Kommission bedenken, daß die Araber noch nicht jenen Lebensstandard erreicht haben, den die Juden besitzen. Die illegale Einwanderung Lord L u g a r d schnitt das Problem der illegalen Einwanderung an. Chefsekretär Hall antwortete, die unerlaubte Niederlassung sei in ihrem vollen Umfange anläßlich der Volkszählung vom November 1931 festgestellt worden. Die Personen, die sich ohne Erlaubnis niedergelassen haben, sind zum größten Teil auf Grund eines drei Monate gültigen Touristenvisums eingewandert. Im Lande hätten sie sich verborgen und ihre Identität verheimlicht. Der Verhaftung seien sie zweifellos durch Mithilfe der schon im Lande ansässigen Juden entgangen. Jetzt könnte man die Zahl unerlaubt Eingewanderter auf Grund einer Methode genau feststellen, die die Unterzeichnung eines Scheines durch jeden Reisenden bei; seinem Eintreffen und bei der Abreise vorsieht. Die Polizei sei bei ihrem Vorgehen dadurch schwer behindert worden, daß ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung mit diesen Einwanderern sympathisiert und der Polizei Information und Beihilfe verweigert. Das Mitglied der Kommission, Orts, sprach über die angeblich unbedeutende arabische Einwanderung aus Trans* j o r (1 a n i e n. Er fragte, welche Maßnahmen getroffen werden, um zu verhindern, daß die ohne Paß aus Transjordanien kommenden Einwanderer sich dauernd in Palästina niederlassen. Chefsekretär Hall, sagte, die Wirkliche Erholung der Haut ist die schnelle, sanft-scharfe Berichte seien übertrieben, die Zah1 der Transjordanier in Palästina sei auf nicht höher als 1000 zu schätzen. Jüdisch-arabische Beziehungen• Einige Mitglieder der Kommission, insbesondere der Spanier Palacios und der Portugiese Graf Pen ha Garcia —- ersterer war Berichterstatter der arabischen Petitionen — äußerten sich recht kritisch über die Passivität der Politik der Mandatarmacht auf diesem Gebiete. Hall antwortete unter anderen, daß man von einer Verschlimmerung der arabisch-jüdischen Beziehungen auf keinen Fall sprechen kann. Politisch haben sich diese Beziehungen vielleicht nicht fühlbar gebessert, aber auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern ist eine gewisse Besserung zu verzeichnen und man kann mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Graf Penha Garcia gab unter anderem der Überzeugung Ausdruck, daß eine Vergrößerung der Zahl der jüdischen Bevölkerung in Palästina der arabisch-jüdischen Annäherung dienen könnte, da auf diese Weise ein solideres Gleichgewicht zwischen den beiden Bevölkerungsteilen zustande käme. Landwirtschaftspolitik• Eine Reihe von Fragen der Kommissionsmitglieder betraf das „Land Developement Scheine“ und die Ansiedlung der landlos gewordenen Araber. Das japanische Mitglied S a k e n o b e wunderte sich, daß die Ansiedlung der 650 Familienhäupter, die im ganzen als durch jüdische Bodenkäufe „verdrängte“ Landbesitzer anerkannt wurden, so langsam vor sich gehe. Herr van Rees verwies auf einige Angaben des Berichtes der Mandatarmacht, aus denen hervorgeht, daß die Juden im Jahre 1933 Streng rituell... wird Kunerol erzeugt, in modernen, appetitlich reinen Anlagen, die vom Publikum jederzeit besichtigt werden können. Kunerol ist garantiert reines, 100%iges Pflanzenfett Seine besonderen Vorzüge sind: Großer Nährwert, leichte Verdaulichkeit und lange Haltbarkeit Kunerol wird unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg hergestellt KUNEROL 100% REINES KOKOSNUSSFEH Nur echt in Originalpackung! m