Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 379 (17.8.1934)
- Date
- 1934-08-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 370 J7. 'Atiffiipf. 1934 DIE STIMME Seite 3 Die Vorbereitung eines Weltantisemitenkongresses 1 Clubs, Paneuropa. Liga für Menschenrechte iisw.). 12. Das Gold als stärkste Festung1 .Judas. Die Lfinbergor „Chwila.“ hat vor kurzem ein ..streng vertrauliches“ Zirkular veröffentlicht., das von einem gewissen Rudolf M e i k e r t gezeichnet ist und mit „ p a narisch e m G r u ß“ die Vertrauensmänner in Europa, Amerika und Afrika zum zweiten Kongreß der antisemitischen Internationale einliidt. Das Zirkular ist vom 20. Juli datiert und trägt dio Stampiglie M. B o d u n g - V e r 1 a. g. Erfurt, Gartenstraße 38. Es heißt dort: „Da die Vorbereitungsarbeiten zu dieser internationalen Konferenz bereits getroffen worden waren, haben die Organisatoren die Ehre, Ihnen folgendes mitzuteilen: 1. Der Termin ist für Ende August geplant. Die Konferenz wird fünf Tage dauern. Die Delegierten wurden gleichzeitig eingeladen, an einer Zusammenkunft der N. S. D. A. P. teilzunehmen und werden zweifelsohne von dieser Einladung Gebrauch machen, um so mehr, als dieser „Weltdienst“ der N. S. D. A. P. zu Dank verpflichtet ist. 2. Der Kongreß wird in Mitteldeutschland stattfinden. Ort, Tag, alle näheren Daten werden rechtzeitig allen, die ihre Anwesenheit Zusagen, mitgeteilt werden. 3. Die Organisatoren gewähren, dank der Unterstützung der ausländischen Freunde sämtlichen Konferenzteilnehmern unentgeltlichen Aufenthalt (Wohnung und Verpflegung) während der ganzen Kongreßzeit. 4. Ausländer genießen entsprechend ihrer Heimatszugehörigkeit eine 25- bis 60%ige Eisenbahnermäßigung auf sämtlichen Eisenbahnlinien. Auch andere Vergütungen sind nicht ausgeschlossen. 5. Die Delegierten, die unter einem anderen Namen oder in einer streng vertraulichen Mission an dieser Konferenz teilnehmen wollen, erhalten alle möglichen Zusicherungen. Das ist pol izeilich gestattet. Die Namen der Delegierten werden unter keinen Umständen veröffentlicht werden. 6. Die Diskussionen werden im Geiste der loyalsten Freundschaft bei Eleminierung sämtlicher politischen, religiösen und nationalen Fragen, die das Empfinden irgend eines Delegierten verletzen könnten, geführt werden. 7. Die Konferenz wird sich ausschließlich mit dem Problem einer gemeinsamen Verteidigungsaktion gegenüber dem jüdischen Imperialismus in allen Ländern, ohne Rücksicht auf die Form, in der dieser auftritt, befassen. 8. Die Delegierten mögen dem Büro des Weltdienstes genaue Berichte über die Lage in ihren Ländern (politische Parteiungen, Presse, Kino, Radio, Schulwesen, Wirtschaft, Freimaurertum usw.) spätestens bis zum 12. August zukommen lassen, damit diese Berichte raschestens in die Weltsprachen übersetzt werden können. 0. Die Delegierten werden ersucht, die Tagesordnung zu studieren, und ein be¬ 2. bis 8. September 1934 (Rotunde bis 9. September) Luxusu- Gebrauchsartikelmesse / Möbelmesse „Elektrizität im Haushalt“ / „Neuzeitliche Gasgeräte“ / Gewerbliche Kollektiv-Ausstellungen Internationale Rundfunkmesse / Textilmesse BekleidungsmeBse / Strickwaren / Pelzmode „Spindel und Webstuhl“ (Heimatliche Textilerzeugung) INTERNATIONALE FILM- UND KINO- AUSSTELLUNG Technische Messe / Bau- und Straßenbaumesse Typenschau / „Haus und Grund“ / „Der neuzeitliche Holzhausbau“ / »Der Realitäten- Vermittler und Verwalter“/ Erfindermesse / Bürobodarf / Wintersport-Ausstellung / Lebensmittel SONDERAUSSTELLUNGEN BRASILIENS, BULGARIENS, ITALIENS UND UNGARNS Land- und forstwirtschaftliche Musterschau rferdoschau mit Vorführungen (7.—9. September) BUNDESWEINKOST BEDEUTENDE FAHRPREIS-ERMÄSSIGUNGENI MesBeaiiBwuititt ft 8 6.— bei der Wiener Messe-Aktien- Gesellschaft, Wien, Vll., Messeplata 1. — Kintrittskarton (ium einmaligen Besuch der Rotunde oder des Messepalaslcs und der Neuen Burs) ft 8 2.50 bei den Kassenschaltern der Messehäuser stimmte« Referat für diesen Kongreß vorzubereiten. Die Tagesordnung enthält unter anderem folgende Punkte: 1. Die Judenfrage im Altertum' (Ägypten usw.). 2. Die Vertreibung der Juden aus Spanien, Holland, Dänemark und England (1666). 3. Bekannte jüdische Persönlichkeiten (Maiinonkles, Spinoza, Mendelssohn, Ilerzl, Nordau, Achad Haam. Rathenau, Einstein). 4. Charakteristische Merkmale der jüdischen Ra sec. 5. Die jüdische Rasse, jüdisches Recht, jüdische Religion. 6. Die Frage der Ritualmorde. (Die Werke Brandts, Stauffs usw.) 7. Parasitentum. 8. Die jüdische Wissenschaft über die Weltbeherrschung. 9. Der Freimaurer als künstlicher Jude. 10. Falscher und echter Zionismus, Parasitentum, Ghetto, Assimilation, Jewish national home, Biro-Bidschan, Dissimilation. 11. Die jüdischen und unter jüdischem Einfluß stehenden Organisationen, deren wahre und angeblichen Ziele (Bibelforscher, Freimaurer, Penklubs, Rotary- Verwöhnte Strohwitwer speisen vorzüglich Im Restaurant Hotel „Stefanie“ "RES H., Taborstraße 12, Tel. R 46-5-57 ~j Menüs v. S1 -60 aofw. Täglidi frische Fische Speisen am Rost — Schöner schattiger Garten 13. Die jüdische Greuelpropaganda gegen den arischen Deutschen. 14. Der Boykott Hitler-Deutschlands durch die Juden. 15. Der Antijudaismus auf den Universitäten. 16. Der P a n a r i s c h e G e d a n k e. 17. Das arische Recht. 18. Die Gründung eines „arischen K a m p f f o n d s“. (Die Aufgaben und Ziele dieser Institution.) 19. Die Gründling einer Panarischen Zentrale hei Mitarbeit der nichtarischen Völker. 20. Rückblick auf die vorherigen Weltkongresse gegen den jüdischen Imperialismus, auch auf den; Kongreß »Selmeisers in Dresden im Jahre 11881. 21. Die Verbreitung der antijüdischen Idee in der Welt. 22. Das Panarische Manifest usw., usw. Jeder Empfänger dieser Einladung wird ersucht, den Inhalt dieses Schreibens strengstens geheim zu halten. * Dieses Zirkular beweist wieder, daß von Deutschland aus eine antisemitische Welthetze betrieben -wird, die natürlich neben dem antijüdischen Zweck auch die Schaffung politischen Einflusses bezweckt. Es werden Daten gesammelt, die sich für militärische und wirtschaftliche Spionage im Interesse Deutschlands verwerten lassen. Der „Panarismus“ ist nichts als die Organisierung des Mordes; bisher sind Duca, Pieracki, Dollfuß beseitigt worden. Wann wird sich die Kulturwelt gegen diese Weltmörder organisieren? Palästina für die algerische Judenheit Jerusalem, 13. August. (2. T.A.) Unter der jüdischen Bevölkerung Palästinas herrscht große Entrüstung über die von verschiedenen Kreisen verbreiteten Andeutungen, daß die Unruhen in Constantine und anderen Ortschaften Algeriens auf die Tätigkeit jüdischer Geldleiher und Kaufleute zurückzuführen sei, die eine überragende Position im lokalen Handel erlangt haben. Die hebräische Presse weist auf die Ähnlichkeiten zwischen dem Massaker der Juden in Hebron im Jahre 1929 und dem gegenwärtigen Massaker in Constantine hin und bemerkt, daß auch in Hebron nachträglich ähnliche, gänzlich unbegründete Beschuldigungen gegen die Juden erhoben über die Lage in Algerien empfundene B esorgnis zum Ausdruck. Der Generalkonsul versicherte Herrn Elmalah, daß laut offizieller Information, die ihm aus Paris zugegangen ist, die französischen Behörden in Algerien Herr der Lage sind. Hotel Smetana Bad Luhafovice Cechoslovakei bleibt über Neujahr und Versöhnungstag waren. Namens des Waad Leumi sprach Herr E 1 m a 1 a h beim französischen Generalkonsul in Jerusalem vor und brachte ihm gegenüber die von der Judenheit Palästinas geöffnet Minjan im Hause Billige Pauschalieren In Algerien gärt es noch Immer Paris, 14. August. (2. T. A.) Der sozialistische „Populaire“ greift die Regierung an, daß sie die Öffentlichkeit hinsichtlich der algerischen Unruhe irreführe. Die ganze Angelegenheit werde verkleinert. Die Zahl der Toten betrage 60, also über das Doppelte der in den öffentlichen Feststellungen wiedergegebenen Ziffer. Die Behörden hätten nicht die geeigneten Maßnahmen ergriffen, um den gut vorbereiteten und organisierten Ausbruch zu unterdrücken. Der Pogrom begann drei Tage früher, als die Behörden zugaben, und sie versuchten, ihn zu verschweigen, und gaben die Massakers erst zu, als diese nicht länger verborgen werden konnten. Das angebliche Eindringen eines jüdischen Soldaten in eine Moschee, das der Ausgangspunkt des Ausbruches gewesen sein soll, soll sich am Sonnabend ereignet haben, und das Massaker begann — laut „Populaire“ — am Donnerstag vorher. Die Lage in Algerien ist immer noch nicht befriedet. Die Behörden haben den Wochenmarkt in Bone an der Mittelmeerküste verboten, da sie fürchten, daß er zu neuerlichen Unruhen führen könnte. Dio jüdischen Geschäfte in der Stadt sind geschlossen, die moslemitischen Truppen werden in den Kasernen gehalten und europäisches Militär bewacht die Stadt, verstärkt durch Matrosen von den Kreuzern „Matelot“ und „Leblanc“. Es wird berichtet, daß am 10. August ein Auto von Arabern angehalten und' der Führer, ein jüdischer Barbier namens Henry, ermordet wurde. — 300 jüdische Geschäfte sind im Laufe der Unruhen demoliert worden. 70 Pogromisten ln Constantine verurteilt Paris, 15. August. (2. T. A.) Siebzig Teilnehmer an dem Pogrom in Constantine wurden zu Gefängnisstrafen von zwei bis drei Jahren verurteilt. Eine bei dem Pogrom schwer verletzte jtidische Frau, namens Zerbin, ist im Hospital gestorben. Der Generalgouverneur von Algerien, Herr Carde, hat dem französischen Kabinett über die von den lokalen Behörden zur Unterdrückung des Pogroms ergriffenen Maßnahmen berichtet. Der sozialistische „Populaire“ fährt mit seinen Angriffen gegen Herrn Carde fort und fordert seinen Rücktritt, da er den Aufruhr nicht abwenden konnte, was seine Pflicht gewesen wäre. Pnllfstlna wird nsiieserflcht m.hKhÄ „Das Land der Söhne“ van ERICH GOTTGETREU Aus dein Inhalt: Vom Kurfiirstendamm naoh En-Harod -« Im Eimvarvclorcrlieim — Zur Ehe gehören drei! — Das Land des Lernens — Man ordnet sich ein — Zehn Maß Schönheit kamen in die Welt... — Der Schatzhilter vom Skopus — Jud SUR im Emck — Fest ohne Freude — Der 36. Fall von Jerusalem — Die Morgensfadt im Morgenland — Ein .Tugenddorf — Die Heimat der Sarife — Die gesprochene Zeitung — Die Geburt der Jaffa-Orange — Die Kinder vom Zionstor — Revolte auf der Schulbank — Abu Jilda — Tatsachen aus 1001 Tag — Lehrer Siltnann erteilt Unterricht — Der tolle Tag eon Tel-Aviv — Heilige, Helden, Aktionäre — Der Mamelukensultan hatte eine Idee — Das hebräische Theater — Die letzten Samaritaner — Die Orange in der Retorte — Das Kamel fliegt! — Sintflut über Tiberias — 1200 Meter Volk und Land — Bialok — Auf Herzls Spuren in JerusaJem — Ussischkin läßt die Taube frei. Gottgetreu bietet ein Palästina-Buch, das jeder lesen muß, der Palältina kennenlernen will. Karl. S 4-80 Ganzleinen S 6*50 Buchhandlung R. Löwit-Mejstrik, Wien I., Woilzelle 6 Überfall auf jüdische Kolonie j Jerusalem, 15. August. (2. T. A.)! Am Abend des 12. August versuchten drei Araber in die jüdische Kolonie Tel-Adaschim im Emek einzudringen. Polizei stellte, sich den Angreifern entgegen. Es kam zu einem Gefecht, bei dem einer der schwer bewaffneten Araber erschossen wurde; die beiden anderen entkamen. Freiwillige arabische „Landes• wachen“ vergewaltigen zwei füdU sehe Mädchen Tiberias, 14. August. (2. T. A.) - Wie die in Tel-Aviv erscheinende Zeitung „Itton Mejuohod“ berichtet, wurden an der Nordgrenze Palästina« nahe Kapemaum zwei auf einem Spaziergang befindliche jüdische Mädchen von vier Arabern aus dem Hauran, die sie aufforderten, ihre Pässe vorzuzeigen, attackiert und vergewaltigt. Die Mädchen flüchteten sich in ein jüdisches Haus und erzählten weinend von dem Vorfall. Die Namen der Mädchen werden aus begreiflichen Gründen nicht genannt. Die Zeitung weist auf die Gefährlichkeit der Tätigkeit der sogenannten „arabischen Miliz“ (Freiwilligenwachen an den Landesgrenzen) hin, die sich zu Verbrecherbanden zusammenrotten, welche unschuldige Menschen berauben und mißhandeln und so die Sicherheit des Landes bedrohen. Baptisten*Weltkongreß gegen Rassenhaß Berlin, 14. August. (2. T. A.) Auf dem soeben in Berlin geschlossenen Baptisten-Weltkongreß wurde im Anschluß an die Behandlung der Judenfrage folgende Resolution angenommen: Der Kongreß beklagt und verurteilt jede Form von Unterdrückung oder jede unfaire Benachteiligung der Juden als eine Verletzung des göttlichen Gesetzes und wendet sich schärfsten« gegen alle rassischen Feindseligkeiten. Vertretung für Österreich: Reisebüro City Dr. ]. H. Körner Wien, I. Kohlmarkt 8, Tel. 126-1-29 Der Palestine & Orient Lloyd und seine Schwestergesellschaft, der Palestine & Egypt Lloyd, veranstalten im Monat Septembor eine Palästinareise. Hinfahrt mit dem Luxusdampfer „Roma“, Rückfahrt mit der lungebauten, den modernsten Anforderungen in allen Klassen entsprechenden „Pilsna“. Das auf Basis langjähriger Erfahrung zusammengesetzte, einzig dastehende Standard-Landprogramm der Gesellschaft wurde für diese Reise den hohen Feiertagen entsprechend abgeändert. Der Preis der Reise jo nach Bahn- und Schiffsklasse von S 1180.— aufwärts. ACHTUNG! Im Lokal des Palestine & Orient Lloyd wurde von der Postdirektion für Wien ein Postkasten für die Flugpost nach Palästina angebracht.