Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 373 (27.7.1934)
- Date
- 1934-07-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3053752-3054070-3054127--4381-3059994- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
Nt. 878 - 97. Jul! 1084. Die stimme Söffe 5 hiebei zugolnssoncn Pflanzungsgescllschaften Hanoten, Jaffa Plantations Ltd. und Nir angemeldet. wodurch sich die Gesamtsumme der Transfermeldungen nach Abzug kleiner Stornierungen auf 4.13 Millionen Reichsmark erhöht. Die Abwicklung dieser Transfcrgoschäfto habe also einen Verhältnism ii ßi g g r o ß e n U m fang angenommen. Sie sei auch materiell befriedigend verlaufen. Die Schaffung eines BiaHk-Fonds Jerusalem (Paleor). Tn der Jerusalemer Zionistischen Exekutive wird augenblicklich die Frage der Schaffung eines Kulturfonds behandelt, die das Andenken Chajim Nachman B i a 1 i k s verewigen soll. Der Fonds wird als dritter zionistischer Fonds neben dem Keren K a j emeth und dem Keren H a j c s s o d geplant. Seine Aufgabe soll die Sorge für die Entwicklung und Verbreitung der hebräischen Sprache, Erziehung und Literatur sein. Revisionisten gegen Keren Hajessod und Keren Kajemeth Jerusalem (Paleor). Das Hauptbüro des Keren Ilajcssod in 'Jerusalem erhält in der letzten Zeit alarmierende Nachrichten über die destruktive [Tätigkeit der Revisionisten in P o 1 e n gegen die zionistischen Fonds, den Keren Hajossod und den Keren Kajemeth. An vielen Plätzen hat — diesen Meldungen zufolge — die revisionistische Jugend und der Bethar auch das gesamte Keren-Kajemeth-Material, das ihnen in die Hände fiel, vernichtet, ist in die Häuser eingedrungen, in denen Bich Keren-Kajemeth-Büchsen befinden, und hat diese vernichtet, hat ferner in den Synagogen, in denen die Beter Spenden für den Keren Kajemeth machen wollten, wüste Skandale inszeniert. In vielen Städten haben die Revisionisten auch Überfälle auf die Basare des Keren Kajemeth organisiert, 'die Delegierten und Redner, die in die einzelnen Städte durch die Zentrale entsandt .wurden, überfallen. Nach dem Stavsky- Urteil Tel-Aviv, 25. Juli. Die Polizeiiinspektoren B a r k e r und G o f f e r haben Stavsky und Rufi e n b 1 a t fc darauf aufmerksam geanacht, daß nach den bei der Tel-Aviver Polizei vorliegenden Nachrichten ihr Leben in Gefahr ist. Sie rieten ihnen, Tel-Aviv zu verlassen, da die Polizei sich f iir ihre Sicherheit nicht verbürgen könne. Rosenblatt fragte, warum die Polizei nicht das Zentralkomitee der Arbeiterpartei warne. Die jüdischen Zeitungen gemäßigter Richtung fordern, daß der Parteikampf in Palästina jetzt aufhören und ein Burgfrieden zwischen den Parteien yerkündet werden sollte. * Warschau, 25. Juli. Der Parteikampf zwischen dem Arbeiterflügel in der zionistischen Bewegung und den Revisionisten hat sieh zu einer bisher unbekannten Heftigkeit gesteigert. Die Mahnungen der jüdischen Presse an beide Parteien, den Bruderkriegeinzustellen, sind bis jetzt wirkungslos geblieben. Am T i s c h a b’A w kam es vielfach zu Zusammenstößen. Die Revisionisten versuchten, die Sammler für den Nationalfonds in ihrer Arbeit zu stören. * Neue Zusammenstöße zwischen Sozialisten und Revisionisten Warschau, 23. Juli. Der „Moment“ meldet uub Jerusalem: Samstag abends ist es in T e l - A v i v nouordings zu Zusammenstößen zwischen Revisionisten und Mitgliedern der Histadruth gekommen. Eine Person erlitt durch einen Steinwurf eine Kopfwunde, weitere sechs Personen wurden verletzt und in einer Apotheke verbunden. Während der Zusammenstöße, die Samstag vormittags beim Gottesdienst in der Großen Synagoge in Tel-Aviv sich ereigneten, als Mitglieder der Histadruth Stavsky daran zu hindern Im „Meint** (Warschau) protestiert Dr. Hinget dagegen, daß Theodor Ilerzls Gebeine noch immer nicht nach Palästina überführt wurden. Die Überführung werde nicht schwieriger sein als die Überführung der Gebeine Ptnskers aus Odessa. Trotzdem sei. nichts geschehen, obwohl nach einem Beschlüsse des 16. Kongresses Herds Gebeine spätestens im Jahre py.11 nach Palästina überführt werden! müssen. Die öffentliche Meinung müsse auf j die Exekutive einen Druck ausüben, um die Überführung ohne weitere Verzögerung durchzusetzen. In der „CHwttaH schreibt Dr. Emil Schmorak: „Neben unseren politischen Sorgen bereitet uns der jetzige Stand unserer inneren Front die schwersten Besorgnisse... Der Kampf der Flügelparteien nimmt erschreckende Formen an.. Letztens haben beide Seiten die Parole des Kampfes bis zum letzten Ende angenommen ... Die Linken versuchen seit Jahren mit immer weniger Erfolg die Revisionisten auszurotten und für diesen Zweck ist ihnen jedes Mittel heilig... Die Revisionisten in ihrem Kampfe um die politische Macht in der Organisation schrecken vor keiner Waffe zurück... Wir verlieren unsere besten Kräfte in diesen Kämpfen... Das einzige Resultat dieses Bruderkampfes ist der Ruin der Organisation auf organisatorischem, politischem und moralischem Gebiete ... Was wird das Ende sein? Wird es dazu kommen, daß der Jischuw in Palästina in dem englischen Polizisten die einzige Rettung sieht?... Wird man zum letzten Ende kämpfen, um die Besiegten ms der Organisation auszuschließen, um die letzten Reste unserer politischen und moralischen Autorität gegenüber England und den anderen Völkern zu vernichten? Dies haben wir schon fast erreicht, und wenn es um ideologische Ziele geht, kann man denn noch glauben, daß 5 oder 10 Jahre weiterer Kämpfe zum Siege führen werden? Für den größeren Teil der Zionisten ist es klar, daß man nicht nur den Kampf und seine Formen, sondern auch des versprochenen Paradies, der siegreichen Seite verurteilen muß...“ Im „Nowy Dzienmik" (Krakau) stellt Dr. Berkelhammer verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit zusammen, die den in der Organisation wütenden Kampf illustrieren. Er verteilt seine Hiebe Jerusalem, Mitte Juli. Nach dom großen Siege Ihn Sauds im Süden der arabischen Halbinsel, dem es gelungen ist, den König von Jemen, Imam Jachja, zur Unterzeichnung eines Friedens zu zwingen, der ihn in hohem Maße untor das Protektorat Ihn Sauds stellt, haben sich in deu politischen Kreisen Syriens ernsthafte Gerüchte über die Möglichkeit einer weiteren Expansion Ibn Sauds im Norden verbreitet. Man spricht von einem Plane, den ältesten Sohn Ibn Sauds, Feisal, auf den syrischen Thron in Damaskus zu setzen. Bereits seit längerer Zeit kursieren im Orient Gerüchte über energischo Bemühungen Frankreichs, Ibn Saud als Verbündeten seiner Orientpolitik zu gewinnen. Als Boweis hierfür dient die Tatsache, daß Ibn Saud in Beyruth und Damaskus ständige politische Vertreter unterhält, während er in Palästina keine Vertreter hat. Man weist auch auf den lotzten Besuch des jungen Scheichs S c h a 1 a n, eines Sohnes des bekannten arabischen Scheichs Nuri Seiuiian, des Führers der Beduinenstämme versuchten, zur Thora a u f gern f e n zu werden, wurde der Polizeikorporal S i 1 h e r g verwundet. sowohl an die Histadruth wie an die Revisionisten. Er wirft den einen ihre Stellungnahme im, Stavsky-Prozeß vor und, verurteilt die anderen wegen ihres Austrittes ms dem Wmd Leumi und wegen der Boykottierung der Fonds, und, tritt für den von Dr. Thon verlangten Burgfrieden ein. „Jewish Mornlng Journal** (New York) bedauert, den Austritt des Misrachi aus dem Waad Leumi, wodurch die Anerkennung des Waad, Leumi durch die Regierung gefährdet ist. Das Vorgehen des Misrachi hat das Prestige des ganzen Jischuw geschmälert. Es werde dem Misrachi schwer fallen, seinen übereilten Schritt zu rechtfertigen. In der „Selbstwehru (Prag) schreibt Dr. Egon Michael Zweig in einer Polemik gegen Gerda Luft unter der Überschrift „Statt Kampf nach rechts Befriedung beider Flügelüber den Stawsky- Prozeß: Frau Luft gibt freimütig zu, daß die Revisionisten, die Misrachisten und allgemeinen Zionisten und die bürgerlichen Kreise zur Stellungnahme gegen links gewonnen und schließlich in die eigenen Reihen der Linken nalionalchauvmistische Verwirrung getragen haben. Die Tatsache stimmt, aber die dafür gegebenen Erklärungen scheinen mir stark ergänzungsbedürftig. Nicht die jahrelange faschistische Propaganda der Revisionisten mit ihren offenkundigen Roheiten und nicht der im Jischuw verbreitete Wunsch, kein Jude solle diesen Mord vollbracht haben, noch auch der „Klassenkampfinstinkt des wachsenden Kapitalismus“ hätten hingereicht, diesen Stimmungswechsel zu zeitigen... Erst die Erscheinungen rings um den Arlosor off -Mord haben diesen Mittelgruppen in grausamer Klarheit enthüllt, wie sehr die Fraktionswut von rechts und links das Bewußtsein der Verantwortung für das Gemeinwohl des jüdischen Volkes verdunkelt und erstickt... Mit diesem Prozeß ist die Sache nicht zu Ende. Er scheint mir vielmehr in der Entioicklung des jüdisch-politischen Lebens in Erez Israel einen Wendepunkt zu bilden. Denn alle Personen erkennen jetzt, in welche Gefahr das jüdische Gemeinwohl durch die Fraktionswut von rechts und links gestürzt ist und fühlen sich aufgerilttelt, diesem zersetzenden Treiben den Willen zur Eintracht und Einheit entgegenzusetzen. Also nicht einfach Kampf nach rechts, sondern Befriedung beider Flügel! in der syrischen Wüste, in Mekka, hin. In informierten Kreisen behauptet man, daß der Zweck dieser Reise ein politischer war, und daß er in Verbindung steht mit der Frage der Überführung eines Teils dieser Beduinenstämme von Syrien in das Gebiet Ibn Sauds. Ibn Saud soll mit diesem Projekte einverstanden sein, was natürlich eine Verstärkung seiner Freundschaft mit Frankreich bedeutet. In der letzten Zeit ist es nach einem Gerücht auch zu einer bedeutenden Annäherung zwischen den syrischen Nationalisten und Ibn Saud gekommen. Der Führer des syrisch-nationalen Blocks war kürzlich mit der Friedensdelegation, dio vom Jerusalemer Groß- Mufti geführt wurde, in Mekka, und man glaubt, daß er mit Ibn Saud Verhandlungen über die syrische Frage geführt hat. In der augenblicklich politischen Atmosphäre des Orients muß man die Richtigkeit der verschiedenen Gerüchte sehr vorsichtig beurteilen, in ernsthaften politischen Kreison I Syriens hält inan jedoch dio Möglichkeit eines gewissen Dreibundes zwischen mmmammmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmgmmmi Frankreich, Ibn Saud und den syrischen Nationalisten mit dem Ziele einer Änderung der gegenwärtigen sogenannten republikanischen Verfassung Syriens in eine Monarchie unter Feisal, dein Sohne Ibn Sauds, als König, nicht für völlig ausgeschlossen. Sollte sich dieses Projekt verwirklichen, so würde dies die Umwandlung des Hauses Ibn Sauds in eine Dynastie bedeuten, ebenso wie es jetzt die Dynastie der Haschimis gibt, zu der Emir Abdallah von Transjordanien, der König von Irak, und der thronlose Emir Ali gehören. Das würde eine sehr bedrohliche Konkurrenz und Gefahr für die Dynastie der Haschimis bedeuten, die die ganze Zeit, hindurch einerseits nach dem Throne von Mekka, anderseits nach dem syrischen Throne in Damaskus hin gravitieren. Inzwischen hat Ibn Saud dio Oberhand auf allen: Fronten erlangt. Für die arabischen Politiker, die vort einer Föderation aller arabischen Länder träumen, bedeutet diese Entwicklung naturgemäß eine gewisse Komplikation, weil zwei parallele und konkurrierende arabische Dynastien entstehen, die sich gegenseitig bekämpfen. Trotzdem sehen die arabischen' Politiker in der Stärkung des Ansehens Ibn Saudis einen Faktor politischer Konsolidierung auf der arabischen Halbinsel. Diese Kreise sehen auch in dem Frieden zwischen Ibn Saud und dem König von Jemen einen Schritt vorwärts in dieser Richtung. Unabhängig von der steigenden politischen und territorialen Macht Ibn Sauds sind doch verschiedene Möglichkeiten von Erschütterungen nicht ausgeschlossen, weil das Reich Ibn Sauds sich weder auf die Kraft der Tradition, noch auf das Bewußtsein gemeinsamer Interessen, sondern vor allem auf die Macht sei ne r Persönlichkeit stützt. Auch hat England vorläufig noch nicht sein entscheidendes Wort zu all diesen politischen Konzeptionen gesagt. Es steht noch abseits und beobachtet Sollte sich England entschließen, sich in all diese Fragen einzumischen, so kann das leicht dazu führen, daß alle diese schönen Kombinationen zerstört werden und spurlos verschwinden. Pension Eckstein - Mm Unabhängigkeit Transjordanlens? London, 23. Juli. Das Colonial Office veröffentlicht soeben Ergänzungen und Abänderungen des Vertrages mit Transjordanien, die am 2. Juni in Jerusalem unterzeichnet wurden.* Auf Grund der neuen Bestimmungen wird in Transjordanien ein englischer Geschäftsträger eingesetzt, durch dessen und des High Commissioner Vermittlung die Regierung Transjordaniens mit allen Mächten in Verbindung treten kann. Das Abkommen sieht ferner vor, daß Transjordanien eigene Konsuln in den benachbarten arabischen Staaten, wo nur das Bedürfnis hiefür besteht, haben soll. Gleichzeitig verpflichtet sich Emir Abdullah, daß Transjordanien künftighin die normalon Ausgaben der Zivilregierung und -Verwaltung selbst tragen wird. Rückwanderung palästinensischer Araber Im Unterhaus fragte der Abgeordnete Major M i 1 n e r den Kolonialminister, welche Beschränkungen in bezug auf die Einwanderung von Arabern nach Palästina und die Rückkehr ausgewanderter palästinensischer Araber bestehen. Der Kolonienminister antwortete, Araber, die nicht palästinensische Bürger sind, seien in Bezug auf Einwanderung denselben Bestimmungen wie andere Nichtpalästinenser unterworfen. Nach dem palästinensischen Einwanderungsreglement hätton, solange der High Commissioner nichts anderes bestimme, Personen, die in Transjordanien ihren ordentlichen Wohnsitz haben, das Recht, auch ohne Paß von Transjordanien unmittelbar nach Palästina zu kommen, dürften sich aber dort nicht niederlassen und keine Beschäftigung annehmen, wenn sie nicht als Einwanderer nach den Bestimmungen des Kinwanderungsreglements qualifiziert sind. Ausgewanderte palästinensische Araber könnten ungehindert zurückkehren. Aus der jüdischen Presse Ibn Saudis neue Expansions-Plane Von unserem Jerusalemer Korrespondenten. Ibn Saudis neue Expansions-Plane