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Die Stimme · 1934-06-12 · Heft 360 (12.6.1934) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 360 (12.6.1934)
Date
1934-06-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 3 DIE STIMME Nr. 36Ö — 12. M 1931 ’ Angebliche Gehelmversammlungen ln Berlin i- Das nationalsozialistische Abendblatt ..Der 'Angriff“ berichtet über zwei angebliche jiidi sehe Geheimversammlungen, die vor einigen Tagen von der zionistischen Organisation in Berlin veranstaltet worden sein sollen. „Der Angriff“ scheint den Zweck der Versamm langen zu bezweifeln und hebt hervor, daß in beiden Versammlungen ein uniformierter jüdischer Saalschutz den Ordnungsdienst ver sehen habe. Die „Jüdische Rund s c h a u teilt nun mit, daß die erste der beiden Versammlungen eine polizeilich genehmigte Bezirksversammlung der Berliner zionistischen Vereinigung gewesen sei, die durch revisionistische Zwischenrufer und Exzedenten gestört worden sei. Ein uniformierter Saalschutz sei nicht vorhanden gewesen, vielmehr wurden die Störenfriede durch Versammlungsteilnehmer aus dem Saal entfernt. Ferien-Sond erfahrt POLEN CZi NACH UND am 1. und 8 Juli für 4 und 8 Wodien PaßbesUnstisung auch für poln. Staatsangehörige Alle Auskünfte: Reisedienst „Czernow. Allgem. Ztg.'', Wien, I., Schulerstraße 1 („Der Tag"), Tel. R 21-6-78 - Reisebüro „IRUT", I., Karlsplatz 1, Tel. U 44-5-79 Die Ritualmordlüge vor einem Wiener Gericht Von den Rechtsanwälten Dr. Rudolf und Dr. Fritz Hauenschild in Wien erhalten wir die folgende Entgegnung: Mit Bezug auf den auf Seite 4 der Nummer 356 der Zeitung „Die Stimme“ vom 29. Mai 1934 veröffentlichten Artikel „Die Ritualmordlitge vor einem Wiener Gericht“ fordere ich Sie in meiner Eigenschaft als Rechtsanwalt des Dr. Hans Novak und Klagevertreter in der vor dem Strafbezirksgericht I Wien gegen Frau Irene Harand namens meines Klienten anhängig gemachten Verfahren gemäß § 23 P. G„ um Aufnahme nachstehender Entgegnung auf. Sie schreiben: „Der Klagevertreter wehrte sich gegen den Wahrheitsbeweis, den er als sinnlos bezeichnete“ ... Diese Mitteilung ist unwahr, wahr Ist vielmehr, daß ich mich in meiner Eigenschaft als Klagevertreter im gegenständlichen Gerichtsverfahren gegen den Wahrheitsbeweis nicht nur nicht wehrte, sondern mich mit der Durchführung desselben zwecks einwandfreier Widerlegung sämtlicher von dem Verteidiger der Frau Irene Harand vorgebrachten Behauptung vollkommen einverstanden und den von der Verteidigung angebotenen Wahrheitsbeweis nicht als sinnlos, sondern für aussichtslos erklärte. Hochachtend Dr. Hauenschild. Zeit Spiegel HighCommissionerWauchope blickt in die Z nft Anläßlich der Unterhausdebatte Uber die Palästina-Anleihe hat der englische Kolonienminister erklärt, Palästina-Angelegenheiten könnten nicht nach der gegenwärtigen Lage allein behandelt werden, man müßte auch an die künftige Entwicklung denken. Es handelte sich um die Einschränkungen, die die Engländer der jüdischen Einwanderung nach Palästina auf erlegen. Der Kolonienminister sagte weiters, daß die Verwalter Palästinas diesen Umstand zu bedenken hätten, und daß er in ihre Entschlüsse, als jene der Verantwortlichen, nicht eingreifen würde. Dem High-Commissioner ist also von einem höchsten Vorgesetzten bezeugt worden, daß er nicht nur in die Zukunft zu sehen habe, sondern daß er es auch verstünde, in die Zukunft zu sehen. Welcher Mittel bedient er sich nun, um in die Zukunft Palästinas zu sehen und also zu erfahren, icas er heute tun oder lassen müsse, damit es dem künftigen Palästina wohlergehe? Da Kartenaufschlägerinnen oder Astrologen kaum in Frage kommen und die delphische Pythia zur Zeit nicht amtiert, muß er wohl über andere Mittel verfügen, am zu seinem an sich schon so schwierigen Amt auch noch die Zukunftsdeutung zu betreiben. Welcher Art diese Mittel sind, hat er bisher nicht verraten. Er erwartet aber von den Juden offenbar, daß sie vertrauensvoll mit der Kritik seiner Maßnahmen bis zu jener Zukunft warten, in der man die Folgen seiner heutigen Handlungen wird übersehen können. Es darf bei diesem Anlaß aber vielleicht doch darauf verwiesen werden, daß das Prophezeien in palästinensischen Wirtschaftsdingen sich ebenso icenig bewährt hat, wie in andern Belangen des englischen Reiches. Wurde doch gleich zu Beginn, auch von englischen In-die-Zukunft-Schauern das Palästina-Projekt als ein Wahnsinn erklärt. Wenn die Juden schon pionier ha ft ein eigenes Reich begründen wollten, warum dann an der denkbar ungünstigsten Stelle? Gäbe es nicht genügend fruchtbares Land anderswo, das dem Pionier seine Arbeit dankbar lohnte, müßte man sich gerade Fels und Sand erwählen? Die Propheten behielten unrecht. Der Fels und Sand verwandelte sich in einen fruchtbaren Garten, Wasser floß, wo es seit den Zeiten der Bibel nicht mehr geflossen war, und das Land erwies sich dankbarer als irgend ein anderes. Die Anti-Propheten gaben sich noch nicht ge schlagen. Es kamen die Jahre des wirtschaftlichen Rückschlages und das Jahr der Unruhen und schienen ihnen recht zu geben Nun aber blüht Palästina wieder und wie noch nie zuvor. Was kein Land der Erde kann, das trifft es mühelos: in einem Jahr 40.000 neue Bürger aufzunehmen, eine Zahl, die für ein großes Kulturland Bruchteile eines Promilles der Bevölkerungsziffer bedeuten würde, für Palästina aber einen wesentlichen Teil seiner Gesamtbevölkerung bedeutet. Wer will es da wagen, in palästinensischen Dingen zu prophezeien und wäre er auch ein noch so tüchtiger englischer Kolonialbeamter? Ist ihr Blick in die Zukunft weitreichend genug, um die Einwanderung jüdsicher Arbeiter nach Palästina zu unterbinden, weil es später einmal Arbeitslosigkeit geben könnte? Darf man wegen solcher völlig unbeweisbarer und unberechenbarer Möglichkeiten Leute, die heute jedenfalls arbeitslos sind, von der Arbeit in Palästina ausschließen, die heute jedenfalls vorhanden ist? Alle anderen Staatsverwaltungen sind froh, wenn sie mit den Aufgaben des Tages halbwegs fertig werden können. Die palästinensische glaubt, es sich leisten zu können, die Tagesaufgaben beiseitezuschieben, um für irgend eine nebelhafte Zukunft vorzusorgen. Es bleibt zu hoffen, daß der High- Commissioner unter dem Druck der jüdischen Weltmeinung seinen Blich von der Zukunft abmul den heutigen Bedürfnissen Palästinas zuwenden wird. M. S. land besetzte Gebiet — Palästina, Transjor» danien und Irak — im, Wege. Es ist im Mo» ment undenkbar, daß England den Drang Ibn Sauds nach dem Norden unterstützen würde, denn dies würde mit den englischen Imperialistischen und, wirtschaftlichen Inter» essen im, Widerspruch stehen. Deshalb ist nicht diese Gefahr im, Augenblick zu befürchten, sondern eher die englischen Pläne, die darauf ausgehen, die drei Länder, Pa» lästina, Tr ans jor danien und Irak, enger aneinanderzuknüpfen. Sind es diese Ab» sichten, die sich hinter der Haltung Eng» lands gegen den besonderen Status Palä» stinas verbergen und im Zusammenhang mit der Reise von Abdullah nach London stehen?“ Aus der jüdischen Presse Ein Appell an die Allgemeinen Zionisten Im „R u f“ lenkt Dr. Schwarzbart in seiner Eigenschaft als Präsident des Weli- Dle Patrioten von Kf ar Saba In der gleichen Zeitung schreibt Dr. Osias Thon: „Als Motiv für den Verrat an jüdischer Ein „Ritualmord“ aufgeklärt Berlin, 8. Juni. Die Tageszeitung der Deutschen Arbeitsfront und Organ des Reichsarbeitsministers Dr. L e y „Der Deutsche“ hat vor einiger Zeit unter der Überschrift „Ritualmord?“ aus Regensburg gemeldet, daß der Sohn eines Straßenwärters in einem Kleeacker sterbend aufgefunden wurde. Die Aufklärung dieses Falles wird jetzt in der Passauer „Donau- Zeitung“ veröffentlicht. Danach hat es sich herausgestellt, daß die beiden älteren Brüder des Knaben diesen im Spiel so unglücklich an der Kehle faßten, daß er infolge der Aufregung und des Wiirgens starb. Der unter dem Verdacht des Mordes verhaftete jüdische Hausierer J. Zache aus Tiefendobel wurde daher freigelassen. Verbundes der Allgemeinen Zionisten die Arbeit in Kfar Saba wird einfach angege- Aufmerksamkeit auf die Gefahr einer neuen ben, daß arabische Arbeit billiger ist als Zersplitterung der Allgemeinen Zionisten, jüdische. Wir geben dies zu, und trotzdem Er appelliert an alle Landesverbände der verlangen wir, daß nur jüdische Arbeiter Allgemeinen Zionisten und die Massen der beschäftigt werden, wenn dies auch eine Allgemeinen Zionisten, ihren ganzen Einfluß Verminderung der Einnahmen für die Kapiaufzubieten, um die Einigkeit zu fundieren talisten bedeutet. Palästina ist nicht ein und die Führer zu unterstützen, damit eine Land für kapitalistische Exploitation. V er starke und disziplinierte allgemein-zionisti- Vermögen ansammeln will, suche sich ein sehe Beivegung aus der nächsten Konferenz anderes Land. Wir hoffen, daß der Wille des Weltverbandes hervorgehe. *.. ~ . Aerzte und Plantagenbesitzer KINOPROGRAMME DER WOCHE II. Kotenüterngagge Telephon R 40-0-23 LeopoiöstBdter Uolkskino Vom 12. Juni bla 14. Juni „LOBO“ Men Roben und Tiere in freier Wildnis Wochentags 7,6. 7<& 7*10 (Jhr, Sonnu. FelerUgg 7*4 Uhi und die feste Stellung des Jischuw sich mit j diesen Schädlingen Rat schaffen wird. Die I englische Regierung protegiert und verteij digt die Verräter, erstens, um den Arabern 1 zu schmeicheln, und zweitens, weil es ihr Unter dieser Überschrift schreibt „Nowy mn fiem Aufi)au der Jüdischen Nationalen Dzennik“ (Krakau): Heimat nicht eilt. Sie stört und hemmt uns „Mit großer Genugtuung hat die jüdische wo und wie sie kann. Die Verräter von Kfar Öffentlichkeit den Schritt der jüdischen Saba werden zu Helfern der Regierung, aber Ärzte Palästinas zur Kenntnis genommen, die weder ihnen noch ihren Protektoren wird trotz der dort bereits existierenden großen es gelingen, unserem Aufstieg im Wege zu Anzahl von Ärzten gegen die von der Restehen.“ gierung geplante Einschränkung der Ärzteimmigration protestiert haben. Diese Stellung der palästinensischen Ärzte zeigt es denjenigen Plantagenbesitzern, die durch die Anstellung arabischer Arbeiter die schädliche Politik der Mandatarregierung unterstützen, daß das materielle Interesse nicht Der Kampf in Arabien — und England In der „C h w i 1 a“ schreibt Dr. Schwarzbart: „Ibn Saud erstrebt die Vereinigung aller immer ausschlaggebend sein sollte. Dort, wo arabischen Länder unter seinem Szepter, die lebenswichtigsten Interessen des gesam- Diesen Zweck hat der gegenwärtige Krieg ten Volkes in Betracht kommen, müssen gegen Yeinen, den Ihn Saud auf die Weimaterielle Gründe in den Hintergrund tresung Englatuls hin einstellen mußte, ebenso len. Anstatt Streikposten sollte der Jischuw wie er seinerzeit vor den Toren Mekkas» auf moralische. Pranger für alle errichten, die Befehl Englands stehen blieb. — Einer Verdas Nationale Heim schädigen und untercinigung der arabischen Halbinsel im Süden Die „Deutsche Rundschau“ über den Stürmer“ In der „Deutschen Rundschau“ in Leipzig, finden wir folgende Glosse, die sich mit der (angeblichen) Beschlagnahme der Ritualmordnummer des Streic.herschen „Stürmer“ befaßt: „Man hätte annehmen können, daß gerade nach der starken Ermahnung des Reichsministers Dr. Goebbels an die deutsche Presse über ihre Pflichten gegenüber der Gesamtheit das Erscheinen dieser Nummer der ganzen reichsdeutschen Presse Veranlassung gegeben hätte, im Interesse des deutschen Ansehens den Gefühlen Ausdruck zu geben, die Millionen deutscher Menschen, unter ihnen gute Nationalsozialisten, bei einer solchen Veröffentlichung bewegen. Wir sind die letzten, welche die Gefühle fremder Völker als Richtschnur für deutsches Handeln anerkennen, wenn auch die Stellungnahme des Erzbischofs von Canterb ury zu dieser Nummer in den „Times“ selbst Harthörige hätte nachdenklich machen können. Aber von dem unermeßlichen Schaden abgesehen, den die Arbeit verantwortungsbewußter Männer, das deutsche Geschehen auch in seinen unvermeidlichen Härten dem Auslande verständlich zu machen, erlitten hat, können wir es mit der Pflicht der Presse im neuen Deutschland nicht vereinbaren, wenn ohne irgend eine Rücksicht auf die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung hier mit Angaben gearbeitet wird, die einer strengen s ac hl ic h en Nachprüfung nicht stand haU t e n. Aus Volksrecht und Volksnot heraus rechtfertigen sich harte Maßnahmen — Verunglimpfungen ohne Beweisführung niemals. Daran, daß als Bestandteil des deutschen Wesens auch die Ritterlichkeit gilt, darf man bei solchem, Vorkommnis gar nicht denken.“ Die arabischen Nationalsozialisten Jerusalem, 8. Juni. Die angesehene ägyptisch-arabische Tageszeitung „El M o k a 11 a m“ bekräftigt durch einen autoritativ ihr zugegangenen Bericht das Bestehen einer arabischen nationalsozialistischen Jugendorganisation in Palästina, die nach den gleichen Richtlinien wie die deutsche nationalsozialistische Partei aufgebaut worden ist. Laut „El Mokattam“ verfolgt die Bewegung drei Ziele: 1. In Palästina eine Bewegung ähnlich der des deutschen Nationalsozialismus organisatorisch aufzubauen. 2. Den Zionismus und seine Ziele zu bekämpfen. 3. Einen Kontakt der arabischen Jugendbewegung mit der nationalsozialistischen Partei in Deutschland aufrechtzuerhalten. Erichs Palästina-Besuch vor dem Unterhaus London, 10. Juni. Im Unterhaus richtete Oberst Wedgwood an den Kolonienminist :r die Frage, ob der Regierung der Besuch des deutschen Reiehsmini.sters Dr. F r i c k in Palästina vorher angekündigt worden war. Sir Philipp C u n li f f o - L i s t e r erwiderte, es wurde» der Regierung bekanntgegehen, daß Herr Frick mit, Begleitung im Verlaufe einer Mittelmeerreise zwei oder dici Tage in Palästina verweilen werde. Auf die Frag© Wedgwoods, ob der Regierung bekannt sei, daß Frick ein berüchtigter Nazi- Agitator ist, gal» der Kolonienniinister graben mit Syrien im Norden steht das von. Engj k o i n e Antwort.

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