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Die Stimme · 1934-06-08 · Heft 359 (8.6.1934) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 359 (8.6.1934)
Date
1934-06-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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'Nr. 859 — 8. Juni 1934 DIE STIMME Seite S VERJÜNGUNG, GESUNDUNG UND ERHOLUNG IM ALPENKURORTE 1083 Meier über dem Meere Radioaktivste Therme der Welt. Verdankt seinen Weltruf den seit Jahrhunderten erzielten Heilerfolgen bei Gicht, Rheuma, vorzeitigem Altern, Blasenleiden usw. Prospekte und ärztliche Fachzeitschriften durch KURKOMMISSION BADGASTEIN AUSTRIA PALÄ^nNA^IELDET: Arlosorofff-Mordprozeß Jerusalem, 4. Juni. In der Verhandlung am 1. Juni wandte sich der Vorsitzende Richter 0 o r r i e scharf dagegen, daß der Verteidiger Horace 8 a m u e 1 durch die Art, wie er das Kreuzverhör führe, den Eindruck zu erwecken suche, daß die H i s t a d r u t h aus dem Arlosoroff-Fall politisches Kapital gegen die Revisionisten schlagen will. Diese politischen Fragen gehörten überhaupt nicht zur Sache. Den Anlaß zu dieser Bemerkung des Vorsitzenden gab die Vernehmung des Misrachi-Führers Rabbi J. L. Fis hm an, an den der Verteidiger Fragen betreffend die politischen Verhältnisse im Zionismus zur Zeit. des Arlosoroff-Mordes gestellt hatte. Rabbi Fishman orklärte, die politischen Verhältnisse im Zionismus seien nicht so zugespitzt gewesen, daß sie Revisionisten veranlassen konnten, einen Führer der Histadruth zu ermorden. Rabbi Fishman erklärte weiter, seiner Meinung nach sei Arlosoroff nicht ein extremer Histadruth-Mann und kein erbitterter Gegner des Revisionismus gewesen. * Brlth Habirfonlm-ProzeR am 1Z. Juni Wie offiziell bekanntgegeben wird, wurde der Prozeß gegen die wegen Zugehörigkeit zu dem revisionistischen Geheimbund Brith Habirjonim angeklagten Personen, unter ihnen den im Arlosoroff-Prozeß l'reigesprochenen, aber weiter in Haft gehaltenen Revisionistenführer Abba Achi-Meir, auf den 12. Juni angesetzt. Sir Herbert Samuel In Tel-Avlv Die Stadt Tel-Aviv gab zu Ehren Sir Herbert. Samuels, des ersten High Commissioner für Palästina, der jetzt zu Besuch in Palästina weilt, einen Empfang, bei dem Bürgermeister Mayer Dizomgoft' mitteiltc, daß ein neuer Platz am Strande von Tel-Aviv nach ■Sir Herbert Samuel benannt worden ist. * Sir Herbert Samuel bei Emir Abdullah Sir Herbert Samuel stattete d e m Emir von Trans jordanic n A bd u 11 a h in seiner Residenz Amman einen Besuch ab. Der Unterredung wird im Hinblick darauf, daß der Emir kurz nachher für drei Wochen nach London abreiste, große Bedeutung beigemessen. Abdullahs Londonreise Jerusalem, 5. Juni. Der Emir Abdullah von Transjordanicn hat, wie mitgetellt, am 3. Juni eine Reise nach London angetreten. Die A r a b i s c h e Exekutive Pal äs t i n a s veröffentlicht im Zusammenhang mit dem Besuch des Emirs in London eine Erklärung, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß die palästinensischen Araber ein unabhängiges Palästina ul« Teil eines arabischen Staatenbitndcs und eine alle Einwohner Palästinas repräsentierende, auf ein Parlament sich stützende Regierung fordern und die Ziele des Zionismus z u r ii e k w o i s e n. W i e die J ii d Ls eh e Tel ograp heil - Ag e n tu r erfährt, gedenkt der Emir Abdullah in London über eine Abänderung des bestehenden Abkommens zwischen ihm und der englischen Regierung, ferner über die Auflegung einer Anleihe zum Zwecke der Entwicklung der natürlichen Wirtschaftsquellen Trans* jordanlens, schließlich über die Abschaffung der Zollgrenzen zwischen T r a u s j o r d a n i e n, Palästina und dem Irak und Schaffung eines diese Länder cinschließenden Zollvereines zu verhandeln. """ Herzu. Frauenheilbad Tatzmannsdorf Mineral-, Moor- und natürliche Kohlensüure-Sprudelbllder. Billiger Pensionspreis. — Auskünfte und Prospekte : Kurilrektlon u. Kurkommlsslon Bad Tatzmannsdorf, Burgenland Das Wachstum des Jischuw in Palästina Wie bereits mitgeteilt, hat der Präsident des Waad Leumi Ben Zwi während der letzten Session der Assefat.h Haniwoharim Ziffern über das Wachstum des J i s c h u w mitgeteilt. In den zwei Jahren, seit der letzten Assefall hat die jüdische Bevölkerung Palästinas sieh von 180.000 auf rund 250.000, das heißt um etwa 40 Prozent vermehrt. Vor zwei Jahren machten die Juden 18.5 Prozent, heute 22.5 Prozent der Gesamtbevölkeruug des Landes aus. ln den Städten macht die jüdische Bevölkerung im Durchschnitt 41.4 Prozent der gesamten städtischen Bevölkerung aus. Die landwirtschaftlichen Siedlungen haben sich von 116 auf 140 vermehrt. Die Zahl der Industrieunternehimungen ist von 2475 auf 3386, also um 36 Prozent gestiegen. Das Gebiet der Citrus-Pflanzungen vermehrte sich von 72.000 auf 130.000 Dunam, also um 82 Prozent. Die die Citrus- und Inidustrieunternehniungen betreffenden Ziffern beziehen sich auf die letzten vier Jahre. Die Zahl der organisierten jüdischen Arbeiter hat sich in den letzten vier Jahren von 27.000 auf rund 50.000, also fast um das Doppelte, vermehrt. Die jüdische Produktion, die Ende 1929 2,235.000 Pfund betroffen hat, betraf Ende 1933 bereits 5,226.000 Pfund. Ein dunkler Punkt ist die nur sehr kleine Zunahme des jüdischen Bodenbesitzes; dieser hat sieh in den letzten zwei Jahren um nur 35.000 Dunam vermehrt, das heißt um einen halben Dunam für jeden neu Eingewanderten, während nach den allgemeinen Ziffern pro Kopf der Bevölkerung 27 Dunam entfallen. E SILLER I., SCHWEDEN PL ATZ GRAND-HOTEL PANHANS, SEMMERING Größtes Kur- und Sporthotel des Kontinents in direkter Verbindung mit dem ersten alpinen HALLENSCHWIMMBAD EUROPAS 1.040 Meter über dem Meeresspiegel.Herrliche Tennisplätze, Golfplatz. In nächster Nähe des Hotels die wundervoll gelegene Jausenstation „Gut-Alpenhof“ SPORTPENSION PANHANS in Verbindung mit dem Grand Hotel Panhans. Moderne, gucbürgerlichc Familienpension. Burgenland Unsere Freunde und unsere Feinde Von unserem Korrespondenten Ch. Haller, Tel Aviv Noch Immer zu wenig Aufklärung Weizmaun sagte einmal, daß einer der größten Feinde, mit dem der Zionismus zu kämpfen habe, die Geographie sei. zahllosen Länder und Kulturen, unter denen die Juden leben, bilden das «schwerste Hindernis, sie auf eine gemeinsame Linie zu bringen, und machen dem Zionismus das Leben sauer. Man kann sagen, daß der Un- und Mißverstand bei den Völkern, was den Zionismus und sein Wesen betrifft, uns das Leben nicht weniger schwer macht und guten Teil hat an den Schwierigkeiten, mit denen wir zu kämpfen haben. Davon sind oft «sogar unsere Freunde nicht auezufiobließen, von den Gegnern und Feinden nicht zu reden. Dafür lieferte uns die kürzlich im englischen Unterhaus aus Anlaß der Behandlung der neuen palästinensischen Anleihe ßtattgefundene Aussprache ein belehrendes Beispiel. Diese Debatte war in ihrem Gesamtverlauf überhaupt wenig danach angetan, uns Zionisten eine besondere Freude zu bereiten. Das englische Parlament, in dem wir doch eine erkleckliche Anzahl gutmeinender Freunde besitzen, offenbarte bei dieser Gelegenheit eine merkwürdig geschlossene Atmosphäre von Mißverstand und Gleichgültigkeit gegenüber der jüdischen Sache in Palästina. J 0 s i a h Wedgwood war einer der ganz wenigen, die für uns ein Wort einlegten. Er tat es allerdings in einer so nachdrücklichen Form und in solcher Unibeirrbarkeit, daß der „Near East“ Veranlassung nahm, seine Rede „provokatorisch“ zu nennen wegen der drastischen Weise, in der er manche Handlungen der palästinensischen Regierung kennzeichnete. Fast steht man beim Lesen des Verhau dlungsbe rieht es unter dem Gefühl, daß gerade der Nachdruck, mit dem dieser nicht jüdische Freund das an den Juden geübte Unrecht hervorhob, an der geschlossenen Haltung des Hauses gegen ihn teilhatte. Man will es bei den Engländern nicht wahr haben, daß man uns Unrecht tut. In ihrem Bewußtsein überwiegt offenbar noch die uns bewiesene positive Leistung, die in der Balfour-Deklaration ihren großen Ausdruck fand, die unzähligen Benachteiligungen, die wir zu erleiden haben, die sie aber gering einschätzen. Um so mehr haben wir allen Grund, geschlossen zu Wedgwood zu stehen, auch wenn wir uns au einzelnen seiner Ausführungen stoßen. Und Wedgwood sagte bei dieser Gelegenheit manches, mit dem er gerade bei seinen englischen Zuhörern wohl keinen Einwand erregte, aber uns veranlaßte, im stillen unser Haupt zu schütteln. Er brachte die Erziehung in Palästina zur Sprache, wobei er sagte, daß man die jüdischen Kinder in „einer ihnen völlig unverständlichen Sprache, nämlich Hebräisch, erziehe“. Alle Kinder hätten ein besonderes Bestreben, Englisch zu lernen, lim später „in die Welt und nach Amerika“ gehen zu können. Jedoch werde den jüdischen Kindern der englische Unterricht verweigert und statt dessen lernten die Kinder in Palästina den Talmud und den — Koran... Soweit unser Freund Colonel Wedgwood, der sicher das aufrichtige Bestreben hat, uns zu verstehen, und der zweifellos unzählige Unterhaltungen - mit führenden Zionisten über die nationalen und geistigen Regenerationsbestrebungen des jüdischen Volkes auf seinem historischen Boden hatte. Da dürfen wir uns nicht über die Ausführungen Lord Wintertons wundern, der sich wohl nicht als Zionisten, aber auch nicht als Antizionisten und als Anhänger der Balfour-Deklaration präsentierte, und der sagte: „Wenn die Juden sich über die Konkurrenz der arabischen Arbeiter in Palästina beklagen, so haben dafür die jüdischem Arbeiter in der ganzen Welt die einheimischen Arbeiter unterboten und ge- Die Juden müßten somit dio letzten sein, die das Recht hätten, in dieser Beziehung Klage zu führen.“ Daß es gerade Hauptaufgaben Palästinas gehört, Frage der jüdischen Wanderung, die jeweils im neuen Lande — wenigstens in der ersten Zeit — Lohnunterbietung, und damit auch die Erregung des Unwillens bei der ansässigen Bevölkerung, zur Folge haben m u ß, auf eine natürliche und endgültige Weise ihre Lösung finden kann, und daß die Anstrengungen, in Palästina eine von jüdischer Arbeit getragene Eigenwirtschaft zu schaffen, gerade diesen grundlegenden Zweck vor Augen haben muß — das zu begreifen ist anscheinend auch für Engländer, die die Balfour-Deklaration bejahen, ztt schwer; selbst in England, der Geburtsstätte dieser Deklaration, wo die Zionisten unablässig an der Aufklärung über die Ziele ihrer Bestrebungen arbeiten. Was können wir da von anderen Ländern erwarten, in denen der Kreis von Menschen, die über den Zionismus etwas Zuverlässiges hören, viel enger ist? Und da zeigt sich, daß auf diesem Gebiete noch immer zu wenig getan wird. Ein Volk wehrt sich Der jüdische Jischuw in Palästina drückte durch einem allgemeinen Streik seinen Schmerz und seinen Protest gegen das Unrecht aus, das gegen den Existenzwille.11 und die Existenznot des jüdischen Volkes in dieser Zeit von England geübt wird. Auch unser Jischuw griff schließlich zu diesem Mittel, das er durch seine arabischen Nachbarn wiederholt, wenn auch niemals in dieser Vollständigkeit, anwenden sah und das er bisher verpönte, weil es seinen innersten Tendenzen, die auf Aufbau und Bewegung gerichtet sind, widersprach. Der Versuch, nach außen einen geschlossenen nationalen Willen zum Ausdruck zu bringen, war bei der heutigen geistigen Verfassung und der inneren politischen Zerrissenheit im palästinensischen Judentum immerhin gewagt. Es konnte passieren, Gelingen ein doppeltes, denn es beweist würde, was er erstrebte: anstatt Stärke — Schwäche, anstatt Einigkeit — Zersplitterung und anstatt Ehre — Schande. Jedoch der Versuch gelang so vollständig, wie man es nur zu hoffen wagen konnte, und gerade deshalb ist das Gewicht seines Gelingens ein Doppeltes, denn es beweist die tiefgehende und allumfassende, alle Differenzen übergehende seelische Erregung der jüdischen Gemeinschaft, die sonst von dem Getriebe des Tages und der Arbeit so leicht hmwegigetäuscht werden kann. Es ging von der stummen Gewalt dieses Schabbaton eine tiefe Wirkung aus. Das bekannte Wort: „Und alle Räder stehen still —“ wurde in seiner absoluten Vollständigkeit wahr, da. die Juden in diesem Lande dies wollten. Der Beginn des auf sieben Stunden festgesetzten Streiks wurde gerade in eine Zeit des größten Getriebes gelegt: Um 12 Uhr mittag hörte mit einem Male jede Bewegung auf. Die letzten Arbeiter eilten aus den Werkstätten nach Hause, die letzten Rollbalken wurden heruntergelassen, Autos blieben vielfach auf den Stellen stehen, wo sie der Beginn des Streiks antnaf und wurden von ihren If habern abgeschlossen und verlassen. Kein* Lebensmittel und kein Glas „Gasos“ konnten gekauft werden, kein Brief wurde in den Kasten geworfen. So in Tel-Aviv und so ini ganzen Bereich des jüdischen Jischmvs im Lande, einschließlich des so zersplitterten und schwer organisierbaren alten Jischuws in Jerusalem. Mit einer heiligen Geschlossenheit und Entschlossenheit, wurde der Parole gefolgt und stumm zum Ausdruck gebracht, was wir fühlen. Dieser Schabbaton war übrigens für alle, die es noch nötig hatten, ein klarer Anschauungsunterricht für die Verteilung der Die i i zu den daß die schädigt. unser allseits beliebtes Sommersonnenheim „Tante Mary“ Semmerlnqqeblet «vorm. 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