Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1934-06-01 · Heft 357 (1.6.1934) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 357 (1.6.1934)
Date
1934-06-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3053752-3054070-3054111--4252-3059857
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

S.'ite 2 DIE STIMME Nr. ho? - 1. Jun! 1934 men und alles Geistige zu zertrampeln. Und dieses Unglück muß sich immer weiter ausbrriPui, wenn sich nicht die ganze europäische und amerikanische Gesellschaft, deren Grundfesten bedroht sind, zur Gegenwehr entschließt. Nicht durch Krieg, denn wen würde ein Krieg treffen? Doch nur die arbeitenden und schaffenden Schichten, aber nicht die Sippschaft der Unsauberen, die siclrs wohl gehen lassen und sich in ihren Sturmabteilungen und Sturmstaffeln eine hochbezahlte Leibgarde errichtet haben, die freilich versagen muß. wenn einmal das gepeinigte. gepeitschte Volk aufsteht und in seinem Zorn alles vernichtet, diesen Bau aus leeren Phrasen, aus Hetzerei, Lüge und Erpressung. Die Verzweiflung' treibt die Herrschenden dazu, ihre Anhänger in Österreich zu neuen Anschlägen auf die Ruhe zti befehlen; und in Österreich gibt es Elemente genug, die an dem großen Kladderatseh zu verdienen hoffen, Elemente, die die Taschen weit offen halten für die rollende Mark, für die draußen dem Volk abgepreßten Gelder. Deutschland, das die primitivste kaufmännische Moral verlaeht. und sich auf seine Zahlungsunfähigkeit immer wieder beruft, das seine Juden für den Rückgang des Exports verantwortlich macht und ihnen mit Vermögenskonfiskation droht, dieses Deutschland hat Geld genug, um Banden in Polen, Rumänien, in Amerika zu bezahlen, Geld genug, um nach Österreich Bomben und Fememörder einzuschmuggeln, und es findet Schreibknechte, die auch hier vom Ritualmord, vom Talmud, vom jüdischen Schädling schreiben, die die unverständliche Milde des Staatsanwalts zu täglich sich erneuernder Aufreizung mißbrauchen. Hier in Österreich erscheint ein „Stürmer“, der schreiben darf, daß ein bestimmtes Bad ein Blutbad werden kann, den niemand daran hindert, den Boykott und Mord an den jüdischen Staatsbürgern zu predigen. Es ist nicht verwunderlich, wenn so die Atmosphäre entsteht, in der die Bombenwerfer gedeihen, wenn so die Situation geschaffen wird, die die Regierung zur Erweiterung des Standrechte veranlaßt hat. Sie will den inneren Feind bekämpfen, aber sie möge auch die Hetzer und Schreiber, die Saboteure des Friedens, beim Kragen nehmen, ihre Geldquellen prüfen und sie öffentlich zur Verantwortung ziehen. PalSstinaabtellung v*rnnl?no Internationale Transporte Wien, II., Taborstraße 22 Telephon R 18-5-10, R 40-5*70 Serie Spezial - Warentransporte, Übersiedlungen, Verpackungen für Palästina, Transport- und Reisegepäekversicherungen. Auskünfte jeder Art über Palästina. Deutscher Agent aus Amerika ausgewiesen New York, 28. Mal. Das Komitee des amerikanischen Kongresses zur Untersuchung der nationalsozialistischen Umtriebe, das unter dem Vorsitze von Muc-Cormack tagte, ordnete die Ausweisung des deutschen Agenten Alfons Koeible an. Mac- Cormack und das Kongreßmitglied Samuel Dickstein erklärten, daß Koelbles Tätigkeit den Deutschen in den U. S. A. geschadet habe. vmy?yimmTvmmvymm Kinder ins Gebirge Das bestrenommierte Ferienheim Wienerbfutk bei Mariazell (800 m) nimmt Kinder (3 bis 13 Jahre) auf. Erstklassige Referenzen, mäßige Preise. Anmeldung Elly Rothwein.VII,, Mariahilferstr.7a/t7,Td‘ß3<f*o-ja AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA4A* Die Verwendung der Palästina-Anleihe Wir erhalten von t nachstehende Ausfül ut informierter Seite rungen. Obwohl angesichts des bei der Palftstina regier ung angesa mm eiten Überschusses von fast 2,500.000 Pfund Sterling die Zweckmäßigkeit der Aufnahme einer Anleihe im gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt sehr zweifelhaft erscheinen muß, soll im nachstehenden nicht dieses Problem besprochen werden, sondern nur die Frage der Zwecke, für welche die Anleihe laut Ankündigung der Regierung verwendet werden soll. Bekanntlich werden der Mandatarregierung im Mandat Verpflichtungen in bezug auf die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte, daneben auch solche hinsichtlich der Wahrung der Rechte der arabischen Bevölkerung Palästinas auferlegt. Nach Studium der Bestimmungen, denen die Anleihemittel zugeführt werden sollen, muß jedoch festgestellt werden, daß, während eine große Anzahl von Maßnahmen geplant werden, welche den Arabern direkt oder indirekt zugute kommen sollen, bei der Verteilung vielfach die positiven Verpflichtungen außeracht gelassen werden, die der >fandatregierupg in bezug auf die Förderung der jüdischen nationalen Heimstätte obliegen. Es darf nicht übersehen werden, daß diese Anleihe, ebenso wie die vorhergehende, nur durch die bereits erfolgte und poch zu erwartende jüdische E i p w a n d 0r«ng ermöglicht worden jst. Dank Jüdischem Kapital, das insbesondere in den letzten Jahren ins Land geströmt Ist, sind dje Einr nahmen der Regierung in einer Weise gestiegen, daß das vorige Budgetjahr mit einem Überschuß von einer MiN lion Pfupd bei einem Budget von kaum drei Millionen schließen konnte. Der jüdische Beitrag zu den Einnahmen des Landes beträgt auf jeden Fall nicht weniger als 8Q Prozent. In Anbetracht der Höhe dieses Betrages ist der jüdische Teil der Bevölkerung beirechUgtj seinen vollen Anteil an dem Nutzen der Anleihe zu fordern, zu deren ftückzahlung er mindestens so viel wie die übrige Bevölkerung beizutragen haben wird. Aus dem Anleihepian ist jedoch ersichtlich, daß die vorgesehene Verteilung keinesfalls befriedigend ist. Während zum Beispiel der Plan gewisse Maßnahmen vorsieht, die offensichtlich ausschließlich den Arabern zugute kommen sollen, enthält er keinerlei besondere Zuwendungen zugunsten der Juden. Im allgemeinen sind die Vorteile, die der jüdischen Bevölkerung aus der Anleihe erwachsen können, nur unbedeutender und ganz zufälliger Natur. Der erste Zweck, dem die Anleihe dienen soll, ist die Wiederansiedliing von „d i slozierten Arabern“, für die der Betrag von 250.000 Pfund S t e r 1 i n g bestimmt ißt. Diese ganze Frage der Verdrängung von Arabern durch jüdische Siedlungstätigkeit war, wie eingehende Untersuchung erwiesen hat, in den Berichten von Shaw’ und French über jede Proportion hinaus aufgebauscht. Laut Angabe des Vertreters der Palästina-Regierung in der Ständigen Mandatskommission, die auf neuesten statistischen Erhebungen beruht, betrug die Anzahl der betroffenen arabischen Familien kaum 600. Es steht nunmehr fest, daß das Problem der „dislozierten Araber“ eine Fiktion ipt, während wahrscheinlich keine andere Regierung der Welt so viel Sorge für die Wiederansiedliing von ehemaligen Pächtern an den Tag gelegt hat, deren Land auf normale Weipe gekauft und bezahlt wurde, und von denen viele noch darüber hinaus Geldentpchädigung erhielten. Es liegt aber nicht in unserer Ahpicht, den Wiederansiedlungsplan zu bekämpfen. Im Gegenteil, wir begrüßen die Tatsache, daß diese peinliche Frge, aus der viel Kapital geschlagen worden Ist, endlich aus der Welt geschaffen wird. Der Popten „Öffentliche Gebäude“ enthält einen Betrag von lOß.0OO Pfupd Sterling für Schulgebäude für arabische Kinder; für jüdische Schulen ist kefpe entsprechende Summe aufgesetzt. In diesem Zusammenhänge soli auf dje Unzulänglichkeit des ftegierupgsbejtrages für jüdische Sehulzwecko hjögewieien werden. Der Beitrag der Regierung für jüdische Schulen betrug im laufenden Jahr 25.254 Pfund Sterling gegenüber einem Gesamtbudget für Erziehung von 173.000 Pfund Sterling. Die Tatsache, daß aus den Mitteln der Anleihe keinerlei Beträge für den Bau von d r i n g 0 n d benötigten jüdischen Schulgebäuden in verschiedenen Teilen des Landes ausgesetzt sind, liefert einen weiteren Bew-eis für die Tendenz der Regierung, den Bedürfnissen der nichtjüdischen Bevölkerung den Vorzug zu geben und der jüdischen Bevölkerung einen unverhältnismäßig großen Teil der Budgetlast ihrer eigenen Schulen zu überlassen. Was andere öffentliche Arbeiten anbetrifft, so sollen 938.000 Pfund Sterling, für Wasserversorgung und Röhrenleitungen für Jerusalem und Haifa, Wasserversorgung für Hebron und verschiedene Dörfer, sowie eine Untersuchung der WassCrreserven des Landes verwendet werden. Diese Pläue sind selbstverständlich zu begrüßen. In Jerusalem und Haifa (in Hebron wohnen bekanntlich fast gar keine Juden) werden Juden in gleichem Maße wie Araber die' Vorteile der neuen Einrichtungen genießen. Es ist jedoch zu bedauern, daß Tel-Aviv in diese Pläne nicht mitein bezogen worden ist. Obwohl die Regierung Tel-Aviv bei der Aufnahme einer eigenen Anlmb0 für ähnliche Zweck© behilflich ist, so müssen doch , die Bedingungen dieper Anleihe, sowohl was Verzinsung wie auch Rückzahlung anbetrifft, viel weniger günstig sein, als die der RegierujigSr anleihe, eine Differenz, deren Last die Steuerzahler von Tel-Aviv zu tragen haben werden. Es besteht kein offensichtlicher Grund, weshalb in dieser Beziehung ejn Unterschied zwischen Tel-Aviv und den oben erwähnten Städten Palästinas gemacht werden soß. Was die Dörfer anbetrifft, so jst aus dem Plap nicht ersichtlich, welche Dörfer getaeiut-sind. Ep-.ist zu erhoffeu, daß neben, hep arabischen Dörfern die-jüdiscjjep. Sied- Iqngen, von deaep viele nicht weniger hjlfSr bedürftig sind, diese Vorteile genießen werden. ■ Eine weitere Tatsache, an der Kritik geübt werden muß, ist, daß, während 156.000 Pfund Sterling für den Bau eines neuen Postamtes mit Telephonzentralein Jerusalem vorgesehen sind, der Plan keinen Betrag für die Errichtung eines neuen Postamtes in Tel-Aviv bestimmt. Es ist allgemein bekannt, daß die absolute Unzulänglichkeit des bestehenden Postgebäudes in Tel-Aviv viol materiellen Schaden, Zeitverlust und Verwirrung verursacht. Diese Tatsache hätte in dem vorliegenden Plan öffentlicher Arbeiten berücksichtigt werden sollen. Daß dieses Bedürfnis Tel-Avivs der Regierung nicht unbekannt sein kann, ergibt sich schon aus der Tatsache, daß die Wahl des Platzes für ein neues Postgebäude bereits getroffen ist. Um so größer ist die Enttäuschung darüber, daß die Bauarbeiten offenbar noch nicht in Angriff genommen werden Bollen. Die Gesamtzuwendung für Öffentliche Arbeiten beträgt etwa andertha 1 b Millionen Pfund. Ein großer Teil dieses Geldes wird natürlich in der Form von Löhnen verbraucht werden. Es entstellt nun die wichtige Frage, wie groß der Anteil jüdischer Arbeiter an diesem Lohnbudget sein wird. Nach langwierigen Verhandlungen hatte sich die Regierung vor einiger Ze|t bereit erklärt, jüdische Arbeiter zu 30- bis 83 Prozent bei öffentlichen Arbeiten zu beschäftigen. Leider konnte diese Vereinbarung nicht ln die P""xis umgesetzt werden, weil die Politik der beschränkten jüdischen Einwanderung einen großen Mangel an jüdischen Arbeitern zur Folge hatte, so daß die Anzahl von Juden bei Ueglcrungsarbeiten zur Ecit ganz unwesentlich Ist. Falls nicht« unternommen wird, um ojne Änderung dieser unbefriodi- BAD ISCHL freie Lage, gutbürgerliche Pension von S 9’— aufwärts. Besitzer: Hans Taubinger. Hotttf-Pensfon TCSSCRAHD Herrliche staubgenden Lage herbeizuführen, so kann dio Hoffnung auf einen ihren legitimen Ansprüchen entsprechenden Anteil von Juden an diesen Arbeiten nur schwach sein. Zum Schluß soll noch der 200.000 P f u n d Sterling Erwähnung getan werde, die für langfristige Kredite für a r a b i s c h e und jüdische Bauern zur Verfügung gestellt werden sollen. Das Bedürfnis dieser beiden Kategorien von Bauern nach solchen Krediten ist allgemein bekannt. Es wäre jedoch zu wünschen, daß über die, Methode der Erteilung der Kredite etwas Näheres bekanntgegeben wird, insbesondere über das Ausmaß, in dem d|e Regierung die ihr vom Mandat auferlegte Verpflichtung der Förderung der jüdischen intensiven Landsiedlung zu erfüllen beabsichtigt. Es erübrigt sich, zu bemerken, daß bisher sehr wenig in dieser Richtung getan worden ist. Hoffentlich wird die Regierung durch eine großzügige Politik der Krediterteilung den ersten Schritt auf dem Wege der Erfüllung dieser lang bestehenden Verpflichtungunternehmen. Zusammenfassend soll gesagt werden, daß zwar die Anleihe die Durchführung einer Anzahl von wünschenswerten nützlichen Maßnahmen ermöglicht, daß sie aber im allgemeinen die Erwartungen enttäuscht und einseitig ist und legitime jüdische Ansprüche weitgehend u nberücksichtigt läßt. // ttleee - Sonne - Süden!! Reizende Pepsion, itp Betrieb, Doppelzipgncr, alle mit mächtigen Terrassen, direkt am Meer, mit allem Inventar, audj gegen Schillinge zu denkbar günstigsten Bedingungen zu verkaufen, vermuten oder verpachten: Betriebskosten minimal) Unter „Laurana bei Abbazia“ . a. Admin. Das Lokal der zionistischen Organisation in Lesnfcerg zerstört Lemberg, 29. Mai. 1 In den Morgenstunden explodierte im Lokal der Lemberger zionistischen Organisation eine Höllenmaschine, durch die das Lokal vollkommen demoliert wurde. Der Explosionsbrand konnte erst durch die Feuerwehr lokalisiert werden. Die Polizei nimmt an, daß jüdische politische Gegner der offiziellen zionistischen Organisation die Täter seien, ohne ausdrücklich zu sagen, ob sich der Verdacht gegen Zionisten-Revisionisten oder die antizionistische Linke richtet. Es wurden zahlreiche Verhaftungen in verschiedenen Lagern vorgenommen. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß Antisemiten aus dem Lager der Radikal-Nationalen die Täter sind. OK GASTSTÄTTE FÖR JEDERMANN I., Kärlnerslrajie Nr 61 Besitzer Ollo Kaserer WIENER RATHAUSKELLER volkstümliche Preise in allen Lokalitäten Wien vor 400 Jahren Allabendlich Original Wiener Musik und Gesang Inhaber Ollo Kaserer In jedes jüdische Haus „Die Stimme" hÄWingIstmM a u h e c k« Täglich abends, Sonn« und Feiertag V.5 Uhr Tanz Im Freien oder Diele FRANK DICK «nd bis band - UNGARISCHE SPEZIALITÄTEN sowie Wiener Küche — Herrliche Gärten — Llegestühle — Kegelbahn — H«urlg«nachank

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.