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Die Stimme · 1934-05-25 · Heft 355 (25.5.1934) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 355 (25.5.1934)
Date
1934-05-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 365 — 25. Mai 1934 DIE STIMME Seite S wir wenden uns an die Institution, die dieses Wi ltgewiseen repräsentiert. Wir müssen sie wecken und in unseren Kampf hereinziehen. Jüdische Proselyten unc Palästina-Aufbau „Doar Hajom“ erinnert an ein merk würdiges Jubiläum, welches in Palästina in diesen Tagen zu feiern wäre, ln diesem Jahre sind hundert Jahre verflossen, seit David Kl äsen, ein Danziger Christ, zum Judentum Ubertrat, um in Palästina der Kolonisierung von Juden die Wege zu be reiten. Der Proselyt wurde Aufseher der Orangenpflanzungen im Montefiore-Garten bei Jaffa, der heute im Weichbild von Tel- Aviv liegt. Die Tatsache, daß dieser Pro selyt ein Ackerbauer war, ist sehr charakte ristisch. Während der hundert Jahre, die seither verflossen sind, sah Palästina die Einwanderung zahlreicher Proselyten (Ge rim), die sich alle dem Ackerbau zuwandten Es gibt keine genaue Statistik dieser Ge rim. aber ihre Zahl ist relativ ziemlich groß, mul sie haben lebhaften Anteil genommen sowohl bei der Begründung neuer Kolonien wie sie auch für die Wächterorganisation „Haschomer“, die vor dem Kriege den Sicherheitsdienst in den Kolonien versah zahlreiche Mitglieder stellten. Besonders stark war die Einwanderung der Gerim nach Palästina in den Neunziger fahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals strömten hunderte russischer Neujuden aus den entferntesten Winkeln des Zarenreiches nach Palästina, die, in dem Augenblick, wo sie die jüdische Religion annahmen, auch zur jüdischen Erde hingezogen wurden, ln den Kolonien Ober-Galiläas, in Rösch- Pinah, Jessod Hamaalah, Mischmar Hajarden und in anderen Kolonien findet man heute zahlreiche Gerim-Familien. Vor dem Kriege kamen sehr viele Neujuden aus Grusinien. Der Verfasser dieses Aufsatzes über die Gerim, S. Ernst, erinnert an die Gestalt eines anderen Proselyten, welcher dem Palästina-Aufbau gedient hat. Dies ist Wer ner Crisson, der Abkömmling einer Quäker-Familie in Philadelphia, geboren im Jahre 1798, der das Judentum annahm, nach Palästina ging, dort der erste amerikanische Konsul wurde und von Palästina aus in der amerikanisch-jüdischen Zeitschrift „Occident“ in den Fünfzigerjahren eine eifrige Propaganda für die Gründung kooperativer jüdischer Kolonien in Palästina führte. Jüdische* liütdeeUeUn— an der Adria, nächst Crikvenica * Leitung: Frau Helene lieberall (Schul* direktorin). Besonders günstige Bedingungen Auskünfte und Prospekte Wien, VIII., Alserstraße 23, täglich von 9 bis 11 und 5 bis 7 Uhr. Verwaltungseinheit zwischen Tel• Aviv und Jaffa gelöst Tel-Aviv, 18. Mai. Obwohl Tel-Aviv in seiner Entwicklung die Stadt Jaffa, zu der es ursprünglich gehörte, bereits längst überflügelt hat, ist es in mancher Hinsicht, noch immer Jaffa verwaltungstechnisch angegliedert. Dieser Zustand soll nunmehr schrittweise beseitigt werden, so daß Tel-Aviv in absehbarer Zukunft von Jaffa verwaltungsmäßig vollständig unabhängig sein wird. Zunächst beabsichtigt die Regierung, die Tel- Aviver Polizei, die bisher der Jaffaer Polizeikommandantur unterstand, unmittelbar der Jerusalemer Polizeidiroktion zu unterstellen. TIBERIAS Von Jesalas Press Wir bringen im folgenden aus dem im Fibe-v erlag, Wien, erschienenen „Neuen Palästinahandbuc h“ von Jesaias Press, auf das wir noch ausführlich zurückkommen, die folgende aktuelle Schilderung über T i b e r i a s, dessen tragisches Schicksal in den letzten Tagen die alte biblische Stadt in den Mittelpunkt der Anteilnahme der Juden der ganzen Welt stellte. Tiberias liegt am Westufer deä Kinereth- (Genezareth-)Sees, 208 m unter dem Spiegel des Mittelländischen Meeres. Es ist der Hauptort des südöstlichen Bezirkes von Untergaliläa und zählt 8600 Einwohner, von denen 5400 Juden, 2600 Muslemim und 600 Christen sind. Wegen ihrer Nähe zum Ostjordanlande treibt die Stadt einigen Handel mit diesem Teile Palästinas, der wichtigste Erwerbszweig der Bevölkerung besteht jedoch im regen Fremdenverkehr pflasterten Straßen sind eng und winkelig. Im Norden und Westen steht noch die Stadtmauer, mit einer Anzahl von Türmen. (Es ist nicht ratsam, die Türme zu betreten, weil hier massenhaft Flöhe hausen. Die Araber sagen, Tiberias sei die Residenz des Königs der Flöhe). Die Stadtmauer sowie c-in Teil der Häuser sind aus dem schwarzen Basaltstein gebaut, der in der Genezareth-Ebene vorherrschend ist. Da die Fugen zwischen den Steinen mit weißem Kalk gefüllt sind, hat das Bauwerk der Stadt ein buntes Aussehen. Der See versorgt die Stadt mit Wasser. Die Neustadt erstreckt sich nach Norden, wo auf einer Anhöhe die schöne Vorstadt Kirjath (Badegäste, Touristen, Durchreisende nach Galiläa, Ostjordanien und Damaskus). Tiberias wurde an Stelle von Rakkath (Jos. 19,35; b. Megilla 2,2; jer. ibid. 71 a. a. O.), von Herodes Antipas, nach dem Muster der griechisch-römischen Städte jener Zeit erbaut und nach Kaiser Tiberius benannt. Er machte sie zur Hauptstadt seiner Tetrarchie Galiläa an Stelle von Zippori (Sepphoris). Die neu erbaute Stadt wurde anfangs von allerlei Gesindel besiedelt, da die Juden sich weigerten, sich dort niederzulassen, well man bei den Grabungen auf Nekropolen gestoßen war. Nichstdestoweniger entwickelte sie sich sehr bald, wahrscheinlich wegen der nahen Heilquellen, zu einer volkreichen Stadt. Im römischen Kriege wurde sie von Josephus besiegt, ergab sich aber dann Vespasian, der den jüdischen Einwohnern erlaubte, in der Stadt zu verbleiben (Bell. Juck III. 9,7). Nach der Zerstörung Jerusalems wurde Tiberias geistiger Mittelpunkt der Juden. Das Synhedrion wurde hicher verlegt, und in dem großen Lehrhauso von Tiberias wirkten hervorragende Gelehrte. Hier wurden die Mischna und der Jerusalemitisehe Talmud abgeschlossen und hier entstand die sogenannte Tiheiianiseho Punktation. Die in orientalischer Art gebauten Häuser der Altstadt stehen dich beieinander, die mit Steinen go- GRAND-HOTEL PANHANS. SEMMERING 'iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Größtes Kur- und Sporthotel des Kontinents in direkter Verbindung mit dem ersten alpinen HALLENSCHWIMMBAD EUROPAS 1.040 Meter über dem Meeresspiegel.Herrliche Tennisplätze,Golfplatz. In nächster Nähe des Hotels die wundervoll gelegene Jausenstation „Gut-Alpenhof“ SPORTPENSION PANHANS in Verbindung mit dem Grand Hotel Panhans. Moderne, gutbürgerliche Familienpension. Schmuel mit breiten Straßen und Palmenalleen erbaut ist, und nach Süden in der Richtung* zu den Thermalbädern. Westlich cler Altstadt ist eine schöne breite Straße und an derselben der Stadtgarten. Die älteste jüdische Gemeinde von Tiberias ist die sefarclische, während die aschkenasische Gemeinde erst am Ende des 18. Jahrhunderts durch die Übersiedlung der Cliassidiin von Safed gegründet wurde. Unter den Synagogen sind zwei alte am Seestrand gelegene von Interesse. Die eine, Kehal Ramban (Abkürzung von R, Meier Balal Ness) genannt, die den Sefardim gehört, ist ein quadratförmiger Bau mit Ornamenten arabischen Stils, ein langes Rechteck mit alten Säulen und Rundbogen bildet und an der Außenseite eine griechische Inschrift trägt. Tiberias hat eine Kraftstation der Rutenbergsehen Palestine Electric Corporation Ltd. * Im Altertum erstreckte sich die Stadt über eine große Fläche bis über die Heilquellen hinaus, die damals innerhalb der Stadt lagen. Beim Bau der neuen Fahrstraßo zwischen Tiberias und Semach, fand man viele Baureste, Gräber, eine schöne Wasserleitung und viele Ivleinfunde. Die vom Jüdischen Verein zur Erforschung Palästinas (Jerusalem) im Jahre 1920 veranstalteten Ausgrabungen südlich von Tiberias haben die im Talmud erwähnte Synagoge von Chamath entdeckt, wo eine steinerne Manorah, die mit schönen Reliefs geschmückten Marmorplattcu des Thorahsehreins und ein bunter Mosaikboden (im archäologischen Museum des Vereines im Bezalel-Gebäude zu Jerusalem zu sehen), gefunden wurden. Nördlich von der Stadtmauer befinden sich umfangreiche Ruinen einer alten Burg. In ihrer Nähe steht eine Moschee im Schatten von Palmen. Von hier genießt man eine schöne Aussicht auf den See und dessen Umgebung. Auf dem alten jüdischen Friedhof, fünf Minuten nördlich der Stadt und an der Fahrstraße nach Nazareth gelegen, zeigt man die Gräber von Maimonides (Rambam), Rav Ami, Rabban Jochanan ben Sakkai, R. Jizchak Nafcha, Resch Baltisch und vieler anderer großer Männer, eine Viertelstunde höher auf dem Berge befindet sich das Grab des Rabbi Altiba. Südlich der Stadt, in unmittelbarer Nähe der Thermalbäder, liegt das Grab des R. Mair Ba’al Ness, wohin die Bewohner von Tiberias oft pilgern, insbesondere aber in großqr Zahl, auch aus anderen Teilen des Landes, am 14. Ijar, dem Todestage des Rabbi, an dessen Abend die Grabeshalle mit Hunderten von Lampen illuminiert wird. Der Kinereth-See (IV. B. M. 34,11. Jos. 13,27), wird im Buche der Makkabäer Ginossar-(Genezareth-)See und im Talmud (Baba Batbra 74, Tosefta Sukka 3), Tiberias-See genannt, arabisch Bachr Tabaria. Er ist von steilen Bergen eingeschlossen, und seine Oberfläche liegt 208 m tiefer als der Wasserspiegel des Mittelländischen Meeres. Er ist 20’51tm. lang bei Tiberias 8'5 km, und bei Migdal (Medschdel) 12 km breit; seine größte bisher gemessene Tiefe beträgt 48 m. Der See, dessen Wasser trinkbar ist, ist außerordentlich fischreich. Wundervoll ist der Anblick des Seespiegels in einer hellen Mondscheinnacht. In der Regel ist der See ruhig; manchmal im Winter jedoch wird er von einem föhnartigen Sturm gepeitscht, bei dem sich die Wellen wie auf offener See hochtürmen. In der Blütezeit Galiläas, als die Ufer des Sees mit Städten und Dörfern dicht besät waren, wurde der See von Hunderten von Booten befahren. Heute sieht man nur hie und da ein kleines Fischerboot, das auf den Fischfang ausgeht. In der Nähe der hölzernen Landungsbrücke ist eine Anlegeestelle für Wasserflugzeuge. Die Umgebung des Kinereth-Sees, insbesondere die Genezareth- Ebene im Nordwesten, hat fetten Lavaboden, ist sehr wasserreich und erzeugt eine üppige tropische Vegetation. Im Hochsommer herrscht hier zwar eine große Hitze, die aber oft von einer sanften, vom See wehenden Brise gemildert wird. Im Winter ist das Klima äußerst milde. 29 Tote in Tiberias Nach den bisherigen Feststellungen sind bei der ersten Überschwemmung von Tiberias 29 Personen, unter ihnen neun Juden, u m g e k 0 m m e n. Ein Jude wird noch vermißt, ein Jude starb im Hospital, so daß sich die Zahl der jüdischen Opfer auf 11 erhöhte. Bei dem zweiten Wolkenbruch waren Menschenleben nicht zu beklagen. Weit mehr als 100 Verletzte, unter ihnen etwa 30 Schwerverletzte, sind in Spitalsbehandlung. Unter den jüdischen Toten sind zwei sephardische Rabbiner, der 70jährige Mosche Yifrach und seine Frau, sowie Rabbi Samgeh. Sämtliche jüdischen Gemeinden Palästinas sandten Lebensmittel und Kleidungsstücke an die vielen Hunderte aller Mittel entblößter Opfer der Katastrophe. Die „Jewish Agency“ hat einen Delegierten nach Tiberias entsandt, um den Umfang der Not festzustellen und Vorschläge für Hilfe zu machen. Der britische Kolonienminister Sir Philip Cunliffe-Lister sandte ein Teleg r a m m au den High Commissioner Sir Arthur W a u c h 0 p e, in welchem er bittet, der schwer betroffenen Bevölkerung von Tiberias seine Sympathie und sein B e i- 1 0 i d auszusprechen. Der High Commission c-r besuchte Tiberias und stellte den Opfern R e g i 0 r u 11 g s h i 1 f e in Aussicht. 5000 Obdachlose Der Bürgermeister von Tiberias schätzt die Zahl der durch die W 01 k 0 n b r u c h- PORTSCHACH | AM WÖRTHERSEE, Kärnten, österreichische Riviera PARK-HOTEL (Hans Taubinger)jrührendes Haus . 230/immer . Verlangen Sie, bitte, Prospekte §

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