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Die Stimme · 1934-05-11 · Heft 352 (11.5.1934) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 352 (11.5.1934)
Date
1934-05-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 351 - 11. Mai 1034 if; 1 l' ’ f I i;:5 Ir &! k t i i & Der Muttertag der Wizo! am Strande nngefertigte Skizze vor, auf der die mutmaßliche Stellung von Dr. Arlosoroff, «einer Gattin und den bpiden Mördern im Augenblick des Attentats eingezeichnet war. Auf Grund dieser Skizze, erklärte Inspektor Teuenbaum, habe er zunächst angenommen. daß der Schuß von einem L i n k s h ä n d e r abgegeben wurde. Deshalb sei S e h n e i d e r m a n n, ein Linkshänder. verhaftet norden. Er habe diese Meinung auch Hauptmann Rico und Inspektor Shitreet niitgeteilt, und sie auch mit Frau Arlosoroff erörtert, die ihm gesagt habe, sie erinnere sich nicht, ob der Mörder Linkshänder gewesen sei oder nicht. Als Frau Arlosroff, sagteTcnenbaiurt, später Rosenblatt, im Bureau des Hauptmannes Rice sah, habe sie in englischer Sprache ausgerufen: Dieser Mann hat meinen Gatten erschossen! Diese Worte habe er, der Zeuge, Rosenblatt ins Deutsche übersetzt. Dann habe ihm Hauptmann Rice befohlen, das Zimmer zu verlassen- Nach einer halben Stunde sei er von Haupt mann Rice zurückgerufen worden und habe gehört, wie Frau Arlosoroff in deutscher Sprache zu Rosenblatt sagte: „Ich bin sicher, daß Sie meinen Mann getötet haben. Ich wei£. daß Sie es nicht aus freiem Willen getan haben, sondern daß es Ihnen befohlen worden ist. Warum wollen Sie mir nicht sagen, w'"r Sie beauftragt hat? Sie sind jung, Sie täten besser daran, jetzt zu sagen, wer Sie geschickt hat. Wenn Sie es mir sagen werden, werde ich mein Möglichstes für Sie tun.“ Tenenbäum schilderte, wie er am Abend des 24. Juli in Kfar Saba Rosenblatt verhaftet habe. Er verlas Rosenblatts vor der Polizei gemachte erste Aussage, daß er am Abend des 16. Juni, an dem der Mord geschah, einer Zusammenkunft von Revisionisten in Kfar Saba beigewohnt habe, in der eine „Lebende Zeitung“ vorgelesen wurde. Nach Schluß der Zusammenkunft, 11 Uhr nachts, sei er zu Bett gegangen. Der Regiemngsadvokafc M u s a e 1 A 1 a m i beantragte die Verlesung des konfiszierten revisionistischen Protokollbuches, aus dem hervorgehen soll, daß am Abend des 16. Juni keine revisionistische Zusammenkunft stattgefunden hat, da das Protokoll eine solche Zusammenkunft nicht verzeichnet, -während alle anderen Versammlungen verzeichnet sind. Horace Samuel widersprach der Verlesung dieses Protokolls und erklärte, das Protokoll allein beweise nichts, wenn der für dasselbe verantwortliche Sekretär nicht zugegen sei, um es zu erläutern. Das Gericht beschloß, das Protokoll vorläufig nicht verlesen zu lassen. Der Jaffaer Distriktssuperintendent S elim Effendi Hanna sagte aus, A bdul Medschid, der junge Araber, der gestand, den Mord an Arlosoroff begangen zu haben, aber sein Geständnis später zurückzog, habe in Anwesenheit von Captain Rico im Jaffaer Gefängnis gesagt, wenn man ihm Gelegenheit gäbe, mit seinem Mordgenossen Issa El Darwish allein zu sein, werde er sicherlich Issa zu dem Geständnis bewegen, daß er Arlosoroff erschossen habe. Es folgte die Aussage des Studenten an der Hebräischen Universiät Jerusalem Meer S e h 1 a n g, der bekundete, er habe Ende Juni einem Studentenabend in Haifa beigew'ohnt, auf dem Achi Meir in einer Ansprache erklärte: „Ihr Studenten habt, obwohl Ihr wie die deutschen Studenten Uniformen tragt, keinen nationalen Geis t, wie ihn die deutschen Studenten haben. Es gibt nicht einen unter euch, der fähig ist, zu tüten, wie deutsche nationale Studenten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht getütet haben. Ihr seid Nichtsnutze, keine Studenten.“ Von Iloraeo Samuel ins Kreuzverhör gezogen, erklärte Schlang, die Versammlung habe drei Stunden gedauert, Achi Meir habe nur zehn Minuten g e s p roch (; n. Er erinnere sich nicht an den ganzen Inhalt, der Rede, alter au den von ihm wiodergegebenen Passus erinnere er sich genau, weil er einen so starken Eindruck auf ihn gemacht habe. Schlang verneinte Samuels Frage, ob er vor der Versammlung Alkohol zu sich genommen habe. Von Amerika ist der schöne Gedanke des Muttertages nach Europa gekommen, von dem Pionierlamle, das aus seiner besten Zeit die Wertung und Schätzung der Fra.u und Mutter bis in seine heutige allzu mechanisierte und materialisierte Epoche gerettet hat. ln Europa und ganz besonders in Wien hat dieser liebevolle Brauch des Feiertages der Mutter bald Wurzel geschlagen, in aller Herzen und ganz besonders in denen der Frauen und ihrer großen Vorkämpferinnen, wie Marianne Hainisch u. a. Gleich den anderen großen Frauen verbänden hat auch die Wizo sich den Gedanken der Mutterehrung an diesem Tage ganz zu eigen gemacht. Wem läge dies auch näher als den jüdischen Frauen, da doch die innige Liebe der Mutter zu ihren Kindern und der Kinder zu ihrer Mutter gerade im jüdischen Hause seit altersher sprichwörtlich und vorbildlich ist. Die eigene Mutter, Jochebed, war es, die den der Vernichtung fast preisgegebenen Stammes — Heros Moses rettete — nicht die erbarmende Liebe der fremden Kreatur, der Tiermatter, wie in der Sage von Zeus oder Romulus. Eine „Mutter in Israel“ war der höchste Titel, den das Volk an seine größten Frauen zu vergeben hatte. So wird Deborah genannt, die große Prophetin und Sängerin. Groß als Mütter waren die Patriarchenfrauen Sarah, Rebekka, Lea und Rachel, die im höchsten Mutterglück ihr junges, liebendes Leben beendeten. Und wie viel Mütterlichkeit durchzieht mit dem einzigartigen Hauch der Innigkeit, Zärtlichkeit, Urverbundenheit die Werke der jüdischen Dichter bis in die jüngste Zeit, bis zu Schalom Asch’ wunderbaren Mutfcergestaltön, der Sure-Riwke in seiner „Mutter“, der Ruchei — Lee in seiner „Sintflut“ — und man erkennt schön äußerlich in der Der von der Weltzentrale der Zionisten- Re.visionisten gegen den Keren Kajemeth erklärte Boykott und Gewaltakte, die diesen Boykott vielerorts noch verschärfen, haben in der zionistischen Bewegung Befremden und Erbitterung hervorgerufen. Womit wird dieses Vorgehen begründet? Ursprünglich hatte die revisionistische Exekutive die Behandlung bei der Zertifikatsverteilung als Grund angegeben. Ohne auf die Frage selbst näher einzugehen, sei hier nur gesagt, daß die Führer der Revisionisten sehr gut wissen, daß diese Dinge gar nicht der Kompetenz und dem Einfluß des K. K. L. unterliegen, daß er also nicht verantwortlich gemacht werden kann. Um den Boykott zu rechtfertigen, bediente man sich auch noch einer anderen Begründung: Die Mitglieder der Revisionisten und des Betar würden bei der Zuteilung von Boden für ihre Ansiedlung durch den K. K. L. z urückgesetzt. Das Hauptbureau des K. K. L. erklärt hiemit, daß diese Beschwerde völlig unbegründet ist. Es ist uns kein Fall bekannt, wo die Leitung des Revisionismus oder des Betar sich mit konkreten Forderungen um Boden an uns gewandt hätten, die wir nicht erfüllt hätten. Wann immer diese Organisationen an den K. K. L. herantraten, hat dieser ihren Forderungen gegenüber eine durchaus positive Haltung eingenommen und dieselben erfüllt. Er gab ihnen: 400 Dunam Ptjanzungsboden im Scharon (bei Nathania) für einen Moschaw Owdim von 26 Familien 10 Dunam in Ilerzlia für ein Arbeiterlager, 10 Dunam in Kfar Saba für ein Arbeiterlager, 1 Grundstück in Bne Brak für den Klub der Betar-Gruppo. In den jüngsten mündlichen und schriftlichen Verhandlungen mit den Vertretern der Revisionisten und des Betar haben wir stets unterstrichen, daß wir bereit sind, jeden uns von ihnen unterbreiteten Vorschlag bezüglich Boden in Betracht zu ziehen und über die Möglichkeiten zu seiner Verwirklichung zu beraten. Doch sind uns solche Vorschläge nicht gemacht worden. Erst im Jänner d. J. haben wir im Zusammenhang mit Artikeln, die Herr J a h o t i ns k y in der Presse Über die Zurücksetzung des Betar durch den K. K. L. veröffentlicht Namensgebung die Züge aller vier Urmutter in diesen so wohlvertraut.cn, lebensnahen Frauengestalten wieder, deren gramdurchfurohte Züge, von herrlichen Augen überkrönt, von liebevollem Mutterliicheln verklärt, wir vor uns zu sehen verneinen. Und iet es denn etwas anderes, wenn heute die junge jüdische Mutter in Erez Israel oftmals darbt und entbehrt, um ihren Kindern, uni den Kindern des Volkes alles bieten zu können, Leben, Gesundheit, Kraft und Freude! Um diese Kinder aufziehen zu können zu nützlicher Arbeit für sich selbst, und für das Land zum Segen für die Gemeinschaft! Um Fl (ich tlingsk Indern und ihren Müttern auch die Hand der Heimat reichen zu können! Die Wizo, selbst, wie eine Mutter im Lande tätig, eine Mutter für alle. Kinder ohne Unterschied, die bei ihr Schutz, Rat und Hilfe suchen, den mütterlich gedeckten Tisch und die sorgende Hand, die Wizo ist es, die den Muttertag ganz besonders auserkoren hat, um an diesem Tage auch der größten Mutter des Volkes, der Mutter Erde, zu gedenken. Unter dem Motto: Schaffet den Müttern jüdischer Kinder, Schaffet den Kindern jüdischer Mütter Zuflucht u)vd Heimat im jüdischen Land! wirbt die Wizo um Spenden füi* die Bodenerlösung, um Mittel für die Aufrechterhaltung und Erweiterung ihrer Heime für Mutter und Kind, ihrer Schulen, Lehranstalten und Farmen, für die lebenskräftigen, tätigen, gesunden Mädchen und Frauen des Landes, die künftigen Mütter im Israel. Eurer eigenen Mutter zu Ehren — spendet am Muttertage für die Wizo, erlöset Boden in Erez- Isr ael! hat, der Leitung des Betar m Paris all dieses auseinandergesetzt. Wir erhielten von ihr unter dem 24. Jänner 1934 die folgende Antwort: „Wir haben Herrn Jabotinsky, dem Vorsitzenden des Betar, den Absatz Ihres letzten Briefes übermittelt, der sich auf seinen Artikel im ,Moment‘ bezieht. Herr Jabotinsky dankt Ihnen für Ihre Bemerkungen und verspricht, den Fehler in einem seiner nächsten Artikel richtigzustellen.“ Auf welche Tatsachen gründen sich also die Beschwerden und die Haltung der Revisionisten und des Betar? Gibt cs nicht zahlreiche Gruppen verschiedenster Kreise im Lande, die Forderungen auf K. K. L.- Boden für ihre Mitglieder erheben, von denen sehr viele nicht befriedigt werden können, weil nicht genug Boden vorhanden ist. Allo verstehen die Lago und begreifen, daß es dem K. K. L. nicht am Willen zur üergabe von Boden an Siedlungskandidaten — ohne Unterschied der Partei — fehlt und sie warten oft jahrelang, bis die Reiho an sie kommt. Aber auf die Revisionisten- und Betar-Organisationcn trifft dies nicht einmal zu, denn sie haben, wie gesagt, gar keine Forderung um Boden gestellt, die unerfüllt geblieben wäre. Wie immer man die Frage betrachtet — die Revisionisten und Mitglieder des Betar haben keine Ursache, sich über den K. K. L. zu beklagen, geschweige denn, ihm den Boykott zu erklären. Es müssen andere, Partei politische Berechnungen sein, die diese Organisationen zu ihrer Haltung und zur Verkennung der Pflichten gegenüber dein K. K. L. gebracht haben. Wir sehen in dieser Handlungsweise ein nationales Unglück, nicht etwa, weil wir befürchten, daß in dom Boykott eine Gefahr für die Einnahmen des K. K. L. liegt. In diesem Jahr ist in den meisten Ländern e i n A n s t e i g e n d o r K. K. L. - E i n n a h m c n zu verzeichnen, obwohl der Betar und die Revisionisten ihro Mitarbeit schon monatelang vor dem Boykott fast gänzlich cingostcllt buben. Seit der Boykotterklärung sind die Eingänge noch weit mehr gestiegen (um 30% in der ersten Hälfto 5694 gegenüber derselben Periode im Vorjahre). Dem K. K. L. | beste Lage, großer schöner Garten, | beste Lage, großer schöner Garten, § 1 fließendes Wasser, Bad im Hause, g | komfortable Einrichtung mit und ohne g | Wäsche, staubfreie Lage, in Sauer* | | brunn, Badgasse 15, billig zu ver- § | mieten. Tel. U 22-9-51. g | Ruhiger Aufenthalt - Keine Belästigung j iitmminitmmimimiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiitmiimimmiiiiimmiiiimiiimimmmiiimiiwiiiiiiiimi? droht also durch den Boykott keine Gefahr. Trotz alledem erblicken wir ein nationales Unglück in der Tatsache, daß eine zionistische Partei sich dazu entschließen konnte, ihre Hand gegen den K. K. L. zu erheben — gegen die Schöpfung Herzls und Schapiras — der aller Aufbauarbeit im Lande die feste Basis verschafft. Zweifellos gibt, es in der revisionistischen und Betar-Organisation weite Kreise, die der Boykott tief schmerzt. Eine Überzeugung, die in Tate^ und Anstrengungen vieler Jahre wurzelt, kann nicht durch ein Dekret von oben aus dem Herzen gerissen werden. Diesen Kreisen müssen wir die Sachlage, wie sie wirklich ist, erklären; wir sind überzeugt, daß die Wahrheit auch ihren Weg zu den Herzen finden wird. Es liegen bereits Nachrichten vor, daß treue Mitglieder aus den Kreisen der Revisionisten auch nach der Boykotterklärung für den K. K. L. einstehen. Wir hoffen, daß solche Fälle nicht, vereinzelt bleiben werden. Allen anderen Kreisen, die durch verdoppelte Anstrengungen für den K. K. L. in die Bresche gesprungen sind, rufen wir zu: Fahrt, so fort, mit aller Kraft! Und euer endgültiger Sieg — der Sieg positiver über negative Arbeit, der Sieg des Aufbaues über die Zerstörung — wird nicht ausbleiben. Hauptbureau des Keren Kajemeth Leisrael Limited. Eine Stütze, wie eine feste Hand sind alle unsere Mode- und Maßscfuihe, denn sie sind alle nach orthopädischen Grundsätzen gebaut LEOPOLD JE LU NE St nur VII., Burggasse 5 Wanderung aus Österreich nach Palästina Daß Wanderungsamt des österreichischen Innenministeriums teilt mit, daß im März 1934 aus Österreich 69 Personen nach Palästina ausgewamlert sind. In diese Zahl sind nur österreichische Staatsbürger einbezogen. Wie das Palästina-Amt des Zionistischen Landeskomitees miiteilt, sind ini April 1934 aus Österreich 75 Personen mit Zertifikaten nach Palästina uusg-wandert. Man rechnet damit, daß im Mai SO bis 90 Personen sich mit Zertifikaten au? Österreich nach Palästina begeben weiden. Im April sind mehrere hundert Touristen aus Österreich nach Palästina abgereist, aoer, auch nicht wenige «luden, die über ein Kapital von mehr als 1000 Pfund verfügen und die die Verhältnisse in Palästina saldieren wollen, um sich dort mit ihren Angehörigen eventuell niodcrzulassen. Das Wiener Palästina-Amt, verzeichnet, eine steigende Zunahme der Bewerbung von Handworkorn mit m c h rjähriger Berufspraxis um die aus• Wanderung nach Palästina. Es handelt sich meist um Vertreter jener Handwerksberufe, nach denen in Palästina eine dringende Nachfrage besteht. Trotzdem ist das Pa histina-Amt wegen der geringen Zahl der ihm zur Verfügung stehenden Zertifikate nicht in der Lage, den stetig steigen k-n Bewerbungen auch nur entfernt zu entsprechen. Auch die Altersgrenze von höchstens 35 Jahren für Zertifikatbewerber erweist sich als eine durchaus unpraktische und für die Bedürfnisse des Palästina Aufbaues äußerst nachteilige Bestimmung; die hervorragend qualifizierten Professionistori haben zumeist diese Altersgrenze überschritten und scheiden darum für das Aufbauwerk in Palästina ans. wmmmmmmmmm/amtmmBBmBam PFINC3STFAHRT nach 17. Mal - Juni Bewährt« Führung POLN. VERKEHRSBÜRO „FRANCOPOL** 111., Rennweg 1, Tel. U 16-4-90 Der revisionistische Boykott gegen den Keren Kajemeth Eine Erklärung des K K L.-Hauptbüros POLEN

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