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Die Stimme · 1934-05-11 · Heft 352 (11.5.1934) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 352 (11.5.1934)
Date
1934-05-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 351 — 11. Mai 1934 DIE STIMME Seite 3 Aus der arabischen Welt Der arabische Der arabische Bodenfonds offiziell aufgelöst, worden, nachdem er eine Summe von etwa 2000 Pfund erreicht hat. Das Geld wurde zum Ankauf von Boden im Süden Palästinas verwendet, das in kleinen Parzellen an arabische Siedler weiterverkauft werden soll. Der Fonds wurde mit großem Anlauf als Waffe gegen die Juden geschaffen, eine Art arabischer „Keren Kajemcth“, um den Juden jeden Bodenkauf aus der Hand zu spielen und auf diese einfachste Weise dem jüdischen Werk einen Damm entgegenzusetzen. Aber der Gedanke fand im Volk keine Resonanz. Er verkümmerte an der inneren Unlogik. Das Volk sitzt auf dem Boden, von dem es genug, oft zuviel hat, und von dem es überwiegend eine sehr arme Existenz zieht. Wie widersinnig, dem einfachen Verstand Opfer zu bringen für Bodenkauf! Und außerdem weiß das Volk überall eine Tatsache: Es besteht die Tendenz, Boden zu verkaufen, sowohl bei den kleinen Besitzern, die hundert oder einige hundert Dunam haben und trotzdem darben, als auch bei den großen, die große Strecken besitzen. Besonders bei diesen, die, seitdem es jüdische Reflektanten gibt, in ihrem Boden einen goldenen Schatz sehen. Zum Teil sind es dieselben Führer, die öffentlich die Bodensperre gegen die Juden predigen und im geheimen Mittel und Wege suchen, wie man unauffällig einen Verkauf durchführen kann. Dem jüdischen Verlangen nach Boden entspricht, wie wir sehen, die eigentliche arabische Bereitschaft, Boden zu geben. Nur die Politik steht im Weg. Aber sie wird nicht immer im Wege stehen, denn die wirtschaftlichen Interessen werden sich über kurz oder lang als stärker erweisen. BESUCHET Hübner’s iiiiniiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiu Kursalon der Stadt Wien iiiiiiiiiiiiiiijiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Parkhotel Schönbrunn Schloßhotel Kobenxi Die Waffe des arabischen Bodenfonds erwies sich somit als keine Waffe. Aber es ist daraus keineswegs zu schließen, daß das Volk jedem Kampfgedanken an sich verschlossen ist. Vielleicht, wenn es den Führern gelänge, zum Volk mit einer Parole zu kommen, die seinem Sinn entsprechen würde. Denn wenn es auch zunächst schwer ist, in der Welt der Realitäten einen Widerstreit der Interessen zu konstruieren, so bleibt doch die Tatsache der tiefen Divergenz zweier grundverschiedener Welt- und Lcbensanschuungen, die an sich eine latente Bereitschaft für die Aufnahme von Kampflosungen enthält, bestehen. Es ist ein natürlicher Zustand. Es ist das erste Stadium des Zusammentreffens zweier Völker. Die weiteren Stadien werden nicht ausbleiben, deren Reihe vielleicht, ja wahrscheinlich — so wollen wir hoffen — auch die der menschlichen Annäherung und Koordinierung erreichen wird. Fl lieft und Segen des Bodens Der Schaich Salamah Abu Rakik aus Beer-Seba veröffentlichte im „Falastin“ einen Brief, in dem er dem Gerücht von dem angeblichen Verkauf von 10.000 Dunam Boden an die Juden entgegentritt. Aber, fügt er hinzu, seine Stammesgenossen, die ein Gebiet von 10.000 Dunam Boden ihr eigen nennen, lebten in Not und seien vom Hunger bedroht. Sie wendeten sich an den Obersten Moslimischen Rat mit dem Antrag, ihnen den Boden abzukaufen, aber das hatte keinen Erfolg. Diese Zeitungsnotiz ist eine Illustration zu dom oben Gesagten. Der Fall steht bekanntlich nicht allein und findet an vielen liege» «len Stricli zeigt sich die Qualität. Elastisch, rasch und sicher gleitet die SWISfi anderen Stellen des Landes, besonders aber in Transjordanien, ihre belehrenden Gegenstücke. Eine verhältnismäßig kleine Gruppe von hohen Lebensansprüchen sicherlich nicht belasteter Menschen kann sich auf einem unverhältnismäßig großen Bodengebiet nicht halten. Und das in einem Lande, das einen kaum gesättigten Markt für landwirtschaftliche Produkte aller Art hat und im Besitz, von kulturfähigen und kulturgeleiteten Händen, einer vielfachen Anzahl Existenz- und Lebensmöglichkeiten bieten würde. Allerdings tut es der Boden nicht allein. Kapital und Kulturmittel, materielle und moralische, gehören dazu. Die arabischen Kreise, die dafür das Geld, aber nicht den Willen haben, werden ihre sozialen Gründe dafür haben. Verhungern auf dem Boden — das ja, einen Teil an die Juden verkaufen, um mit dem übrigen eine rationelle und fortschrittliche Wirtschaft zu führen — das nicht. Das ist eine der widersinnigen Begleiterscheinungen der antizionistischen Politik, die schließlich zum absurden Ende und zu einer Wendung führen muß. Soll man — oder soll man nicht? Soll man die Zionisten rufen — oder soll man vor ihnen die Tore .verschließen? Im arabischen Palästina ist eine solche öffentliche Fragestellung heute unmöglich. Höchstens wird sie vielleicht in ihren vielfachen Formulierungen, in engsten Kreisen und bei herabgelassenen Jalousien debattiert. Aber es gibt trotzdem Araber, die dieses für sie sehr wichtige Problem öffentlich behandeln. Und das ist in Syrien. Bekanntlich stattete Professor Weizmann gelegentlich seines letzten Aufenthaltes in Palästina in Beyrout einen Besuch ab, an den sich bald Gerüchte über einen damit in Verbindung stehenden großen jüdischen Bodenkauf auf dem palästinensisch-syrischen Grenzgebiet knüpften. Ein Teil der syrisch-arabischen Führer erhob ein großes Geschrei über die „drohende zionistische Gefahr“, die nun auch nach Syrien einzudringen sich anschicke. Es stellten sich Delegationen bei den obersten Behörden ein, und der französische Öberkommissär sowie die syrische Regierung sahen sich schließlich veranlaßt, die Gerüchte öffentlich zu dementieren Aber dann meldeten sich in Syrien-Libanon auch Araber zum Wort, die über die Sache eine abweichende Meinung haben. Sie brachten sozusagen die Kehrseite der Medaille zum Vorschein. Sie sind gegen den verbreiteten Zionistenschreck immun und sehen die Dinge ruhiger und klarer. Sie treten für eine Zusammenarbeit zwischen Zionisten und Syriern ein. Im Beyrouter „Al Birak“ lasen wir kürzlich aus der Feder des libanesischen Journalisten Negib Selim Dschabar die folgende Meinungsäußerung: „Die syrisch-libanesische Presse ist in der Frage einer jüdischen Einwanderung nach Syrien in zwei Lager geschieden. Die eine meint, daß die jüdische Einwanderung Nutzen bringen, die andere, daß sie Unglück über das Land heraufbeschwören kann. Ich will an dieser Stelle meine private Ansicht zum Ausdruck bringen, die sich auf Tatsachen stützt: Die französischen Mandatsländer sind von einer beispiellosen Krise heimgesucht. Die Bevölkerung klagt allgemein über Armut, wirtschaftlichen Stillstand und Arbeitslosigkeit. Der landwirtschaftliche Boden ist steril und hat einen großen Teil seines Wertes verloren. In dieser verzweifelten Lage taucht die Frage der jüdischen Einwanderung auf. Um zu dieser Frage Stellung nehmen zu können, muß man die Wirkungen der jüdischen Einwanderung nach Palästina betrachten. Der früher wüste Boden lebte auf und sein Wert stieg. Das Land blüht und das Landesbudget weist einen Überschuß von anderthalb Millionen Pfund auf. Die Zolleinnahmen, die im letzten Jahresviertel 1932 620.912 Pfund betrugen, stiegen im gleichen Zeitraum 1933 auf 1,337.687 Pfund. Die Juden investierten 325.000 Pfund im Jahre 1932 und 5,500.000 Pfund im Jahre 1933 in der Industrie. Im Jahre 1933 wurden 133 neue Industrieunternehmungen gegründet und weitere 50 werden demnächst entstehen. Die Stadtverwaltung von Haifa gab im Jahre 1932 an Araber 191 Bauerlaubnisse heraus, im Jahre 1933 waren es 568. Die entspre¬ Von unserem Korrespondenten Ch. Haller, Tel-Aviv „Keren Kajemethtf ist chenden Zahlen für das arabische Jaffa betrugen 420, beziehungsweise 650 Erlaubnisse. Die arabischen Bauern führen neue Bewirtschaftungsformen in der Landwirtschaft ein, das von ihnen bearbeitete Gebiet stieg von 20.000 auf 60.00 Fcdan. Der Orangenexport stieg von 1,000.000 auf nahezu 6,000.000 Kisten. Die Bodenpreise stiegen und der Arbeitslohn erreichte eine in anderen Ländern unbekannte Höhe. Das ist eine kurze Übersicht über den Nutzen, den Palästina von der jüdischen Einwanderung gezogen hat. Deshalb frage ich, welchen Schaden sie Syrien und dem Libanon bringen könnte, besonders wenn sie in organisierter Weise vor sich gehen würde? Wo wird das Übel liegen, wenn die Juden unsere weiten, aber verlassenen Bodenstrecken kaufen und Werke errichten werden, die unser nationales Vermögen verdoppeln werden, besonders wenn sich die Einwanderung auf die Industrie und die Landwirtschaft beschränken und auf den Hauran und den Norden Syriens konzentrieren wird, und wenn sie 20 Millionen Pfund ins Land bringen würden? Es werden die Bodenbesitzer, die Bauleute, die Tischler und andere Nutzen ziehen. Die Arbeitslosen würden Arbeit finden und die Lage der Landwirtschaft würde eine Verbesserung erfahren. Was aber den Libanon betrifft, so ist die Fremdenindustrie ihre Haupteinnahmequelle. Sie würde aus der Existenz von jüdischen Niederlassungen einen besonderen Vorteil ziehen. Kommen doch nach Amerika Millionen von Menschen und das Land nimmt sie alle auf.“ SCHALOM ASCH DER TROST DES VOLKES R OAfA AT / 1.—5. Tausend D ieser neueste große Bekenntnisroman des berühmten Brzah1ersf eine wunderb are Dichtung, ist der Höhepunkt seines Schaffens. Ganzleinenband S 11.55 ln allen Buchhanllungen BIBLIOTHEK ZEITGENÖSSISCHER WERKE Zürich / Leipzig / Wien Per MordprozeA in Jerusalem I. T. A. Jerusalem, 7. Mai. Zu Beginn der Verhandlung am 4. Mai verlangte der Verteidiger die Vorlage aller Photographien, die vor der Identifizierung der Verdächtigen im Besitz der Polizei gewesen seien. Der Staatsanwalt erklärte, diese Photographien seien habe es in den letzten sechs Monaten erlebt, daß Kommunisten zu Faschisten geworden sind. Vom Verteidiger einem Kreuzverhör unterzogen, gab Polizeiinspektor Samuel T en e n b a u m hierauf zu, Stavsky einen „Morde r“ genannt zu haben und am Tage Die langerwartete, aktuelle Neuerscheinung JESAIAS PRESS NEUES PALÄSTINA-HANDBUCH mini.. Der vollkommenste Reiseführer, mit 31 Karten und Stadtplänen * Unentbehrlich für jede Palästinareise * Wichtig für jeden Palästina-Interessenten Fiba-Versandbuchhandlung, Wien, VI., Gumpendorferstraße 10 Telephon B 84-9-78 nicht aufzufinden. Ein hierauf vom Verteidiger gestellter Antrag, die Aussagen aller jetzt nicht geladenen Zeugen vorzulegen wurde vom Gericht abgelehnt. Dagegen gab das Gericht dem Antrag des Verteidigers Folge, das bei Achi Meir konfiszierte Manuskript, in dem Achi Meir Mord im nationalen Interesse für zulässig erklärt, nicht verlesen zu lassen. Rechtsanwalt Samuel hatte seinen Antrag damit begründet, daß Achi Meir seine Anschauungen seit der Niederschrift geändert haben könne. Man nach seiner Verhaftung gegen ihn tätlich geworden zu sein. Dies sei auf seine Nervosität zurückzuführen gewesen. Er hätte damals seit neunzig Stunden nicht mehr geschlafen, und Hauptmann Rice habe ihm gesagt, Frau Arlosoroff habe Stavsky als den Mörder erkannt. Inspektor Tenenbaum sagte weiter, er habe Stavskys Photographie am Sonntag nach dem Mord vom polnischen Konsulat erhalten. Der Zeuge legte dem Gericht eine von ihm am Tage nach dem Mord IHK mit den vorzüglichen, großen Salonschiffen der direkten Eillinie Triest-Jaffa des LLOYD TRIESTIHO Abfahrten jeden Mittwoch um 13 Uhr Ferner; Luxuseillinien nach Athen, Istanbul, Alexandrien, Bombay, Colombo, Singapore, Shanghai Schnellste Schiffe Höchster Komfort Auskunft: Lloyd Triestino, Wien, I., Kärntnerring 6, Tel. U 47 >5-60

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