Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 352 (11.5.1934)
- Date
- 1934-05-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3053752-3054070-3054106--4207-3059807- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 2× ep/1047930
- Bad Hall 1× ep/1044083
- Riga 1× ep/1000826
OCR text
Seite 2 DIE STIMME Nr. 35t — II. Mal 1384 Welt einen solchen Sturm des Protestes her vorrief, daß die britische Regierung sich veranlaßt gesehen hat, dasselbe zurückzuziehen. Es werden Vorbereitungen zur Abhaltung von Masse iiprotestversammlungen in allen Städten und Kolonien Palästinas getroffen, um auf diese Weise den gesamten Jischuw zum Kampf um seine Rechte in den Fragen jüdischer Einwanderung und jüdischer Arbeit zu mobilisieren. Aus der Proklamation der Histadruth geht hervor, daß die Jewish Agency an die Palästina-Regierung ein durch viele Belege begründetes Ersuchen um Ausfolgung von 20.100 Zerifikaten für die kommende Halbjahresperiode gerichtet hat. Die Exekutive der Jewish Agency bereitet die Herausgabe eines speziellen Communlques über ihre Haltung gegenüber der Regierung in der Frage der Einwanderung vor. OK GASTSTÄTTE FÜR JEDERMANN I., Kärlnerslrafje Nr. 61 Besllzer Oflo Kaserer WIENER RATHAUSKELLER volkstümliche Preise in allen Lokalitäten Wien vor 400 Jahren Allabendlich Original Wiener Musik und Gesang Inhaber Ollo Kaserer NÄCHSTE PALÄSTINAREISE Am 23. Mai mit cler „Gerusalemme“ Triest—Haifa Im Juni mit der „Garusalenwte“ Triest—Haifa NORDISCHES REISEBUREAU (Reiseleitung N. M. Racker, Wien, I., Seilergasse 3) R 24-2-31, R 25-0-92 Die Zwei-Millionen-Pfund-Anleihe London, 8. Mai. Zur Erläuterung einos Gcsetzesvorschlages, durch den das englische Schatzamt ermächtigt werden soll, Kapital und Zinsen einer von cler Palästina-Regierung aufzunelimenden Anleihe bis zu einem Höehstbetrag von zwei Millionen Pfund zu garantieren, wurde in London ein W e i ß b u c h veröffentlicht. Die geplante Anleihe soll danach folgendermaßen verwendet werden: Die Verwendung der Anleihe fast ganz für die Araber Glückwunsch des High Commissioner anläßlich des Tel Awiwer Stadt Jubiläums Tel-Aviv, 8. Mai. High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat dem Tel-Aviver Bürgermeister Meir Dizengoff seine Glückwünsche anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Stadt Tel-Aviv übermittelt. ¥ Hohe belgische Auszeichnung für Bürgermeister Diezengoff Tel-Aviv, 8. Mai. Anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Stadt Tel-Aviv wurde dem Bürgermeister Meir Dizengoff, der gleich' zeitig belgischer Konsul in Palä stina ist, die höchste belgische Auszeichnung, den Leopolds- Orden, verliehen. Der Sekretär des belgischen Konsulate, Isaak K a t z, wurde mit dem belgischen Kronen-Orden ausgezeichnet. ¥ Lettland ernennt einen Juden zum Konsul in Tel Awiw Riga, 8. Mai. Die lettische Regierung hat einen Juden, M. Lifschütz, zum ehrenamtlichen K o ns u 1 Lettlands in Tel-Aviv ernannt. Regelmäßiger Schiffsverkehr New York—Haifa Jerusalem, 8. Mai. Gunard-Line und White Star Line planen die Einführung eines direkten Schiffsverkehrs zwischen New York und Haifa mit Zwischenlandung in M a r s a i 11 e. Aufbringung Keine Indische Siedlung in Angola Lissabon, 7, Mai. Der Minister für die Kolonien wendet sich in einer Erklärung gegen Mitteilungen über einen angeblich bestehenden Plan jüdischer Masscnsiedlung in Angola. Dje portugiesische Regierung werde Vorschläge, betreffend jüdische Massenansicdlung niemals in Betracht ziehen. Eiuzeieinwanderung nach Angola und anderen Kolonialgebieten werde sie jedoch in jeder Weise erleichtern und ermutigen. 250.000 Pfund für W i e d c r a n s i c d- 1 u n g dislozierter Araber, 938.000 Pfund für Wasserversorgung und Kanalisation in Jerusalem und Haifa, Wasserversorgung von Hebron und verschiedenen Dörfern und Erforschung verwertbaren W asservorkommene, 200.000 Pfund für Agrarkredit, 210.000 Pfund für den Ausbau von E r d ö 1 V e r 1 adungsanlagen in Haifa, 407.000 Pfund für die Errichtung öffentlicinr Gebäude, u. a. eines Hauptpostamtes in Jerusalem und verschiedener Schulgebäude sowie für zusätzliche Kosten im Zusammen hang mit den oben genannten Zwecken einschließlich der Kosten für die der Anleihe. Zu dem Posten von 250.000 Pfund für Wiederansiedlung von Arabern wird bemerkt, daß die Einsetzung dieses Betrages der 1930 von der englischeu Regierung gegebenen Zusage entspricht, für die Wiederansiedlung derjenigen Araber sorgen zu wollen, bei dfener» auf Grund einer Untersuchung festgestellt werden würde, daß sie ihres Bodens .in der Weise verlustig gegangen sind, daß dieser in jüdische Hände überging, und die weder Ersatzländereien noch eine sie in gleicher Weise zufriedenstellende Beschäftigung erhalten hätten. Die vorgesehenen öffentlichen Arbeiten, insbesondere die geplanten Wasserversorgungs- und Kanaüsationsanlagen, seien dringend notwendig. Diese Anlagen würden in ihrer Mehrheit Ertrag liefern. Die 200.000 Pfund für Agrarkredit seien dazu bestimmt, der Palästina-Regierung die Gewährung von langfristigen Darlehen an arabische und Palästinaabteilung ■orro'rnia Josef Popper ■IIIIIIII1IH internationale Transporte Wien, ll.9 Taborstraße Telephon R 48-5-10, R 40-5-70 Serie 27 Spezial -Warentransporte, Übersiedlungen, Verpackungen für Palästina, Transport- und Reisegepäckversicherungen. Auskünfte jeder Art über Palästina. jüdische Landwirte in den Ebenen und an arabische Landwirte in den Gebirgsgegenden zu ermöglichen. Der Posten „öffentliche Gebäude“ schließe 106.000 Pfund für die Errichtung von Schulgebäuden für die arabische Jugend ein. Die Garantie des Schatzamtes soll erst dann gegeben werden, wenn seitens der Palästina-Regierung in einer das Schatzamt und den Minister zufriedenstellenden Weise Vorsorge getroffen wurde: a) für Aufbringung und Verwendung der Anleihe; b) für Errichtung und Regelung eines Amortisationsfonds zur Rückzahlung der Anleihe binnen vierzig Jahren; c) und d) für D e c k u n g von Kapital und Zinse n der Anleihe, der Zahlungen an den Amortisationsfonds und der verzinsten Rückzahlungen an das Schatzamt, sowie aller auf Grund der Garantie ausgegebener Beträge durch die a 11 g e m e i n e n Einkünfte und Aktiven Palästinas oder andere Einkünfte und Aktiva unter Einräumung einer Vorzugsstellung gegenüber allen Verpflichtungen, die nach Annahme des Gesetzes eingegangen werden würden; e) für Aufbringung oder Sicherung der Aufbringung der nötigen Mittel z lr Einhaltung der obigen Verpflichtungen. Die öffentliche Schuld Palästinas besteht derzeit in einer Anleihe von 4,475.000 Pfund, die 1927 unter Garantie do: englischen Regierung aufgenommen wurde. In dem Akt vom Jahre 1926, der die Erteilung dieser Garantie bewilligte, ist vorgesehen, daß bei der Belastung der allgemeinen Einkünfte und Aktiva des Territoriums Kapital und Zinsen dieser Anleihe ar erster Stelle zu stehen haben. Dementsprechend werden Kapital und Zinsen der neuen Anleihe in der Rangordnung der öffentlichen Belastung Palästinas die zweite Stelle einnehmen. Die Palästina-Presse über die Anleihe Jerusalem, 8. Mai. Die hebräische Presse/ Palästinas ist einig in ihrem Urteil darüber, daß die geplante, Zwei-Millioncn-Pfund-Anleihe für Palästina und deren Verwendung, wie sie im englischen Weißbuch vorgozcielinet ist, einen weiteren Sehlnggogen die Interessen des P a 1 ä s t i n u - J u d c n t. u in s bedeuten. Die Juden — so stellen die Zeitungen fest -- werden die Last der R ii c k z a li 1 u n g der Anleihe zu tragen haben, während sie im Ausmaß von höchstens 75.000 Pfund aus der Anleihe werden Nutzen ziehen können; der gesamte Rest wird direkt oder indirekt zugunsten der Araber verwendet, und zwar in der Form der Wiedcransiicdlung von Arabern und in der Aufführung von Rcgierungsbauten, bei denen ja hauptsächlich Araber beschäftigt sind. Besondere Erbitterung herrscht darüber, daß 250.000 Pfund für Wiederansiedlung angeblich dislozierter Araber — wo doch bereits amtlich zugegeben wurde, daß es Araber, die infolge jüdischen Bodenkaufes beschäftigungslos geworden sind, in k a u m nennen swe rter Zahl gibt — und 106.000 Pfund für den Bau arabischer Schulen verausgabt werden sollen. Die Verteilung des Ergebnisses der Anleihe erfolgt nach der Meinung der hebräischen Zeitungen ganz im G e i s t e de s Weißbuches von P a s s f i e 1 d und der Berichte von John Hope Simpson und Lewis FreDch. NEUERÖFFNUNG PENSION, CAFE-RESTAURANT, orth. IZO -W A. BARSCHAK & CO. aus Wien, II., Große Schiffgasse 3, Tel. A 46*4-39 in BAD HALL Ob.-Ößterr. (Villa Mayrhofer) Das Unternehmen steht unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Babad Die Geldkaution für Besucher der Levante-Messe London, 7. Mai. Kolonialminister Sir Philip C u nliffe-Lister erklärte auf ein»! Anfrage im Unterhaus, der High Commissioner habe die Ausfolgung von Visen ohne Hinterlegung einer Geldgarant i e an Besucher der Levante-Messe, die Kaufleute, Fabrikaiten odor Inhaber von Großfirmen sind, sowie an Funktionäre der Messepavillons verfügt. Eine weitere Milderung der Einreisevorschriften komme im Hinblick auf die Möglichkeit illegaler Einwanderung nicht in Betracht. Das antijüdische Carnegie-Institut New York, 7. Mai. Die Handelskammer des Staates New York hat auf Grund des Berichtes einer Sonderkommission unter dem Vorsitze Doktor L a u g h 1 i n s vom Carnegie-Institut in Washington beschlossen, den Vorschlag zu machen, daß bei der Zulassung zur Einwanderung nach Amerika keine Ausnahmen zugunsten jüdischer Auswanderer aus Deutschland gemacht werden sollen. Die Einwanderung von Juden solle ebenso wie die der Angehörigen andorer Rassen im Rahmen rler festgesetzten Quoten vor sich gehen. Universitäten fortzuführen. Der Council dankt dem Central British Fund der englischen Juden für seine großmütig Spende von 2500 Pfund zugunsten jüdischer und nichtjüdischer Gelehrter. „Daily Telegraph“ widmet dem Bericht einen Leitartikel, in dein ausgeführt wird: Was die Flüchtlinge uus Flandern, die Hugenotten aus Frankreich zur Hebung der englischen Textilindustrie taten, das werden die Opfer des modernen Fanatismus in Deutschland zur Hebung gewisser Zweige der Wissenschaft, besonders der Chemie, in England tun können. Lord Rutherford teilt der „Times“ mit, daß einige der verbannten jüdischen Gelehrten bereits auf englischem Boden mehrere bemerkenswerte und auch praktisch auszuwertende Entdeckungen gemacht haben. 17$ ous Gelehrte Deutschland vertriebene an englischen Universitäten Der Academic Asßistaneo, Council, dessen Vorsitzender Lord Rutherford ist, berichtet, daß 178 aus Deutschland vertriebene jüdische Gelehrte Gelegenheit erhalten haben, ihre Forschungsarbeit an englischen Herbert Lehmanns Appell an die amerikanischen Juden Anläßlich einer Zusammenkunft der freiwilligen Sammler für den United Jewish Appeal für Hilfe an die deutschen Juden richtete der Gouverneur des Staates New. York, Herbert Leh m;a n n (Zionist), den folgenden Appell an die amerikanischen Juden: „Das jüdische. Leben, in' Deutschland ist zerstört. Mindestens die Hälfte aller deutschen Juden ist verelendet. Viele mußten in andero Länder flüchten und sind auf der Suche nach einem Asyl. Die in Deutschland Zurückgebliebenen sehen ihren Lebensstandard auf die niedrigste Stufe herabgesetzt, fühlen ihren geistigen Standard hodroht und leben i n dauernder Ungewißheit um daß Kommende. Dio deutschen Juden erwarten Hilfe von uns. Ich bin sicher, daß die Juden Amerikas ihr Äußerstes tun werden, um diese Hilfo angemessen zu gewähren.“ Ehret euec inläßlich des mwnzwiMts durch Baumstiffungen im Chajes* Walde Keren Kafemeth, Wien, I. Bezirk, KürntnerstraJIe 28 “ Telephon R 27-3-20