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Die Stimme · 1934-04-27 · Heft 348 (27.4.1934) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 348 (27.4.1934)
Date
1934-04-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 348. — 27. April 1934 DIE STIMME Seite 3 vor allem auf Hitler selbst. „Manchester Guardian“ weist insbesondere darauf hin, daß die neue Vertreibung der letz ten Juden aus Theater und Film behördlich bewerkstelligt wurde. AN 1. NAI ERÖFFNUNG CAFE-RESTAURANT BURGGARTEN NEUE HOFBURG WIENS SCHÖNSTER GARTEN suchten Jerusalem und Tel-Aviv. Der Hüter rassischen Erbguts wohnte im gleichen Hotel wie der zufällig gerade in Palästina weilende Zionistenführer Dr. Chaim Weizm a n n, mit dem Frick gemeinsam an einer Table d’hote speiste. Was Herrn Frick bewog, ins Jüdische Land zu fahren, weiß nur er. Vorsichtshalber ist er inkognito gereist, mit einem falschen Reisep a ß. Die Juden im Saargebiet Genf, 24. April. Korrespondenten amerikanischer und italienischer Zeitungen haben vor einigen Tagen da« Saargebiet besucht und dort unter anderem auch eine Unterredung mit dem Führer der „Deutschen Front“, P i r r o, gehabt. Sie fragten ihn, ob nach einer eventuellen Rückgliederung des Saargebietes zum Deutschen Reich die G 1 e i c hberechtigung des jüdischen T e i 1 e s der Bevölkerung des Saarlandes unangetastet fortbestehen werde. Herr Pirro antwortete, daß er noch nicht in der Lage sei, in dieser Frage eine bindende Erklärung abzugeben. Der amerikanisch-jüdische Kongreß gegen die Hakenkreuzhetze New York, 24. April. Im Zusammenhang mit der unter der Losung „Boykottiert die Boykotteure“ vor sich gehenden Judenboykottaktion der amerikanischen Nazis veröffentlicht der American Jewish Congress eine Erklärung, in der aus,geführt wird: Der jüdische Boykott gegen Nazi-Deutschland, heißt es in der Erklärung, richte sich weder gegen das deutsche Volk als solches noch gegen die amerikanischen Deutschen, sondern einzig und allein gegen das Hitlerrechtet und unterdrückt und das Gesamt- I Die zionistische Landeskonferenz beendet judentum verleumdet. Es sei darum unnatürlich und unlogisch, wenn amerikanische Deutsche sich von den Naziparolen verführen lassen und die Juden zu boykottieren beginnen. In der Erklärung heißt es dann weiter, daß die Hitler-Regierung sich bezahlter Agenten bedient, um gegen die amerikanischen Juden zu hetzen; es wird der Überzeugung Ausdruck gegeben, daß die amerikanische öffentliche Meinung, durch das Beispiel Nazi-Deutschlands gewarnt, sich dieser dunklen Umtriebe zu erwehren wissen wird. American Jewish Congress fordert die amerikanische Öffentlichkeit auf, sich durch Nazi-Drohungen nicht einsohüohtem zu lassen, sondern den Wirtschaftsboykott gegen Hitler-Deutschland mitnoch stär kerer Intensität fortzusetzen. Nachruf für unsere Toten Zu Beginn der Mittwochsitzung hielt der Vorsitzende Dr. Oskar Grünbaum einen warmen Nachruf für die im vergangenen Jahre verstorbenen zionistischen Führer Chaim Arlosoroff und Leon M o t, zk in. Dr. Oskar Grünbaum würdigte ferner die im Berichtsjahre aus dem Leben geschiedenen österreichischen Gesinnungsgenossen Dr. Nissan Gold stein, Dr. Hermann K a d i s c (Vöslau), Dr. Josef Polaczek, Oskar R o s n e r, Dr. Leopold S o f e r, Löbl T a u b e s, Eisig Torczyner und Dr. Joachim G r ü b e 1. All diesen braven Gesinnungs genossen, die sich um unsere Bewegung so verdient gemacht haben, ist ein treues Andenken gewiß. Der Nachruf wurde von der Delegiertenkonferenz stehend angehört. Per Tätigkeitsbericht des Jahres 1933 Eiii|»f imlliclic erlöst die blitzschnelle, glatte, scharf-scharfe SWING Der Krieg in Arabien Die Nachrichten über den Verlauf des kriegerischen Konfliktes zwischen Ihn Saud und dem Jemen lauten sehr widersprechend doch scheint es als sicher, daß der Waha bitenführer im Vorteil ist. Der Streit geht um das Gebiet von Assir. Von zahlreichen arabischen Stellen wer den Anstrengungen gemacht, um den Konflikt in Südarabien beizulegen. In diesem Sinne bemühten sich der König von Irak, der Präsident des arabischen Kongresses und Mufti von Jerusalem Amin el Husseini und die ArabischeUnioni n Kairo, eine Vereinigung bekannter Persönlichkeiten in allen arabischen Ländern, die einen Ver- Äopffcfjmetgen, rl)eumafff$en utt& gfcf>tlfdjen S3efdjt»ert>en wirft Sogal rafdj unö ft'cfjer. Sauf notarieller 23eftäffgung anerfennen über 6000 ^Irste/barunter »leie beöeutenbe^profej]oren,t>fe brr»orragenbe5ülrfung t>e$ Sogat. On allen Slpotfyefen erfyältlfclj. J3reftf S 2.40. treter als Schiedsrichter zu einer neuen Konferenz nach Mokka entsandte. Der Ausgang dieser Konferenz ist noch ungewiß. Der Kampf geht natürlich um die Vor herrschaft in Arabien, wobei auf die Dauer Ibn Saud der Stärkere sein dürfte. Wenn Inan aber berücksichtig, daß der Jemen — das ist in den Pressekommentaren bisher kaum zum Ausdruck gekommen — italienische Interessensphäre ist, so erscheint die Angelegenheit in noch anderem Licht, und man wird verstehen, daß bestimmte Kroise daran interessiert sind, den Konflikt beizulegen und ein Verschwinden des Jemen von der Landkarte, das dio Folge der kriegerischen Auseinandersetzung sein könnte, zu verhindern. Fricks PalSstinafahrt r Die „Times“ berichtet: Der siebenundfünfjsigjährigo ReicihöLnn enmini s ter Dr. Frick und seine junge Gattin weilten zum Osterfest einige Tage im Heiligen Land und bc- Hierauf erstattete das Mitglied dies Zionistischen Landeskomitees, Herr Direktor Hermann A p t e r, den folgenden Tätigkeits bericht: Die letzte ordentliche Landeskonferenz fand am 4. und 5. März 1933 statt. Das bei dieser Landeskonferenz gewählte Landes komitee hielt in der abgelaufenen Periode insgesamt 20 Sitzungen ab. Die Delegierten Versammlung tagte sechsmal. Während der Berichtsperiode weilten nachstehende zionistische Persönlichkeiten in Wien: der Präsident der Zionistischen Welt Organisation, Herr S o k o 1 o w, der am 16. Oktober 1933 im überfüllten großen Kon zerhaussaal einen Vortrag hielt. Herr So kolow beteiligte sich auch am Herzl-Grab Gang. Weiters das auf tragische Weise ums Leben gekommene Mitglied der Exekutive A rlosoroff, dessen Ausführungen am 8. Juni 1933 im großen Konzerthaussaal größten Beifall fanden. Ferner der Direktor des Keren Kajemeth U s s i s c h k i n, der der Ausführende des vom K. K. L. im Großen Musikvereinssaal am 27. September 1933 veranstalteten großen Vortragsabendes war. Dann der Direktor des Herzl-Gymnasiums m Tel-Aviv Mossinson, der zweimal, und zwar am 22. Juni 1933 im Hotel Post und am 4. Februar 1934 im Gewerbe verein als Vortragender erschien. Das Landeskomitee veranstaltete am 7. März 1933 im Hotel „Bayrischer Hof“ eine Aufführung des Propagandastückes „Die einzige Lösun g“. Darsteller waren die Mitglieder des Jugendbundes „Z i r e n u“. Am 18. März 1933 veranstalteto das Landeskomitee gemeinsam mit der „Wizo“ einen Gesellschaftsabend im Großen Konzorthaussaal, am 16. Dezember 1933 fand eine große Makkabäer-Feier im Militärkasino statt, bei welcher der Präsident der Kult.usgemeindo dio Festrede hiolt. Außerdem voranstaltete das Landeskomitee im Wege der Sektionen 295 diverse Versammlungen und 64 geselligo Zusammenkünfte. Wir haben in der abgelaufenen Funktionsperiode die Gründung einer Ortsgruppe in Baden und einer Sektion in Meidling, die Bezirkssektion XII, (“ingeleitet; vor der Eröffnung steht die Bezirkssektion XI. Geplant wird die Trennung der Bezirkssektion IV von der Sektion V und der Bezirkssektion VIII von der Sektion IX. Beinaho alle Sektionen haben Hobräischkurso eingerichtet, welche zweimal wöchentlich stattfinden. Die Schülerzahl bewegt sich in den einzelnen Sektionen zwischen 10 und 70. Außerdem haben einzelne Sektionen auch geschichtliche und judaast ische Kurse eingerichtet. Wir wollen hoffen, daß auch jene Sektionen, die solche Kurse bisher nicht abhielten, in absehbarer Zeit zur Einführung derselben schreiten werden. Die Tätigkeit einzelner Sektionen leidet darunter, daß sie kein eigenes Heim haben. Das Landeskomitee bemüht sich, solchen Sektionen, die auf schwachen Füßen stehen, finanzielle Hilfe zu leisten, um ihnen bei Errichtung eines eigenen Heimes beizustehen. In erster Linie kommt da die Ergreifung eines praktischen Berufes in Betracht, wobei jedoch auch die kulturellen Ziele nicht außer Acht gelassen werden. Um der allgemeinen zionistischen Jugend eine ihrer Entwicklung entsprechen de Heimstätte zu schaffen, wurde am 10. Dezember 1933 das Zentrale Jugendheim, II., Untere Augartenstraße 35, feierlich eröffnet. Dort wurden 2 Jugendbiinde, Gdud Z e i r i m und Brith Herzl, untergebraoht. Die Arbeit dieser Bünde ist eine rein chaluzische. Gegenwärtig werden folgende Kurse abgehalten: a) Kurse über Geschichte des Zionismus und Ohaluziuth; b) hebräische Kurse; c) Geschiichtskurse. Ad a). Die Bünde verfügen gegenwärtig über eine Anzahl von ausgebildeten Führern, von denen jeder eine Gruppe von zirka 15 bis 20 Jugendlichen zur Ausbildung übernimmt. Gdud Zeirim hat jetzt zirka 350 Mitglieder, Brith Herzl zirka 80. Für beide Bünde wurden vom Verein „Jüdisches Hilfswerk“ praktische Umschulungskurse eingeführt: 1. Zimmereigewerbe erlernen einige Mitglieder in einem Betriebe der Klosterneuburger Wagenfabrik. 2. In einem Kurs für das Anstreichergewerbe wurden unter Leitung eines Meisters 10 Jugendliche ausgebildet. 3. Für das Fliesenlegen haben sich im ersten Kurse 12 Jugendliche gemeldet, von denen bereits 4 die Prüfung vor einer Fachkommission mit gut^m Erfolg abgelegt haben. Diesbezügliche Atteste wurden ihnen überreicht. 4. Die landwirtschaftliche Ausbildung bereitet die größte Sorge, da infolge der kritischen Zeiten und der allgemeinen, auch auf dem Lande herrschenden Arbeitslosigkeit leider viel zu wenig Arbeitsplätze ausfindig gemacht werden konnten. Außerdem hat der Stadtkibbuz gegenwärtig 21 Insassen und ist in einer. Mietwohnung, II., Ferdmandsstraße 4, unter-, gebracht. Die Mitglieder sind ausschließlich Handwerker und in der Lage, sich selbst zu erhalten. Das Landeskomitee hat auch einen K i bbuz in Mifraz Haifa errichtet und ist es gelungen, durch Verhandlungen mit K K L 15 Dunam Land zu erwerben und wurden uns weitere 10 Dunam Land in Aussicht gestellt. Durch Unterstützung einzelner Mitglieder des Landeskomitees konnte ein Haus errichtet werden, in dem derzeit 14 jungo Leute wohnen, darunter 2 Ehepaare. Im nächsten Monat werden wir weitere 15 Jugendliche hinunterschicken und hoffen, diese kleine Siedlung in absehbarer Zeit au einer Kolonie ausgestalten zu können. Das Landeskomitee hat in der abgelaufemit den vorzüglichen, großen Salonschiffen der direkten Eillinie Triest-Jaffa des LLOYD TRIESTINO Abfahrten jeden Mittwoch um 13 Uhr Ferner: Luxuseillinien nach Athen, Istanbul, Alexandrien, Bombay, Colombo, Singapore, Shanghai S c hn eilst e S c. h i ff e Höchster Ko m fo r t Auskunft: Lloyd Triestino, Wien« I.« Kärntnerring 6, Tel. U 47 5 60

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