Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 347 (24.4.1934)
- Date
- 1934-04-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. $47 - U APTÜ 1034 010 «TIMMI Seit« a feste obligatorische öerichtsgebühren bestimmen wird. Es verlautet, daß die Aguda in Berücksichtigung dieses Versuches, ihren Forderungen entgegenzukommen, den Anspruch, :iD Sondergemeinde anerkannt zu werden, a u f mindestens ein Jahr zurücksteilen wird. Pas Abkommen zwischen Knesseth Israel und Agudath Israel soll für fünf Jahre geschlossen werden. In Fällen von Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung des Abkommens ist die Entscheidung der Palästina-Regierung Vorbehalten. Der Standpunkt 4er Aguda Pie Exekutive der AgudaMisroel-Weltorganisation in Frankfurt a. M, hat an den Iligh Commiissioner telegraphisch das Ersuchen gerichtet, den endgültigen Abschluß der Verhandlungen um die Neugestaltung des palästinongichen Rabbinats um sechs Wochen zu verschieben, damit inzwischen der Rabbinische Rat der Agudas-Jisroel- Weitprganisation Gelegenheit habe, zu dieser Angelegenheit Stellung zu nehmen. PMitiaregierimg fordert Siefaeretellimgg für die Jugendlichen aus Deutschland Jerusalem, 22. April. Die Palästina-Regierung hat der Exekutive der Jewisb Agency bekanntgegeben, daß sie für alle durch die Jewisb Agency nach Palästina gebrachten Jugendlichen aus Deutschland eine vom Schatzmeister der Agency Unterzeichnete schriftliche Erklärung, daß der betreffende Jugendliche niemandem im Lande zur Last fallen werde, verlangen wird. Für jeden Jugendlichen im Alter von 15 Jahren wird von der Jewish Agency eine schriftliche Garantie in der Höhe von 144 palästinensischen Pfund gefordert; für 16jährige beträgt die Garantie bloß 96, für 17 jährige 48 Pfund. Die Jewish Agency ist demnach genötigt, für jeden Jugendlichen die Erlegung einer 86 Pfund betragenden Sicherstellung auf den Namen der Jewish Agency bei einer palästinensischen Bauk zu verlangen. Von diesem Betrag können von Zeit zu Zeit Abhebungen zur Deckung von Auslagen für den betreffenden Jugendlichen vorgenommen werden. Die Jewish Agency bringt vorläufig nur solche Jugendliche nach Palästina, die nicht jünger als 15 und nicht älter als 17 Jahre sind. 18jährige und ältere Jugendliche können nach Palästina nur auf Grund der gewöhnlichen Einwanderungs- Zertifikate oder aJs Studenten raitteils besonderer Studentenvlsen einreisem. Die JiidieeJie Arbeiterschaft in Palästina Jerusalem, 93. April, Während 1983 die jüdische Arbeiterschaft Palästinas erst 40.000 Mann stark war, werden jetzt über 60.000 jüdische Arbeiter in Palästina gezählt, von denen über 45.0GQ der Hißtadruth Haowdim angeschlossen sind. In Tel-Aviv allein leben jetzt über 20.000 jüdische Arbeiter. Die Zahl der jüdischen Arbeiter in Jerusalem beträgt einschließlich derjenigen, die in don Werken am Toten Meer beschäftigt sind, rund 10.000. Ebenso groß ist dio Zahl der jüdischen Arbeiter in Haifa bei Einrochnung der Arbeiterschaft der Zementfabrik „Nescher“, Im allgemeinen rechnet man, daß 60 Prozent der Arbeiter in den Städten beschäftigt sind. Die Zahl der jüdischen Arbeiter in den Kolonien wird auf über 20.000 geschätzt. Der außerordentliche Arbojtormangel hat zu einein Zustrom von Landarbeitern in die Städte geführt.. Besonders stark ist im letzten Jahr die Zahl der jüdischen Bauarbeiter gestiegen. Die Zahl der hei Bauarbeiten Beschäftigten ist um über 4000 höher als im vorigen Jahr. Siaatssubventionffir die religiösen Gerichte in Palästina London, 20. April. Im Unterhaus richtete der Abgeordnete J o o l %n den Kolonrnnminfeter die Frage, ob er mittoilen könne, aus welchen Gründen den arabischen religiösen Gerichten in Palästina, nicht aber den Rabbinischen Gerichten und den religiösen Gerichten anderer Religionsgemeinschaften dieses Mandatsgebietes finanzielle Beihilfen gewährt werden und ob der Minister angesichts der Tatsache, daß die Angehörigen aller Religionsgemeinschaften zu den Staatseinkünften in Palästina beitragen, der Meinung sei, daß der gegenwärtige Zuntand den bestehenden Bedingungen angemessen ist. In schriftlicher Beantwortung dieser Anfrage erklärte der Kolonienminister Sir Philip C u n 1 i f f e - L i t* t e r: Zur Zeit der Besetzung Palästinas durch England, bildeten die mohammedanischen religiösen Gerichte einen Bestandteil des Geriehtesystems des Landes; dieser Zustand wurde aufrechterhalten, die Ausgaben für sie werden au? öffentlichen Mitteln getragen und ihre Einkünfte den öffentlichen Fonds zugeführt, Zur Zeit des türkischen Regimes wurden die Rabbinischen Gerichte und die religiösen Gerichte der christlichen Kirchen trotz öffentlicher Anerkennung nicht vom Staat erhalten; diese Verhältnisse blieben Unter britischer Verwaltung bestehen. Gegenwärtig ist eine Korrespondenz mit dem High Commissioner für Palästina im Gange, betreffend das Ansuchen dee Rates derJüdisehen Gemeinschaft (Waad Leumi) um Gewährung eines Zuschusses zu den Kosten der Rabbinischen Gerichte. Ich werde diesem Gegenstand volle Aufmerksamkeit echenken, sobald die endgültigen Vorschläge des High Comrnlssioper in dieser Sache vorliegen werden. Palestine Electric Korporation vor dem Unterhaus London, 20. April. In einer vom Abgeordneten L 0 c k i e im Unterhaus an den Kolonienminister gerichteten Anfrage wird darauf hingewiesen, daß bei Verwendung des Tiberias-Sees als Reservoir für die im Bau befindlichen Elektrizitätswerke am Jordan, der Spiegel de? Sees durch Aufstauung zu bestimmten Zeiten um neun Fuß gehoben und zu anderen Zeiten in demselben Maß gesenkt pr.“=g£=r2?<JS: iüi tf o t> r mit den vorzüglichen, großen Salonschiffen der direkten Eillinie TrSest*Jaffc des LLOYD TRI Abfahrten jeden Mittwoch um 13 Uhr Femur - luxuseillinim n#ch Athen, Istanbul, Alexandrien, Bombay, Colombo, Singapore, Shanghai Schnellste Schiffe Höchster Komfort Auskunft; Lloyd Triestino, Wien, lff Kärntneriing 6, Tel. II 47- 5-60 werden würde. Der Minister wird gefragt, ob er geneigt sei, bei der Palästinaregierung sofort dahin vorstellig zu werden, daß die Entweihung eines Sees, an den sich für alle Christen heilige Vorstellungen knüpfen, vermieden werde. In einer schriftlichen Beantwortung dieser Anfrage führt Sir Philip Cnnliffe- L i s t e r aus: Die der Palestine Electric Corporation 1926 erteilte Konzession gibt berechtigt sein soll, das Wasser im Tiberias- See als Reservoir für Wasseraufstauung zu benutzen; sie sieht vor, daß die Gesellschaft berechtigt sein soll, das Wasser im Tiberias- See zu einem Maximalniveau aufzustaucn und zu einem Minimalniveau zu senken. Die Lage beider Wasserstände ist durch Vereinbarung zwischen dem High Commissioner und der Gesellschaft festzusetzen. Information über die Auswirkung der Stauung auf die Höbe des Seespiegels liegt mir nicht vor. Ich werde hierüber Erkundigungen einziehen. Die jüdische Studentenschaft an den Völkerbund London, 19. April. Reverend M. L. Perlzweig (London), Präsident des Weltverbandes jüdischer Studenten, hat sieh nach Genf begeben, um an der dort stattfmdenden neuntep Session des Internationalen Studenten - Komitees beim Institut für geistige Zusammenarbeit des Völkerbundes als der Leiter der jüdisehen Delegation auf dieser Session teilzunehmen. Er wird ein mit Tatsachen und Ziffern belegtes Memorandum über die R e c h t s b e Schränkungen, denen jüdische Studenten an vielen Universitäten unterworfen sind, unterbreiten. Es wird erwartet, daß sich das Internationale Studenten-Komitee eingehend mit der in diesem Memorandum aufgeworfenen Frage befassen und entsprechende Maßnahmen anregen wird. Ein Opfer der antisemitischen Meute Eine trockene Notiz in der jetzigen amtliehen „Wiener Zeitung“ setzt den Schlußstein hinter die merkwürdige Laufbahn eines Wieners. Der Juwelier Walter, K o h n, Sohn eines angesehenen Juweliers vom Franz-Josefs-Kai, ist vor einiger Zeit als bolivianischer Freiheitskämpfer im Pantheon von Bolivien beigesetzfc worden. Ein Theater wurde nach ihm „Teatro Walter Kohn“ benannt. Kohn übernahm seinerzeit das Geschäft seines Vaters und eröffnete dann in den Mariahilferstraße das „Haus der Geschenke“. Er ging in Konkurs und übersiedelte nach Südamerika. Seine Sekretärin mit ihm. Er, wollte Gold suchen. Zu don beiden gesellte sich ein junger Deutscher. Eines Tages fand man die Begleiterin Kohns und den Deutschen ermordet auf. Es entstand eine ungeheuerliche Hetze gegen Kohn, die. insbesondere von den in Bolivien ange* stellten deutschen Offizieren inszeniert und dann von allen antisemitischen Zeitupgeü der ganzen Welt betrieben wurde. Aber, die Österreicher in Bolivien, die den Schimpf nicht auf sich ßitzen lassen wollten, recherchierten und erbrachten den Beweis, daß ein 2. n. 3. Klasse Ab 17. Mai, an 1. Juni Alle Auskünfte: Beisadienst „CsernowUzer Allgemein« Zeitung“. Wien, I„ Schulerstraße l (Stadtbüro „Der Wiener Tag“) Tel. R 21-G-78 und Reisebüro „IRUT“, J., KarU^ platz j, Tel. U 44-5-79 KLEINE NACHRICHTEN AUS PALÄSTINA ZEMENTBEDARF DER EISENBAHN Die Eisenbahnverwaltung hat den Auftrag auf Lieferung ihres Zementbedarfes im neuen Finanzjahr 1934/35 an die Portlandzementfabrik in Haifa vergeben. 7%JOE DIVIDENDE DER TIBERIAS- GESELLSCHAFT Die Tiborjas - Bädergesellschaft (Tiberlas Hot Springs Comp.) hat auf ihrer Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 7% beschlossen. DIE ENTWICKLUNG IN DER HAIFABAJ Die Entwicklung in der Haifabai nimmt einen beschleunigten Fortgang. Drei Fabriken sind fertiggestellt und arbeiten; sechs weitere sind im Bau. Eino neue Chaussee wird von dor Hauptstraße über die Dünen zum Meer gebaut. In Kirjat Chajim sind zahlreiche neue Häuser im Bau, weitere 100 Parzellen an die Refloktanton ansgelost. Ebenso sind 40 Parzellen unter den Ansiedlern der „Sclu hunah Olo Germania“ zur Verlosung gebracht worden. In „Ir Ganim“, dor Siedlung der Firma Loewy, sind die ersteu Häuser bezogen. PLAKATWESEN ALS FINANZQUELLE Die Stadt Haifa hat. soeben eine dreijährige Konzession für Errichtung von Plakatwänden im Stadtbezirk für 1200 Pfund Sterling vergeben, was gegenüber der letzten Dreijahresperiode ein Mehr von 579 Pfund Sterling bedeutet. Dies zeigt, wie stark vom Wirtschaftsaufschwung Haifas auch das Reklainegewerbe erfaßt wurde. NEUE KQNSERVENBüCHSENFaBRIK Die Firma Hayotzer, Adlerstein - Weißmann (Sitz Tel-Aviv) hat, soeben in einem eigens hieftir orriehteton Neubau in Rischonle-Zion ihre Konservenbüchsen-, Behälter- und BleohwarcnfabrUv eröffnet. MOTORBOOTE IM JAFFAER HAFEN- VERKEHR Die Ruderboote, die den Leichterverkehr zwischen Schiffen und Kai im Jaffaer Hafen besorgen, werden fortschreitend durch Motorboote ersetzt. Deren Zahl stieg allein im Laufe des März von 10 auf 15. 21*000 freiwillig« Arbeitstage in den Plantagen in Palästina Die tausend jüdischen Stadlarbeiten und die 600 jüdischen Schuljungen und Schulmädchen, die aufs Land gegangen sind, um die Einbringung der Ernte in den jüdischen Plantagen zu erleichtern, haben insgesamt 21.500 Arbeitstage geleistet. Wäre die Arbeitereinwanderung nach Palästina nicht eingeschränkt gewesen, so hätten über 1000 neue jüdische Arbeiter' jetzt in den Plantagen und später bei anderen Erntearbeiten Arbeit finden können. Für die in den nächsten Tagen erwarteten 400 jüdischen Arbeiter, die auf Grund der neuen Scheilulc ein wandern, sind bereits Arbeitsplätze beschafft wurden. Halbindianer die beiden aus Habgier ermordet hatte. Noch ehe der Prozeß wiederi aufgenommen werden konnte, brach de» Krieg um den Gran Chaco aus* Plötzlich erschien ein Offizier der bolivianischen Armee in der Zelle Kohnä und fragte ihn: „Sie waren in Europa während des Weltkriegs Artillerieoffizier?! Wollen Sie eine Batterie übernehmen?“' Und dor zu lebenslänglichem Korker verurteilte Sträfling Walter Kohn wurde Befehlshaber de» bolivianischen Armee und fiel in einer de» Schlachten im Gran Chaco. Bis dahin abß» war er zu einem südamarikansichen' Nationalhelden geworden. In der amtlichen „Wiener Zeitung“ abe» lautet der Epitaph für Walter Kohn folgendermaßen: Walter Kohn in Wien. S 86/31. Dor mit Beschluß G. Z. S $0/31/2 über das Vermögen des Gemeinschuldners Walter Kohn. Alleininhabors der registrierten Firma Philipp Kohn, Wien, I., Franz- Josefs-Kai 7/9, und Haus der Geschenke, Waltor Ivohn, Wien, VI., Mariahilferstraße Nr. 63, eröffnete Konkurs wird nach Verteilung des Massevermögens gemäß § 139 KO. aufgehoben. Handelsgericht Wien, Abt. 10, am 12. April 1934. Nach Czernowitz und den polnischen Zwisehenslaf,innen verkehrt am 17. Mai ein vorbilliger Sowlerzug 2, und 8. Klasse. Vierzehntägiger Aufenthalt, am Reiseziel. Aus. künfte beim Reisedienst dor ..Czcrnowitzor Allgemeinen Zeitung“, l., Schulerstraße 1—8 (Sladtl)iireau .,l)er Wiener 'Pag“). Telephon R 81-6-78, 1