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Die Stimme · 1934-04-20 · Heft 346 (20.4.1934) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 346 (20.4.1934)
Date
1934-04-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Nr. 316. - 20. Aprii 1334 wir Zionisten oder nicht Zionist«», reich oder arm sind, ob uns starke oder schwache Bande an nn<er Judentum binden, gebietet unsere Ehre, nicht beiseite zu stehen, sondern in die Front z.u treten und Hilfe zu k-Lrui. Barnett Jänner, Mitglied des Unter hau-me. forderte Informierung der öffentlichen Meinung der Welt, da von der deutsche Regierung mit einem ungeheuren Geldaufwand irreführende Nachrichten verbreitet werden. Leonard Stein schilderte die tragische Situation der 0000 Juden im Saarland, die im Hinblick auf die kommende Volk athd.immung unter scharfen Terror seitens der Nationalsozialisten gesetzt sind. Die Saar-Kommission selbst sah sich bemüßigt, auf diesen Terror hinzu weisen, der den im F riedensvertrag f ostgelegten Bedingungen hinsichtlich der Abstimmung widerspricht. Der kalte Pogrom in Deutschland Die )uden im Saargebiet Genf, 16. April. Das Völkerbundsekretariat hat von der britischen Regierung ein Memorandum über die Lage der Juden im Saargebiet erhalten, das der britischen Regierung vom ..Joint Committee of t.he Board of Deputier of British Jews ajid of the Anglo-Jewish Aseo- OK GASTSTÄTTE FÜR JEDERMANN l.j Kärlnersfrafce Nr. 61 Besitzer Olto Kaserer WIENER RATHAUSKELLER volkstümliche Preise in allen Lokalitäten Wien vor 400 Jahren Allabendlich Original Wiener Musik und Gesang Inhaber Olto Kaserer Paris, 16. April. Das Pariser Tageblatt“ meldet aus Berlin: Der Weltboykott gegen die d e u t s c h e n W a r o n hat das Dritte Reich an seiner empfindlichsten Stelle getroffen. Deshalb ziehen es die Wirtsehaftsftihrer Dr. S e h tn i 11 und Dr. S e h a c h t vor, dem Auslande gegenüber auch weiterhin die Fassade einer gemilderten Wirtaufgezogen hat. die unter der verschleierten Firmierung einer „Stützungsaktion a u f G e g e nsei t i g k e i t“ nichts anders bezweckt als den lückenlosen Boykott der jüdischen Kaufmannschaft. Die Mitglieder dieser Organisation sind verpflichtet, ausschließlich in arischen Geschäften zu kaufen. Den Mitgliedern clor Organisation wird eine Liste arischer Ge- PALESTINE&.ORIENT LLOYD oie WELTORGANISATION Afür PALÄSTINAREISEN VERTRETUNG FÜR ÖSTERREICH' REISEBÜRO CITY DR.J.H.KÖRNER \ \ WIEN,I. KOHLMARKT 8 TELEPHON NR. U-Z6-4.-29 ciation“ unterbreitet worden ißt-. Die britische Regierung hat dieses Memorandum dem Völkerbundsekretariat als Informationsmaterial zukommen lassen. Es wird angenommen, daß das VöLkerbundsekrefcariat dae Memorandum des „Joint Committee“ dem am 16. April in Rom tagenden Dreierkomitee dos Rates für die Vorbereitung des Saarplebiszitos zur weiteren Prüfung einschicken wird. In dem Memorandum werden u. a. Garantien für den Schutz der Juden nach der Volksabstimmung im Saarland verlangt, für den Fall, daß das Gebiet an Deutschland zurückfällt. Neue jüdische Schulklassen ln Bef UfS Berlin, 16. April. Wie die SohrulVerwaltung der Jüdischen Gemeinde mitteilt, ist die Genehmigung zur Erweiterung des Schulwesens der Gemeinde behördlich erteilt worden. Es ist geplant, je vier achte und vierte Klassen neu zu eröffnen. Für dio Klassen sieben, sechs, fünf, drei und zwei sind so viele Schüler gemeldet, daß für jeden Jahrgang eine Klasse eröffnet werden kann. Die neuen Klassen werden wahrscheinlich am 23. April eröffnet werden. Im ganzen werden auf diese Weiße 600 jüdische Kinder in der Volksschule untergebracht werden. Gleichzeitig werden die Huch schon bisher bestehenden Volksschulen eine Erweiterung erfahren, so daß von den ungemeldeten 1000 Kindern nur wenige zurückgewiesen werden dürften. Gegen deutsche Haren New York, 16. April. American Jewish Congrepß organisiert für Sommer 1934 eine Internationale Ge werbe -Messe in New York, um die Verbraucher zu boiehren, wie sie deutecho Waren durch mindestens gleich we rt i g e und gleich billige auß anderen Ländern ersetzen können. schaftspolitlk gegen die Juden vorzu täuschen. In Wirklichkeit geht der kalt Pogrom, der den in Deutschland geblie benen Juden auch den letzten Reet wirt schaftlicher Betätigung nehmen will, nicht nur weiter, sondern er verschärft sich zusehends. Man führt den Wirt schaftskampf gegen die Juden sozusagen unterirdisch und in aller Stille weiter. Nicht die Verhältnisse in Berlin, sondern die in der Provinz sind entscheidend. In der Pro vinz schärft die NSDAP, jedem einzelnen ihrer Mitglieder unausgesetzt ins Gewissen daß „Deutsche mir bei Deutschen kaufen dürfen“. Wer noch bei dem jüdischen Kauf mann oder in den Warenhäusern Einkäufe macht, ist verfemt. Aber auch in Berlin wird jetzt die jüdische öeschäftswelt mit einer ungpmel nen Erschwerung ihrer Exißtenz au rechnen haben. Man will sie ganz einfach langsam „auehungerp“. Man spricht in Berlin allgemein davon, daß die Nationalsozialistische Partei jetzt eine neue Organisation Palästinaabteilung vxv©‘?nö Josef Popper Internationale Transporte Wien, II., TaborstraQe 22 Telephon R 48-5-10, R 40-5-70 Serie Spezial -Warentransporte, Übersiedlungen, Verpackungen für Palästina, Transport- und Reisegepäckversicherungen. Auskünfte jeder Art über Palästina. Die deutschen Flüchtlinge ln Österreich Wien, 16. April. In einem Gespräch mit dem Wiener JTA-Vertroter erklärte Hochkommissar James M a c D o n a 1 d u. a.: In Österreich leben gegenwärtig 800 Flüchtlinge aus Deutschland, vbn denen 300 österreichische Staatsbürger sind, 200 Deutsche, etwa 70 Staatenlose und der Rest Angehörige anderer Staaten sind. Infolge der in Österreich herrschenden Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit der allgemeinen Wirtschaftskrise ist die Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkte hier sehr erschwert. Man hat sich hier wie überall bemüht, durch sofortige Unterstützung die unmittelbare Not zu lindern. Auf die Dauer aber muß eine konstruktive Hilfe Platz greifen, die rationell organisiert werden muß. schäfte äusgehändigt. Wer eines dieser Geschäfte betritt, gibt das Losungswort „S. A. A. T.“. Es ist daß die Abkürzung für den obenerwähnten Organisationsnamen. Der Kaufmann händigt dom Kunden für jeden Kauf eine Rechnung aus. Seinerseits zahlt der Kaufmann als Kompensation an die Ortsgruppe der NSDAP, einen Prozentsatz der Kaufsumme. Diese Organisation will eineu, tödlich wirkenden Boykott der jüdischen Geschäfte erzwingen und gleichzeitig — vor allem dem Ausland gegenüber — den Schein der „Gesetzlichkeit“ wahren. dem er ihm seinen. Austritt aus der evangelischen Kirche mitteilt und eoinen Schritt u. a. wie folgt begründet: „loh habe oft und oft protestiert: gegen diie Vergewaltigung der Kirohe, gegen ihren Mangel an Widerstandskraft, auch gegen ihr Schweigen zu vielem Unrecht und zu all dem Jammer und Herzeleid, dae man, aus einem Extrem ins andere fallend, in ungezählte „niohtnri.seho‘ Herzen und Häuser, christliche und j ii diso h e, getragen hat. Aber ich habe bisher nur in Wort und Schrift protestiert und immer ganz vergeblich. Es ist Zeit, einen Schritt weiter zu geben, d. h. durch den Austritt aus einer Kirche zu protestieren, die aufhört, Kirche zu ßoin.“ Professor Mises an die Völker« bundunlversltät berufen Wien, 16. April. Das Institut Univereitaire des Hautes Etudes Internationales in G e nf hat den bekannten. Wiener Nationalökonomen Prof. Dr. Ludwig Mises für dais Studienjahr J934/35 zur Übernahme des Lehretuhles fiir Internationale WirteohaftsV; beziehungen berufen. Damit wird zttut erstenmal diese hervorragende Lehrkanzel, deren Inhaber alljährlich wechselt, miteinem Österreicher besetzt. Professor MisoS ist Jade. Seine Vorgänger an der Völkerbu ndami ve rsität waren die National Ökonomen Professor Patterson (Philadelphia), Graham (Princeton), Viner (Ghikago), Cassel' (Stockholm) und Gregory (London). Jüdische Einwanderung tn Ecuador und Columbien Aus Quito, der Hauptstadt der süd-i amerikanischen Republik Ecuador, wird geteilt: Die an Naturschätzen reiche, aber wirtschaftlich noch nicht entwickelte Repu. blick Ecuador besitzt Möglichkeiten für jü* NEUERÖFFNUNG PENSION, CAFE-RESTAURANT, orth* 'WS A. BARSCHAK & CO. aus Wien, IT., Große Sdiiffg*asse 3, Tel. A 4$-4-39' in BAD HALL Ob.-Österr. (Villa Mayrhofer) Das Unternehmen steht unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Babad Präsident des londoner Stadtparlaments gegen die Nationalsozialisten London, 17. April. Auf einer Veranstaltung des Jewish Representative Council für den Boykott deutscher Waren und Dienste führte Herbert Morrison, früher Verkehrsminister, jetzt Präsident des Londoner . Grafsohaf bsrates, unter anderem aus: Das Hitler-Regime hat keineswegs eine wirtschaftliche Regeneration Deutschlands herbeigeführt, es hat im Gegenteil auf diesem Gebiet kläglich versagt. Weit mehr als früher leidet daß deutsche Volk heute unter einer Wirtschaftsdepression. Die jüdische Gemeinschaft in England und die Judon in der glanzen Welt sind nicht nur berechtigt, Deutschland den Wirtschaftsboykott an zu sagen, sondern es ist sogar ihre P f 1 i c h t, als Juden und als freiheitsliebende Menschen, d i o s e n Boykott mit allen ihren. Kräften d u r c h z u f ü h r o n. Die gleiche Pflicht liegt allen englischen Bürgern ob, die die Freiheit lieben und die Tyrannei hassen. Nur auf diese Weise kann es dem Hitler-Regime klar worden, daß seine barbarischen Methoden den Abscheu der gesamten zivilisierten Welt erregt haben. dische Einwanderung bestimmter Berufe« kategorien. Namentlich für K1 e i n i n düst r i e n besteht weiter Spielraum. Dde jüdische Gemeinschaft in Ecuador ist dio jüngste und darum kleinste in ganz Südamerika. Es wäre zu wünschen, daß die zuständigen jüdischen Institutionen Europas dio Möglichkeiten oiner jüdischen Einwanderung in Eouadior prüfen und zum beeten auenufczen. AkTElfs- S/>9 £ N^R E * IEHU N* 'K 'iW t m-p cHTfct* Mil voller Erhaltung und Verfügbarkeit dereingexdh). ten Beitrage. LGE M EINE Kirchentagspräsident v. Pechmann verläßt die evangelische Kirche Berlin, 16. April. Dr. Wilhelm Freiherr v. Pech mann, der Direktor der Bayorirsohen Handelsbank und von 1924 bis 1930 Präsident des I)outehon Evangelischen Kirchentages, hat ein Schreiben an den Reichsbischof gerichtet, in , ^1 CH ** GRABEN 20 TEl*U 21*570 Aus Bogato wird der ITA gemeldet, daß :*• eine gemischte jüdisch-kolumbianische Kommission unter der Leitung des bekannten Politikers David A. Pardo dio Möglichkeiten , einer jüdischen Einwanderung nach Columbien studiert. Zionisti frage dich im Stillen: Was hast Du für „Kfar Ussischkin" getan? i

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