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Die Stimme · 1934-04-17 · Heft 345 (17.4.1934) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 345 (17.4.1934)
Date
1934-04-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Vr. 845. 17. April 1034 DK STIMME Seit» 7 fhen Mon.it. ,1,1s Ein,gereiste iti.gola.aeen oder als Ein Wan (I.o rer registrier!, obwohl eie ohne Erlaubnis in Palästina lebten. Von den im Februar neu Eingowinderton gehörten 135(5 der 'ogenannten Kapitalist,onklasse mit je 1000 Pf und .Sterling und mehr Eignnkapital an. v Anleihe der Jewtsh Agency heim Imperial Chemical Trust ln London wird derzeit zwischen dem Imperial t'lirininal Trust und der Jewieh Agency tiber die Aufnahme einer Anleihe verhn ndelt. ¥ Einnahmenüberschuß der Palästinaregierung Die Palästina-rcgicrung giibt bekannt. daß ihr L i n n a h in e ti b c r s c h u ß, der am I. April i 033 1,230.205 Pfund Sterling betrug. sich bis zum 1. März 1934 auf 2,458.732 Pfund Sterling erhöht, somit verdoppelt hat. Die Bruttoein.kün.fte für die Zeit vom 1. April 1033 bis 1. März 1034 betrugen 3.531,220 Pfund Sterling. Die Leistunsen des Sportklub Hakoah im verganganen Jahre Unter Vorsitz des gcfichäftsführcndon Vizepräsidenten Herrn Hoben, Glücksm ann fand kürzlich bei zahlreichem Besuch die Generalversammlung des .Sportklubs ..Hakoah“ statt. Die Generalversammlung stand im Zeichen des 25jährigen Boßlaiklosjubiläum des jüdischon All-Hound-Sport,Vereines. Aus seinem Heferat bringen wir im folgenden die wichtigsten sportlichen Ereignisse des letzten .Jahre»«, an »lenen die Hakoah mit, all ihren Sektionen mit hervorragenden Erfolgen beteiligt, war: Nationale Ar beit er* Föderation Palästina in Die in Jerusalem abge halte no Konferenz zur Bildung' einer Nationalen Arbeiter-Föderation unter revisionistischer Führung alß Gegongewerkschaft gegen die Hista.druth nahm drei Resolutionen an, von denen die eine die Schaffung eines obligatorischen Schiedsgerichts zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die zweite die Forderung nach Schaffung neutraler Arbeitsvermittlungsämter, die dritte die Forderung nach strikter hundertprozentiger Beschäftigung jüdischer Arbeiter in jüdischen Betrieben betrifft. ¥ Frauenwahlrecht in Palästina vor dem Unterhaus * Im Unterhaus fragte Rhys-Davies den Kolonienministor, ob er etwas unternehmen werde, um die Verordnung der Pa- JüstinarRegierung, wonach mit Ausnahme der Frauen von Tel Aviv alle anderen Frauen Palästinas des Stimmrechts bei den städtischen Wahlen beraubt sind, für ungültig zu erklären. Der Kolonienimnist.er Sir Philip C u nliffe-Lister erwiderte, man könne hier nicht von Beraubung des Stimmrechts sprechen, da die Frauen in Palästina, mit Ausnahme derjenigen von Tel Aviv, auch bisher kein Stimmrecht hatten. In der Anordnung sei aber vorgesehen, daß jeder Stadtrat mit zwei Dritteln der Stimmen beschließen könne, den Frauen Wahlrecht zu geben. Man könne, schloß Sir Philip1, etwa einem moslemitlsohen Distrikt das Frauenwahlrecht nicht aufzwingen, wenn ein solches auch in einer modernen jüdischen Stadt wie Tel Aviv ganz am Platz ist. ¥ Palästina-Reiseverkehr 1933 In einer von der Einwanderung«- und Arbeitsabteilung der Palästina-Exekutive herausgegebenen Veröffentlichung wird die Zahl der 1933 nach Palästina eingewanderten Juden mit 30.327 angegeben. Von diesen sind 27.289 auf G rund von Zertifikaten ins Land gekommen. 2465 Touristen wurde nach Ablauf ihres dreimonatigen Visums die Erlaubnis zu dauerndem Aufenthalt gegeben. Nach einer amtlichen Statistik habon im Jahre 1933 26.002 jüdische Touristen Palä- Besondere Erwähnung verdient die großj langähriger artige Veranstaltung im Sommer vorigen Jahres unter dem Titel „Tag des jüdischen Sporteh“, an dem mehr als 8000 Sportler tcilnahmcn und sämtliche Sportdisziplinen vorgeführt wurden, ferner der Besuch des Ehrenpräsidenten des Makkabi-Welt- Verbandes, Lord M e 1 c h e 11, ln Wien, dem zu Ehren oin großes Bankett, von der Hakoah veranstaltet wurde, au dem mehr als 120 Personen der prominenteßten Persönlichkeiten der Wiener Gesellschaft und der englischen Gesandtschaft toilnahmen. Auch die Beteiligung an der im Vorjahr in Prag stattgefundonen Makkabiade war seitens der Hakoah eine ganz bedeutende. 84 Hakoahner nahmen daran teil und haben hervorragende Erfolge errungen, so daß in der Gesamtklassifizierung unter zehn teilnehmenden Ländern der ehrenvolle zweite Platz erzielt wurde, Dem Angehörigen der Lciehtathlebiksektion Oskar Eisnor wurde vom Präsidenten des Österreichischen Hauptverbandes für Körpersport Herrn Dr. Theodor Schmidt daß Goldene Sportabzeichen feierlich überreicht. In finanzieller Hinsicht gelang es der Hakoah, das laufende Budget im Gleichgewicht zu erhalten. Die Leichtathleten der Hakoah errangen im vergangenen Jahre eine Meisterschaft von Österreich, zwei Meisterschaften von Wien, eine Juniorenmeisterschaft, von Österreich. In der Geländemeißterscliaft von Österreich für Dreier-Mannschaften" placierte sich die Hakoah mit Blödy, Beck und Spielmann an erster Stelle. Im Praterstaffellauf wurde Hakoah Zweite. Die Gesamtzahl der Erfolge betrug 68 Erste, 78 Zweite und 74 Dritte, wobei die zahlreichen Erfolge bei den Makabi-Kampfspiclen mitgezählt, sind. Die Rekorde über 2000 m, 4X200 m und Staffel 100—200—800—400 m werden von den Hakoah- Leichtathleten gehalten. Die Hakoahringer haben wie in früheren Jahren erfolgreich abgcschnittcn und erscheinen in der Gesamtklassiflzierung des österreichischen Kraftsportverbandeß für die Verbandsvereine an erster Stelle. In der Neulingsmeisterschaft 2 Erste und 1 Zweiten; bei den Gaumeisterschaften 2 Erste uncl 2 Zweite, bei den Meisterschaften von Wien 2 Erste und 2 Zweite; bei den Meisterschaften von Österreich 2 Erste, somit 8 Meistertitel. Bemerkenswert ist der Erfolg des Hakoahners Schianger, der zum fünftenmal Meister von Österreich in seiner Gewichtsklasse wurde. Erwähnenswert sind die Erfolge auf den Auslandstourneen, und da besonders die Siege gegen die Städtemannschaft von Kopenhagen 6:2, gegen Hakoah Kopenhagen 4 :2, und die ehrenvolle Niederlage von 3:4 gegen daß stärkste Städteteam der Welt, und zwar Malmö, gegen welches Team Makkabia, Preßburg, kürzlich 0 :7 verlor. Auf dor Frankroichtournoe eine knappe Niederlage von 8:4 gegen das französische Team, und Siege gegen das Ausländerteam mit 5:2 und das Städteteam von Bordeaux mit 4 :8. Im Hockey golang der ersten Mannschaft, sämtliche Spiole der laufenden Meisterschaft siegreich zu beenden und dürfte Hakoah nach Unterbrechung heuer wieder den M e i s l e r s c h a f t s t i l e 1 von ö s t e rreieb erringen. Auch die gegenwärtig an zweiter Stelle stehende Reserve hat die besten Aussichten, die Meisterschaft zu gewinnen. fm Schwimmen gelang es, dank der Opferfreudigkeit dcß neuen Präsidenten, durchgreifend zu reorganisieren, und ist begründete Aussicht vorhanden, daß die Schwimmer der Hakoah im laufenden Jahre so manche bedeutende Erfolge zu erzielen imstande sein werden. Nebst EWASK stellte Hakoah die stärkßte Wasserbai 1 m a n n s c h a f t; Hedy Bionenfeld und Fritz! Löwy verteidigen mit Erfolg ihren Meistertitel; Franz Beck und Walter Stein placierten sich trotz stärkster Konkurrenz in der Meiserschaft an dritter Stelle. Und die Jugendwasserballer errangen die Jugendm e i s t e r ß c li a f t. Auch im Fechten beteiligte sieh Hakoah an der Meisterschaft von Österreich im Florett und Säbel, sowie bei den Einzelmeistcrsehaften mit wechselnden Erfolgen; in der letzteren Zeit erfolgte großer Mitgliederzuwachs und läßt für die Zukunft Bestes erhoffen. Im Handball wurde die Erstklassigkeit errungen, die Reserve gewann die Meisterschaft und bemerkenswert sind die Erfolge gegen die ungarischen Meister, auf dessen Boden und der Sieg im Wiener Osterturnier. Die Tischtennis* Sektioii ' brachte drei Meisterschaften von Österreich heim und zählt zu den stärksten Tischtennisvereinen Österreichs. Auch die Tennissektion befindet sich in ansteigender Entwicklung und besetzt gegenwärtig unter 72 Verbandsvereinen den 15. Plat-2 in der Rangliste. Zuletzt sei noch der Schachsektioti gedacht, deren Spieler Sich seit Jahren an erster Stelle placieren und auch heuer die besten Aussichten haben, die Mannschaftsmeisterschaft von Österreich zu gewinnen. Ein Mannschaftsblitzturnier der Wiener Schachvereine wurde von der Hakoah gewonnen. Bei der Schacholympiade in Folkestone war der Hakoahner G1 aß ln der österreichischen Nationalmannschaft und hat zu einer ehrenvollen Placierung Österreichs wesentlich beigetragen. * Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: Präsident Deszö Herbst, Geschäftsführender Vizepräsident Robert Glücksmann, Vizepräsident Dr. Hugo B o n e d i lc t und Rudolf B ö h m e r, Schriftführer Julius R o s c n f e 1 d, Kassier Fritz Kl e p n e r, Revisoren: Dr. Hugo IC u r z m a n n und J. B u c h s b a u m, Zionistischer Referent Dr. Kurt Offonberger; Beisitzer: Dr. Hugo M e d a k, Dr. Josef Menkes, S. Z. Deutscher, Med.-Rat Dr. Julius N e uf e 1 d. Otto G l ü c k s m a n n, Direktor Szillard Csorey, Leo IC ö n i g s b e r g o r. Leo E i sn e r. Oskar Günsor. sthia besucht. 15.626 von diesen waren zu Ende dos Ja.hr es wiodor aus ge reist, so daß 10.376 als im Lande verblieben angeführt, werden. Zur Beurteilung dieser Ziffer muß jedoch in Betracht gezogen worden, daß die in der Rogel Touristen gewährte Aufontha!tsfrist, drei Monate beträgt, somit die meisten dieser Touristen in den ersten Monaten dos Jahres 1934 wieder ausgereist sind. Die "Zahl der E in Wanderer a u s D e u t s e h 1 a n d wird für das Jahr 1933 mit 6803 angegeben; die überwiegende Mehrzahl dieser Einwanderer besaß die deutsche Staatsangehörigkeit. Nur 1053 von ihnen waren Angehörige anderer Staaten, die in den letzten Jahren in Deutschland ansässig' wairem. Zwei Prachfsiege der Hakoah Hakoah gegen Mährisch-Ostrauer Team 8:0 Die Wiener Hakoah hat ihren kurzen Ausflug nach Mähvisch-Ostrau und Orlau, zu zwei ganz prächtigen Siegen gestaltet. Am 14. April schlug sie vor 4000 Zuschauern ein kombiniertes Team der Vereine Slezska und Moravska Ostrawa 8:0 (5:0), wobei der Jüdische Sportklub ein technisch sehr hohes Können lieferte. Die Torschützen waren E h r I i <• h 11 (4). W o i ß k o p f (2). Z w i eb e 1 und E h r 1 i e h 1. . •. und 8 : 3 in Orlau Auch das Spiel in Orlau konnte die „Hakoah“ gegen den dortigen Sportklub ,„Meteor“ für den Wiener Fußballsport eine schöne Propagandaloistung vollbringen. Trotz schlechter Bodenverhältnisse vermochten die Wiener unter dom Beifall von 3000 Zuschauern 8:3 gewinnen. In die Torehren der Wionor teilten sieh diesmal E h r- 11 c h I (3), Reich (2), Z w i o b o 1. W e i ßk o p f und E h r lieh TI. * Der SchwinunUlub Hakoah veranstaltet j o d e u M i 11 w o eh von Fi S bis BJ9 Uhr abends im Dianabad einen F a in i 1 i o n- Badoabond. An diesem Abend worden die Badegäste durch keinerlei Training gestört, sondern können über das ganze Schwimmbaßsiu verfügen. Außer kalten und warmen Duseheanlagen können die Badenden an G r a, t, i s - K r a n I k ii r s e n teil nehmen. Vereinsrespektive Buwlosniifgliodnr erhall, eu gegen Vorweis ihrer Legitimation fiir sieb seihst, sowie die Familienangehörigen ermäßigte Badekartnn zum Preise von 60 Groschen. Ein jttdisch«akadem2$cher Sportklub Wir erhalten die folgende Zuschrift: ,,Schau seit langem hat sich in Studentenkroisön der Mangel eines jüdisch-akademischen Sportklubs fühlbar gemacht. Besonders in letzter Zeit wurde das Verlangen danach immer dringender. Nun ist diesem Übelstand abgeholfen worden. Der akademische Sportklub „Britit“ wird die Sorge für die körperliche Ertüchtigung des jüdischon Studenten übernehmen. In einem einheitlichen, völlig unpolitischen Rahmen soll die sporttreibende akademische Jugend erfaßt werden, in engptni Zusammenarbeit mit den anderen jüdischen Sportvereinen soll fruchtbare sportliche Arbeit geleistet, werden. Der Anfang ist bereits gemacht. Seit anfangs März ist, mit einem Gymnastik- und Sportkurs begonnen worden. Er findet. Dienstag von % 9 bis 10 Uhr und Samstag von X5 bis FS 6 Uhr in der prächtigen Sportechule F. Weiß. Wien, I., Trattnerhof 2, Mezz., unter Leitung des staatlichen Sportlehrers Ing. Patlatsohenkö, statt. (Warmo Duschen, Höhensonne.) Ferner werden allsonn täglich Wanderungen und außerdem gesellige Zusammenkünfte veranstaL tot. Der Klub besitzt an der Alten Donau ein Weckendliaus mit Booten. Kolleginnen und Kollegen (auch Nichtakademiker als Gäßte) sind .herzlich willkommen. Auskünfte an den Übungsabenden oder unter R 45-8-24, Isak Horowitz.“ Der Präsident der Kultus« gemeinde beim Seder jüdischer Armen Am Samstag, den 31. März dieses Jahre«, am zweiten Sederaibend, erschien der Präsident der Kuiltußgemednde, Herr Dr. Des. Friedmann samt Gemahlin und beiden Töchtern in den Räumen des Unterstützumgsvereines „S e u d a t h - S a b b a t hc:, um inmitten der Armen den Seder zu verbringen. Die Kiiolie der Seudath-Sabbatih wird von der Kultuegemeimöe subventioniert und verabreicht den Ärmsten des 20. Bezirkes während des ganzen Jahres unentgeltlich das Mittagessen. Während 220 Personen das Eissen (in der Passachwoehe wurde auch ein reichliches Nachtmahl verabreicht) nach Hause nähmen, feierten 60 Mitglieder diesen Festabend in Gesellschaft des Präsidenten. Es ist einzig dastehend in der Geschichte der Wiener Kultasgemeinde, daß ihr Oberhaupt im Kreise der ärmsten der Annen, gemäß unserer alten Tradition ,,Rol diclifin jehzeh wejeohol...“ (wer bedürftig ist, kommen und esse...) den Sederabend verbracht hat. Das Sederfest dauerte von X-8 bis LJ 12 Uhr abends und wurde vom Präsidenten selbst, der die Hagadah laß, geleitet. Die Anwesenden hatten das Empfinden, sich des Schutzes eines wahren Volkspräsidenten zu erfreuen, der den Anmen Trost bringt und bei dem sich der Ausspruch bestätigt: „Kol Jisrael achejhem“. Dae Gelingen dieses schönen Abend ist hauptsächlich dem Obmanne der Fürsorgekonimission der Kultusgemeinde für den 20. Bezirk, Herrn Emil Nimhäuser, zu verdanken, der sich selbstlos der Fürsorgetätigkeit der Brigittenau widmet. Weiters ist den Fürsorgeräten Herren Moses L a nd e ß b e r g und Moritz Richter für ihre müihevolle Arbeit der beste Dank zu zollen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß dieser Abend einor der schönsten gewesen ist, den diese Armen erlebt haben. Er wird auch in der jüdischen Brigittenau in bester Erinnerung bleiben. Dr. F. P i c k h o 1 z. „Frauennotdienst“-Aktion der Frau Rundespräsidentin Leopoldine Miltlas Die Vertreterin der jüdischen Frauen in der Leitung dieser Aktion, Frau Sophie Löivenhor z, wird am Mit t w o c h, den 18. d., uni 10.40 Uhr nahm., im Radio- W i e n über die Aktion sprechen. Jüdische Frauen und Mädchen, welche bei dieser Aktion mitzuarbeiten wünschen, werden gebeten, sich bei der Fürsorge-Zentrale der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, L, Seitenstettengasse 2, entweder schriftlich oder telephonisch (U 25-5-85) anzumeldon*

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