Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 345 (17.4.1934)
- Date
- 1934-04-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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OtE STIMME Seite 2 ungeheure Aufffnbr»n. Während;inflere reden nnd l’khb' "t■!mii• «!cu. Irision wir bereits prakt Ni-Iim i m.-'Oliichtiingsurboit. Wir gohou f'-- f'Hr T;ur in die jüilUohe Gasse; In hnndi : tini V'f'rsntnmlnmren verarbeiten wir die Jioni'tiM'ho Uiee. \ ed. :inr11111iidi viel ist ni>c!i zu leisten. d"f/,t. gera.de jetzt, da die Assimilation — zu--a imieiieehrnrln-n ist. gerade jetzt in der /eit ^ehworsfer Judennot. müssen wir alle na^ere Kräfte anstrengen. (iorado jetzt ist nähere Zeit irrkonunen. Allen Anfeindungen "iid Sidiwierigkoitf'n znm Trotz wollen wir für unser /.jnni'di'ehes Ideal weiterkampfen nnd der Sieg wird unser «nein. o\ Die Pläne der Exekutive Vor der Aufhebung der Zertifikafsperre? Am vergangenen Donnerstaghat die Delegierten Versammlung des Zionistischen Landesverbandes die vom Zionistischen Landeskomitee in der Angelegenheit der Z e r t i f i k a t e n s p e r r e (Angenommene Haltung einstimmig gebilligt und dem Landeskomitee die Vollmacht erteilt, nach eigenem Ermessen weitere Beschlüsse zu fassen. Beim Palästina Amt ist in der Zwischenzeit ein Telegramm des Inhaltes eingelangt. daß die im Monate März vom Palästina-Amt vorgesehlagene Zusammenstellung des Palästina-Amtes genehmigt wurde. Gleichzeitig erhielt das PalästnuirAmt den Auftrag, die noch nicht zur Verteilung gelangten Zertifikate zur V e r t e i l u n g z u bringe n. Das Landeskomitee hat merkwürdigerweise bisher von der Exekutive auf seine telegraphischen Proteste keine Antwort erhalten. Der Inhalt des oben wiedergegebenen Telegramms an das Palästina-Amt läßt jedoch vermuten, daß die ganz iiberflitesigerveiso heraufbeschworene Affäre vor ihrer Liriuidierung steht, die selbstverständlich nur im Sinne der Stellungnahme des Landeskomitees erfolgen kann. Bei Blattschluß erhalte:, wir aus London die-. Nachricht. daß die Exekutive in London unseren telegraphischen'Protestnach Jerusalem gekabelt hat. Jerusalem, 13. April. In einer auf Einladung der I’a.lästina- Exekut.ive der Jewish Agency etatt.gefundenen Pressekonferenz entwickelten der Präsident der Jewish Agency Nahum S o k o- I o w und die Mitglieder der Lomloner Exekutive der J. A. Prof. Selig Brodetsky und Berl Loeker die Pläne der Exekutive zur Durchführung der vom Aktionskomitee der Zionistischen Organisation a-lif seiner Jerusalemer Tagung gefaßten Beschlüsse. Locker teilte mit, daß im Halbjahr September 1983 bis Februar 1934 über 19.000 Personen legal in Palästina eilige wandert sind, womit alle bisherigen Rekorde in der Einwanderung überboten wurden. Ungeachtet dessen hege die Exekutive eine tiefe Besorgnis hinsichtlich der Politik der Palästinaregierung in der Einwanderunüvdrage: die Exekutive befürchtet, daß infolge dieser Politik die Chancen für eine noch größere Einwanderung verloren gehen. Nahum S o k o I o vv befaßte sieh liauptsürhlich mit der Frage der Politik gegen*, über den Arabern, tun Modus der Annäherung an die Araber muss” gefunden werden, weil das britische Mandat fiir Palästina nicht endlos fnrtdauern kann. Die .luden Palästinas müssen sich orienfali&iereu, um sich besser in das Völkergofflge de« Mittleren Orients eln&iigliedern. Die Schaffung besvscrer kultureller und gesellschaftlicher Beziehungen zu den Arabern sei heute eine gebieterische Notwendigkeit. Prof. S. B r o d c t 9 k y unterstrich die Notwendigkeit, daß die einzelnen Teile deß JLsehmv Frieden miteinander halten, daß insbesondere die Palästina-Jugend eich nicht im Kampf gegeneinander auf reibt, und daß nicht, der Parteienkampf, wie es jetzt leider der Fall ist, unter die Kinder in die Schulen o-etragen werde. Jüdische Siedlung in Syrien geplant Jerusalem, 12. April. II. Rotensterngasse Telephon R 40-0-2? Lsopoidsiadter . Vom 17. his 10 April Bel Kerzenlicht Kää Woch^ntacrs 7,6. 7,6, 7,10 Uhi, Sonnu. [feiertags '/,4 Üln James Mac Donald in Wien Freitag-, am 13. April, traf der vom Völkerbund eingesetzte hohe Kommissär James M a c D o n a 1 d in Begleitung von Professor Norman Beatwich in Wien ein, um die Lage der in Wien befindlichen jüdischen Flilchlinge aus Deutschland zu studieren. Die beiden Herren hatten hierüber auch eine längere Aussprache mit dem Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde. Im Anschluß daran begaben sich MacDonald und Bentwich in Begleitung des Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Dr. Friedmann, in das Bunedskanzleramt. Da Bundeskanzler Dollfuß, der gerade den Vorsitz führte, die Herren nicht empfangen konnte, begaben sie sieh zum Gesandten Hornbostel, mit dem eine gründliche Aussprache über Flüchtlingsfragen abgehalten wurde. Zur Besprechung technischer Details, der Paßfrage usw. wurde vom Gesandten Hornbostel der Referent für Flüchtlingsangelegenheiten Generalkon- > u I S c h w a g u 1 a beigezogen. MaoDonald und Bentwich haben sich nach Prag begeben. Nach den derzeitigen Reißedispositinnen ist es möglich, daß die Herren demnächst wieder nach Wien kommen werden. Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur von einer hohen palästinensischen Stelle niitgeteilt wird, prüft die französische Regierung derzeit einen Plan, jüdische Auswanderer aus Deutschland in bestimmten Teilen des unter französischer Verwaltung stehenden syrischen Mandatsgebiete» anzusiedeln. Der französischen Regierung liegt ein Memorandum vor, das detaillierte Angaben darüber enthält, wie Juden in Syrien, nahe der palästinensischen Grenze, in großem Maßstab angesiedelt werden könnten. Syrische Notabeln, unter ihnen einflußreiche Mitglieder der syrischen Regierung, halten es im Interesse des Lande« für notwendig, daß die Tore Syriens jüdischer Einwanderung geöffnet werden, da man hofft, daß eine solche Syyrien dieselbe Prosperität bringen werde.. wie .sie jetzt in Palästina herrscht. Der französische High Commissioner für Syrien, Oomte d 0 M arte 1, ist geneigt, fiir die Zulassung jüdischer Einwanderer nach Syrien besonders im Hinblick darauf einzutreten, daß Frankreich in Syrien jährlich für die Mandateverwaltung Millionen Franca ausgoben muß, während das benachbarte Palästina auße rordentlich hohe F i n a n z ü bersch ü s e e aufweist. Aus der Umgebung des Higih Commissioner von Syrien wird berichtet, daß dieser der Meinung «ei. die katastrophale Wirtschaftslage der sy riechen Bevölkerung könnte von Grund auf geänj dert werden, wenn es in Syrien 100.000 Ju-; den gäbe, Angesichts der in Syrien beeteibend-en Be-! r eit sch a.f t, Grund und Boden a.n Juden zu verkaufen, hat die Jewish Agency Venhand- 1 a n, j hingen mit syrischen Notahein betreffend; A n k a n f g r o ß e r L a n d s t r e c k e n a n | d e r palästinensisch-syrischen G r e n z e eingHeitct. Mit diesen Verhandlungen stand au eh der Besuch Dr. Weizm a n n s und Mosche Shortoks in Zu- (sanmienha.ng. den die beiden Führer vor j kurzem dem syrischen High Commissioner! abgestattet haben. Es wurden bei dieser; Gelegenheit Besprechungen über die Sied- | luiigspläne mit syrischen Behörden geführt. Gleichzeitig wird jetzt von einer privaten ' Gruppe deutscher Juden eine Untersuchung i über Siedlungis.mögliclikeiteu in einem an ' d e r Gr e n z e g e g e n I rn k liegenden i großen syrischen' Gebiet durcligefülirt, da« den Juden von den gegenwärtigen Eigen-' i tiimern mit Zu Stimmung der Regierung zum | Kauf angeboten wird, Nach .den vorliegenden Meldungen handelt es sich um ein Gebiet,; da« zweimal so groß ist wie ganz Palästina! und 50.000 Quadratkilometer fruchtbaren Boclons mit Seen und ans reichender Be-! Wässerungsmöglichkeit umfaßt. Für den; Fall, daß die Untersuchung günstig ausfällt, beabsichtigt die Gruppe, eine private Sied- ' lutigsgesellsohaft zu gründen und eine ent-! sprechende Aktion unter den deutschen Ju- ' den für die Besiedlung dieses Gebietes durohi zufiihren. Jerusalem, 15. April. (Z. I. A.) Die Hauptverhandlung vor dem Schwurgericht gegen Achi M e i r, Stawsky und Rosenblatt in Sachen des Mordes an Dr. Chaim Arlosoroff, deren Beginn für den 16. April angesetzt worden war, ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Mieterschutz in Palästina Jerusalem, 13. April. ln einer soeben veröffentlichten, vom High Commissioner Sir Arthur Wauchope Unterzeichneten Verordnung wird für Palästina der Mieterschutz eingeführt. Die Verordnung sieht sowohl eine Einschränkung des Kündigungsrechtes der Hauswirte als auch die Festsetzung von Höchstmieten vor. Als Grundsatz wild festgelegt, daß die Miete fiir ein Zimmer 1 'A Pfund monatlich nicht übersteigen darf, während jetzt für ein Zimmer vielfach 3 bis 4 Pfund Miete gefordert werden. Ferner wird bestimmt, daß gegen einen Mieter auch nach Ablauf eines zeitlich begrenzten Mietvertrages ein gerichtlicher Exmissionsbefehl nur dann erlassen werden kann, wenn der Mieter die gesetzlich festgelegte Miete nicht bezahlt hat, wenn er gesetzlich zugelassene Mietvertragsbestimmungen nicht eingehalten hat, wenn er das Mietobjekt mutwillig beschädigt hat oder es für ungesetzliche Zwecke benützt. Will der Hauswirt bauliche Veränderungen vornehmen, die die Räumung des Mietobjektes notwendig machen, so muß er dies dem Mieter mindestens drei Monate vorher schriftlich rnitteilen. Nr. 345. — 17. April 1934 Von der Palästinaregierung wird ein Mietenkommissar bestimmt, der in Streitfällen zwischen Mietern und Vermietern die Entscheidung zu treffen hat. Gegen die Entscheidung des Mietenkommissiars steht den Parteien ein Berufungsrecht an einen au bildenden besonderen Mietgerichtshof innerhalb von zwei Wochen nach der Entscheidung des Kommissiars zu. Die neue Verordnung ist dazu bestimmt, ein überhandnehmen des Mietwuchers und der Httuserspekulation in Palästina zu verhindern. Polens Minderheitenantrag Der ständige Delegierte Polens beim Völkerbund, Graf Raczynskl, hat dem Generalsekretär des Völkerbundes einen Briof übergeben, der folgendermaßen lautet: „Im Namen meiner Regierung habe ich die Ehre, Sie zu bitten, auf die Tagesordnung der nächsten Völkerbundversannnlung den folgenden Resolutionsentwurf zu setzen: Im Hinblick darauf, daß die gegenwärtig in Kraft befindlichen Minderheitenverträge, ebenso wie die Erklärungen über den internationalen Schutz der Minderheiten, die von einigen Staaten vor dem Rat abgegeben worden Bind, nur einen Teil der Mitglieder des Völkerbundes binden, während andere Mitglieder des Völkerbundes von jeder juristischen Verpflichtung nach dieser Hinsicht befreit bleiben, überzeugt davon, daß diese Lage nur gewissen Minderheiten eine internationale Garantie gibt, dagegen die anderen ohno Schutz läßt, in der Erwägung, daß ein derartiger Unterschied zwischen geschützten und nicht geschützten Minderheiten im Widerspruch mit dem Gefühl der Gleichheit und der Gerechtigkeit ist, und der Tatsache Rechnung tragend, daß die Minderheiten der Rasse, der Sprache und der Religion, die durch den gegenwärtigen Minderheitenschutz nicht gedeckt .werden,, sich in j e de m europäischen und auß er europäis ehe.n Landobefinden, spricht die Völkerbund Versammlung diu. Überzeugung aus, daß die gegenwärtigen Bedingungen des internationalen Minderheitenschutzes nicht im Einklang stehen mit den grundlegenden Prinzipien der internationalen Moral und „glaubt, daß es nötig ist, hier abzuhelfen durch den Abschluß, eines allgemeinen Abkommen^, übor den Schutz der .Minderheiten. Diesq- Konvention müßte allen Mitgliedern des Völkerbundes dieselben Verpfliohtungen auferlegen und gleichzeitig den nationalen Schutz auf alle Minderheiten der Sprache, der Rasse und der Religion ausdehnen. Nach Palästina! Berichte, die täglich aus Erez Israel einlaufen, besagen, daß der Zustrom des Reise-* Publikums in einem, alle Erwartungen weit übersteigenden Maße begonnen hat. Weitaus interessanter ist aber die Tatsache, daß auf Monate hinaus Gesellschaftsreisen vorbereitet werden, die kaum ausgeschrieben, reichlich überzeichnet, sind. Es ist daher doppelt zu begrüßen, daß in den nächsten Tagen der lange Zeit erwartete Reiseführer von Jesaias Press erscheint. Wir hatten bereits Gelegenheit, in das Werk „Neues Palästina-Handbuch“ Einblick zu nehmen und können ruhig behaupten, daß dieses durch dio, Art des Inhaltes und durch die geradezu verschwenderisch gebotene Fülle von Karten und Plänen, die nach dem Stande vom 1. Jänner 1934 aufgonommen wurden, alle Erwartungen bei weitem ii'bertrifft. Es ist nicht übortrieben, wenn man dieses Reisehandbuch als das vollkommenste bezeichnet und gebührt dem in der Herausgabe palästinensischer Werko so rührigen Fiba-Vor-i lag wirklich Dank und Anerkennung. Wir behalten uns vor, in einer eingehenden Besprechung auf den „neuen Press“ zurückzukommen, können aber schon heute jedem nach' Palästina Reisenden das Buch bostens anempfehlen. Mit diesem Baedeker in der Tasche wird die Reise erst so recht zu einem Erlebnis. Dr. N. V. A. WB SSElWER liiMiiiuiiiiiMiMiiiiiiiniiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiimiiimniiiiimimiiimiiiiiifiiiimimiiiiiiiiiiiiiiNiiiiiiiimnmiiiiiiiimiiiMiiiiiiimiimiiimmnimimjmiiiiiiiiiiiim Mittwoch, Direktor Dr. den 18. April, 8 Viktor Kellner Uhr abends, „Klub Junger Zioniste n“, „JÜDISCHE WELT ANSCHAU UND“ VI., Loquaiplatz Dr. A. Groß: . 11 SIEDLUNQSFORNEN IN P A L A S T I N A‘* 7712 )$%$)$* #' ""! " PUUPUU7PUU7P!"!"! " ""7U7P7!" U7P UP7PU"7PUP "!"! "!!"!!"!!!! "!!!!"!!" "! "!"U7U7"""PP7UUU7777777PUP7PUPU7PUPPUUUPP77UPP7PUP7PU77P77PUU7"77U