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Die Stimme · 1934-04-05 · Heft 342 (5.4.1934) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 342 (5.4.1934)
Date
1934-04-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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fff. 842. — 5. Aprfl 1934 OIE STIMME Seit« 8 PALÄSTINA MELDET:! Das offizielle Österreich und die VI. Levante-Messe Abschluß der Generaldebatte auf der A. C.‘Tagung Im Vorhinf der Generaldebatte skizzierte Berl K a t z n o I s o ri das Arbeitsprogramm der Arbeiterpartei und begründete die Notwendigkeit der Aufbringung einer internen Anleihe zur Gewährung langfristiger Kredite für Bodencrwerb und zur Stärkung der nationalen Fonds. Er unterstrich die Gefahr, die in der Einwanderuugspolitik der Regierung liegt, besondere weil diese Politik auch unter gewissen jüdischen Kreisen Anhänger findet. Die Arbeiterpartei, sagte Kat.znelson, »ei b e r o i t, Vertreter dos M i b r ft c h i in die Exekutive aufzunehmen; Voraussetzung aber muß sein, daß Religion Privatsache bleibt. Außerordentlich scharf wandto eich Katznelson gegen die Revisionisten, die er anklagte, einen Guerilla-Krieg zu führen und den Terror organisiert zu haben. Als letzter Debattenredner erkannte Kurt Blumenfeld die politische Arbeit der Exekutive, besonders in der Frage der Einwanderung, an, er kritisierte abor die Exekutive, weil sie die Bewegung nicht ausgiebig informiert. Er forderte strengste Maßnahmen für Aufrechterhaltung der Disziplin in der Bewegung, aber auch ein Aufhören des Histadru th-M o n o p ole; ein Oberster Nationalrat zur Regelung der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern soll erstehen. * Komitee zur Frage der Teilnahme am Jüdischen Weltkongreß Dr. Nahuan Goldmann appellierte an das A. C., zu beschließen, daß die Z i o n iitische Organisation an dem für August d. J. einzuberufenden Jüdischen Weltkongreß teilnehme. An einer Körperschaft, die die Behandlung der Judenfrage in der Diaspora übernimmt, müssen die Zionisten aktiv teilnehmen. Das A C. beschloß daraufhin, ein Sonderkomitee zur Behandlung des Antrags Goldmanns einzusetzen. Das Komitee wird noch im Laufe dieser Session dem A. 0. Vorschläge unterbreiten. Trotzdem uns noch vier Wochen vom Beginn der VI. Levante-Messe trennen, steht der große Erfolg derselben bereits fest. Eine gewaltige Zahl von Ausstellerfirmen aus allen Ländern der Welt werden au dieser Wareriscliau teilnelnnen. Tag und Nacht wird an der Fertigstellung des Messegeländos gearbeitet, das infolge des großen Zuspruches bereits zweimal mußte. Die Zahl der bosuchcr ist derart groß, daß albi maßgebenden Stellen die Frage der Unterbringung der Messegäste eifrig studieren mußten, um den guten Ruf Palästinas als Fromdcnverkehrslatid wahren zu können. Die Schiffe sind seit Wochen ausverkauft und eine Anzahl von Sonfierschiffen mußten in den Dienst gestellt werden, um den Reiseverkehr bewältigen zu können. Der bedeutsame materielle und moralische Erfolg der VI. Levante-Messo besteht vor Kundmachung Die Wiener Molkerei bringt auch heuer Pessach-Koschermilch in allen ihren Filialen zum Verkauf. Die Pessach-Koschermilch wird in ihren Meiereien in Niederösterreich unter streng ritueller Aufsicht der von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. M. Rosenmann bestellten religiös verläßlichen Organe OTPJttfö erzeugt. Jede Kanne und jede Flasche ist mit einer Plombe, respektive einer Schleife versehen mit dem Aufdruck rros bv Tio a^rt Vom 30. März bis 7. April in allen Verkaufsstellen erhältlich Wiener Molkerei Sokotow und Welzmann Es fiel den A. C.-Mitgliedem und den Gästen auf, daß Nahum Sokolow und Chaim Weizmann sich während der Verhan-dlungspauaen längere Zeit freundschaftlich miteinander unterhielten.'Dies widerlegte die von manchen Kreisen gehegte Annahme, daß zwischen dein jetzigen und dem früheren Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation ein anhaltend gespanntes Verhältnis besteht. allem darin, daß 24 Staaten durch eigene nationale Pavillons an der Messe teilnehmen und in fast allen Staaten haben sich Messekomitees gegründet, denen die maßgebenden wirtschaftlichen Institutionen und Persönlichkeiten angehören. Den Ausstellern wird durch diese eigenen Pavillons nicht nur eine überaus wichtige propagandistische Unterstützung zuteil, sondern es konnten dadurch auch die Spesen um vieles vermindert werden. Eine Anzahl offizieller Delegationen werden an der Messe teilnehmen und erst kürzlich erregte die Mitteilung, daß der polnische Minislerprädent und der Handelsminister eine Reise nach Palästina zur VI. Levante-Messe unternehmen, freudigstes Aufsehen. Ebenso wurde es allgemein begrüßt, daß unter anderen der Präsident des Messcdcpartemcnts im französnehen Handelsministerium, ferner der Präsident dev tschechoslowakischen Handelskammer und eine Reihe anderer bedeutender Persönlichkeiten an der Spitze ihrer Delegationen in Tel-Aviv weilen werden. Ist doch hiedurch die Gelegenheit gegeben, die wirtschaftlichen Verhältnisse zu studieren und vergrößert werden; wertvolle wirtschaftliche Beziehungen an Ort ingemeldeten Messe- \ und Stelle anzuknüpfen, die zweifellos viel dazu beitragen werden, den Export nach dem Orient zu steigern und der heimischen Industrie ein neuen und komsumkräftiges Absatzgebiet zu sichern. Gerade Österreich hat in den letzton Jahren seinen Export nach dem Orient und besonders nach Palästina bedeutend gesteigert. Es wurde schon mehrfach darauf hingewiesen, daß der österreichische Export des Jahres 1933 das Doppelte des Jahres 1932 ausmachte und die jüngst veröffentlichte Statistik dos Jännerexportes 1934 ergibt mit 771.000 Schilling BOgar eine Vervierfachung des Jännerexportes 1933. In dem Begrüßungsschreiben, das der Bundesminister für Handel und Verkehr, Herr Fritz Stockinger, der Messeleitung für den Messekatalog übergab, bekennt dieser selbst, daß die vorerwähnten Ziffern der österreichischen Regierung sehr genau bekannt sind. Um so mehr fällt es in den weitesten wirtschaftlichen Kreisen Österreichs auf, daß die offiziellen und offiziösen Stellen Österreichs der VI. Levante-Messe gegenüber eine Passivität zeigten, die in merkwürdigem Gegensatz zu den so oft geäußerten Bemühungen steht, dem österreichischen Export wirksame Förderung zuteil werden zu lassen. Die ehrenamtliche Vertretung der VI. Levante- Mosse für Österreich, die in den Händen bewährter und aktiver Kenner des palästinensischen Marktes lag, hat alle Anstrengungen gemacht, den österreichischen Ausstellern, die in beachtenswerter und überaus repräsentativer Zahl an der Messe teilnehmen, in irgend einer Form einen offiziellen Rahmen zu vermitteln. Alle diesbezüglichen Versuche waren vergebens und hätte sich nicht die Handels- und Gewerbekammer bereit erklärt, das Protektorat über eine Kollektivausstellung zu übernehmen, wäre nicht einmal diese geringe Unterstützung den österreichischen Ausstellern zuteil geworden. Es soll nur hervorgehoben werden, daß jene Kreise in Österreich, die ihr Bestes getan haben, um unserer Wirtschaft durch eine Förderung der Exportbestrebungen hilfreich an die Hand zu gehen, schuldlos sind, wenn Österreich auf der VI. Levante-Messe trotz seines bedeutenden Exportes nach dem Orient eine mindere Rolle spielen wird, als mancher, als Lieferant des Orients vollkommen unbekannte Staat, dessen maßgebende Stellen nichts unversucht ließen, das Wort „Exportförderung“ nicht bloß als schöne Phrase zu gebrauchen. eUSTBVFfcÖMUCH LUISE ULUUCH IN OE/VS GHOSSRLAA ä LIL DRGOVEHT ADELE 5QNDROCX P PU L KEfllP a. EU TE ‘SCHOTTEN RI NO '' LUSTSPIELT WERTER/» , SHSCHP PPLPSTi» FLOTTEHvi' uuc»o ENfaEL1 F r l /ft Musa Kazim Paschas Rolle in der Palästina- Politik Jerusalem Der, wie bereits berichtet, im Alter von1 85 Jahren verstorbene Präsident der Arabischen Exekutive, Musa K a z i ra Pascha el Hussein!, hat wiederholt als Führer palästinensich-arabiseher Delegationen mit der britischen Regierung in London verhandelt. 1922 hat er die Korrespondenz mit dem damaligen Kolonienminister Winston Churchill unter* zeichnet, die zur Veröffentlichung des sogenannten Churchill-Weißbuches führte, in dem der Begriff Jüdisches Nationalheim eine gewisse Einschränkung erfuhr (nicht Palästina al3 Nationalheim, sondern Nationalheim i n Palästina bei Ausschluß Transjordaniens aus dem Bereich des Nationalheims). Im Sommer 1928 erklärte Musa Kazim Pascha, die Araber würden „die den Gegenstand des Palästinamandatea bildenden internationalen Ver-:. pflichtungen Großbritanniens nicht verletzen“. Er fügte hinzu: „Wenn die Juden Palästinas mit uns gehen, werden. wir sie als Gleichberechtigte behandeln. Doch sollte die Einwanderung der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes angepaßt werden; wir sind Gegner einer Einwanderung von 8000 bis 10.000 Menschen jährlich.“ Unter dem Druck der arabischen Presse Palästinas sah sich Musa Kazim genötigt, diesen gemäßigteren Standpunkt zu revidieren und zu erklären: „Auf dem V. arabischen Kongreß habe ich g eschworen, die Balfour-Deklaration mit allen Kräften zu bekämpfen, ich werde dieses Gelübde halten.“ Die Juden sollten gleiche Rechte und Pflichten, aber nur entsprechend ihrem zahlenmäßigen Anteil in der Bevölkerung haben. 1932 Unterzeichnete IIARRVPIEL n dom heiteren SensaFlongrchlader KW RNTNER-» Ü $ CH* KHMO M-IAYDN Kl NO vl Kolosseumix. we ltspi egel.™ Empfang für Dr• Wetzmann ln TehAvlv Tel-Aviv, 8. April. Mehr als 4000 Tel-Äviver Bürger nahmen an dom feierlichen Empfang, den die Stadt Tel-Aviv zu Ehren Doktor Weizmanns veranstaltet hat, teil. Dr. Welzmann appellierte in einer eindrucksvollen Rede an alle Mitglieder des Jtschuw, Disziplin zu halten, und gab die Anregung zu einem alle Schichten verpflichtenden nationalen Gesetz zur Lösung aller Konflikte zwisohen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. * Keine Konferenzen ln Tel-Avtv während der Messe Wladimir Jabotinsky hat aus Tel- Aviv die Nachricht erhalten, daß das Stadtpräsidlum die Abhaltung einer Konferenz zur Gründung einer Nationalen Go- BrflrkscWt* die diä revisionistische Arbeiterorganisation (Irgun) und andere nichtsozialistisehe Arbeiterelemente umfassen und neben der Arbeitergewerkschaft Histadruth bestehen soll, verboten hat. Die Konferenz hätte in den Zwischenfeiertagen des Pessach abgehalten werden sollen. Jabotinsky hat sofort nach Erhalt dieser Nachricht einen Protest an den Bürgermeister von Tel-Aviv, Meir Dizengoff, gesandt und daraufhin von Dizengoff den Bescheid erhalten, daß das Verbot sich nicht speziell gegen die Revisionisten wendet, sondern daß für die Zeit der L e v a n t e - M e s s e im Interesse der öffentlichen Ordnung ein allgemeines Verbot der Abhaltung von Konferenzen in Tel- Aviv ausgesprochen wurde. * Revisionistische A• C.-Fraktlon besucht Acht Melr, Stavsky und Rosenblatt Im Gefängnis Die revisionistische Fraktion im Zionistische!* Aktions-Komitee begab sieh in oorpore in das Jerusalemer Gefängnis, um die unter der Beschuldigung des Mordes, beziehungsweise der Anstiftung zum Morde an Dr. Chaim Arlosoroff verhafteten Revisionisten Abba A c h i Meir, Abraham ihren Zellen zu besuchen. Es wurde festgestellt, daß man den Verhafteten die Zivilkleidung belassen hat und daß sie auch sonst über die Behandlung seitens der Gefängnisverwaltung keinerlei Klagen vorzubringen haben. Stavsky hat sogar 16 Kilogramm an Körpergewicht zugenommen. ★ Prozeßbeginn: lb* April ln Jaffa Wie die Jüdische Telegraphen - Agentur erfährt, ist der Beginn der Hauptverhandlung im Prozeß gegen Achi Meir, Stavsky und Rosenblatt, die unter der Anklage der Teilnahme am Mord, beziehungsweise der Anstiftung* zum Morde an Dr. Arlosoroff stehen, vor dom Geschworenengericht in Jaffa für den 16. April angesetzt worden, er eine Proklamation der Arabischen Exekutive, in der die Araber aufgefordert wurden, die Levante-Messe in Tel* Aviv zu boykottieren. Im letzten Jahre hat er wiederholt als der Präsident der Arabischen Exekutive dem High Commissioner Sir Arthur Wauchope Forderungen der arabischen Bevölkerung unterbreitet. 1931 demissionierte er als Exekutivpräsident mit Rücksicht auf sein hohes Alter, zog aber bald darauf diö Demission zurück, weil, wie er erklärte, die jüdische Presse seinen Rücktritt dahin gedeutet habe, daß in den arabischen Reihen Uneinigkeit herrsche. * Einheitliche rabblnlsche Leitung ln Palästina Dem Waad Leuini, exekutiven Organ der legalisierten jüdischeu Gemeinschaft Palästinas „Knesseth Jisrael“, und der palästinensischen Leitung der Agudas Jisrool, die pich dor Kuesseth Jisrael nicht äuge-

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