Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 340 (30.3.1934)
- Date
- 1934-03-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE STIMME Nr. 840. — 80. Mär« 1084 mnfWt. angebracht. Zur rechten Finne! deH Pr;i.<ui"nf i'n Sokolow war pin mit schwarzem! Krepp umhüllter Stuhl zum Gedenken an; den verstorbenen A.-C.-Präddenf en Len ' M o t z k i n aufgestellt. N.-ihum S o k o I n w hütete seine Kode mit1 dem Segens-pnich ..Sebebechinnu41 ein und. 2:ib sidncr und Ts jüdischen Volkes freudigen Oomm'tming darüber Ausdruck, daß nun; endlich eine Sitzung des Aktionskomitees in , Jerusalem stattlindet. womit eine neue Ära , des Auflnues von Erez Israel einpeleitet! Wahrend die Anwesenden zum Zeichen der Trauer von ihren Plätzen nnfstnnden. hMt Xnhum Sokolow dem verstorbenen langjährigen Präsidenten des Aktionskomitees Leo Motzkin einen tief empfundenen Nachruf, in dem er dip große Persönlichkeit Motzkirs und seine Leistungen Hir das .Judentum und den Zionismus würdigte. Er schloß mit der Feststellung, daß Motzkin das Symbol des jüdischen Parlamentarismus, die Verkörperung der jüdischen demokratischen Idee war. Nach Sokolow ergriff der Präsident de«* Jüdischen Nationalfonds M. M. U s s i s c hkin das Wort, um die Persönlichkeit seines langjährigen Freundes und Mitkämpfers L-jo Motzkin zu zeichnen und dessen Führer tilgenden, Adel der Gesinnung und unsterblichen Verdienste um das jüdische Volk?u rühmen. Das Schiff ..Polonia‘\ welches Sokolow und viele Mitglieder des A. C. vom rumänischen Hafen Konstanza nach Palästina brachte, hatte d io b 1 a u - w e i ß e zionistische neben der polnischen Flagge gehißt. Die ersten Geschäftssitzungen Das Aktionskomitee der Zionistischen Weltorganisation, das im Gebäude der Jewish Agency Lagt, hat seine ersten Go sehäftssitzungen hinter geschlosse nen Türen ab geh alten; die Eil gänge in das Gebäude wurden streng bewacht. Im Mittelpunkt dieser Sitzungen standen die politischen Referate von Professor Dr. Selig Brodetsky von der londoner und Mosche S h e r t o k von der Jerusalemer Exekutive. Beide gaben ein erschöpfendes Bild von der politischen Lage des Zionismus. Das Mitglied (der Exekutive Eliec-er Kaplan erstattete den Finanzbericht, aus dem hervorgeht, daß es der jetzigen Exekutive gelungen ist, das von der früheren Exekutive übernommene Defizit von 500.000 auf -170.000 Pfund Sterling herabziulrücken, Kaplan griff sehr scharf die Revisionisten und Misrachisten an, die systematisch auf den Boykott des Keren- Hajessod binarbeiten, und gab dem A. C. die folgenden Beschlüsse der Exekutive bekannt: 1. Jene Elemente, die sich an der Sa- : botage des Keren-Kajemeth und des Keren-Hajessod beteiligen, werden von nun an nicht mehr auf Boden angesiedelt, der mittels nationalen Kapitals erworben wurde. 2. Bei der Ausgabe von Einwanderungszertifikaten werden solche Elemente bevorzugt werden, die die nationalen Fonds unterstützen. 3. Ec wird ein Führorkomitee zur Kräftigung der nationalen Fonds eingesetzt. Das Mitglied der Exekutive Jizohak G r ii n h a u m. Leiter des Alijah-Departements, erstattete ein eingehendes Referat über die Einwanderungsfrage und teilte mit, daß im Berichtsjahre rund 40.000 Juden in Palästina angesicdelt wurden. die von der Mehrheit des A. C. als tt n- «('huldigen, systematisch physische Gewalt, vereinbar mit der weiteren Mit-: gegen die revisionistischen Arbeiter anzugliedschaft der Revisionisten zur Zionij wenden. Die Verfassung der Knesscth Jisrael, stischen Weltorganisation angesehenen deren sämtlichen Organen die Soziawurde, da dieselbe offenen W i d e r- I i s i e n das Übergewicht, haben, macht es stand gegen die A u t o r i t 8 t j aber unmöglich, daß die Meinung des natioder zionistischen Organe* nalen Jisehuw in ihr zum Durchbruch kommt, proklamiert. Das Kongreßgericht wird Die Exekutive der Union der Zionisten-Rcvifestzustellen haben, ob in dieser Dekla-' sionisten hat deshalb beschlossen, daß kein ration nicht schon ein S c 1 b 81 a ti s-1 palästinensischer Revisionist von jetzt ab Schluß der Revisionisten aus der Zioeiner Körperschaft angehören darf, die von nistischen Weltorganisation enthalten " <’ r Klassen k a m p f u n d G c w a 11 jsj( , i n n e r h a 1 b d e s .Jisehuw predigenden Partei beherrscht wird. Der Merkas Fortgang der Generaldebatte - wird nun einen Plan des formellen Der ganze Tag war der Generaldebattö j M a s s e n a u s t r i t t s der Revisionisten aus über die Berichte von Brodetzky, Shcrtok der Knesseth Jisrael ansarbeiten. Grür.baum gewidmet, Rabbi M e i r,! pic TTnion der Zionisten-Rovisionisten er- Berlin (Misraehi), erklärte, seine Orj klart, daß die Kncsseth Jisrael, die A s s eganieation würde nicht in die Exekutive I f h Hatiiohw.irim (Delegiertenvereintreten, wenn nicht vorher die religiösen j .Sammlung der palästinensischen Judenheit) Forderungen des Misraehi erfüllt worden, j und der VV a a d Leu in i nicht mehr deii Sollte dies nicht geschehen, dann würden j gesamten zionistischen Jisehuw repräsendie Misrachisten nicht nur Keren Knjemeth j tieren, und daß die Revisionisten nie und. und Keren Hajessod bekämpfen, sondern I nimmer einem gemeinsamen repräsentativen I einen Religionskrieg führen. Organ angeboren werden, wenn dieses nicht; Mossinson (Allgemeiner Zionist), i auf einer Verfassung basieren wird, die eine | richtete an die Exekutive die Frage, wardm Vertretung aller Elemente sicherst nicht mit der vollen Wahrheit über die | stellt, und jede Möglichkeit einer Sozialist! Cafe Franz-Josefs-Kai Max Rappaport I., Franz-Josefs-Kal 45 Wie alljährlich streng nCÖ Su? "MTw unter persönlicher Aufsicht, des Herrn Max Rappaport JUDEN! KAUFET für die Pessach-Feiortage PALWSTINA-MAZZOTH | Karmel-Weine und Cognac, Jaffa-Orangeade (Asie), Orangen und Grape Fruit, Chedera- Honig, Shemen-Oliven-Öl und Seifen, sowie sämtliche Spezereiwaren und Sliwowitz HOB "IIP3 bei der Firma S^^MiUEL HALPERN Tel A* 46-4-12 Auch Provinzversand Kongreßgericht gegen die Revisionisten Ferner wurde beschlossen, Segen die Revisionisten ein Kongreßgerichtsverfahren einzuleiten. Dies geschah im Anschluß an eine von Ing. Jakobi (Revisionist) im Namen seiner Organisation verlesene Deklaration, seit dem November des Vorjahres verschlechterte Haltung der Mandatarmacht herausrücke. Er appellierte an die Aktionskomiteemitglieder, sie mögen sich gegenüber der Exekutive, die legal gewählt worden sei, loyal verhalten. _Dr. Nah um Goldmann lobte die Leistungen der Exekutive und erklärte, daß die Haltung der englischen R eg i e r u n g die Juden zwinge, ihre Haltung gegenüber Eng-, land einer Revision zu unter-; ziehen. Redner vertrat die Meinung, daß sich die Revisionisten dureh ihr Verhalten selbst aus der zionistischen Organisation ausgeschlossen hätten. * Die Revisionisten verlassen die Knesseth Jisrael Paris, 26. März. Die Exekutive der Union der Zionisten- Revisionisten teilt mit, daß sie alle Revisionisten in Palästina aufgefordert hat, der Knesseth Jisrael, der von der Regierung anerkannten organisierten jüdischen Gemeinschaft Palästinas, auszutreten, Diosc Maßnahme wird wie folgt begründet: Am 6. März hat die Exekutive der Union den revisionistischen Merkas in Palästina aufgefordert, dem Waad Leumi als dem exekutiven Organ der Knesseth Jisrael dio folgenden zwei Forderungen zu unterbreiten: 1. Er mögo die von den Anhängern der Arbeitergwerkschaft Histadruth gegen Revisionisten geübten Methoden physischer Gewalt mißbilligen. 2. Er möge die Rechtsgleichheit zwischen Histadruth und Irgun (Gewerkschaft revisionistischer Arbeiter), sowie die der Arbeitsbörsen dieser beiden Gewerkschaften aussprechen. Sollto nicht bis zum 15. März eine zufriedenstellende Antwort seitens des Waad Leumi erfolgen, dann schoiden die Revisionisten Palästinas aus der Knesseth Jisrael aus. Obwohl der Waad Leumi in seiner Sitzung vom 13. März die revisionistischen Forderungen erörtert hat, gab er bis zum 15. März und auch später keine Antwort auf dio Forderungen des revisionistischen Merkas. Aus der Aussprache im Waad Leumi ging hervor, daß alle Parteien dos Jisehuw mit Ausnahme der sozialistischen Linken die Histadruth besehen oder anderen Parteivorherrschaft ausschließt. Die Waad-LeumbSltzung Tel Aviv, 26. März. Mit großer Stimmenmehrheit hat der Waad Leumi in seiner letzten Plenarsitzung eine Resolution angenommen, in welcher Akte v 0 n Provokation und Gewalt, von welcher Partei sic auch herrühren mögen, als Handlungen, die die Gefahr von Zerstörung und Chaos in das jüdische Aufbauwerk Palästinas tragen, auf das schärfste verurteilt werden. | Palästina-Abteilung Josef Popper Internationale Transporte Wien, II«, Taborstraße 22 Telophon R 48-5-10, R 40-5-70 Serie Korrespondenten in Palästina: Palesiine & Egypt Lloyd Ltd. Ö"M nsöl Haifa P. O. B. 238 Jerusalem P. O. B. 307 Tel Aviv P. O. B. 804 III Man deeSchivedenbeücke _ I H l|PdieGasistättefii^i^ Spozial-Warentrannporlo. Übersledlungen, Verpackungen ftlr Palästina. Transport- und Reisegepäck- Versicherungen. Auskünfto Jeder Art Uber Palästina In einer zweiten Resolution forderte der Waad Leumi alle in ihm vertretenen Parteien auf, sich um die Beilegung der Arbeitskonflikte und um das Zustandekommen oinor festen Arbeitsordnung zu bomühen. Dio Sitzung des Waad Leumi verlief außerordentlich stürmisch. Die Repräsentanten des rechten Flügels warfen der Linken vor, daß sie Arbeitskonflikte zuläßt, obwohl tvs im Lande keino Arbeitslosigkeit gibt. Die Sprecher der Linken hidteu dem ontgegon, daß das Einreißen oiner Anarchio auf dem Arbeitsmarkt den ganzen Jisehuw in Gefahr bringen muß. Neubesetzung des Einwanderungsamtes der Palästina-Regierung Jerusalem, 26. März. Von gut informierter Seito wird mitgetoilt, daß der bisherige stellvertretende Chefsekretär der Palästina-Ilogiorung Eric Mills schon am 27. d. M. dio< Leitung des Amtes der Palästina-Regierung für Einwanderung und Touristik übernehmen soll. Der bisherige Leiter dieses Amtes A. M. TI y a in s o n, dessen Handhabung der Einwanderungsvorschriften wiederholt in jüdischen Kreisen schärfste Unzufriedenheit erregte, soll schon Anfang April Palästina verlasse n. ix Musa Kazim gestorben Jerusalem, 28. März. Im Alter von 85 Jahren verstarb hier der Präsident der vom Kongreß der mohammedanisch-christlichen Vereinigungen eingesetzten Arabischen Exekutive Palästinas Musa Kazim Pascha el Hussein!. Er war der konsequentest o G e g n e r des P a 1 ä s t i n a-M a n d a t e s des Völkerbundes und der Idee des jüdischen Nationnlheims in Palästina und der Initiator aller aus der Mitte der nationalistischen Araber ausgehenden Widerstände gegen die Mandatarmacht und das jüdische Nationalheim. In einem erst vor kurzem der Presse gegebenen Interview erklärte er, er sei nicht oin Gegner der Juden, sondern nur ein Gegner einer „jüdischen Vorherrschaft in P a 1 ä s t i n a“. Er führte aus, die Juden würden im Falle des Zustandekommens einer von ihm erstrebten arabischen Staatenföderation mit Einschluß Palästinas in den Körperschaften des Landes gemäß ihrer Stärko vertreten sein. * Die Familie H u s s e i n i, deren einflußreichstes Mitglied Musa Ka.zim Pascha war, war einst maßgebend für die Gesamfcha.Itimg des palästinensischen Arabcrtums; Ein zweites Mitglied der Familie ist der, Großmufti Haj Amin el Hussein!, Leiter des Obersten moslemitischen Rates, der ebenfalls ein Gegner des jüdischen Nationalismus ist. Allmählich aber wurde die Vorherrschaft der Husseinis gebrochen. Zu den Gegnern der Husseinis gehört die Adelsfamilie N a s h a s h i b i, die bei den Kommunalwa*hlen 1027 in Jerusalem die Husseinis besiegte und das Bürgermeisteramt für eines ihrer Mitglieder erstritt. Die Na&hashibis, ebenso andere Gruppen und Familienschaften unter den Arabern Palästinas, nehmen in der Frage des Mandates und der Zusammenarbeit mit der Regierung eine gemäßigte Haltung ein, doch konnte in der Frage einer jüdisch-arabischen Zusammenarbeit auf der Grundlage des Nationalheims auch mit diesen gemäßigten: Gruppen eine Verständigung bisher nicht erzielt werden. Steigender Orangenexport Palästinas Jaffa, 26. März. Seit Beginn der Orangensaison bis Mitte März wurden aus Palästina rund 4,500.000 Kisten Orangen exportiert. 46o praktizierende Advokaten tn Palästina Jerusalem, 26. März. Nach einer soeben herausgegebenen Statistik praktizieren gegenwärtig in Palästina 460 Advokaten, unter ihnen über 200 Juden, Nach soebon oingelangtem. telegraphischem Bericht ist die Reisegesellschaft dos Reisebüros Compaß-Tours, dio am 19. März sich nach Palästina begeben hat, dortselbst glatt und glücklich gelandet. Die nächsten Reisen nach Palästina finden am 17. und 80. April als Messereisen statt. Restaurant Rillet II., Hammerpurgstallgasse 3 / Streng orthod. Best renommierte Küche Telephon A 41-0-25 Nächst Salztorbrücke