Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 338 (23.3.1934)
- Date
- 1934-03-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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DIE STIMME Seit« I VNr. m — 23. Mn'fz 1934. NACH Wieder die jüdischen Arzte? (SIE6FRIEP OEYER^ H .»«sSSji Kif' ■ ' A ß H E UTE , Ji KÄRNTNER' r^pi^r. UFATÖN > S T AFA«' UNIVE AJALFMAA VOTIVPARK54 Judentum und staatliche Neuordnung Dr. Josef Löwenherz, Vizepräsident der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, schreibt im „Neuen Wiener Tagblatt“ u. a.: Wir begrüßen es, daß die leitenden Männer des neuen Österreich wiederholt öffentlich erklärt haben, daß der Grundsatz der Gleichheit aller Bürger nicht angetastet werden darf und daß alle ohne Unterschied, die sich zu Österreich bekennen, auf die gleiche rechtliche Behandlung und auf den gleichen Schutz in politischer und wirtschaftlicher Beziehung rechnen dürfen. Wenn in der letzten Zeit Bestrebungen wahrgenommen werden konnten, die darauf abzielen, durcli Eingriffe in das Wirtschafts- und Erwerbsleben die Juden aus ihren Berufen zu verdrängen, so sind wir überzeugt, daß derartige, mit den Erklärungen der verantwortlichen politischen Faktoren Österreichs in Widerspruch stehenden Tendenzen nicht die Billigung der österreichischen Regierung finden werden. Das christlichsoziale „Weltblatt“ in Wien, das den Ostmärkischen Sturmscharen nahesteht, greift deren Forderung nach Revision der Einbürgerungen seit dem Jahre 1919 auf mit dem Bemerken, „der Marxismus wäre nicht überwunden, wenn jene nicht getroffen würden, die ohne Scham Werkzeuge der jedem österreichischen und christlichen Empfinden widersprechenden Kulturpolitik des Marxismus waren“. Unter „jene“ sind die Juden zu verstehen. Ein Beweis dafür, daß sic ohne Scham Werkzeuge der Kulturpolitik des Marxismus waren, wird nicht angetreten, wohl deshalb, weil er sich nicht führen läßt. An Stelle eines solchen Beweises gibt das „Weltblatt“ eine, wie behauptet wird, authentische Zusammenstellung der bei der Gemeinde Wien angestellten Ärzte: Als Vertragsärzte für Armenbehandlung und Totenbeschau insgesamt 48, davon sonders wichtig empfunden hat. Dem Kranken kommt es auf die Tüchtigkeit und die Humanität an. Erst die Konkurrenz der Nichtpatienten macht aus dem Zahlcnvcrhältnis ein Problem. Es ist auch oft genug gesagt und belegt worden, daß der Andrang der jüdischen Intellektuellen zu den freien Berufen einerseits auf den städtischen Charakter, anderseits auf den Numerus nullus für Juden im Staatsdienst zurückzuführen ist. Aus diesen Momenten und auf die Praxis der bäuerlichen Stellen, die die Juden von dem agrarischen Beruf aus nrisch:rassischen Gründen fernhalten — die paar jüdischen Großgrundbesitzer fallen wirklich nicht ins Gewicht — ergibt sich die auch von den Juden selbst als schwierig empfundene Struktur der jüdischen Bevölkerung. Erst eine Änderung dieser Praxis würde den von den Juden selbst angestrebten Umschichtungsprozeß möglich „Ich bedauere, daß die mir zugegangenetf Nachrichten über eine Milderung der Attacke Hitlers auf Israel keine Basis haben. Ich stand unter dem Eindrücke, daß der Barbar Goering für die meisten Grau*» samkeiten verantwortlich war, und daß ihn Hitler schrittweise niederkämpfte. Wenn Sie Beweise für das Gegenteil haben, so lassen sie mir bitte dieselben zukommen. Ich erwarte nicht, daß die Festsetzung des jüdischen Prozentsatzes in den einzelnen Berufen modifiziert werden könnte. Das könnte ich schon mit Rücksicht auf Hitlers Parteigenossen nicht erwarten. Ich dachte mehr an die Gewalttaten und die grausamen Verfolgungen, die den ersten Ausbruch charakterisierten.“ Da inzwischen eine neue, antijtidische Tcrrorwelle durch Deutschland geht, wird wohl auch Lloyd George nicht umhin können, seine Meinung über den Gegensatz Hitler-Göring, der in der Judenfrage nicht vorhanden ist, richtigzustellen. Für die praktische Politik ist dies freilich belanglos. Eine Proskriptionsliste In der „Wiener Deutschen Lehrerzeitung“ finden wir die Namen der 49 Schulärzte, Von denen 32 jüdisch oder konfessionslos und 27 nach dem Kriege eingetfandert sein Bollen: Aichinger Berta, Basch Felix, Becher Herta, Blaß-Wirth Jolan, Ebel Alfred, Feldner Josef, Franz Moritz, Goldscheider Gertrude, Goldschmidt Guido, Gottlieb Karl, Groß Frieda, Hartmann Dora, Hilferding Margarete, Iloldengräber Esther, Illing Karl, Jellinek Ernst, Koller Heinrich, Kirsch Oskar, Klein Therese, Ivohane Reginc, Koritschan Alfred, Kraus Gustav, Langer Ella, Lion Marianne, Löwy Oskar, Margulies Mina, Munk Ludwig, Mraz Hans, Neugröschl Für Ostergerichte das reine Kuneroi.. Kunerol ist 100% reines Fett aus Kokosnüssen und deshalb für Fleisch- und Milchspeisen ganz besonders geeignet. Kunerol wird in mustergültigen Betrieben auf einwandfrei hygienische Art erzeugt — es kommt während der Herstellung nie mit Menschenhand in Berührung. 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Davon sind 28 katholisch, 112 mosaisch oder konfessionslos; 64 eingebürgert nach dem Jahre 1919t Es sei also, konkludiert das Blatt, nur ein Fünftel der städtischen Ärzte katholisch, während die Bevölkerung zu vier Fünfteln katholisch sei und die Juden nur ein Zehntel der Bevölkerung ausmachen, wobei nicht gesagt wird, ob die Konfessionslosen i n sgesamt der jüdischen Ziffer zufallen! Aus dieser Sachlago wird gefolgert, „daß auch an der Judonfrago gerührt werden muß“. * Es sei zunächst hervorgehoben, daß bis zum Einsetzen dieser unterirdischen Agitation, also bis in dio jüngsten Tage, kein Patient in Wien dio Zahl der Ärzte als be-1 machen, nicht aber eine von Haß und Entstellung triefende Agitation, deren Ziel nicht etwa die so gerne behauptete Verständigung mit den Juden, sondern ihre Erdrosselung ist. Wird eine gerechte Lösung vorgeschlagen, so sind die Juden jederzeit bereit, ihr Mißtrauen aufzugeben und sich an dieser Lösung als gleichberechtigter Faktor zu beteiligen. Jedes andere Experiment aber, wie zum Beispiel die Entlassung jüdischer Ärzte nur aus dem Grunde ihres jüdischen Bekenntnisses, stößt auf unseren energischen Widerstand und — wie jeder heute weiß — auf den Friedensvertrag. Ltoyd George und Hitler Wie berichtet, hat kürzlich Lloyd George in einem Zeitungsartikel für Hitler Partei ergriffen. In der englischen Öffentlichkeit erregte dies beträchtliches Aufsehen, das sich in zahlreichen Zuschriften äußerte. Auf einen dieser Briefe hat Llyod Georgo die folgende Antwort gegeben: Hie Sowjets gegen das Pessach- Fest Moskau, 19. März. " Anläßlich des herannahen den PessacK« festes.ist in der jiddisch geschriebenen kommunistischen Presse, wie dies vor hohen jüdischen Feiertagen schon Tradition geworden ist, ein heftiger antireligiöser Propagandafeldzug eröffnet worden. Gleichzeitig veröffentlichen die Zeitungen Berichte ihrer Korrespondenten aus allen Teilen des Landes, ans denen zu ersehen ist, daß trotz allem von den Parteistellen und antireligiösen Organisationen ausgeübten Druck die religiöse Grundhaltung breiter Volksschichten nicht erschüttert werden konnte. Die Korrespondenten geben jene jüdischen Arbeiter namentlich an, die in den Handwerkergenossenschaften und Kollektivfarmen für Arbeitsruhe an den Pessachfeiertagen eintreten. Anderseits berichten sie, daß die Lokalorgauisationen der Kommunistischen Erzeugnis jüdischer Pflanzer PARDESS-ORANGE aus Jaffa "'* Saftig — Süß — Kernlos In Originalpackung mit der Kamel-Schutzmarke In jedem besseren Geschäfte erhältlich