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Die Stimme · 1934-06-26 · Heft 364 (26.6.1934) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 364 (26.6.1934)
Date
1934-06-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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'Nr. 864 — '26. Juni 1034 DIE STIMME Seße slowakisch-palästinensischen Handelskammer erstrecken sich auf Export und Import. Sektionschef Dr. E. Kusy-Dübrav würdigte mit warmen Worten die L e i s t u n g e n der Juden auf allen Gebieten menschlicher Bestrebungen und erwähnte den Schicksalskampf der Judenschaft um die Anerkennung als vollberechtigtes Volk in einem selbständigen Staate. Zum Vorsitzenden der tschechoslowakischpalästinensischen Handelskammer wurde Dr. Jan T r e b i c k f, zum Vorsitzen den-Stellvertreter Abgeordneter Dr. Angelo G o 1 d s t e i n, Ing. Vojtech M i x a, leiten der Sekretär des Zentralverbandes der tschechoslowakischen Industriellen, Dr. Josef K i s 1 i n g e r, Generalsekretär des Deutschen Hauptverbandes der Industrie, und Vizepräsident Otto Tänzer zu Vorsitzenden-Stcllvertretern gewählt. Aus dem Dritten Reich Hitler droht! Abg. Dr. Goldstein Uber die Pressehetze in der Tschechoslowakei Prag, 21. Juni. Im Verfassungsausschuß des tschechoslowakischen Parlaments fand heute die Generaldebatte über die Novelle zum Schutz- und I’rcßgesetz statt. Die alten Bestimmungen des zu novellierenden Paragraph 14 beziehen sich auf den »Schutz der Minderheiten der Sprache, der Nation, der Kasse. Diese Bestimmungen sollen nun dadurch ergänzt werden, daß auch derjenige strafbar sein soll, der gegen eiiuetoe oder Gruppen wegen ihrer demokratischrepublikanischen Gesinnung hetzt. Abg. Dr. Angelo G o 1 d s t e i n, der Mitglied des Verfassungsausschusses ist, beschwerte sich über die antisemitische Hetze, welche in der Republik seitens gewisser tschechischer und d o u I; s c her Z c i t u n g e n systematisch betrieben wird. Diese Zeitungen vergehen sich gegen das bereits bestehende Recht, indem .sie die Juden in ihrer Menschenwürde hciabsctzen und sie nach dem Muster der deutschen Nationalsozialisten wegen ihrer Rasse als minderwertig behandeln. Dr. Goldstein protestierte gegen diese Schreibweise nicht nur als Vertreter der Juden, sondern auch als Verfechter der demokratisch-republikanischen Staatsform, weil die meisten dieser Zeitungen die demokratisch-republikanische Verfassung in der Form angreifen, daß sie gegen die liberalistisch-humanistische Gesinnung kämpfen und diese Gesinnung als eine jüdisch-liberalistische hinst,eilen. Sie bekämpfen das Judentum, aber sie versuchen dabei, die demokratische Verfassung lächerlich zu machen. Minister Derer erklärte, daß er auf dem Standpunkt stehe, daß der Staat allen Personen lind Gruppen, die wegen ihrer nationalen, religiösen oder rassischen Zugehörigkeit Angriffen ausgesetzt sind, den Schutz angedeihen lasse, der im Gesetze gewährleistet wird, und daß er in diesem Sinn Vorsorge treffen werde. Tsdiechöslawakisch- Palästinensisdie Handelskammer konstituiert Prag, 19. Juni. Die tschechoslowakisch - palästinensische Handelskammer hat ihre konstituierende Generalversammlung am 18. d. M. abgehalten. An der konstituierenden Versammlung haben zahlreiche Repräsentanten des Wirtschaftslebens teilgenommen; so insbesondere der bevollmächtigte Minister Dr. Friedmann für das Außenministerium, der Sektionschef Kusy-Dübrav für das Handelsministerium, Dr. Prochäzka für das Postministerium, Dr. Kose für das Landwirtschaftsministerium, ein Vertreter des Gosundhcitsministeriums, Generalsekretär Dr. Zivansky für die Zentrale der tschechoslowakischen Handelskammern, Generalsekretär Dr. Fafl für die Handels- und Gewerbekammer in Prag, Dr. Kruis und Ing. Ambroz für den Zentralverband der tschechoslowakischen Industriellen, Vertreter der Banken und zahlreiche andere Persönlichkeiten der Industrie- und Handelskreise. Dr. Jan Tfebicky, Präsident der Ilandels- und Gewerbekammer in Prag, der die Generalversammlung leitete, betonte die praktische Aufgabe der neuen Kammer und erklärte, daß die Kammer nicht eine lediglich repräsentative Institution sein, sondern als Zcntralpunkt organisatorischer, informativer und Studieuzwecke für die'Anbahnung von II a n de 1 s b e z i e h u n g e n mit den Ländern des Nahen Ostens dienen will. Dr. Josef K u b a 1 e k, Sekretär des Zentralverbandes der tschechoslowakischen Industriellen, verlas sodann die programmatische Erklärung der Kammer. Das Wirtscluiftsprogramm der neuen Kammer rechnet zwar mit der gegenwärtigen außerordentlichen Konjunktur in den Ländern dos Nahen Orients, legt aber sonst ihren Aktionen die Rückkehr normaler .Verhältnisse in Palästina sowie (1 i e (l o r t i g e n p o i i t i s o h e n u n d w i r t s o h a f t li c h o n Verhältnisse zugrunde. Die Aufgaben doi: tschecho- London, 24. Juni. „News Chronicle“ veröffentlich ein Gespräch des Redakteurs B a r 11 e 11 mit Hitler. Der deutsche Reichskanzler sagt darin u. a.: Wenn die ausländischen Juden den Boykott gegen Deutschland mitorganisieren, so erreichen sie damit nur, daß gegen die Juden in Deutschland Vergeltung geübt wird. Deutschland hat den Boykott der Juden zur Grundlage seiner Innenpolitik gemacht. Die Gegenwehr der Juden, eine ganz selbstverständliche Erscheinung, soll Anlaß zu neuen Pogromen liefern. „Sühne" für den Gunzenhausener Pogrom Prag, 20. Juni. Die Justizpressestelle des Landgerichtes Ansbach gibt bekannt: „Als Folge der Ausschreitungen in Gunzenhausen am Abend des 25. März 1934 fand in der Zeit vom 11. bis 16. Juni vor der Großen Strafkammer des Landgerichtes Ansbach eine Hauptversammlung wegen schweren Landfriedenbruches statt. Gegen 19 Angeklagte wurden Gefängnisstrafen von drei Monaten bis zu zehn Monaten verhängt. Bei fünf Angeklagten erfolgte Freisprechung, beziehungsweise Einstellung des Verfahrens. Die Hauptverhandlung hat zu der Feststellung geführt, daß die Ursache der beiden Todesfälle Selbstmord gewesen ist.“ Mehr durften die Zeitungen in Deutschland über den Prozeß nicht berichten. Über den Pogrom selbst haben diese Zeitungen bisher kein einziges Wort verloren, die Tatsachen wurden streng geheim gehalten. Als nach den ersten ITA-Meldungen über den Pogrom zwei englische Journalisten sich nach Franken begaben, um etwas Näheres zu erfahren, wurden sie sofort in Haft genommen, fünf Stunden lang festgehalten und dann fortgeschickt. Als einige Monate später der fränkische Gauleiter Streicher durchreisende englische Journalisten in Nürnberg empfing, sagte er ihnen, sie seien zwar im Reiche des „blutigen Zaren von Franken“, aber doch sei hier „keinem Juden ein Haar gekrümmt worden“. Es wird niemand kontrollieren können, ob die in Ansbach Verurteilten ihre Strafe absitzen werden; nach den Erfahrungen in Stettin — wo zu mehrjährigen Zuchthausstrafen verurteilte Nationalsozialisten kurz nach dem Urteil sogar befördert wurden — wird man daran zweifeln müssen. Wie das Gericht zu der zweifelsfreien Feststellung gelangte, daß die beiden Gunzenhausener Juden, Rosenau und Rosenberg, Selbstmord verübten, entzieht sich bei dieser Art des Verfahrens jedem Urteil. Tatsache ist, daß der junge Rosenau am Pogromtage an einem Gärtenzaun erhängt und der alte Rosenberg mit tödlichen Stichwunden auf der Straßo aufgefunden wurde. Daß die beiden gerade, während die gesamte jüdische Einwohnerschaft von Gunzenhausen aus ihren Häusern geholt und durch die Stadt gehetzt, wurde, sich öffentliche Sohauklätze für den Selbstmord gewählt hätten, ist menschlichem Ermessen nach nicht anzunolunen. „Sztafetta“ eingestellt Warschau, 24. Juni. Das national-radikale Hetzblatt „Iztaifetta“, eine mit deutschem Geld gegründete Zeitung, wurde behördlich eingestellt, Die Verrückten Wir lesen in Nummer 14 des in Breslau im Verlage von Ferdinand Hirt erscheinenden „Mitteilungsblattes des NS Lehrerbundes, Gau Schlesien“ vom 17. Mai 1934 auf Seite 216: „NSLB Ortsgruppe Heu scheue r.“ „Die eigentlichen Ursachen der rassischen Entartung Kreisobmann Pg. Keller. Auf dem Zuge der Arier von Norden nach Atlantis und Lemurien stießen sie dort mit den sogenannten Tiermenschep zusammen. Aus der Vermischung entstanden die Niederrassen, die von da an unter Führung intelligenter Bastarde einen bis in die Jetztzeit fortdauernden Kampf gegen die Hochrassen führen, ln geschichtlicher Zeit ist es der „Geheimbund der Hebräerder unter Anwendung der gemeinsten Mittel gegen die germanischen Rassen kämpft. Betrachten wir die Geschichte unter diesem Gesichtspunkte, so erschrickt man über die Unmenge von Fällen, wo Kriege durch heimtückische Hetze einflußreicher jüdischer Ratgeber veranlaßt worden sind. Denken wir an das Hinschlachten der Sachsen zur Zeit Karls des Franken, an die Kreuzzüge, die 7 Millionen Rittern das Leben gekostet haben, an den Mongoleneinbruch, an den Dreißigjährigen Krieg oder den Weltkrieg — immer waren es von Juden vorbereitete Angriffe gegen unsere Rasse, um sie auszurotten oder ihr zu schaden.. Ein anderes echt jüdisches Mittel zur Schädigung germanischen Blutes ist ihnen der Menschenraub und Sklavenhandel. Gerade Germanen wurden wegen ihres Körperbaues gern als Sklaven gekauft; Frauen und Mädchen endeten in Freudenhäusern. Wo sind die Scharen germanischer Kinder hingekommen, die d&n Kinderkreuzzug antraten? Wie üppig der Mädchenhandel noch in neuester Zeit blühe, wissen wir alle aus Pressenotizen. Schändung einer hochrassigen Frau ist dem Juden nach dem Talmud nicht ein Verbrechen, sondern Pflicht. Wie noch in jüngster Zeit unter einer christlich sein wollenden Regierung ein „Schwarze Loge“ bestehen konnte, die unter ganz durchscheinenden Vorwänden deutsche Mädchen anlockte, um sie zu schänden, ist schwer zu verstehen. — Schließlich versucht der Jude noch durch Mord und Massenmord der hochwertigen Rasse zu schaden. Das geheimnisvolle Verschwinden von Kindern wird dem klar werden, der weiß, was der Jude unter dem Töten fehlerloser „Lämmer“ meint. Tausende und Millionen unseres Blutes sind durch Einschleppung von Krankheiten und durch Hexenverbrennung ausgerottet worden. Nie kämpft der Jude ehrlich und -offen, nie ist er direkt zu fassen. Deshalb gilt es, auf der Hut zu sein, denn der Kampf ist noch nicht zu Ende.“ So wie dieser Keller sind alle. Von solchen Irrsinnigen wird Deutschland regiert. Ein Geschäftsmann Wir lesen im israelitischen Familienblatt: In irgendeinem Städtchen glaubte kürzlich ein jüdischer „Geschäftsmann“, um seine Umsätze zu verbessern, mit keiner besseren, würdigeren, geschmackvolleren Worbung als mit einem Rundschreiben auf warten zu können, in dem cö heißt: „Nach den Verlautbarungen und Verfügungen der maßgebenden Zentralinstanzcn wird es zum Wiederaufbau der Wirtschaft und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, als notwendig angesehen, daß kein Geschäftsbetrieb zurüokgcsctzt oder gar boykottiert wird. Außerdem war ich Frontkämpfer. Es bestehen für Sie also keine II i n ü e r¬ JÜDISCH ORTHODOXE STÜTZE per sofort für Restaurationsbetrieb gesucht. Diese muß perfekt kochen können. Angebote mit GehaltsansprQchen unter Sch. 166 an die Expedition des Blattes n i s s e mehr, dort zu kaufen, wo Sie gu.Ö und richtig bedient, worden sind... Mein nur christliches Personal,; das restlos derSA, dem Stahlhelm und der H.-J. angehört, wird sich die größte Mühe geben, Sie fachkundig! zu bedienen.“ Dagegen protestierten zahlreiche junge Juden jenes Städtchens. Der Mann, um den es geht, hat aber seinen jüdischen und nichtjüdischen zahlreichen Kritikern erklärt: von seinen Werbemethoden lasse er nicht; er werde sie ebensowenig wie seine grundsätzliche Zurückhaltung gegen jüdisches Personal ändern. Wie das „isrelitisohe Familienblatt“ mitteilt, sitzt dieser Mann nach wie vor in einem L a n d e s s y n a g o g enge m e i n d e r a t! Warum nennt das ..israelitische Familienblatt“ einen solchen Menschen nicht mit Namen? Wird ein „fütffiscfies Attentat“ gegen Hitler fabriziert? Paris, 18. Juni. Unter der Überschrift „Jüdisches Attentat gegen Hitler wird fabriziert“ meldet das „Pariser Tageblatt“ u. a.: Ein Berliner Sturmbannführer der S. A* ist geflüchtet. Er macht die folgende sensationelle Mitteilung: Die Unterführer der Berliner S. A. erhielten vor etwa 14 Tagen Instruktionen, die erkennen ließen, daß mail wieder eine „große Sache“ vorhabe. Man sei „einem großen und weitverzweigten Attentatsplan gegen Hitler auf die Spur gekommen“. Nach den entdeckten Plänen sollte dieses „Attentat“ Mitte Juli stattfinden. Den Unterführern wurde mitgeteilt, daß man „zur gegebenen Zeit“ zugreifen werde, um den ganzen Verschwörerkreis mit einem Schlag fassen zu können. Die Attentatsanstifter und die Geldgeber seien Juden, die hoffen,; durch eine Beseitigung Hitlers, das Nazi-.-, regime tödlich zu' erschüttern; „Pariser Tageblatt“ meint, man gedenke. offenbar ein „Attentat“ im Rahmen der Goebbels’sehen Aktion gegen die Miesmacher zu inszenieren. Protest der Danziger Judengesneinde bei Prisi« denten Rauschnig Danzig, 18; Juni. Die Reden, die der nationalsozialistische' Gauleiter Förster und der Senatevizepräsident Greiser kürzlich in der Messehalle gehalten haben, haben den Vorstand der Danziger Jüdischen Gemeinde bewogen, sich an den Chef der Danziger Regierung, den Senatspräsidenten Dr. Rauschning, mit einem scharfen Protest zu wenden, in dem zum Ausdruck kommt, daß die Rede des Gauleiters, für den die Regierung verantwortlich ist, eine Diffamierung des Judentums bedeutet und die Ausführungen des Regierung'smitglieds, Senatsvizepräsidenten Greiser, einer Ankündigung eines Judenboykotte gleiehkommen. Förster nannte das Judentum eine „P e s t b e u 1 e, d i e m a n h e r a u s s c h n e i d e n m u ß“, und sagte, man werde „dem Juden die Rechte nehmen, die ihm eine Zeit unnatürlichen Denkens zubilligte“. Vizepräsident Greiser sagte, es brauche keines formellen J u d e n b o y k o 11 s, um die Danziger Bevölkerung zu veranlassen, nicht bei Rassefremden zu kaufen. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde wiederholte in seinem Protestmemorandum seine Bitte um E h r e n s e h u t. z für die Danziger Jude n, nachdem bereits KINOPROGRAMME PER WOCHE Leonoldstfldier Volkskino TÖlephon8|fr40-0-23 Heute Dienttag 20. Juni MENSCHEN IM NOTEL Vom 27. Juni bis 28. Juni UNGARMXDEI mit Margit Symo Wochentags 7,0. V.s, V.inuin, Sonnu l,'eiei,iags 7j4 Uhr Ermäßigte Sommerpreise

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