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Die Stimme · 1934-03-16 · Heft 336 (16.3.1934) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 336 (16.3.1934)
Date
1934-03-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 OIE STIMME Fr. 896. — 16. Mär* 1984 AUS DEM DRITTEN REICH Die Juden in der Berliner Arzte* schaff Berlin, 13. März. Der Vorsitzende der Berliner Ärztekammer, Dr. L ö 11 k e, veröffentlicht eine Zusammenstellung über die rassische Zusammensetzung der Berliner Ärzteschaft. Danach betrug die Gesamtzahl der von der Ärztekammer für Berlin erfaßten Ärzteschaft in der Mitte des vergangenen Jahres 6558. Von diesen waren 3135 arisch und 3423 nichtarisch. In der Gruppe der Nichtarier ist auch eine kleine Anzahl von Ärzten enthalten, die jüdisch verheiratet oder „rassisch fraglich“ sind. Der Verfasser nimmt an, daß es sich bei diesen in der Mehrzahl um Nichtarier handelt, da die Arier im allgemeinen das größte Interesse gezeigt hätten, ihre arische Zugehörigkeit bestätigt zu erhalten. Die Zahl der am 14. Februar 1934 in Berlin erfaßten Ärzte betrug 6203, ist also um 355 geringer geworden. Hievon waren arisch 3829, nichtarisch 2914. Auch hier sind zu den Nichtariern die jüdisch Verheirateten usw. gezählt. Von Mitte 1933 bis zum 14. Februar 1934 ist ein Gesamtzugang von 154 Ariern und ein Gesamtabgang von 509 Nichtariern zu verzeichnen. Im Oktober 1933 waren von 3481 Kassenärzten 1404 Arier, 2077 Nichtarier. Die letzte Zusammenstellung vom Februar 1934 ergibt eine Gesamtzahl von 3144 Kassenärzten mit 1623 Ariern und 1521 Nichtariern. Die Zahl der Kassenärzte hat sich also in dieser Zeit um 337 vermindert gegenüber einer Gesamtverminderung von 355. Es ist daraus ersichtlich, so hebt der Vorsitzende der Ärztekammer hervor, daß die Verminderung der Ärztezahl vor allem die Kassenä-rzteschaft betrifft.!l IIIIJIII i!'! Voraus muß man denken, sida sichern — versichern Arierparagraph in der Reichswehr Berlin, 13. März. Der Reichswehrminister hat verfügt, daß das Gesetz über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (Arierparagraph) auch Anwendung auf die Wehrmacht findet. Offiziere und Deckoffiziere der Reichswehr und der Marine, die nicht rein arischer Abstammung oder mit einer Jüdin verheiratet sind, müssen bis zum letzten Mai den Dienst verlassen haben. Bei Verkündung des Beamtengeeetzes wurde die Reichswehr ausdrücklich ausgenommen, da man im Sinne des Präsidenten Hindenburg den Offizieren der Reichswehr den Nachweis der arischen Abstammung ersparen wollte. Jetzt hat Hindenburg auch in diesem Punkte nach Anwendung des Arierparagraphen in der Reichswehr einschneidende Wirkungen haben wird, indem zahlreiche Offiziere ausscheiden werden, um Führern der SA., die schon lange zum Offiziersstand der Reichswehr drängen, Platz zu machen. Dieser letztere Umstand war entscheidend dafür, daß nun doch das Berufsbeamtengesetz auf die Reichswehr Anwendung findet. Seine Anwendung auf den Beamtenstab des Auswärtigen Amtes und der auswärtigen Legationen ist nur noch eine Frage der Zeit; denn auch hier ist ein ungestümer Zu drang nationalsozialistischer Kreise festzustellen. Phönix Allgemeine Verefdbeimge» Oes*, Wien/ IX*/ Alserplafx 3 fügen, aus denen sich ergibt, daß der Betreffende eine feste Anstellung oder die Aussicht auf eine solche im Ausland erlangt hat. Dem Gesuch ist ferner beizufügen eine besondere Erklärung, mit der auf die Approbation im Deutschen Reich verzichtet wird. Ein Anspruch auf Aushändigung des Diploms besteht nicht. Der überfall auf das Stettiner Bne*Brith*Haus Stettin, 12. März. Der Polizeipräsident von Stettin ist aus der SA-Staffel ausgetreten, weil er sich mit dem Benehmen der SA-Leute bei der Durchsuchung des Stettiner Bne Brith-Hauses nicht identifizieren wollte. Die SA-Leute hatten alles von unterst zu oberst gekehrt, die Gebetbücher zerrissen und die Gegenstände des Rituals im Tempel zerstört. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Die Polizeibehörden haben dann vernäht, einigermaßen Ordnung zu schaffen. Das Gebäude der Bne Brith ist, wie berichtet, der jüdischen Gemeinde zwecks Einrichtung einer jüdischen Schule in demselben übergeben worden. Die Hilfe in Italien Rom, 13. März. Der Verband der jüdischen Gemeinden Italiens richtet, an die italienische Judenheit den Appell, das vom Verband eingeleiteto Hilfswerk zugunsten deutscher Juden nach Kräften zu unterstützen. Von den bisher für diesen Zweck in Italien aufgebrachten Mitteln wurden dem unter der Leitung von Dr. Chaim Weizmann stehenden Amt zur Ansiedlimg deutscher Juden in Palästina 400.000 Lire überwiesen. Der Reet des Geldes wurde zur Unterstützung der in Italien lebenden Juden aus Deutschland, insbesondere zu Studienbeihilfen für die an italienischen Hochschulen inskribierten jüdischen Hörer aus Deutschland, verwendet. In dem Aufruf des Gemeindeverbandes wird betont, daß die Lage der deutschen Juden die Fortführung der Hilfsaktion in vollem Umfang erfordere. LETZTE NACHRICHTEN Hahenhreuzfahne in Johannisburg nach jüdischem Protest entfernt Johannisburg, 13. März. Aus Anlaß der Anwesenheit Prinz Georgs von England in Johannis-burg wurde neben den Fahnen anderer Länder auch die deutsche Hakenkreuzfahne gehißt. Auf jüdischen Protest hin wurde aber die Fahne entfernt, woraufhin der deutsche Generalkonsul seinerseits Protest gegen die Entfernung der offiziellen deutschen Reiohsflagge einlegte. Drei Millionen Dollar in Amerika für Flüchfllngshllfe New York, 13. März. , Das American Joint Distribution Gomfl!Imitte« und die Leitung des American Pa- —— — — leetine Campaign veröffentlichen gemeinsam einen Appell an das amerikanische Judentum zur Aufbringung von drei Millionen Dollar in diesem Jahre, die zur Seßhaftmachung jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland, hauptsächlich in Palästina, verwendet werden sollen. Beide Körperschaften arbeiten bei dieser Aktion einträchtig zusammen. Das Abkommen wurde nach mehreren gemeinsamen Beratungen durch das Eingreifen des Hochkommissars des Völkerbundes, James Mac Donald, der jetzt wieder in Amerika weilt, getroffen. Die Verkündung der 3-Miliianen-Do.llar- Aktion wird begleitet von einem tiefempfundenen Appell des Hochkommissars MacDonald, der die jüdische Bevölkerung der Vereinigten Staaten zu einem großzügigen Opfer zugunsten ihrer verfolgten und entrechteten Brüder auffordert. Der Appell MacDonalds schließt: „Nur wenn uns großzügige private Beiträge zur Verfügung gestellt werden, können wir, denen die Aufgabe obliegt, neue Heimstätten für die Flüchtlinge, für zehntaußonde unschuldiger und hilfloser Verbannter, zu finden, dieser unserer Aufgabe gerecht werden.“ Dohtordiplom nur nach Verzicht auf Praxis und Erwerb Berlin, 13. März. Der preußische Kultusminister Rust hat in einem Runderlaß zum Ausdruck gebracht, daß im Ausland befindliche reichsdeutsche Studierende nichtarischer Abstammung, die auf die Aushändigung des Doktordiplomti Wert legen, hei der zuständigen Fakultät einen entsprechenden Antrag einzureichen haben. Dem Antrag sind ausreichende glaubhafte Unterlagen beizu- Befähigungsnachweis in Polen nicht aktuell Warschau, 12. März. Das vom polnischen Sejm angenom mene sogenannte Qualifikationsgesetz, das vorschreibt, daß alle in Industrie. Handel und Handwerk Tätigen ihre Eignung für den von ihnen ausgeübten Beruf nachzuweisen haben, ist heute vom Senat behandelt worden. Dabei führte der Referent, Senator Iwanowsky, aus, er sei vom Handelsminister bevollmächtigt, folgendes zu erklären: Der Beschluß des Sejm betreffend Qualifikationsnachweis von Personen, die sich mit Handel, Industrie und Handwerk beschäftigen, wird durch die Regierung nicht im Wege einer Verordnung verwirklicht werden; der Termin der Inkrafttretung des Gesetzes wird durch ein neues Gesetz bestimmt werden. Im allgemeinen ist die ganze Angelegenheit der Qualifikationen für eine Reihe von Jahren nicht aktuell. Gegen das Gesetz hat sich eine starke jüdische Opposition geltend gemacht. Die jüdischen Deputierten Rothen str ei ch und Sommerstein erklärten, daß die bisherige Erfahrung gelehrt hat, daß wo ein Konzessionswesen eingeführt wird, die Juden auf die Straße geworfen werden. In keinem Lande der Welt, sagten die Abgeordneten, ist einem Kaufmann aufgetragen, den Beweis fachmännischer Eignung zu erbringen. Die Regierung möge, was die Juden betrifft, keine bösen Absichten mit dem Gesetz haben, allein die böse Wirkung wird sich durch übelwollende Behörden notgedrungen einstellen. Das Konzessionssystem in der Wirtschaft würde der letzte Nagel zum Sarg des jüdischen Wirtschaftslebens in Polen sein. Abg. Dr. Rosmarin fügte noch hinzu, das Konzessionsgesetz würde eine gefährliche Waffe in den Händen der Judenfeinde werden. OSTfiRREISEN NACH POLEN Krakau, Lemberg, Kolomea Paß and VI** gratis I Anmeldungen and Aaskflnfte : Reisebüro „MARIENBRUCKE" Botentarmstraße 26 Telephon R 24-2-iß and R 24-2-87 näre Aufrufe verteilten, in denen zur Unterstützung des jüdischen Aufbauwerks in Palästina aufgefordert wurde. Die Judenfrage in Rumänien Bukarest, 12. März. Im Verlauf der Debatte in Kammer und Senat Rumäniens über den Schutz der nationalen Arbeit spielte auch die Judenfrage eine Rolle. Der frühere Ministerpräsident Professor J o r g a führte im Senat aus, es gäbe im Bezirk Marmarosch einige #„parasitäre Elemente“, die die Bauernschaft ausnützen; diese hätten aber nichts gemein mit den gebildeten, edlen jüdischen Elementen. ..Meine Kollegen in Frankreich, Italien, ich würde sagen: auch Deutschland, wenn sich dort nicht die bekannten Ereignisse abgespielt hätten, er kennen dies an. Diese jüdischen Elemente sind von unschätzbarem Werte. Sie repräsentieren ein intellektuelles Kapital, das eie dem Lande, in dem «ie wohnen, und der hernschenden Nation zur Verfügung stellen.“ Minister Dr. N i s t o r erklärte, die Regierungig wünsche, daß die Minderheiten mit- Quaiifihationsgesetz auch in Litauen Kowno, 12. März. Das eben veröffentlichte Gesetz betreffend Einführung von Examina als Bedingung für die Ausübung verschiedener Berufe hat in jüdischen Kreisen starke Beunruhigung hervorgerufen. Der Volksbildungsminister wird zu bestimmen haben, in welchen Berufen und Handwerken die Prüfungen erforderlich sein werden. In erster Reihe worden Handwerker, Buchhalter, Kommissionäre, Handelsreisende und andere mehr Qualifikationsprüfungen abzulegen haben, wobei der Schwerpunkt auf Kenntnis der litauischen Sprache gelegt werden wird. Das Gesetz tritt am 16. März in Kraft. Zu fiDB benütze man in jedem jüdischen Hanse Shemen feinstes Palästina - Olivenöl nca1? m fDP heurig frisch, NUR mit Einprägung in der Dose nosb uw Das Beste zum Kochen, Braten, Backen, das Beste für Salate und Mayonnaise, das Beste für Medizinalzwecke Shemen Toiletteu. Haushalt-Seife in zehn Sorten: Bade-Soap, Adin, Hadar Hacarmel, Galil, Carmel Flowers, Baby. 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Unser Staat wurde auf Grund der Friedens vertrüge vergrößert, und sofern die Minderheiten dem Staate gegenüber loyal sind, müsse ihnen das Leben erleichtert werden. Daß Gesetz zum Schutze der nationalen Arbeit ißt bereits fertiggestellt und dürfte noch vor Ostern dem Parlament unterbreitet werden. Die Pläne, einen Nu- Uttsee Stadt - Hifcvz Übernimmt jetzt die Erneuerung Bepflanzung und Säuberung von Gärten und Gräbern sowie deren ständige Pflege duich unsere geschulten Gärtner , STADT-KIBUZ GDUD ZEIRIM Wien, II., Ferdinandstraße 4 (Tel. R 45-0-91) meruis clausus der Arbeit für die nationalen Minderheitein zu schaffen, wurden v o r w o rf e n. Das Gesotz sieht lediglich vor, daß dio meisten kaufmännischen Unternehmungen und Industrien 90% r u m ä n i s e h o Staatsbürger beschäftigen müßsen; 90% der außzuzahlenden Löhne müssen an rumänische Staatsbürger gezahlt werden. „Kfar Ussischkin“-Arbeit gilt auch für dich!

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