Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 336 (16.3.1934)
- Date
- 1934-03-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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fff. 886. — 16. MRn 1084 DIE STIMME Seite 5 Die Seite der Jugend 1. Jahrgang* lö.März 1934*29, Adar Zum Geleit ln unserer Beilige für die Jugend, die wir im Zuge der Ausstattung unseres Blattes mit vorliegender Nummer nach längerer Unterbrechung 'wieder veröffentlichen, soll die Jugend, selbst das Wort haben, soll Jugend zur Jugend sprechen, ln diesen Spalten wollen wir ihr Raum gewähren für alle Fragen, die sie, die Jugend, diesen lebendigsten Teil des Volkes, bewegen. Unsere Jugend, hat da ein besonders reiches Feld. Mehr als je fällt heute der jüdischen Jugend eine schwierige, aber eine ebenso hohe Aufgabe zu. Keine andere Jugend hat zu den vielen Problemen, die diese Zeit für uns alle und für die Jugend im besondern in sich birgt, noch den spezifischen Fragenkomplex des Judeseins und das daraus resultierende Verantwortungsgefühl gegenüber der Gemeinschaft von heute und* morgen, wie eben die jüdische Jugend. Darum wünschen wir dieser Jugend von Herzen, daß ihr dieser Raum,, den wir ihr zur Pflegestätte ihrer Gedanken widmen, zur Vertiefung und erfolgreichen, Lösung all ihrer Probleme diene. Die Redaktion. Allgemein-zionistische Jugendbewegung Angesichts der tristen außenpolitischen Lage einerseits und der inneren Zerklüftung der zionistischen Organisation anderseits empfinden wir alle die Notwendigkeit,, kleinliche Parteigegensätze zu überwinden und die Einheitsfront des nationalen Judentums herzustellen. Sogar die radikalsten Parteimänner sehen heute ein, daß der derzeitige Zustand unhaltbar ist. In dien zionistischen Versammlungen und Tagungen, in allen jüdischen Zeitungen wird von den Anhängern der verschiedensten Richtungen mit dem Brustton der Überzeugung erklärt, daß es ein unbedingtes Erfordernis der politischen Lage sei. ehestens die Einigkeit im zionistischen Lager hcrzustellen. Gleichzeitig hört man von Überfällen auf KKL-Basare, auf Chaluzheime, ja sogar von Straßenkämpfen zwischen verschiedenen zionistischen Gruppen. Es gibt zweifelsohne viele Momente psychologischer, organisatorischer und ideeller Natur, die einer Einigung der zionistischen Gruppen und Grüppchen im Wege stehen, das entscheidende Hindernis ist aber der Mangel an ehrlichem Willen zur Verständigung. Von allen Faktoren, die sich berufen fühlen, diese Tat zu vollbringen, scheint die allgemein-zionistische Jugend- JCopffömeYgett, tfyettmatffcffctt uttb «en S3efdju>crDen wirft Sogal rafc$ uni) aut notarieller 33eftätfgung anerkennen über 6000 ^te,Darunter niete beöeutenbeProfejforen,Dfe f>ert)orragenbe2Blrfung Öed Sogal. 3n alten 3(pot$efen crfydltllcfy. *ßretd S 2.40. be w e g u n g dio einzige Gruppe zu sein, die dazu psychisch und ideologisch prädestiniert ist. Es ist kein Zufall, daß gerade in einer Zeit der ärgsten Parteikämpfe eine Jugendbewegung entstanden ist, die als ihr oberstes Prinzip, als ihr maßgebendstes Moment die Einheit der zionistischen Bewegung proklamiert. Wir jungen Monsehcn, die wir zutiefst von der unerschütterlichen Wahrheit der zionistischen Idee überezugt sind, wir wollen und können nicht mitansehen, wie dieser hohre Gedanke, der für uns alles ist, zuschanden wird wegen kleinlicher Parteigegensätze. Der unbeugsame Wille der zionistischen Jugend, der sich einst im Trokkenlegen von Sümpfen dokumentiert hat, dieser grenzenlose Heroismus, dem das Judentum all das vordankt, was der Chaluz geschaffen hat, dieser Enthusiasmus wird sich jetzt einem nouon Arbeitsgebiet zuwenden müssen, der Propaganda für die Ei n i g k e i t des nationalen Judent u m s. Währond die meisten zionistischen Gruppen sieh einen Bindestrich-Zionismus konstruiert haben und sich nicht genug tun können im Aul'stellon von Sozialisierungs¬ und Uadartheorien, orkenuen wir als unser Ziel den reinen und unverfälschten Zionismus an, der die Befreiung dos j U d is e h e n Volkes aus seiner sozialen und kulturellen Not erstrebt. Der Zionismus ist eine n a t i o ti a 1 o B c w » g u n g. Das Grundprinzip einer nationalen Bewegung besteht darin, daß man die nationale Bindung als eine prävaJentc soziale Gebundenheit anerkennt und sein politisches Wirken danach einstellt. Wenn eine nationale Bewegung ihr Ziel erreichen will, wenn sie ihr Volk befreien will, so muß sie die innere Kraft haben, für eine gewisse Zeit alle Gegensätze politischer oder sozialer Natur zurückzustellen. Aus der Erkenntnis, daß unser Judesein auf unser individuelles und kollektives Leben stets den primären entscheidenden Einfluß austibt, müssen wir die Folgerung ziehen, daß auch unsere Politik sich auf ein nationales Ziel einstellen muß. Wenn alle anderen Völker in dem historischen Augenblick, da es um die Befreiung der Nation ging, dieses Prinzip befolgt haben, so muß das in noch viel höherem Maße für uns Juden gelten, die wir nicht einmal die normalen Voraussetzungen für einen nationalen Befreiungskampf besitzen. So erscheint uns der Gedanke des n a~ tionaleo Primats als Leitstern zionistischer Politik. Der unbedingte Primat des Nationalgedankens ist das immanente soziologische Gesetz des Nationalismus. Dieses Prinzip müssen wir als zionistisches Postulat anerkennen. Um aber diesen nationalen Befreiungskampf voll und ganz durchführen zu können, müssen wir die normalen Bedingungen schaffen, um unserer Nation die Attribute eines normalen Volkes wiederzugeben. Die Umschichtung der jüdischen Jugend, die C h a 1 u z i u t h, ist nicht nur eine politische Conditio sine qua non, sondern auch die einzig mögliche Konsequenz, die sich für den jungen Menschen aus der Zugehörigkeit zur zionistischen Bewegung ergibt. Wenn auch die Kolonisation von Mittelstandselementen sicherlich eine eherne Notwendigkeit ist, so ist es doch klar, daß unser jüdisches Palästina mit der Stärke der chaluzischen Bewegung steht und fällt. Von der Zahl der jungen Menschen, die sich von intellektuellen Berufen zur Landwirtschaft umschichten, hängt letzten Endes der Erfolg unserer Arbeit ab, das jüdische Volk zu einem normalen Volk auf eigener Scholle zu machen. Eine Jugendbewegung, dio von der Idee des nationalen Primats und der Chaluziuth getragen wird, kann so jenen Typus des neuen Juden schaffen, der dom ganzen Volk als solcher erscheinen kann. Wenn dieses Streben zur nationalen Totalität in der kulturellen Erneuerung des Judentums seine Ausdruck findet, daun erfüllt sich das letzte Ziel alles nationalen Strrbens, nämlich der Wille zur Entwicklung der kulturschöpferischen Potenz einer Nation als Kulturzelle. Die generative Kraft der Volksgemeinschaft zu entwickeln, das muß das letzte Ziel einer geistig orientierten Jugendbewegung sein. Unsere allgemein - zionistische Jugendbewegung erstrebt die Einigung im zionistischen Lager nicht aus taktischen Gründen, sondern auch, weil ihr ein Zionismus, der nur die Aspirationen eines Teiles der Nation befriedigen kann, ein Unding ist. Für uns ist der Zionismus eine Angelegenheit S 72 ruft um Hilfe! nach Zane Grey mit George O'Brien; Ab heute KREUZ-KINO I. des ganzen Volkes. Die allgemeinzionistische Jugendbewegung ist auch imstande, Väter und Söhne zu verbinden. So wird die allgemein-zionistische Jugendbewegung als ein festes Band die verschiedenen Kreise umschließen, und durch den Zustrom aller jungen Menschen, die, angeekelt vom Parteihader einer karikierten Demokratie, ihre jungen Herzen an die große und erhabene Idee der nationalen Totalität begeistert schenken und gestärkt, das große historische Werk vollbringen. Die allgemein-zionistische Jugendbewegung ist das Bollwerk und Rückgrat der zionistischen Organisation. In den letzten Jahren ist es gelungen, in den beiden großen Organisationen Akiba und Hanoar Hazioni sowie in den vielen lokalen Verbänden fast 70.000 zionistische Jugendliche zu erfassen, die auch in Erez-Tsrael gezeigt haben, daß sie in ihren Kibbuzim und Plugot ihre Ideale zu realisieren verstehen. Wenn es dazu kommen wird, endlich die von allen erhoffte Einheit herzustellen, so wird die allgemeinzionistische Jugendbewegung ein gewichtiges Wort mitzusprechen haben. Elno. SOEBEN EI PALAS VON DR. HUG LIEFERUN (SCHIENEN TINAKUNDE O HERRMANN Gl: GEOGRAPHIE DAS ZUR KENNTNIS DES LANDES, DER STÄDTE U. DÖRFER, DES KLIMAS USW, USW. UNENTBEHRLICHE WERK MIT *t ABBILDUNGEN U. KARTEN. PREIS S 3.46 CIDA VERSAND- NBA BUCHHANDLUNG WIEN, VI. GUMPENDORFERSTR. 10 TELEPHON A S4-9-78 NACHRICHTEN In Polen gibt es bekanntlich eine Organisation allgemein-zionistischer Chaluzim, Hechaluz Haklal zioni. In der letzten Zeit, kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen dem Hechaluz Haklal zioni und der großen allgemein-zionistischen Jugendorganisation Hanoar Hazioni, die eine vollkommene Übereinstimmung der Tätigkeit dieser Organisationen unmöglich machen. Während die Führung des Hechaluz Haklal zioni auf dem Standpunkt der Hachscharah Meüreweth (gemischte Vorbereitung) steht, verlangte der Hanoar Hazioni die Autonomie für seine Plugot. Die allgemeinzionistische Jugendorganisation „Akiba‘* lehnt bekanntlich einen gesonderten allgemein-zionistischen Hechaluz ab. In Warschau fand eine Tagung der zionistischen Jugendorganisationen statt, in der beschlossen wurde, gemeinsam eine große Aktion für das Kfar Ussischkin durchzuftthren. Ferner fand in Warschau eine Beratung des pädagogischen Rates der Tarbuth Konferenz mit den zionistischen Jugendverbänden statt, in der eine Koordination der erzieherischen Tätigkeit der Lehrer und der Jugendverbände vereinbart wurde. * Der tschechoslowakische Makkabi-Hazair versucht das Problem der Älteren, das heißt der Bogrim, die der Jugendbewegung entwachsen sind in der Weise zu lösen, daß er einen „Chug Makkäbi“ organisiert, der ein zionistischer Verband mit ganz bestimmter ideologischer Festlegung sein soll. Dieser Chug Makkabi soll den Gedanken der zionistischen Einheit vertreten. Der Eintritt in diese Organisation soll auch solchen Personen offenstehen, die der Jugendbewegung nicht angehörten. In Polen existiert eine ähnliche Organisation „Bnei-Ziott“. Warum verlangen Alle Schmidl-Mazzoth I well Schmidl-Mazzoth in Geschmack und QualifSt unübertroffen sind! Schmidl-Mazzoth werden unter streng orthodoxer Aufsicht des ran ded ornnn ihm *idt» mn hergeslellt Oie Mazzolb werden aus feinstem Mehl erzeugt I Seit vielen Jahren genießen die „Schmidl-Mazzoth" das beste Renommee und werden von allen bevorzug! I Au| die Extraqualiläf meiner Fabrikate „Marke Schmidt N. B." au| Mazzolh, Grleh und Farvel wird besonders aufmerksam gemacht. Zentrale: N. Brodetzky II.. Leopoldsgasse 43. und in allen besseren einschlägigen Geschaflen erhältlich Telephon-Nummern A 46-1-90. A 60-2-63 und A 41-9-52