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Die Stimme · 1934-03-16 · Heft 336 (16.3.1934) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 336 (16.3.1934)
Date
1934-03-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE STIMME Nr. 336. — 16. März 1034 mann nicht, ob er nun Einzelperson oder Staat ist. Unangenehme Pebofealdi müssen erst recht gehegt und gepflegt und dadurch auf cin erträgliches Maß reduziert werden. Betrachtet man, wie Veitschberger die Jtidenfrago nur als ein Wirtechaftsprobleni, dann kann man es nur so lösen: Soziale Umschichtung im Judentum der Galuth, Durchsetzung seiner Gleichberechtigung und Schaffung des Judenstaates in Palästina. Dann wird auch der Wirtschaftsarithmetiker erkennen, daß das Judentum in der Galuth keine Sollpost, sondern eine Habenpoe-t der Menschheit bedeutet. Alles i0 allem genommen ist Veitschbergers Buch ein kühner theoretischer Versuch, in das Chaos unserer Zeit Ordnung zu bringen. Pie Lektüre seines Buches ist schon wegen des blendenden, originellen Stils ein Genuß. O. G. SPEZIALOFFERTE für Maschinen und Übersiedlungsgut nach PALÄSTINA via Triest oder Oalac zu besonders günstigen Preisen H. taser & ö. Philipp Spediteure, Wien, III., Radetzkystraße 6 * Tel. U 13-3*61 Palästina meldet: Die Ermordung Arlosoroffs Jerusalem, 13. März. Nachdem vor einigen Tagen, wie berichtet, der öffentliche Untersuchungeprozeß gegen Ahraham S t a v sk y, Zwi Rosenblatt und Abba A c h i Me i r, .die des Mordes, beziehungsweise der Anstiftung zum Mord an Dr. Arlosorof! beschuldigt werden, vor dem Jaffaer Polizeigerieht zum Abschluß gelangt ist und Polizeirichter B o d i 11 y die Anklageerhebung gegen die Beschuldigten verkündete, wird die Hauptverbandlung in kurzer Zeit vor einem Geschworenengericht in Jerusalem beginnen. Den Vorsitz wird Oberrichter C o r r i e vom Obersten Gericht Palästinas führen. Stavsky, Rosenblatt und Achi Meir wurden bereits auf dem Jaffaer Gefängnis in das Gerichtsgefängnis in Jerusalem überführt. * Zusammenstöße zwischen Revlsto* nisten und Uistadruth Jerusalem, 12. März. Die Kette der Zusammenstöße zwischen revisionistischen und Histadruth-Arbeitern setztsich fort. In Rechoboth kam es zu einer schweren Schlägerei zwischen Mitgliedern des Brith Trumpeldor und Mitgliedern der Histadruth Hoawdim, bei der einige „Betarim“ verletzt wurden. Anlaß zur Schlägerei war, daß für Arbeiten in einem Neubau Revisionisten aufgenommen wurden, ohne daß die Vermittlung des Arbeitsamtes in Anspruch genommen wurde. Dies bedeutete eine Verletzung des zwischen den Bauunternehmern und der Histadruth getroffenen Abkommens. Die Bauarbeiten werden unter Polizeischutz weiter geführt. Zwei Histadruthmitglieder wurden verhaftet. Die bei dem Zusammenstoß in C h e d ev a h verhafteten 14 Hißtadruth-Arbeiter wurden zu je 10 Pfund Buße oder je einen Monat Gefängnis verurteilt. Indessen geht der Konflikt in Chederah weiter. Die Polizei verhaftete noch vier Histadruth- Arbeiter, die als Streikposten gegen die Revisionisten fungierten. Sie wurden mit zehn anderen Arbeitern, die sich weigerten, die 10-Pfund-Buße zu leisten, in das Gefängnis von Akko überführt. Die Verhandlungen zur Liquidierung des Konflikts blieben bisher erfolglos. Die in den Orangenhainen und bei den Neubauten in Chederah beschäftigten Histadruth-Mitglieder führten einen einst-ündigen Proteststreik wegen Nichteinhaltung der Arbeitsvermittlungsabkommen .seitens gewisser Unternehmer durch. ★ Wettkonferenz für jüdisches Recht in Palästina London, 13. März. Der Vorsitzende der Gesellschaft für jüdisches Recht, George Webber, teilt mit, daß am 1. April d. J. in Jerusalem eine Konferenz jüdischer religiöser Rechtsgelehrter aus verschiedenen Ländern Zusammentritt, um über die Schaffung einer obersten jüdisch-religiösen R e c h t s i n s t i t u t i o n zu beraten. Dem Vorbereitenden Komitee gehören unter anderem an: der Redaktour der hebräischen Reohtezeiteehrift „Hamischpat“, Doktor S. Eisenstadt, der Redakteur des „Hamischpat Haiwri“ in Te-l-Aviv P. D i c k s t e i n, der litauische Konsul und Präsident des Berufungsgerichtes für die jüdischen Schiedsgerichte (Misohpat Haschalom Haiwri) Dr. S. Rosenbaum und Dr. J. Weinstock. Die Tagesordnung schließt folgende Themen ein: 1. Neunzehnhundert Jahre nach dem Exil des Sanhedrin: Möglichkeit der Errichtung einer Knesseth Gedolah oder eines Beth Din Gadol (Oberstes religiöses Gericht) oder einer anderen gesetzgeberischen und das Gesetz aus legenden Autorität. 2. Einsetzung von rabbinisehen Gerichten in Palästina und in der Galuth. 3. Entwicklung des jüdischen Ehe- und Scheidungsrechtes einschließlich der Bestimmungen über Jibbum, Chaliza, Agunoth, sowie Kinder ehe und Polygami unter den Juden des Orients. 4. Entwicklung des jüdischen Rechte in der Diaspora: legale Position der jüdischen Gemeinden. 5. Forderungen und Rechte Palästinas und des jüdischen Nationalheims. 6. Der Status der nationalen Organisation des palästinischen Judentums „Knesseth Jierael“. 7. Das palästinensische Rechtssystem und die jüdischen Friedensgerichte. 8. Die moderne Bewegung für die Schaffung einer jüdischen Jurisprudenz. 9. Gründung einer Rechtefakultilt in Jerusalem. 10. Schaffung einer permanenten und repräsentativen jüdischen Körperschaft, die sich mit jüdischer Rechteforschung befassen und alle zwei Jahre Konferenzen abhalten soll. Palästina - Interessenten erhalten ausführliche Informationen über die neugegründete gemischt-wirtschaftliche Siedlung „Krar et Zion“ bei Jerusalem sowie über die Wohnsiedlung „Gan Jizchak“ bei Tel-Aviv. Der Bevollmächtigte obiger Siedlungsgesellschaften, Herr A r j e aus Tel-Aviv, wird Montag, den 19. März, halb 9 Uhr abends, im Wiener Ring-Cafe, L, Stubenring 18, ein ausführliches Referat über Siedlung8möglichkeiten dieser Kolonien halten. Ultimatum der Revisionistischen Union an den Waad Leumi Paris, 13. März. Die Exekutive der Weltunion der Zionistisohen-Revisionisten hat dem Merkas der Revisionisten Palästinas telegraphisch den Auftrag erteilt, dem Waad Leumi folgende Forderung vorzulegen: „Das Fortdauern der vom linken Flügel gegen unsere um Gleichberechtigung kämpfenden Arbeiter verübten Gewalttaten zwingt uns, vom Waad Leumi zu verlangen, daß er die Anwendung von Gewalt seitens linksstehender Kreise öffentlich verurteile und die Gleichberechtigung von Histadruth (Allgemeiner Arbeiterverband Palästinas) und Irgun (Arbeiterorganisation der Revisionisten und Botarium), sowie dor Arbeitsvermittlungsstellen beider Organisationen anerkenn e.“ Sollte dio Exekutive der Weltunion biß zum 15. März nicht im Besitze einer positiven Antwort sein, so werde sich dio Union „zu dem Schlüsse genötigt sehen, daß im organisierten Jischuw kein Sinn für Fairneß vorhanden ist, und gezwungen sein, alle Revisionisten zum Austritt aus der Knesseth Israel, der öffentlich anerkannten Korporation der pa.litetinisohen Judenheit. aufzufordern“. ★ David Yeilln Ehrenprofessor der Hebräischen Universität Jerusalem, 13. März. Die Hebräische Universität in Jerusalem hat ihren Lektor Dr. David Y e 11 i n aus Anlaß seines 70. Geburtstages zum Ehrenprofessor ernannt. David Yellin wurde 1864 in Jerusalem geboren und 1882 Lehrer an der Alliance-Schule. Er veröffentlichte zahlreiche Lehr- und Lesebücher in hebräischer Sprache, die ersten für Hebräisch als lebende Sprache. Jahrzehntelang lehrt er an der Lämmel-Schulc und am Lehrerseminar des Hilfevereins der deutschen Juden, späterhin wurde er Leiter des von der Zionistischen Organisation gegründeten hebräischen Lehrerseminars. An (1er UniviT-ität wirkt er als Dozent für hebräische l’u'*- sie. 1920 wurde er von der Regierung zum Vizebürgermeister von Jerusalem ernannt. 1920 bis 1928 war er Präsident des Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat Palästinas). Umwandlung der 6% Dollaraitlelhe der Stadt Wien v. J. 1927 in 6% Schillingobligationen mit Wertsicherungsklausel. Bis zum Ablauf der für dio Anmeldung der Dollaranleihebonds zum Umtausch in Schilling- Obligationen ursprünglich festgesetzten Frist per 10. d. wurde in Österreich mehr als die Hälfte des gesamten, überhaupt noch im Umlauf befindlichen Nominales der Wiener Dollaranleihe zum Umtausch angemeldet. Dies beweist, daß der weitaus überwiegende Teil der österreichischen Dollaranleihebesitzer von dem Anbot der Stadt iWen Gebrauch geweht hat. Da,s noch im Inland befindliche vminale der Dollaranleihebonds rechtfertigt wegen semer Geringfügigkeit nicht mehr die Aufrechtcrha!- tung der Kote an der Wiener Börse. Der Magistrat der Bundeshauptstadt Wrien beabsichtigt daher, demnächst um dio Streichung der Notiz der Dollaranleihebonds und um die Notierung der neuen Schillingobligationen an der Wiener Börse einzuschreiten. Um aber vorher denjenigen Inhabern, die es bisher unterlassen haben, die in ihren Händen befindlichen Dollaranleihebonds zu konvertieren, hiezu noch Gelegenheit, zu geben, wird die Frist zur Anmeldung dieser Bonds bi» zum 24. März 1934, 12 Uhr mittags, verlängert. Todesurteil an einem Mörder Jacobis vollstreckt Jerusalem, 13. März. In der Zitadelle von Aceo wurde das Todesurteil an dem Araber Mustafa E1 - A 1 i, einem der beiden Mörder des jüdischen Kolonisten Joseph Jacobi und seine* neunjährigen Sohnes David, vollstreckt. Der zweite Mörder wurde bekanntlich zu lebenslänglichem Kerker begnadigt. ★ Weitere Flugverbindung mit Palästina London, 11. März. Sir Philip Saesoon, Unterstaatssekretär für das britische Flugwesen kündigte im Unterhaus die Errichtung eines neuen Flughafens im Irak an, und zwar an einem Punkte, von dem aus dio beste Verbindung mit Palästina gegeben ist. * Der Celduthlauf Palästinas Jerusalem, 11. März. ln Palästina sind gegenwärtig 3,579.000 Pfund in Währungsgold und Scheidemünzen im Umlauf. Der verstärkte Gotdvorkehr hat Endo Dezember die Neuausgabe von Papiergeld und Münzen im Werte von einer Zi Million Pfund notwendiggemacht. Man erwartet, daß die Regierung in diesem Jahre einen Gewinn von etwa 100.000 Pfund aus ihren Goldoperationen ziehen wird. Glänzende Existenz bietet sich für einen jüdischen tüchtigen Geschäftmann, selbständige Kraft, zirka 35 Jahre alt, als Kompagnon und eventuellor Einheirat, mit etwas Vermögen, für ein G0 Jahre bostobendes Warenhaus in der Provinz. — Adresse in der Administration des Blattes Zu Pessach billig nach ▲ D | E" M vom 9-8mrz IT \J LL IN bislö. Apnl1ö34 Nähere t crRQTCl I., KHrntnerrina 12 Auskunftei E.. rtnöltL Tel. U 40-301, und NORDISCHES REISEBÜRO fc.S'Sr Rekord-Ausländsbeteiligung an der Levante-Messe in Tet-Avlv Die Vorbereitungen für die Levantemesse in Tel-Aviv, dio sich in der günstigen Atmosphäre der gegenwärtigen Palästinakonjmiktur vollziehen, haben in den Zentren de« europäischen Industrieexports ein überraschend starkes Echo gefunden, ln vielen Staaten haben sich aus führenden Wirfschaftskreisen Initiativkomitees gebildet, die die Beteiligung ihrer einheimischen Industrien an der Tel-Aviver Messe f ö rd e r n. Durch die rege Beteiligung der europäischen Staaten ißt es notwendig geworden, mitten in der Bauausführung des Ausiandllause« auf 3000 Quadratmeter zu erweitern, i Ucclmet man die selbständigen Pavillons und Freiluftausstellungen des Auslandes hinzu, so wird die Ausland sbeteiligung an der kommenden Mcseo insgesamt 12.000 Quadratmeter Au6Stellungsflächo beanspruchen. Man schätzt für dio kommende Messe: gegen 1932: Gesamtfläche von 50.000 Quadratmeter (1984: 100.000 Quadratmeter): 405 Palaussteller (1934: 800); 821 Ausländsaussteller (1934: 1600); 300.000 Besucher (1934: 500.000). Dio Bauarbeiten auf dem neuen Gelände schreiten vorwärts. Gleichzeitig findet in Tel-Aviv dio Konferenz der Architekten und Ingenieure des Mittleren. Ostens statt. * Wie aus Warschau gemeldet wird, werden sich Minißterpräsident Jedrzejewicz und Ilandelsminister Zarycki nach Palästina begeben, um an der feierlichen Eröffnung des polnischen Pavillons auf der Tel- Aviver Messe teilzunehmon. Polen vergrößert seinen Pavillon während des Baues. Da die Anmeldungen für die Beteiligung au der Tel-Aviver Messe sich dauernd vermehrten, hat die Polnisch-Palästinische Handelskammer, dio die Organisation der Messe übernommen hat, drahtlich Auftrag erteilt, den Pavillon über den geplanten Rahmen hinaus, zu vergrößern. An Stelle des vorgesehenen 400 Quadratmeter großen Pavillons, wird dio polnische Ausstellung insgesamt einen Raum von 1200 Quadratmeter belegen. Einer der Räume wird speziell der Lodzer Textilindustrie gewidmet sein und „Lodzer Haus“ benannt sein. Auch die Tschechoslowakei errichtet einen eigenen Pavillon. Die staatlichen Stellen haben nach Rücksprache mit den in Betracht kommenden Industriellen und Exporteuren den Beschluß gefaßt, auf dem Gelände der Tel-Aviver Messe einen eigenen offiziellen Pavillon der Tschechoslowakei zu errichten, Der Offizielle Messekatalog, ein Nachschlag** werk für wirtschaftliche Interessen des Nahea Orient. Dor offizielle Katalog dor Lovanfo Mosso wird weit über don Rahmen eines Führern durch die Messe, selbst sowohl äußerlich, wie inhaltlich derart ausgestaltet, daß er dem Mangel eines Wirtschaftsführers für. dio Länder des Nahen Orients «abhelfen wird. Mit dem Mossokatalog wird oine „Trado- Numiber“ der ausgezeichneten Wirtschaftezeitschrift „Palestine and Middle East Economic Magazine“ mit Boiträgen aller führenden Wirtsch.afteführer Europas und Palästinas verbunden sein. ★ Delegiertentag der Judenstaatspartei in Palästina Tel-Aviv, 13. März. lu Tel-Aviv fand ein von etwa 100 Delegierten besuchter Parteitag der Judenstaatspartei statt. Das Präsidium bildeten dio Mitglieder dor Parteiexekutive Meer G r o firn a n, Richard L i c h t h e i m, Dr. S. E. Soskin und Baruch Weinstein. Meer Großman erstattete ein Reforat über dio Lage der Bewegung und ihre Aufgaben. Baruch Weinstein referierte über lokale Probleme. Von den übrigen Referaten ist (las A. Schneidermari» übor Einwanderung und Arbeit und dor Bericht Dr. N. Zaminskye über Jugendarbeit hervorzuliebeu«

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