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Die Stimme · 1934-03-16 · Heft 336 (16.3.1934) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 336 (16.3.1934)
Date
1934-03-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Sei*d 2 DIE STIMME rrt. m. — 16. Märt 1084 Lassen Sie sld» nldil andere Erzeugnisse auldrängen I Verlanäen Sie (Iberall nur die nach einem speziellen Verfahren erzeugten, In Saflchmack und Sakftmmllihkalt unarraUhtan, hochwartlgan Strum - Mazzoth OklEIS UND MRVIL Die runden Slrum * Ma»olh sind eine besondere DeSika« lesse X Wer Sirutn » Maisöl h kauft, weift/ daB er nur ga# ranllert irische Ware/ heurige Erzeugung bekommt! Die vorzüglichen „Strum-Mazzoth“ werden erzeugt unter ständiger Aufsicht des 6brw. Rabbinats der Israel. Kultusgemeinde. Die ge aue Einhaltung slreng orthodoxer Käschruth-Vorsehriften wird von Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad über* wacht- Die Erzeugung eriolgt mit eigens konstruierten, patentamtlich geschützten Maschinen (Ofen) auf elektrischem Wege mit fachmännisch geschulten jüdischen Arbeitern. Achten Sie auf die Stampiglie „H. Strum“, die auf jedem Paket ersichtlich ist! Mazxofh-SSckerel H. Slra.li, SoteiisttriiB.il »him Volksverein Dr. Karl Lueger“ verbreiten kann, ohne daß es bisher beschlagnahmt worden wäre. Dort wird — wahrscheinlich unter dem Einfluß der Czermakschen Theorien — zur Ausschaltung jedes jüdischen Einflusses auigerufen und dieees Hochziel folgendermaßen begründet: Unsere christlich-deutsche Bevölkerung krankte bisher unter den zersetzenden Wirkungen de« Judentums. Der Antisemitismus hat sich’niöbt aus dem Christentum entwickelt, sondern ist eine ethisch und Wirtschaftlich notwendig gewordene Abwehr gegen jüdische Skruppellosigkeit. Dieser aufgezwungene Kampf bedingt aber vor allem ein wahres, kein Scheinchristentum. Solange in Österreich dae öffentliche Leben von Juden unbeeinflußt war, ist Österreich angesehn geblieben. Seit die Macht der Juden sich geltend machte, ist öfcterr&ich zerklüftet, zersplittert und nicht genüg damit, das Ansehen Österreichs würde auch nach außenhin herabgesetzt. Das öffentliche Leben muß einen Wiederaufbau erhalten, der den destruktiven jüdischen Einfluß ausschließt und nur (solchen Kräften Mitarbeit gewährt, deren Oesinnungstüchtigkeit erprobt ist. Durch die Gewinnung des arbeitenden Volkes kann ein solcher Wiederaufbau von unten auf breiter Grundlage durchgeführt werden. An diesem Wiederaufbau soll jeder christlich-deutsch Gesinnter mitarbeite n.“ Wir fragen: Weshalb werden diese und die ähnlichen Flugschriften nicht vom Staatsanwalt gemäß dem AufrelxUügspäragraphen beschlagnahmt? Was geht da Vdrt Am 10. März berichteten die Wioüef Tageszeitungen: Im Zusammenhang mit dem ständischen Umbäu des Staates hat sich auch die Notwendigkeit ergeben, daß die christlichdeutschen Ärzte Österreichs zu einer berüfsständischen Vereinigung sich zusaramensChlleßon. Wie wir erfahren, lat die Leitung der neuen Vereinigung bereits gebildet und von maßgebender Stelle autorisiert worden. Es geboren der Leitung an als Vorsitzender Dr. Paul Ceska, als Stellvertreter Doktor Hans Goldbach und Dr. E. John, als Schriftführer I)r. Fritz Kummer Und Doktor Franz Bischof, als Kassier Dozent Doktor August Matra«, als Beisitzer Dr. Karl Schmidt. Am folgenden Tag wurde von denselben Blättern mitgeteilt: Reglmentearzt i. R. Dr. Erich .John, Chefarzt dos Heimatsehutzes und des Sclmttkorps, stellt fest, daß er mit dem in der Meidling vom 10. d., betreffend die Gründung einer Vereinigung Christ- 1 loh -deutscher Ärzto Österreich (?, genannten Dr. E. John n 1 0 h t identisch ist. Der H e i in a t s c h u t z hat Reinö Arzte in einer eigenen Ä r 11 e g r u p p c zusammengefaßt, deren Führer Regimentsarzt i. R. Dr. Erich John Ist- Diese Ärztegruppe hat keine Beziehungen zu der obgenannten Vereinigung. JUDEN! KAUFET für die Pessach-Feiertage PALÄSTINA-MAZZOTH Karmel-Weine und Cognac, Jaffa-Orangeftde (AmS), Orangen und Grape Fruit, Chedera- Honig, Shemen-Oliven-Öl und Seifen, sowie sämtllohe öpezereiwaien und Sliwowitz P!D£ TV "ItWD : bei der Firma SAMUEL HALPERN WIEN, II,/ FORSTERGASSE 6 Toi. A 46-4*12 Auch Provinzversand Antijüdische Aktion beim Wiener Rundfunk Wie die „J. T. A.“ aus Wien berichtet, sind bei der „Ravag“ Besprechungen Im Gange, die darauf hinzielen, den Anteil der Juden an den Konzertön, Vorträgen Und sonstigen Teilen des RadloprOgrämtns auf einen bestimmten Prozentsatz zu bringen, Die Ravag“ ist jetzt ein völlig verstaatlichtes Unternehmen. Die Einführung eines Numerus clausus für Juden im Programm der Radiodarbietungen käme einer E i nschränkung der Rechte der Juden gleich, die dem geltenden Staatsgrundgesetz, den internationalen Verträgen itnd den wiederholten Erklärungen der Regierungsmitglieder widersprechen würde. Mendel Singer enthaftet Der Wiener jüdisch-sozialistische Schriftsteller Mendel Singer, der im Zusammenhang mit den Februarereignissen und der Auflösung aller sozialistischen Parteien verhaftet worden war, ist wieder enthaftet worden. Jorga gegen Rassenwahn Der frühere Ministerpräsident Professor Jorga hat im Senat folgende Interpellation an den Ministerpräsidenten gerichtet: Angesichts der Diskussionen über die Minoritätenpolitik Rumäniens und angesichts der verfehlten Art, mit Welcher die Ansprüche des rumänischen Elements aufs Tapet gebracht wurden, einer Methode, die den Eindruck Hervorrufen könnte, daß es wirklich eine Strömung gibt, welche deft heiligen und edlen Nationalismus durch eine absurde Rassentheorle ersetzen will, fühle ich mich verpflichtet, an den Herrn Ministerpräsidenten die Anfrage zu richten, ob er die Absicht hat, gewissen gefährlichen Suggestionen Rechnung zu tragen, welche Rumänien den größten Schaden zufügen würden. Palästina- Abteilung Josef Popper Internationale Transporte Wien, II-, Taborstraße 22 Telephon R 48-5-10. R 40-6-70 Serie Korrespondenten in Palästina: Palestine & Egypt Lloyd Ltd. »TO ’-tttöl TI1?1? Haifa Jerusalem Tel Aviv P. O. B. äW P. 0. B. 307 P. O. B. 304 Syealal-W&rOhlraiiBporte. Übersiedlungen. Verpackungen fiir Palästina. Transport- und Heisögepäckversicherungen. AuekUnfte Jeder Art Ober lUtlästl na Antisemitisches Pamphlet in Jugo» slawlen beschlagnahmt Belgrad, 11. März. Auf Intervention jüdischer Köpcrschaften hat die Staateanwaltschaft dio in einem bekannten klerikalen Verlag ln Zagreb erschienene antisemitische Broschüre „Warülfl verfolgt man die Juden in Deutschland? dea bekannten katholischen Schrift,steilere Dr. M a t i j e v i c sofort nach deren Erscheinen beschlagnahmt. Der Terror gegen die Juden im Saargebiet Pari«, 12. März. Gegen die Juden im S a a r g c b i e t, deren Zahl, die eeit Beginn des Hitlerregimes Zugereisten eingerechnet, auf mehr als 7000 geschätzt wird, wird ein scharfer Terror ausgelibt. Parteigänger des Nationalsozialismus rufen den Juden bei jeder Gelegenheit zu: „Es kommt 1035!“ Auch wirtschaftlich wirkt (doh der nahende Völkern b&tlmm.un.gBtoriniiin ans: christliche Käufer, die von Juden Waren auf Kredit erhielten, und sonstige christliche Schuldner jüdischer Gläubiger haben die Z a h- 1 u n g e n eingestellt, weil sie hoffen, daß nach dem Rückfallen de« Saarlandes an Deutschland me eich ihrer Gläubiger werden entledigen können. Dio jüdischen Kinder in den Schulen haben viel seitens ihrer Mitschüler und Lehrer auszustchen. Restaurant Rillet II., Hammerpurgstallgätte 3 / Streng orthod. Bestrenommierte Küche Telephon A 41-0-25 Nächst Salztorbrücke Petitionen obersdilesischer Juden vor dem Völkerbund Warschau, 12, März. Die Ständige Gemischte Völkerbundkommission für Obersclilesien hat in Ihrer soeben ln Kattowltz abgehaltenen Tagung mehrere ihr vom Völkerbund zugewiesene Petitionen oberschlesischer Einwohner einer Prüfung unterzogen, unter anderen Beschwerden zweier jüdischer Ärzte, Doktor Schwenket und Dr. F e u e r e 16 e n, die von der Krankenkasse ln Beuthen entlassen wurden, und zwar wegen Ihrer Zugehörigkeit zum Judentum; dies widerspricht diametral den Bestimmungen für Minderheitenschutz im deutsch-polnischen Oberschlesien-Abkommen vom Jahre 1932. Den Vorsitz in der Kommission führte der frühere schweizerische Bundespräsident Felix C a 1 o n d e r. Polen war durch den früheren Minister Morawski und durch Dr. C h m i 1 e w s k i, Deutschland durch Graf P r a s ö Ii n a und Dr. M a t u s c h k a vertreten. Das Urteil wird in etwa drei Wochen verkündet werden und wird als Prftzedenz für alle ähnlich gelagerten Fälle in Zukunft dienen, Die Bernheim-Petition am 23. Mörz d, J. Wird vor der Gemischten Kommission in KattOWitz Zur Behandlung kommen. Der Pogrom von Arnswalde hat ein Nachspiel in Genf Genf, 12, März. Die Endo Februar 1034 ln Arnswalde (Pommern) vorgekornmenön pogromartigeh Ausschreitungen gegen die Jüdische Bevölkerung haben ein Nachspiel in Genf. Deutsche V 0 r s i 0 h 0 r u h g s g e s 0 11schäften, dio fllr don in Arnewaldo ungerichteten Schäden haftbar und bei schwel zörisohen Gesellschaften rüokver- III Man devSchivedenbvücke fi H Ijf4je0ast^^kß^^ sichert «irtd, h&bftn eine genaue Sch,Liderung dör Vorgänge nach Genf geschickt, der zu entnehmen Ist: Am Abend des 24. Februar wurden in Arnswalde sämtliche Häuser, in denen Juden wohnen, alle jüdischen Geschäfte, Synagogen und Gemeindeinstitutioneu plötzlich, wie auf ein gegebenes Zeichen hin, mit Feldsteinen bombardiert. In mehrere jüdische Wohnungen wurde mit Revolvern durch Türen und Fenster hiueingeschossen. .In keiner jüdischen Wohnung 1)1 ieb auch nur ein Fenster ganz. Gleichzeitig drangen dio der SA. angehörenden Angreifer in da« Haus der jüdischen Gemeinde, in die Synagoge und in d.ie Wohnung des Rabbiners ein, zorstörten die Inneneinrichtung der Synagoge, löschten da« Ewige Licht aus, zerrissen u n d s c h ä n d e 10 n d i 0 H e 11 i g e n B tt c h e r. Die ganze Nacht hindurch wurde die jüdische Bevölkerung unter einem beispiellosen Terror gehalten. Am nächsten Morgen flüchteten die meisten jüdischen Einwohner, ihr© ganze Habe zurücklaseend, aus Arnswalde, um nicht mehr dorthin zurückzukehren. In dem Bericht wird betont, daß der Versicherungsschaden hoch ist und daß bisher keiner der Angreifer verhaftet Würde. Ein anderer Bericht an schweizerische Rttckversioherung&gesellschaften hat ähnliche ärttijüdiäche Ausschreitungen in N e u w e d e 11 zum Inhalt, wo dio jüdische Bevölkerung auch körperlich Schwer mißhandelt wurde mit dom Ziele, sie zum Verlassen der Stadt zu zwingen. Vorbringen Sie die Österfelerfage bei ihren Lieben iii Krakau, Tarnow, Uiarg, Czurnowiiz usw. der bequeme Sondorschnollztig der „O. A. Z.“ führt Slo billigst dorthin am 28. Miliz, und am 10. AprÜ zurück nach Wien. — Auch Paß und Visa werden von uns besorgt. — Weitere Auskünfte erteilt bereitwilligst: Reisedienst « CxeVltoUrKzer AIU gemein« Zeitung", Wien. 1., Schüler» slraBe 1* (Stadtbüro „Der Tag“). Tel. R 21-6-78 Delegiertenversammlimg des zionistischen Landesverbandes Die am 14. März in Wien st&Ugefündeiiü Delegiertenversammlung cles Zionistischen Landesverbandes hat den Bericht dos Lfthdeskomiteos mit Dank zur Kenntnis genommen und den Präsidenten Dr. Oskar Grünbau e f sowie dom gesamten Landeskomitoe einstimmig da« Vortrauen ausgesprochen. Das österreichische Werbe« schiff „Ikaros“ bei der Lewante-Messe Wie wir bei Blattschluß erfahren, hat sich dio Leitung der Lewantö-Meese in Töl-Awlw bol der palästinensischen Regierung dafür, eingesetzt, daß gelegentlich der Messe durch da« österreichische W e r b 0 « e h i f f „I k a r e s“ Propaganda fflr Österreichisch© Waren gomaoht werdon darf. Die palästinensische Regierung hat das Ansuchen der Mcaseloltung bewilligt. Die Messoloitung hat nun vorfügt, daß der „Ikaros“ am Strand von Tol-Awiw unmittelbar vor dem Mesßögölilnde fltaiönloft werden wird. Dadurch hat sich dio Messelnitimg ein besonderes Verdienst für dio Propaganda Österreichischer Waren erworben. ^Dic Zion. Bczirkssoktiön Vlll/IX gratuliert ihrem hochverehrten Obmann, Herrn Apotheker ISIDOR GROSS herzltdist zur Vermählung «einer Tochter IRITZI mit Herrn Dr. CHANINA LEHR

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