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Die Stimme · 1934-03-06 · Heft 333 (6.3.1934) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 333 (6.3.1934)
Date
1934-03-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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' Nr. 333. — 0. Mär« 1934 DIE STIMME Seite 3 Die Palästina-Exekutive des Jewish-Agency an der Arbeit Ein neues Departement des Jewish Agency Um den Zusammenhang zwischen der zionistischen Bewegung und den Gruppen der Jewish Agency for Palestine in der ganzen Welt einerseits und dein Aufbauwerk in Palästina anderseits enger zu gestalten, hat sich die Exekutive der Jewish Agency entschlossen, bei der Exekutive in Jerusalem ein besonderes Departement zu errichten, das in direkter Verbindung mit allen zionistischen Körperschaften und Organisationen, mit den Mitgliedern des Zionistischen Aktionskomitees, des Administrative Committes und des Council der Jewish Agency stehen und ihnen von Zeit zu Zeit Berichte und Informationen über die Tätigkeit der Jerusalemer Exekutive sowie über die wirtschaftliche, politische, und kulturelle Lage Palästinas zukommen lassen «oll. Das neue Departement wird sich auch mit der hebräischen Arbeit (Verbreitung der hebräischen Sprache und Literatur) befassen, über die von den letzten drei Kongressen Beschlüsse gefaßt worden sind, die jedoch zu unserem Bedauern bisher nicht ausgeführt wurden. Über diesen Zweig seiner Tätigkeit wird das Departement allen zionistischen Körperschaften ein besonderes Rundschreiben zugehen lassen. Wir bringen unseren Lesern hiemit den ersten Bericht des Departements, der einen kurzen Überblick über die Tätigkeit der Departements für Einwanderung, Kolonisation, Wirtschaft und Finanzen sowie über die Tätigkeit der Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina in den Monaten Oktober bis Dezember 1933, das heißt in dem ersten Vierteljahr seit dem 18. Zionistenkongreß, enthält. Einwanderungs-Departement (Leiter: I. Grünbaum.) Laut den Ziffern des Einwanderungsdepartementg der Jewish Agency gestaltete sich die Einwanderung in der Berichtsperiode wie folgt: Einwanderer: (Oktober bis Dezember 1933.) Kategorien: Kapitalisten (1000 Pfund und mehr) 2875; angeforderte Angehörige 828; Arbeiterzertifikate der Jewish Agency 6118; zusammen 9821. Hauptsächliche Herkunftsländer: 'Polen 4490, Deutschland 2869, Rumänien $435, Jemen 177, Griechenland 420, Litauen 804, Lettland 232, U. S. A. 165, Rußland 138. Die übrigen Einwanderer kamen aus '47 Ländern der Diaspora. Das Einwanderungsdepartement hat alle Maßnahmen ergriffen, um die Arbeitereinwanderung auf Grund der für diesen Zeitraum erteilten Zertifikate zu b eschleunigen. Gemäß unseren Anweisungen wurden durch die Palästinaämter innerhalb der letzten drei Monate mehr als 5000 Einwanderer nach Palästina gesandt, die größte Einwanderungsziffer in einer so kurzen Zeitperiode. Touristen: Die Zahl der (in den obigen Ziffern nicht enthaltenen) Touristen betrug in der Berichtezeit: in Jaffa in Haiffa zusammen Oktober 1933 . . 635 734 1569 November 1933 . . 365 975 1340 Dezember 1933 . . 277 315 592 1277 2024 3301 Zentralstelle für die Siedlung deutscher Juden (Leiter: Dr. A. Ru pp in.) Die Zahl der Einwanderer aus Deutschland nach Palästina seit dem Beginn der neuen Regierung in Deutschland, beträgt schätzungsweise 9000 Personen. Organisation der Arbeit. Beim Einsetzen der Einwanderung aus .Deutschland wurde in Palästina ein „V e reinigtes Komitee für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina“ für die Zwecke der Sammlung von Geldmitteln innerhalb des Jischuw gebildet. Die Summe der von diesem Komitee gesammelten Gelder betrug in bar und Verpflichtungen etwa 12.000 Pfund. Hievon wurden zirka 8000 Pfund für Beschaffung von Wohnungen, Kauf von Zelten, Gewährung von kleinen Darlehen, soziale Hilfe usw. bestimmt. Die Zentralstelle ist eine Abteilung der Exekutive der Jewish Agency, deren Departements im Bereiche ihrer Tätigkeit (Kolonisation, Erziehung, Arbeit usw.) zu ihrer [Verfügung stehen. Sie stützt sich bei ihrer 'Arbeit auf die „Hitachdut Oie Germania“ in Tel Aviv, Jerusalem, Haifa, die im Einvernehmen mit ihr und nach ihren Weisungen arbeitet. Bei der Zentralstelle besteht in Palästina ein Beirat von sieben Mitgliedern, von denen jedes eine bestimmte Aufgabe übernommen hat: Miß Szold die Aufgaben der Jugendeinwanderung und der sozialen Arbeit, Doktor Pinner die Behandlung der landwirtechaftlichen Ansiedlung des Mittelstandes, Dr. Preuß Arbeitsbeschaffung und Berufsausbildung, Dr. Lewi die Organisation der Arbeit und die Vertretung der Hitachdut Oie Germania und Herr Kurt Ruppin die Fragen der Ansiedlung in Haifa und Umgebung. Geldmittel. Vom Central British Fund sind budgetiert ■und teilweise eingegangen 50.000 Pfund, aus Amerika 15.000 Pfund, aus Südamerika 10.250 Pfund, aus Italien 700 Pfund, aus der Tschechoslowakei 2500 Pfund, kleine Beträge aus anderen Ländern. Insgesamt werden wohl 125.000 Pfund im laufenden Jahr zur Verfügung der Zentralstelle stehen, darunter 15.000 Pfund des Hilfskommitees in Alexandrien und 8000 Pfund des Komitees in Kairo für besondere Kolonisationszwecke. Eingliederung der Einwanderung. Der Prozentsatz der Kapitalisten (Personen mit einem Vermögen von 1000 Pfund und darüber) unter den deutschen Einwanderern, ist größer, als je bei einer anderen Einwanderungswelle. Die Einwanderer dieser Kategorie neigen zunächst dazu, sich in den Städten niederzulassen und in den Berufen, die sie in Deutschland ausgeübt haben, tätig zu bleiben. Es ist jedoch notwendig, einen erheblichen Teil dieser Einwanderung in neue Berufe, und zwar möglichst außerhalb der Städte zu bringen. Die Zentralstelle war in besonderer Weise darum bemüht, diesen Übergang soweit wie möglich zu erleichtern. Zu diesem Zweck wurden Möglichkeiten einer Ansiedlung in der Nähe der Städte erschlossen: in der Haifa-Bay (auf Boden des KKL. für 150 Familien), in Newe Schaanan bei Haifa (für 80 Familien), in Talpiot bei Jerusalem (für 30 Familien) und bei Tel Aviv (Option auf 200 Dunau bei Mikwe Jisrael). Landwirtschaftliche Siedlung. Zunächst kommen in Betracht die folgenden Siedlungspunkte: Wadi-Chawarith (KKL., 50 Familien auf je 20 Dunam), Boden bei Petach Tikwah (50 Familien auf je 5 Dunam), Kerkur (30 Familien) und Haifa Bay (KKL., 25 Familien). Hachschara-Fragen. Die erste Vorbereitung für die Aufnahme der deutschen Einwanderer und ihre Festsetzung im Lande, ist ihre Hachschara. 300 Personen sind in Siedlungen des Keren Hajessod im Emek Jisrael in die landwirtschaftliche Hachschara eingetreten. Weitere 800 Personen erhalten zur Zeit ihre Ausbildung als Arbeiter in Gruppcnsiedlungen und Kolonien, 50U Personen als Einzelarbeiter in Kolonien der Pflanzungszone. Insgesamt wurden bisher zirka 1500 Personen in eine landwirtschaftliche Hachschara gebracht. In Kürze wird für die Hachschara weiterer 1000 Personen, die auf Grund der 750 nach Deutschland gesandten Zertifikate ins Land kommen werden, Sorge getragen werden müssen. Die Zentralstelle hat einen Betrag von 500 Pfund der Instruktionsabteilmig beim KoJonisationsdepartement der Jewish Agency zu ihrem Ausbau zur Verfügung gestellt, damit die Hilfe der Instruktoren allen Siedlungspnnkten zugute kommt, in die deutsche Einwanderer aufgenommen werden. Aus den Mitteln des C. B. F. wird ein Betrag von etwa 30.000 Pfund für Häuserbau in diesen Punkten ausgegeben, um die Unterbringung der neuen Einwanderer zu ermöglichen. Für die Zwecke der Ausbildung in städtischen Berufen hat das Büro ein Übereinkommen mit den Darlehenskassen der Histadrut und mit der Misrachi-Bank über die Gewährung von Darlehen getroffen, um den Einwanderern bis zu dem Zeitpunkt, in dem sie Arbeit finden, während ihrer Lehrzeit erste Hilfe zu gewähren. Industrie. Die Zentralstelle setzte 2000 Pfund für industrielle Kredite aus. Der Zweck dieser Bewilligung war, geeigneten Einwanderern bei der Eröffnung von Fabriken behilflich zu «ein, im Hinblick darauf, daß es für sie als neue Einwanderer manchmal schwierig ist, unter den im Lande üblichen Bedingungen, Kredite zu erlangen. Die Darlehen werden sich auf 100 bis 150 Pfund im Einzelfalle belaufen und durch Vermittlung der „Industriebank“ des Verbandes der Industriellen gewährt. Auch mit der „Bank Serubabel“ wurde ein Übereinkommen über die Gewährung von Darlehen für Kleingewerbetreibende in der Höhe von etwa 30 Pfund getroffen. Diese Darlehen werden für die erste Einordnung deutscher Einwanderer in Palästina, zur Gründung von kleinen Betrieben in Handwerk und Handel gewährt. Wohnungswesen. Die Wohnungsfrage ist bekanntlich augenblicklich in Palästina eine der brennendsten Fragen. Es war daher notwendig, billige Unterkünfte herzustellen. Der Magistrat von Tel Aviv hat im Norden der Stadt für die Unterbringung der Einwanderer während einer Zeit von ein bis zwei Monaten Baracken errichtet. Unser Ziel ist es, feste Häuser zu errichten. In Haifa hat die Krankenkassa der Histadrut ihr Sanatorium auf dem Karmel für den Winter zur provisorischen Unterbringung von Einwanderern aus Deutschland zur Verfügung gestellt. Jugend-Alijah. Im Augenblick stehen wir vor der Einwanderung von 350 Kindern, für die die Regierung Zertifikate erteilt hat. Zusammen mit den 100 bis 150 Zertifikaten, die das Jugenddorf Ben Schemen erhalten hat, beträgt die Zahl der Zertifikate für Knaben und Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren im Monat Oktoberetwa 500. Die erste Gruppe von 44 Knaben und Mädchen ist Mitte Februar nach Palästina gekommen und in En Charod aufgenommen worden. Weitere vier Gruppen, über 200 Knaben und Mädchen umfassend, werden in Kürze ins Land kommen und nach unserem Plan im Kibbuz des Misrachi in Rodges bei Petach Tikwah, im Kinderheim Ahawa (aus Berlin) in der Haifa Bay, im Arbeiterinnenlehrgut in Talpiot und in der Misrachi Haushaltungsschule in Jerusalem untergebracht werden. In den landwirtschaftlichen Siedlungen gibt es zur Zeit Platz für 800 Jugendliche. Wir beabsichtigen grundsätzlich, sie nur in geeigneten öffentlich kontrollierten Siedlungen oder Instituten unterzubringen. Die für die Jugendeinwanderung erforderlichen Geldmittel erhalten wir hauptsächlich von Frauenorganisationen, insbesondere aus England und Holland. In zahlreichen Fällen stellen die Eltern selbst die Geldmittel für den Unterhalt und Unterricht ihrer Kinder zur Verfügung. In diesem Zusammenhang muß darauf hingewiesen werden, daß sich die Jewish Agency gegenüber der Regierung mit einem Betrag von 144 Pfund für jedes Kind bis zu «einem vollendeten achtzehnten Lebensjahr verpflichtet hat. Soziale Arbeit. Die Organisation dieser sozialen Arbeit ist in den Städten, insbesondere aber in Tel Aviv, mit großen Schwierigkeiten verknüpft. In Tel Aviv wurde ein besonderes Komitee aus Vertretern der Stadtverwaltung und weiterer vier Körperschaften, die sich mit sozialer Arbeit nicht nur in Tel Aviv, sondern auch in den umliegenden Kolonien befassen, eingesetzt. Für soziale Arbeit wurde ein Budget von 300 Pfund monatlich festgesetzt. Departement für landwirtschaftliche K&lamsation (Leiter: Dr. A. Ruppin und Dr. M. B. H e x t e r.) I. Die allgemeine Lage der Landwirtschaft im Jahre 1933. Die Ernte des Wintergetreides war im verflossenen Jahre in fast allen Teilen des Landes infolge zu geringer Regenfälle und verfrühter Hainsine nicht gut. Die Sommersaat mißlang vollständig. Die Ernte in den unbewü.sserten Weinbergen war sehr gering, während die Ernte in den bewässerten Weinbergen gut ausfiel und zu guten Preisen verkauft wurde. Auf dem Gebiete der Viehzucht war dieses Jahr ein starker Fortschritt er; kennbar. Der mittlere Ertrag betrug pro> Kuh im Stall 3500 bis 4000 Liter Milch (statl 2000 bis 3000 Liter bisher). Auch der Er-t trag der Hühnerställe wuchs und erreichte in einem Teile der Wirtschaften durcly schnittlich 150 Eier pro Huhn (statt 120 bisher). Billige Osterreise nach POLEN am 28. März 1934 bis 9. April 1934 Krakau und retour . . . . . . . S Lemberg und retour.S 9Öa— Paß und Visa gratis 1 Auskünfte und Anmeldungen: FRANCOPOL toi. "JTeÄ Auf dem Gebiete der Schaf- -and Bienenzucht begannen sich deutliche Fortschritte zu zeigen. In den Orangenplantagen war die Situation stabil. Die Gesamternte stieg auf annähernd 5,000.000 Kisten). Das Haupte absatzgebiet war England (mit 3,500.000 Kisten); nach ihm kam als Absatzgebiet Deutschland und Rumänien (mit je 800.000 Kisten). Infolge der Dürre und der niedrigen Getreidepreise erließ die Regierung den Bauern 25 bis 45% vom geschätzten Werte des Zehenten vom Wintergetreide und bewilligte ihnen darüber hinaus Saatdarlehen in Höhe von 55.000 Pfund. Perspektiven für 1934. Der Winterregen verspätete sich dieses Jahr etwas; er begann erst im Dezember 1933 zu fallen. Die Befürchtungen, daß eine Dürre eintreten könnte, wurden jedoch teilweise zerstreut, und die Perspektiven für das Sommergetreide werden sich im Verlaufe der Regenperiode klären. In den Orangenpflanzungen war die Blüte sehr gut. Schätzungsweise wurden dieses Jahr mehr als 40.000 Dunam mit Orangen neu bepflanzt. Die Ernte ist ziemlich gut und die ersten Preise, die anfänglich in England nicht hoch waren, stiegen sichtlich. Bis Mitte Jänner 1934 wurden etwa 1,900.000 Kisten (darunter 121.000 Kisten Grapefruit) versandt. Wirtschafts-Departement (Handel und Industrie) (Leiter: E. Kaplan.) Aufbau. Die Exekutive der Jewish Agency hat die T* Schmidl-Mazzoth - ein Leckerbissen für Pessach

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