Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 332 (2.3.1934)
- Date
- 1934-03-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 992, - 2. Mürz 1991 tolt STIMME Sette 8 SOEBEN ERSCHIENEN PALÄSTINAKUNDE VON DR. HUGO HERRMANN LIEFERUNGI: GEOGRAPHIE DAS ZUR KENNTNIS DES LANDES, DER STÄDTE U. DÖRFER, DES KLIMAS USW. USW. UNENTBEHRLICHE WERK MIT 21 ABBILDUNGEN U. KARTEN. PREIS S 3.46 CID A VERSAND- NBA BUCHHANDLUNG WIEN, VI. GUMPENDORFERSTR. 10 TELEPHON A 24-9-78 dies Peretz Wachtel, der zu drei Monaten Gefängnis und zu 3000 Lei Geldstrafe, und Carol S c h m i e 1, der zu acht Tagen Gefängnis und 100 Lei Geldstrafe verurteilt wurde. Von den verurteilten neun christlichen Studenten sind einige Rumänen, einige Ukrainer, einige Deutsche. Hitler-Propaganda in Rumänien Bukarest, 26. Februar. (Z. T. A.) Das unter der Leitung von P&mfil Seicaru stehende nationalistische Blatt „Curentul“ brachte in der letzten Zeit eine Serie von Leitartikeln, in denen unter antisemitischen Anspielungen über „Überfremdung“ des rumänischen öffentlichen Lebens geklagt wurde. Daß ee sich hier um eine wohl überlegte Aktion handelt, beweist die Tatsache, daß „Curentui“ geheime Rundschreiben an zahlreiche Vertreter der freien Berufe in Rumänien versandt hat, in denen diese aufgefordert werden, sieh zu einer gemeinsamen Front gegen die „fremde Invasion“ zu vereinigen, die „Politik, und Presse, Schule und Universität, Wirtschaft und freie Berufe“ Überflutet. Seicaru hat kürzlich Hitler aufgeeucht. Einführung einer von den Unternehmern ziu tragenden Steuer für die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in der Höhe von 10 Prozent des Lohnes vorsieht. Die Steuer bezieht sich auf alle ausländischen Angestellten in Handel und Industrie, die weniger als zehn Jahre in Frankreich ansässig sind. Der Senat hat jetzt das von der Kammer angenommene Gesetz abgelehnt. Kein Arierparagraph in der studentischen Selbsthilfe Polens Warschau, 26. Februar. In der Warschauer Presse war berichtet worden, daß die neue einheitliche Studentenorganisation für gegenseitige Hilfe (Bratnia Pomoc), die nach Auflösung der entsprechenden nationalen und konfessionellen Verbände auf Wunsch des Unterriohtsministers geschaffen wurde, einem Antrag der nationaJdemokratisöhen Studenten entsprechend den Arierparagraph eingeführt habe und daß die Statuten der Vereinigung von den Behörden genehmigt worden seien. Im Zusammenhang damit wurde darauf hingewiesen, daß die jüdischen Studenten nunmehr von den Einrachitungen für soziale und Studienhilfe ausgeschlossen seien. Demgegenüber veröffentlicht der Senat der Warschauer Universität eine Erklärung, in der er feststellt, daß die Statuten erst genehmigt wurden, nachdem die Klausel, durch die „Studenten mosaischen Bekenntnisses, konfessionslose Studenten, getaufte Juden und Kommunisten“ der studentischen Organisation für gegenseitige Hilfe nicht angehören dürfen, gestrichen worden war. Zwei neue jüdische Senatoren in Italien Unter den in Italien neu ernannten Senatoren befinden sich auch zwei Juden: der prominente Rechtsanwalt Felici Alfredo und der Großindustrielle Falck Giorgio. Sie können Ihren Verwandten, Bekannten und Freunden m ... owjet-Union, „TORGSIN“ (Warenhäuser in allen Städten der UdSSR) alle gewünschten Lebensmittel, BekleldungsgegenstVnde und Bedarfsartikel ausfolgen lassen. Bestellungen, Auskünfte und Preislisten in der Handelsvertretung der UdSSR, Wien, /., Wallnerstraße Nr. 9, Telephon U 27-S-SS Einige Preise (ungerechnet in tiaterr. Schillingen zum gegenwärtigen Kurs): Mehl, 1 Kilogramm von S 0.19 bis 1.19; Reis, 1 Kilogramm von S 0'47 bis 0.85; Würfelzucker, 1 Kilogramm S 1.32; Honig in DoBen, 1 Kilogramm S l.f ‘ Dosen, 1 Kilogramm von S 2.13 bis 3.56; " ’ “ ~ Damenschuhe, 1 Paar S 17.75 bis 26.10 „ . Teebutter in . Herrensocken, 1 Paar S 0.47 bis 4.75; Herrenschuhe, 1 Paar S 19.70 bis 24.90. Pariser Beratung über den Jüdischen Weltkongreß Paris, 26. Februar. Am 24. Februar wurde in Paris eine Sitzung der westeuropäischen Mitglieder des Comite des Delegation« Jimves und des Vorbereitungskomitees für den Jüdischen Weltkongreß in Paris eröffnet. Vermutlich wird Genf als Kongxeßort gewählt werden. An den Beratungen nehmen unter anderen der Präsident des Verbandes jüdischer Hilfsorganisationen, Dr. J o c h e 1man, das Mitglied des englischen Unterhauses, Major Nathan, dier Präsident der Federation of Synagogues, Stadtrat Davis, der Oberrabbiner von Rom, Dr. Angelo Sacerdoti, M. Kubowitzky (Antwerpen), Dr. Kahn (Holland), Dr. Nahum Go 1 danann, Isaac Naiditsch, Doktor Victor Jacobson, Dr. M. K r e i n i n, Adv. Leonce B e r n h e i m und Robert B o 11 a k teil. Am 26. Februar begab sich Dr. Nahum G o 1 rl m a n n zunächst nach Holland ünd von dort nach Italien und Palästina, wo er mit der Jüdischen Arbeiter-Organisation und mit dom Waad Leumi Verhandlungen betreffend deren Beteiligung am Jüdischen Weltkongreß abhalten wird. Bas Beste vom Unten sind die in Geschmack und Qualität unübertroffenen, erstklassig-altrenommierten SCHMIDL-MAZZOTH welche unter streng orthod. Aufsicht des DttD Dmnn 5C"3n hergestellt werden. Die Mazzoth werden aus feinstem Mehl erzeugt! Seit vielen Jahren genießen die „S c h m i d I M azzo th“ das beste Renommee und werden von allen bevorzugt Auf die Extraqualität meiner Fabrikate „Marke Schmidl N. B." auf Mazzofh, Grieß und Farvel wird besonders aufmerksam gemacht. ZENTRALE: N. BRODETZKY, II., LEOPOLDG. 43 Telephon Nr. R 46-1-90, A 60-2-63, A 41-9-52 Gegen labotmskys Petitionsbewegiing Keine Lohnsteuer für ausländische Arbeitsnehmer ln Frankreich Paris, 26. Februar. Die französische Kammer hat einen geaeteentwuirf a q g e h o m ga s 4er Katholischer Großgrundbesitzer vermacht sein Vermögen den Juden Budapest, 27. Februar. Die Zeitungen berichten über folgenden merkwürdigen Fall: Dieser Tage starb auf seinem Gut bei Galantha im 56. Lebensjahr der Großgrundbesitzer Arpad Fridecky. Als man sein Testament öffnete, erlebte man die folgende Überraschung: Fridecky, der einem alten katholischen Geschlecht entstammt, hatte sein Vermögen im Werte von etwa 75.000 Dollar der Israelitischen Kultusgemeinde in Galantha vermacht. Der katholischen Kirchengemeinde fiel nur ein geringer Betrag zu. Daran war noch die Bedingung geknüpft, daß alljährlich an seinem Todestag in der katholischen Kirche eine Messe für sein Seelenheil abgehalten, sein Grab stets gepflegt und zu Allerheiligen festlich beleuchtet sein müsse. Seinen zwei Täuflingen hinterließ er zweieinbalbtansend Dollar. Die Verwandtschaft will nur die Rechtsgültigkeit des Testaments anfechten. Es handelt sich um eine entferntere Verwandtschaft, eine Nachkommenschaft hinterließ Fridecky nicht. Die Beweggründe, warum Fridecky die jüdische Kultusgemeinde zur Universalerbin seines Vermögens einsetzte, sind unbekannt. Man weiß nur, daß Fridecky seit JahTen mit dem katholischen Ortspfarrer auf Kriegsfuß sbajud. Die Offensive Englands gegen Sinn und Wortlaut des Mandats ist noch nicht zum Stillstand gekommen. Das Judentum in der ganzen Welt befindet sich in Erregung. Alle zionistischen Fraktionen sind einig in ihrer Stellungnahme gegen die manidatswidrige Politik Englands. Weite nichtzionistische Kreise schließen sich unseren Protesten an, so daß das Judentum wenigstens in dieser Frage eine geschlossene Phalanx, wie schon lange nicht, bildet. In diesem Augenblicke müssen alle Beschwerden über unsere Exekutive verstummen, sie seien berechtigt oder nicht. Jeder vernünftige Mensch muß doch einsehen, daß wir den schlechten Willen Englands nicht durch Zeitungsartikel und Protestversammlungen allein brechen können. Der Kampf muß in London und in Genf ausgefochten werden. Trägerin des Kampfes muß und kann nur die Exekutive der Jewish Agency sein, der die Möglichkeit gegeben werden muß, ihre politische und diplomatische Arbeit zu leisten. Das kann die Exekutive aber nur, wenn zumindest in außenpolitischen Angelegenheiten die zionistischen Massen geschlossen hinter ihr stehen. Gegen dieses Prinzip laufen nun die Revisionisten mit ihrer Petitionskundgebung Sturm, ungeachtet der Disziplinbeschlüsse des 18. Zionistenkongresses und gegen jede politische Raison. Sie stören durch ihre Petitionsbewegung die politische Arbeit der Exekutive. Das beunruhigt Jabotinsky weiter nicht, ist ihm vielleicht sogar recht. Er ordnet einfach an, für ihn existiert die zionistische Weltorganisation nicht. Er bringt es zuwege, heute für und morgen gegen die Beteiligung am Kongreß zu sprechen. Er nimmt am Kongreß teil und schert sich den Teufel um die Beschlüsse d urteilt ist, weil kein disziplinierter Zionist sie unterschreiben wird. Einmal deswegen, weil wir Jabotinskys Disziplinbruoh nicht unterstützen dürfen und die Exekutive sich die Petition ausgesprochen hat, und weiter aus dem Grunde, weil wir davon überzeugt sind, daß England — wenn es Petition überhaupt einer Antwort würdigen sollte — wahrscheinlich antworten wird: „Für England kommt gemäß den Bestimmungen des Mandats nur die Jewish Agency als Faktor für Verhandlungen in Betracht.“ England wird sich also einfach auf die Bestimmungen des Mandats berufen und bestenfalls nach Schema F einige Phrasen von der Objektivität der Palästinaverwaltung beifügen. Der Mißerfolg der Petition steht also schon heute fest. Es ist schade um die mit der Unterschriftensammlung verbundene Mühe und schade um die auflaufenden Kosten. Je größer aber der revisionistische Mißerfolg sein wird, desto eher besteht die Aussicht, daß ihre disziplinwidrige Politik, sich immer eine eigene Kanone zu kaufen, ad absurdum geführt und dadurch die zionistische Organisation der so notwendigen Konsolidierung nähergebracht wird. An unsere Exekutive sei aber die Frage gerichtet, wie lange sie noch diese schandbaren Zustände dulden wird. Es ist unangebracht, auch weiterhin die bisherigen: Mittel der Nachsicht und Duldung anzuwenden. Wir wiederholen: Nur die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, niemals aber irgend eine andere Fraktion, kann beschließen, ob eine Petition an England unternommen I oder ein Schritt beim Völkerbund erfolgen BEKANNTMACHUNG: Die Inhabung der bekannten 1^3 RESTAURATION HOTEL STEFANIE (ehemals Operer) II., Taborstraße 12. Telephon R 46-5-37 beehrt sich den p. t. Gästen zur Kenntnis zu bringen, daß es ihr gelungen ist, das in weitesten Kreisen bekannte Ehepaar Hugo und Julie Herlinger, geb. Zöllner, jahrzehntelange Mitinhaber des Restaurants Zöllner, zur Mitarbeit im Restaurant Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12, zu gewinnen, so daß auch dadurch bei sehr mäßigen Preisen für ausgezeichnete Küche und erstklassige Getränke bestens vorgesorgt ist. Wer noch nicht versucht, der komme und bleibt sicher Stammgast. Dieser Zustand kann nicht weiter geduldet werden. Er ist schädlich und macht die Exekutive und mit ihr den Zionismus lächerlich. Die von Jabotinsky eingeleitete Petitionsbewegung versucht, die Zionisten aller Parteien unter Druck zu setzen. Die Revisionisten rechnen damit, daß die Zionisten sich sagen werden: Die Petition könnte, wenn wir nicht mittun, ein Mißerfolg werden, und diese Verantwortung wollen wir nicht auf uns laden. Nichts wäre gefährlicher als ein derartiger Standpunkt. Für uns muß es klar sein, daß Jabotinskys Petitionsbewegung von vornherein zur Aussichtslosigkeit yersoll. Uns genügt, daß die Exekutive aus politischen Gründen Jabotinskys Petition ablehnt, und wir werden sie nicht unterzeichnen. Niemand ist so naiv, daß er annehmen könnte, England werde auf Jabotinskys Intervention hin seine Haltung ändern. Die revisionistische Petitionsbewegung ist ein Bluff, der verpuffen muß. Das Kaleidoskop ist ein beliebtes Spielzeug. Man dreht es und sieht immer neue farbenprächtige Figuren. Ähnlich verhält es sich mit Jabotinskys Politik. Einmal bietet er England großherzig Palästina als 7. D<*