Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 330 (23.2.1934)
- Date
- 1934-02-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seif? .? DIE STIMME Nr. 330. - 23. Februar 1934 Sic speisen gut und billig im neueröffneten > Restaurant Andreashof \ If. her.. An,(re.sse f.uke M.iri.'ihilfcrstr.iße Me in von S!. - bis S j?.- Klubrimmer mit und ohne Klavier ru vergehen ’ An dis Frauen Oesterreichs! Fi »iiMiA.ns-. iIi-m :?(). lAAnmr i'.Kil. vormif‘mv-. . Fra ii I.oopo Id i n c M i kl;, s. in Bcgl. ■ Kuh.iHirnnmiinle, um in eincehmiler" Aiihsprachu o h ( ua n g im;l Präsident l)r. DosUi-r Fr ie ■rscliirn dir (inlt.in des Bum loispriisidmif.un.; .Irr Fmu!>r. Alma M n 1 z k o, in mit den Herren Oberrn.biner Doktor £r;ir> Inkomnii-r-.u-s entspricht genau drn Tnt-;iiirn < i n n t . ,se Hrt'O .-ich .< saHv m un ergänzt werden. daß st erreich Organe gelt r;11o nor.h die Auf-, sich, wie immer, da- M . durrb Work.' drr Niu re inni g torts mu beschäftigen, die jüdische Bevölkerung ndt don nn-tionn Sozialist wehen Terrorpraktiken zu bedrohen. Als wenn es kein Gesetz g e g r n H a ß u n d V e r a e li-1 t u n g, keine A n t i t e r r o r b e s t i m-; m u n g e n gebe, wird da geschrieben und : verleum det und gelogen, wird da zu aller i Not uni Sore»' auch noch dahin gearbeitete eine Judenfrage künstlich -zu schaffen. Was j •rpi dar '/.irlr Ililffovrrk i a Iler au r r k a sorge v o n M e Brücken drr Vi'rsi liehen Einstellung Sowohl (dlierrah’binrr Dr. Feuchtwang al am na.c.li besten Kräften an diesem schönen Wer Über Ersuchen der Frau Bundc-präsiden‘in, bewährte Frau in die Leitung der Aktion herz. Mitglied des Exekutivkomitees der Zentrn.lkommi?flion für soziale Fürsorge der israelitischen Kultusgemeinde Wien, nominiert. Noch am selben Nachmittag fand unter dem Vorsitz der Frau Bundosprücsidentin eine Sitzung statt, welcher auch Frau Sophie Löwcnherz beiwohnte, und in clor clor nachstehende Aufruf beschlossen wurde: An die Frauen Österreichs! il iiui un die Richtlinien für ein (er .Mitwirkung von Verfretern f t c n die persönliche Fürt. Duridi diese Aktion sollen lie Wr-rlimdenheif der welfnußctiaugc.-chlagen wer len. t’rösiiD-iit Dr. Friedmann erklärten, mi!arbeiten zu wollen, in, eine in der jüdischen sozialen Fürsorge u entsenden, wurde Fra.u Sophie Löwen-! Der rumänische Innenminister gegen die Cuzisten Bukarest. Nach einer der üblichen Hetzreden von Glieorghe (’uza, dem Seime des Begründers der rumänischen antisemitischen Bewegung Prof. Ouza, ergriff der Innenminister I. Inculetz das Wort. F,r sagte: Alle nationalen Institutionen in Rumänien sind von den Liberalen geschaffen worden. Die liberale Partei hat, die Pnabhängigkeit Rumäniens erkämpft und später dio Vereinigung aller Rumänen vollzogen. Aber wenn wir auch national sind, J ud e nfein de sind wir nicht. Die Cuzisten wollen die Juden zurückdrängen, ja vernichten. Wir lehnen jedwodo Vernichtmigstendeuz ab. Wir kennen nur gleichberechtigte rumänische Bürger. Wir wünschen, daß sich die I fiir ihr Dasein befähigt, kann sie an der Gedrängt von der Not des ganzen Volkes : Hand der warmherzigen Helferin wieder einj Rumänen auf allen Gebieten voll entfalten, soll es be Leuten, wenn der ehemalige Minij rufen die Unterzeichneten die österreichische 5dedern in die lebendige Volksgemeinschaft. die Cuzisten aber lenken durch ihre Haßster Dr. C zermak gerade jetzt „entwur- Frauenschaft ohne Unterschied der weit- Persönliche Fürsorge, die viel zelte Juden“ n\s die Vorbereiter das Klassenanschaulichen Elrmtelhma tu einem Hilf«, höher zu werten-ist als die unkampfes und des Aufruhrs anklagt' und Mensch in unserem Vaterlande über Das Publikum hört da vor allem die ..Juden“ heraus uni weiß mit der Entwurzelung nichts anzufangen. So wirl mir neuer Haß erzeugt, und dem Willen der Regierung, die aus einer gmten Erkenntnis der Lage heraus den inneren Frieden erstrebt, ent.gegengewirkt. Es läßt sieh nicht vermeiden, daß die Artikel der österreichischen nationalpropnganda die Energien der Jugend auf anschaulichen Einstellung zu einem Hills- 11 “'"\r z “ *e r l*" ls* “ls “le “"'lein sterile, Ziel hin. Sie lenken die .lugend werk auf, das die Kiuft zwischen Mensch 'f "0 J„'/j von der Pflicht ab,.« lernen und einem brücken soll. Männer haben Auch dort, wo das materielle Opfer nur j höheren Kulturziel zuzustreben. Wir wissen für uns zur Verteidigung klein seln kann> wird die ständige, helfende 60ziali5tiec.h&n Zeitungen, der getarnten wie zehren droht, der nichtgetamten. daß solche Reden in das' Ausland dringen und dort Vorstellungen erzeugen, die in den Tatsachen nicht begründet sind, aber doch nichtso rasch beseitigt werden können. Das Lebensinte resse Österreichs fordert den Frieden und die Ruhe, fordert dringend,; daß jeder ungestört seiner Arbeit nachgehe- Rache und Strafe an Unschuldigen ist unmöglich, und auch die Ersetzung von berufstätigen Menschen dieser Gesinnung durch solche anderer Gesinnung wäre, wenn sie nicht durch vitale Interessen des Staates zu rechtfertigen ist, kaum das Mittel, der Arbeitslosigkeit abzuhelfen. Je ungestörter die Wirtschaft und Verkehr, Go werbe und Handel weitergehen, um so rascher werden die Spuren dieser Tage soll winden. Denn nur dann kann mit der vertrauensvollen Unterstützung durch die Welt gerechnet werden, auf die Österreich wie jeder Staat angewiesen ist. Kein Land, kein Volk, kein Stand und kein Beruf lebt für sich allein. Und nur, wenn die Welt der Gutgesinnten die Überzeugung hat, daß Recht und Gesetz wieder normal arbeiten, daß hier niemand in seiner Leistung, in seiner bürgerlichen Ehre gefährdet ist, nur dann wird sich der auf Frieden und Versöhnung gerichtete Wille unserer geliebten Heimat, zur Rettung ihrer Freiheit und ihres Bestandes geblutet, Frauen müssen die Wunden heilen, die der Kampf geschlagen, müssen auch das Siechtum lindern, das unsere Volkskräfte zu ver- Wirksame Hilfe gegen das grausamste Übel, gegen das Elend der Verlassenheit, kann nur in der persönlichen Fürsorgeleitung, in der Hilfe von Mensch zu Mensch, Anteilnahme der Frau für die Frau über soziale Zerrissenheit Brücken der Verständigung und Versöhnung bauen. Der Arme hat heute an die Volksgemeinschaft doppelte Rechte, der wirtschaftlich Gesicherte hat als Glied dieser Volksgemeinschaft doppelte Pflichten. Hilfe, die die Bande von Mensch zu Mensch wieder knüpfen soll, muß vor allem von echt miitterliegen. Die Frau ist vor allem berufen, ihrer lichem Sinn getragen sein, muß von der bedrängten und im Elend verlassenen Frau ausgehen. Darum schließe Schwester Hilfe zu bringen. Nur die aus sich keine Frau aus vom Werk persönlicher Anteilnahme kommende Hilfe der persönlichen Fürsorge: kann die in Not Versunkenen wieder mit vom Österreichischen Frauen- Lebensmut ausstatten, der sie zum KampfejNotdienst! Frau Leopoldine M i k 1 a s, Vorsitzende. Dr. Theodor I n n i t z e r, Kardinal-Erzbischof von Wien. Sektionschef Dr. Viktor C a p e s i u s, Präsident des evangelischen Oberkirchenrates. Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang. Josefine C a p e s i u s, für die evangelischen Frauen. Helene G r a n 11 s c h, für die österreichische Frauenpartei. Marie H o h e i s e 1, für den Bund österreichischer Frauenvereine. Sophie Löwenherz, für die soziale Fürsorge der Israelitischen Kultus-gemeinde. Dr. Alma M o t z k o, für die katholische Frauenorganisation für die Erzdiözese Wien. den nationalen Geist zu wahren, ohne die Minderheiten in dem harmonischen Rhythmus“ ihrer Entwicklung beeinträchtigen zu wollen. Jüdischer Gelehrter Magistrats• direkter im Haag Der bisherige Leiter der Magistratsabteilung für soziale Wohlfahrt ira Haag. Dr. J. J. Boaesun, ein hervorragender Gelehrter auf philosophischem und juristischem Gebiete, ist vom Stadtrat zum Magistratsdirektor der Stadt Haag ernannt worden. Doktor J. J. Boa-seun ist der erste Jude, dem dieses höchste Amt der Haager Stadtverwaltung übertragen wurde. Vor kurzem ist auch in Amsterdam ein Jude, Dr. S. J. van L i e r, zum Magistratsdirektor ernannt worden. Hitler und die Ukrainer Die Londoner jüdische Zeitung „T h e Jewisb C h r o n i c 1 e“ setzt ihre aufsehenerregenden Veröffentlichungen über den antisemitischen Terror der Ukrainer in der Regierung durchsetzen, öst-erre-ic-h hat Ostgalizien fort. Zunächst wird auf die eheviele Freunde. Sie alle, die die Bemühungen dets deutschen Nationalsozialismus sehen, sie alle, die in Genf über Österreichs Beschwerden zu raten und taten haben werden, sie maligen guten Beziehungen zwischen Juden und Ukrainern hingewiesen. Im Jahre 1907 eroberten die Jiidisohnationalen Dr. Mahler und Dr. Gabel in Ostgalizien Mandate ln das alle blicken auf diesen Staat, im welchem j österreichische Abgeordnetenhaus mit ukraide.r Bundeskanzler jedem Bürger ohne Unter-1 nischer Hilfe und Baron Wassilko und Proschied den Schutz der staatlichen Gewalt. fessor Romanczuk mit jüdischer Hilfe. Daszugesiohert hat. Venizeios fordert Wie derber stel' tung der jüdischen Wahlkurie Saloniki. Nach den Wahlen in kSalonlki, bei denen der Regierungßkandidat zum Bürgermeister gewählt wurde, wurde dio Kampagne der vonizeli stUchen Opposition gegen die Juden, donon vorgeworfon wird, durch ihre Stimmen den Ausgang der Wahl beeinflußt zu haben, verschärft fortgesetzt. Der Oppositionsführer und ehemalige Ministerpräsident Venizcloß hat in Beantwortung eines Telegramms, das ihm von der jüdischen Sektion seiner Partei zugesandt worden war, erklärt, die zwischen Juden und Griechen aufgerissene Kluft werde nur durch Wiederherstellung der besonderen jüdischen Wahlkurie üborbrückt werden können. Als nationale Minderheit hätten die Juden Salonikis Anspruch auf eine ihrer Zahl entsprechende Vertretung. Unzulässig aber sei ihre Forderung, durch ihre Stirnmaligabe das Kräfteverhältnis ihrer Parteien in einem Wahlkreis zu beeinflussen, desaen nieiitjiidische Bevölkerung neunmal so groß ist wie die jüdische. selbe galt bezüglich Dr. L e w i c. k i s, des derzeitigen Führers der Ukrainer im Scjrn, der nunmehr offen zum a n t i j ü d i s c h e n Boykott aufruft. Auch als die Unabhängige Westukrainisclio Republik nach dem Zerfall der Monarchie gegründet wurde, waren die Beziehungen zwischen Juden und Ukrainer zufriedenstellend. Dio Ukrainer sicherten den Juden die volle Gleichberechtigung zu und dio Reisepässo enthielten neben dem ukrainischen und polnischen auch einen jiddischen Text. Auch im polnischen Staat blieben die Beziehungen zunächst freundlich. Nun hat sich das geändert. Die ukrainische Zeitung „Nowi Czas“ wurde antisemitisch, der Terror begann, Hitler-Agenten kamen ins Land und die Geistlichen begannen für Hitler u: d dio Befreiung der Ukraine“ zu beten. Seinerzeit erwarteten Millionen Ukrainer ihre Befreiung vom Zaren, jetzt von Hitler. Heute wird Deutschland in den Himmel geholten, so wie früher Rußland. Hitler und Rosenberg träumen von einem Krieg gegen Rußland, und dio Ukrainer erwarten von ihnen die Gründung des ukrainischen Staate:'. Oberst Konowalrc, ein bekannter ukrainischer Führer, schlügt für Hitler die Werbetrommel und die Massen strömen ihm zu. Kürzlich wurde ein Geistlicher in Podstrafe verurteilt, weil er die Gläubigen aufforderte, „für Hitler, den Vater der Ukrainer“ zu. beten. In Rohatyn wurden Plakate an die Kirche angeschlagen, in denen auf- .gefordert wurde, „für Hitler und Konowalec, die für die Befreiung der Ukraine arbeiten zu beten. Jüdische Jugendliche, die sich in den Dienst der Boykottpropaganda gegen deutsche Waren stellten, wurden von Ukrainern attackiert, und bei einem Prozeß in Sokal erklärten ukrainische Zeugen, daß sie an den Juden wegen der antisemitischen Propaganda Rache nehmen. Die ukrainischen Zeitungen verherrlichen Hitler. In den ukrainischen Kreisen geht das Wort um: „Hitler i d e!“ (Hitler kommt!) Die Juden bekommen es oft zu hören: „Hitler kommt und wird um von den Juden befreien.“ Die Hitler-Propaganda wird von den deutschen Kolonien in Ostgalizen stark gefördert. Dio in Stanislau erscheinende klerikale Zeitung „D ein Reich komm e!1 tut sich hiebei besonders hervor. Bei der letzten Sitzung des Minoritätcnkongresse-s unterstützten zum ersten Male die ukrainischen Delogierten nicht dio jüdischen Forderungen. Die polniseho Regierung wird nicht umhin können, dieser Propaganda des Hakenkreuzes in Ostgalizien größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Das Judentum im Ausland ist alarmiert. Die große New Yorker Tages zeitung: „New York Jewisb Morn i n g .1 o u r n a 1“ erklärte kürzlich, die polnische Regierung werde dio ganze Verantwortung treffen, wenn nicht energische Rcgierimgsmaßnahmen einsetzen, bovor es zu spät ist. Marschall Pilsudxki hat sich feierlich für die Gleichberechtigung der Juden eingesetzt. Die 'polnische Regierung muß dafür sorgen, daß ihr Vertrag mit Hitler-Deut,schland nicht innerlich ausgehöhlt beresz, Hi BolectoWj zu einer Gefängnis-1 wird, ■| Die PAQ r. Gen. m. b. H., Wien, VI., Capfstrangassa 2 | (Telephon B 25-8-81), veranstaltet für ihre Mitglieder Pnlästinnreiscai |||||(l| ab Wien 20. Mflrz, 10. April, 24. April II. Klasse Schiff, III. Klasse D-Zug, 18 Tage Verpflegung» nur S 440.—; detto., jedoch Schiff i. Klasse: S 660.— Beauoh aller M 111 e I m e e r I ä n d e rf lllllll Sprechstunden ULgl. von Obis 12Uhr. Prospekte graUsI Milderung für die Einwanderung nach Argentinien Buenos Aires. In einer amtlichen Verlautbarung werden neue Bestimmungen für die Einwanderung nach Argentinien bekanntgegeben, die wesentliche Erleichterungen gegenüber den bisher geltenden Bestimmungen darstellen. Die neue Verordnung tritt am 7. März in Kraft. In ihr ißt vorgesehen, daß die in die Kategorie 2 eingereihten Angehörigep argentinischer Einwohner von nun ab dieselben Privilegien genießen sollen wie die Angehörigen der Kategorie 1. Sie werden auch von der Entrichtung der 83 Goldpesos betragenden Einwanderungsgebühr befreit. Zur Kategorie 1 gehören Eltern, Kinder, Ehogatten. Witwen, Brüder und Schwestern von Personen, die in Argentinien ansässig sind. Zur Katogorio 2 gehöron ontforntoro Verwandte, wie Oheime, Tanten, Nichten, Neffen, Schwäger und Schwägerinnen. Bräuto und Bräutigame argentinischer Einwohnor worden dio Einwandoruugßgebülubei don argentinischen Konsulaten ihrer Herkunftsländer zu erlegen haben; die Gebühr wird nach dei in Argentinien vollzogenen Verheiratung zu rückerstattot. Ferner wird bestimmt, daß auf Grund des Empfehlungsschreibens einer Kolon isat i onsge-so 11 schaft oi n rei s e n de Landarbeiter oder Porsonen, dio in anderor Weise glaubhaft machen können, daß sio sich in Argentinien der Landwirtschaft widmon werdon, keine Einwandcruogsgobühr zu erlegen haben. In argenbinisch-jüdischon Kreison hofft man, daß dio Jewisb Colonisation Association (JCA) und die Immigrant Aid Association (HIAS) die Milderung dor Einwanderungsvorsehrifton benutzen worden, um oine Anzahl jüdischer Kolonisten nach Argentinien zu bringen, Auch Einwanderer, die auf Grund von Dokumenten nachweisen können, daß sio schon frülior einmal in Argentinien gelebt haben, werden zur gebührenfreien Einwanderung zu- | golaseon werden.