Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 7 (1934)
- Issue
- Heft 329 (20.2.1934)
- Date
- 1934-02-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 4 DIE STIMME Nr. 329. — 20. Februar 1934 Palästina meldet: Vorbereitung der Wahlen in den Gemeinderat von Jerusalem Je/usalem. Fiii die bevorstehenden Gemeindewählen in Jerusalem ist zwischen der Agudah und dem Kat der Juden Jerusalems ein Abkommen getroffen worden, demzufolge der Agudah zwei von den sechs jüdischen Rats sitzeu zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Agudah will diese beiden Mandate einem aschkenasisehen und einem sephardischen Vertreter zuteden. Der Jerusalemer Arbeiterausschuß hat eine umfangreiche Wahlpropaganda aufweiden soll. Die Zeitifikate werden in zwei Teilen zu jo 250 Stück im laufenden und im kommenden Halbjahr ausgegeben werden. Man Die Messe In Tel Aviv Tel Aviv. Oberkommise.’lr Waucopoe hat in Begleitung seines Adjutanten, des Leiters erhofft von der Maßnahme eine Erleichterung 1 dcr Zo*h. linif Handelsabteilung K. W. St, ad, der Wirtschaftslage unter den Juden Salonikis, des etellveitietenden Distriktskommissärs J. H deren Verarmung von Tag schreitet. zu Tag fort- Assejath Hantwcharlm Anfang März H. Pollock und des ran,gältest en Beamten des Distriktsamtee A. Epstein das Gelände der Levante-Messe, die demnächst in Tel Aviv eröffnet wird, besichtigt. Der High Commis sioner wurde vom Vorsitzenden der Me-so kommißsion Bürgermeister Uizengoff, den Mitgliedern der Kommission S. Tolkowsky, Jerusalem. Die Assefatb Haniwcharim. die gToße Delgiertenversammlung der orga- Präsident der Jaffaer Citrusbörse. E. S h e 1 nisierten Judenhwt Palästinas (Kncsseth le>h rr**[d°a\ der Jerusalemer Handelskam c«. * .„u i mnr, und Direktor Volcani von der landstarke Beteiligung des \rbeiterelements an der J? ’ d Anfang Februar anbe-. wirtschaft]ichen Versuchsstation in Rechoboth. , gewesene Tagung aus technischen 1sowio von Mitgliedern der Messeleitung durch ph :.E . vorläufig noch unbe- Gründen verschoben werden mußte, soll | das Gelände geleitet. Bei seinem Besuch, der stätigten Gerücht zufolge soll der Boden nunmehr am 5. Mär* in J e r u s a I e m ' anderthalb Stunden währte, ließ sich der Higli kommissar Albert A b i a m s o n für den Posten z,u„arTvmentreten. Es wird erwartet, daß bis; Commhsioner die Pläne der Zeichenabteilung des Bürgermeisters in Aussicht genommen dahin die Arbeiten zweier Kommissionen, jde* technischen Bureaus vorlegen und besleh- - n. Abramson, der 57 Jahre alt ist, steht seit nJtmlioh der Kommission für Umgestaltung | sämtliche im Bau befindlichen Pavillons. 18 in englischen Verwaltuugsdiensten. Er __ ..„a a~ v°_' Besondere Aufmerksamkeit widmete er dem 1918 wurde als Sohn eines zum Christentum übergetretenen Judeu in der Kolonie Hart-Tuv bei Jerusalem geboren. Arbelterkonfttht In P et ach Ttkwah durch Schiedsspruch beigelegt Jerusalem. Der in einem Petach Tikwaher; des Wahl Verfahrens und der Kommission für Fragen des Arbeitsverhältnisses, abgeschlossen sein werden. ★ Neue Industrielle Unternehmungen ln Palästina Jerusalem. Zwei deutsche Juden, Jakob ,Grünberg und Wilhelm Sand, eröff- Industriebtrieb vor kurzem wegen der Beschäf-; netel, hißr eine große Zigarettenfabrik. Von erteilt' tiguug t e V i s i 0 n i 9 t i s c h e r A r b e i t e r in deutsohen &iI,waiKierero ivurdcn Fabriken e.ner Nachtschicht ausgebrocheDe Konflikt, der j ff|r Alkohol. und Essigerzeugimg «nd für zu scharfen ZusammenstbBen zwischen Mit-1 Metan-Oobranchsgegenstiliide errichtet, gliedern der allgemeinen Arbeiterorganisation; Qe[)iant wird die Errichtung einer großen und dem revisionistischen Arbeiterverband An- : z c k e r f a b r j k. In XacUath-Ganim gehörenden geführt hat, ist durch ein , . „ , » , , . . , ,; wurde eine Zuckerwarentabnk eröffnet, die 70 Arbeiter beschäftigt. In Ramath-Gan hat die erste Aluminium fabrik im Nahen Osten zu produzieren begonnen und hat bereits große Bestellungen aus Ägypten und Syrien erhalten. Neben ihr arbeitet eine Papierfabrik. Juden in Polen haben bei Nees-Zionah eine große Glashiitt eröffnet. Hauptpavillon, der der Vollendung nahe ist und in dem die Palästina-Industrio ihre Stände erhalten soll. Soeben hat auch Schweden seine offizielle Beteiligung an der Levante-Messe angekündigt. Die allgemeine Expoitvereinigung Schwedens, in der die wuchtigsten schwedischen Industrien vertreten sind hat Auftrag zur Errichtung eines Schwedischen Pavillons Der deutsche Export nach Palä* stlna beendet worden. Auf Grund des von beiden Teilen angenommenen Schiedsspruches sollen nunmehr 30 Prozent revisionistische Arbeiter sowohl in die Tag-, wie auch in die Nachtschichten des Betriebes aufgenommen werden. Die Arbeit in der Fabrik geht wieder ungestört weiter. Zulassung jüdischer Ärzte ln Palästina Jerusalem. In der „Palest.ine Gazette“, dem Amtsblatt der Regierung, wird eine Liste von weiteren 63 jüdischen Ärzten veröffentlicht, die zur Ausübung der Praxis in Palästina zugelasse-n wurden. Die neu Zugelassenen, unter denen sich auch sechs Ärztinnen befinden, sind zum größten Teil aus Deutschland eingewandert. 18 Zahnärzte haben in letzter Zeit Praxißlizenzen erhalten. Mit der Ausgabe der neuen Lizenzen haben die für ärztliche Praxis die Zahl 1424, die für zahnärztliche Praxis die Zahl 451 erreicht. Jüdische Familien aus Deutsch• land ln Metullah Jerusalem. In der nördlichsten jüdischen Kolonie Palästinas, in Metullah, sollen demnächst 50 jüdische Familien aus Deutschland angesiedelt werden. Es verlautet, daß den neuen Siedlern insgesamt 2500 Dunam zugewiesen werden sollen. Als wirtschaftliche Grundlage der Siedlung sind Viehzucht, Obstbau, Imkerei und Geflügelzucht in Aussicht genommen. Tel Awiws Wachstum Tel Aviv. Die Zahl der Häuser im Stadtgebiet von Tel Aviv ist von 50 im Jahre 1909, dem Jahre der Gründung der Stadt, auf 4472 im vergangenen Jahre gestiegeu. Der Flächeninhalt des Stadtgebiets ist von 109 Dunan bei der Gründung auf 6500 Dunam im Jahre 1932 angewachsen. Der Ausbau der Stadt geht aus folgenden Ziffern hervor: 109: 50 Häuser, 109 Dunam; 1914: 139 Häuser, 991 Dunam; 1919: 200 Häuser; 1921: 1431 Dunam; 1923: 1474 Häuser; 1927: 3781 Häuser; 1932: 4472 Häuser, 6500 Dunam. Die Zahl der Fabriken und Werkstätten betrug 1932 über 2000; in ihnen waren etwa 7000 Menschen beschäftigt. Weitere Tausende von Arbeitern waren beim Häuserbau und den mit ihm im Zusammenhang stehenden Berufen, sowie bei öffentlichen Arbeiten tätig. Einschließlich der Bureauangestellten und Verkäufer betrug die Zahl der Lohnempfänger schon in jenem Jahre über 15.000. 1933 hat die Bautätigkeit und Industrialisierung immense Fortschritte gemacht. ★ Aufschwung In Jaffa Leipzig. Die Zentralstelle für Interessenten der Leipziger Messe veröffentlicht einen Artikel „Deutscher Export nach der Levante im Lichte der Leipziger Messe“. Darin wird dargelegt, daß Persien und Palästina im Jahre 1932 ungefähr den gleichen Gesamtimport hatten, während sich aber in Persien der Import auf 9 MilPonen Einwohner verteilte, hat Palästina nur 1*1 Millionen Einwohner. Daraus ergibt sich für Palästina ein Einfuhrwert je Kopf von gut Vis Pfund Sterling (rund 110 RM.), eine im Orient sonst nirgends erreichte Zahl. Gei ade dieser letztgenannte Markt weist noch eine zweite Eigentümlichkeit auf. nämlich eine starke Einfuhrsteigeiung in neuester Zeit bei besonderer Begünstigung der deutschen Erzeugnisse. Von 1931 bis 1933 ist Palästinas Import von 5940 auf 7,770.000 Pfund Sterling angewachsen, davon aus Deutschland von 638.185 auf 775.074 Pfund Sterling, was also fast 10% der palästinensischen Gesamteinfuhr ausmacht. Somit ist Deutschland nächst England, Ägypten und Syrien der wichtigste Lieferant der aufwärts zielenden palästinensischen Volkswirtschaft. Im Laufe von 1933 hat sich diese Entwicklung noch stärker ausgeprägt, im Zusammenhänge mit der starken Einwanderung, insbesondere von Kaufleuten und Industriellen aus Deutschland, die sich „auch in ihrem neuen Wirkungskreise der bewährten Bezugsquellen gern weiter bedienen“. Es ist für jeden Unterrichteten klar, daß die Steigerung des deutschen Exportes nach Palästina keineswegs auf die „bewährten Bezugsquellen“, sondern auf die Massenwandorung deutscher Juden nach Palästina, die auf Grund des Transfer-Abkommen zwischen der deutschen Regierung und der britischen Mandatarmacht einen Teil ihres Vermögens in der Form von deutschen Waren nach Palästina bringen, zurückzufUhren ist. ★ General Smuts-Kolonle ln Palästina PalästlnwElnwanderung vor dem Unterhaus London. In einer Sitzung des Unterhauses erkundigte sich Barnett Jänner nach den Vergleichszahlon der Palüstinatoimstik in den Dezembermonaten 1932 und 1933, und in den Jänno. monaten 1933 und 1934. Malcolm Mac Donald erwiderte, daß bei Aufstellung der EinwandeiungszilTein zwischen Touristen und anderen Reisenden nicht unterschieden wird, im Dezember 1932 kamen 2667, im Jänner 1933 3248. und lm Dezember 1933 3560 Reisende nach Palästina. Die Ziffer für Jänner 1934 steht noch aus. Auf Barnett Jannors Frage, ob er überzeugt davon sei, daß Touristen, die nach Palästina kommen wollen, keinen unnötigen Beschränkungen ausgesetzt seien, nickte MacDonald Zustimmung. Auf eine Frage Rank ins teilte Malcolm MacDonald mit, daß Touristen, die nicht 1. Klasse fahren, als Garantie für Nichtüberschreitung der Aufenthaltsdauer 60 Pfund Unterlegen müssen. Auf die Einwendung Jannors, daß diese Bestimmung viele Menschen ihres Rechtes beraubt, Palästina zu besuchen, erklärte MacDonald, dies sei seines Wissens nicht der Fall Auf die Frage Sir Naim Stewart Sandemans, ob er einschreiten würde, wenn man ihm einen Fall von unberechtigter Visumsverweigerung vorlegte, erwiderte Mao- Donald: „Gewi ß!“ * Marokkanische Moslems gegen die britische Palästina-Politik Rabat. Eine Abordnung von Moslems aus Rabat, Marrakesoh und anderen Städten Marokkos überreichte dem englischen Konsul in Rabat einen Protest gegen das angeblich prozionistische Regime Englands in Palästina, der Hunderte von Unterschriften trägt. Der Konsul versprach, den Protest der britischen Regierung zu übermitteln. Es handelt sich hier nicht um eine spontane Aktion der Moslems, sondern um eine Folge der Propaganda der nationalistischen Araber Palästinas, die kürzlich nach Marokko eine Abordnung entsandten. Boris-Schatz-Nachlaßausstellung In Sofia Im Ausstollungssaal „Preslaw“ zu Sofia wurde eine Ausstellung der Werke des vor einigen Jahren auf einer Amerikareiße verstorbenen hervorragenden jüdischen Bildhauers Professor Boris Schatz eröffnet. Die ältere Schule bulgarischer Künstler bewahrt noch heuto die besten Erinnerungen an ihren ersten Lehrer Boris Schatz. Als vor einigen Wochen sein Sohn Bezalel Schatz in Bulgarien eintraf, um hier Land und Leute kennenzulernen, wurde er von den bulgarischen Schülern Boris Schatz’ herzlich empfangen; von diesen Künstlern und auch von jüdischer Seite wurde eine Ausstellung der Werke des verstorbenen Künstlers arrangiert. Die Eröffnung der Ausstellung fand in Anwesenheit zahlreicher Vertreter bulgarischer Kulturinstitutionen, der jüdischen Institutionen und eines zahlreichen auserlesenen Publikums statt. Der Generalsekretär des Unterrichtsministeriums Dr. M a n o 1 o f f hob in der Eröffnungsansprache hervor, daß der Name Boris Schatz mit der modernen bulgarischen Kunst untrennbar verbunden ist, seine Werke weiden auch den späteren bulgarischen Generationen unendlich wertvoll sein. Der Vorsitzende des Komitees der Boris-Schatz-Schiiler, Andrey Nikoloff, berichtete über Leben und Schaffen von Boriß Schatz. Kadoorle stiftet eine Mädchenschule, Jerusalem. Der gegenwärtig in Palästina weilende bekannte jüdische Philanthrop Sir Elly S. Kadoorie hat sich bereit erklärt, auf seine Kosten ein neues Gebäude für die Jerusalemer Mädchenschule der Alliance IsraMito Universelle errichten zu lassen. Das neue Schulhaus, das in der Jaffastraße gebaut werden soll, wird in den Elementar- und Hände!&- schulklassen Raum für 1500 Schülerinnen bieten. Der Kostenvoranschlag betrügt 30.000 Pfund. ★ 500 jüdische Hafenarbeiter aus Saloniki nach Palästina Saloniki. Die Zionistische Föderation Griechenlands gibt bekannt, daß dem Palästinaamt in Saloniki eine Sonderquote von 500 Einwanderungszertifikaten für Hafenarbeiter unabhängig von der ordentlichen Zertifikatquote für Griechenland zur Verfügung gestellt Jaffa, Die Bautätigkeit in Jaffa ist im Jahre 1933 gegenüber dem Vorjahr a u f das Doppelte gestiegen. Während 1932 für Bauarbeiten in Jaffa 101.500 Pfund ausj gegeben wurden, waren es im Jahre 1933 248.600 Pfund. Die Zahl der Baulizenzen ist von 420 auf 680, die Zahl der neu fertiggestellten Zimmer und Geschäftsräume von 740 auf 2200 gestiegen. ★ Oie Einkünfte des Keren Kajemeth 1933 Jerusalem. Im Jahre 1932/38 betrugen die Einkünfte dos jüdischen Nationalfonds 210.344 Pfund, gegen 200.400 Pfund im vorausgegangenen Finanzjahre. Es waren dies die normalon Eingänge ohne die Hinterlassenschaften, die sieh ebenfalls um 50% gegen das vorangegangene Jahr vergrößert hatten. Für den Nationalfonds wurden währen * seiner 30jährigen Existenz 3,525.000 Pfund gesammelt. * Johannisburg. Der südafrikanische Zionistenverband hat beschlossen, in Palästina eine Kolonie zu gründen, die zu Ehren des ehemaligen Ministerpräsidenten und bekannten Freundes der zionistischen Bewegung General Smuts den Namen Kfar Smut8 tragen soll. Einer Delegation, die dem General Mitteilung von diesem Beschluß machte, erklärto dieser, die Dienste, die daB zahlenmäßig kleine jüdische Volk der Menschheit geleistet habe, seien unvergleichlich groß. Noch heuto lebe die abendländischen Kultur nach den Visionen der jüdischen Propheten und Seher. Daß oin solches Volk weiterhin in dor Verbannung leben sollte, wäro eine historische Anomalie und Ungerechtigkeit, dio / bhilfo verlange. Es sei nicht zu erwarten, daß das Volk, das der Welt die höchsten Glaubenswerte gegeben habe, sich durch zeitweilige Rückschläge von seiner Arbeit abschrecken lassen sollte. Das Jüdische Nationalheim werde orrichtet werden, und dereinst würden „wieder die Jesaja« und Spinozas den Weg des Menschengeschlechts mit ihrem Licht erleuchten.“ Jüdische Gelehrte lm Nationalen Rat der Wissenschaft Italiens Rom. Ministerpräsident Mu s s o 1 i n i hat die Ernennung einer Reihe jüdischer Gelehrter zu Mitgliedern des Nationalen Rats der Wissenschaft (Consiglio nazionale delle Ricerche), dem dio bedeutendsten Vertreter allor Zweige der Wissenschaft angohören, bestätigt. Von jüdischen Gelohrten wurden in den Nationalen Rat für Biologie Prof. Marco A 1 m a g i a vom Pathologischen Institut in Rom, in den Rat für Chomio Prof. Giorgio Levi von der Universität Mailand, in den Rat für Industriofragen Prof. I)r. Camillo Lev i-Mailand und in den Rat für Medizin der berühmte Leiter der ohiruigischen Klinik an dor Universität Palermo, Prof. Maurizio A s c o 1 i gewählt. Teilnehmer der Levant-Messe erhalten nicht nur die Dauer-Meßsebesuoherkarte gratis sondern sie haben auch Gelegenheit, alle Lovant-Länder ohne Mehrkosten zu besuchen, und überdies stehen ihnen die mit Ex und Import befaßten Bureaus der PAG in Tel-Awiw und Haifa zur Verfügung, wenn sie an den PAG. Palästinareisen zur I.evant Messe teilnehmen. Prospekte und Auskünfte. PAG r Gen m. b. H., Wien. VI., Oapistrangasse 2 (Tel. B 25-8-81) täg- 4oh von 9 bis 12 Uhr.